Dienstag, 31. Mai 2011

Der Cleaner

Ich bin mir nicht sicher, was und wieviel ich von diesem Fahrgast erzählen kann und darf.

Also, bitte nicht sauer sein, wenn ich genau da aufhöre, wo es spannend wird.
Auf dem Weg nach Tegel kamen wir, keine Ahnung wie und wieso, auf seinen Beruf zu sprechen.

"Kennen Sie den Film "Pulp Ficton"?

"Na klar."

"Erinnern Sie sich an die Szene, nachdem John Travolta und Samuel L. Jackson aus Versehen diesen Typen erschossen haben? Da haben sie doch jemanden geholt."

"Klar, Harvey Keitel. Sozusagen als Cleaner."

"Genau, so was ist mein Job."

Ich bekam erstmal einen Lachanfall und überlegte, wo in meinem Kofferraum er nun eine Leiche versteckt haben könnte.

"Was lachen Sie denn so?"

"Ich wundere mich etwas über Ihre Berufsbeschreibung."

"Ich nehme den Film immer als Beispiel, weil ihn fast jeder kennt. Mich ruft man immer, wenn es was zu vertuschen und wieder in Ordnung zu bringen gibt. Kurzum, ich manipuliere die Medien und die öffentliche Meinung."

Und dann erzählte er frisch von der Leber weg von ein paar Beispielen seiner Klienten.

"Dem ...... ......... habe ich das Mandat hingeschmissen. Der ist ja so was von schwanzfixiert. Fickt der doch diese xx-jährige. Der Plan, den ich für ihn aufgestellt hatte, sah ganz anders aus."

Und das ist jetzt der Punkt, an dem ich leider aufhören muss zu erzählen. Ehrlich, es zerreisst mir fast das Herz.
Ist aber vielleicht besser so. Ich hatte ihm zwar vorher von meiner Bloggerei erzählt, aber bei einem "Cleaner" weiss man ja nie.

Kommentare:

  1. Frag mal Lobbyisten, die machen das gleichen jeden Tag nur in größerem Rahmen.
    Interessant hätte ichs gefunden, wenn er wirklich 'cleaner' wär.

    Aber so ist die Pulp Fiction Szene doch vielleicht etwas zu selbstdarstellend.
    Du erzählst ja auch nicht jedem, haben Sie 'Taxi' gesehen? Sowas mache ich!

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  2. @Nick
    Ob er ein Mensch mit erhöhten Selbstdarstellungsbedürfnis ist, kann ich nicht beurteilen. Aber die Namen mit denen er um sich geschmissen hat waren schon beeindruckend.

    Und ja, man kann seine Tätigkeit auch als Berater bezeichnen.

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  3. Und ich dachte immer, wenigstens die Politik wär ein sauberes Geschäft...
    ;-)

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  4. Ok er sagt Mandat also ist er Anwalt. Das passt nun nicht zu meiner ersten Vermutung mit den arabischen Großfamilien, da bei denen ja eher geschwiegen und nicht zurechtgerückt wird - wobei die ja auch diesen einen tollen Anwalt haben und immer bar bezahlen. ;)

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  5. @Aro
    Politik IST ein sauberes Geschäft. Basta. ;-)

    @Gina
    Wie man bei dieser Geschichte auf "arabische Großfamilien" kommen kann, erschließt sich mir nicht.
    Und nicht nur Anwälte haben Mandate.

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