In den ehemaligen Opernwerkstätten in der Berliner Zinnowitzstraße wirbt noch bis Freitag, den 24.5.2013 die Firma Olympus für ihre Kamera OM-D. Und Kompliment, das machen sie originell.
Auf 7000 qm prasentieren sich internationale Künstler mit diversen Rauminstallationen.
Jeder Besucher erhält eine Olympus OM-D Kamera und macht sich auf den Weg zum knipsen. Einschließlich einer 4 GB Speicherkarte, die man anschließend behalten kann.Die Kamera muss natürlich wieder zurück gegeben werden.
Hier eine kleine Auswahl von Bildern der Ausstellung. Eine Mischung von Bildern meiner eigenen Kamera und der Olympus.
Laserinstallation von Shane Blumes
Laserinstallation von Shane Blumes
Das Kunst- und Designbüro United Visual Artists aus London
Das Kunst- und Designbüro United Visual Artists aus London
Die koreanische Künstlerin Jeongmoon Chai mit ihrem Werk "Drawing in Space"
Die koreanische Künstlerin Jeongmoon Chai mit ihrem Werk "Drawing in Space"
Mein Notizblock ist voll mit Geschichten und Erlebnissen, die ich hier verbloggen will (und u.U. noch werde), aber zur Zeit ist zu viel anderes zu erledigen.
Eine kleine Geschichte aber doch schon mal:
Ereignet hat sich diese Episode am Pfingstsonntag morgens gegen acht. Ein gepflegt erscheinender Herr um die Vierzig stieg ein und murmelte mit ausländischem Akzent einen Straßennamen vor sich hin. Auch bei der dritten Nachfrage verstand ich nur irgendwas mit hintenraus Straße. Also bat ich ihn den Namen aufzuschreiben. Okay, irgendwas, das ich als Beethovenstraße interpretieren konnte. Ich vergewisserte mich fragend: "BEETHOVENSTRASSE?"
Er lächelte erleichtert, lehnte sich zurück, stütze seinen Kopf auf die Handfläche und schaute unbeteiligt zum Fenster raus.
So, die Leser der Berliner Taxiblogs ahnen natürlich was jetzt kommt. WELCHE denn bitte?
Nächste Nachfrage meinerseits. Zip code? Which district? Ich zeigte ihm auf dem Navi eine kleine Auswahl an Beethovenstraßen. Kauperts zeigt fünf.
(Wieso es in Berlin so viele Straßennamen doppelt und vielfach gibt, davon ein andermal.)
Er zog einen Stadtplan mit Übersichtsplan aus der Jackentasche und deutete auf einen Punkt süd(west)lich von Berlin.
"Beethovenstraße in Teltow??"
Er nickte, lehnte sich zurück, stützte seinen Kopf auf die Handfläche und schaute unbeteiligt zum Fenster raus. Diese Haltung hielt er anschließend bis zum Ende der Fahrt durch, änderte sie nur kurz, um ein Telefonat zu führen. Gequatscht hat er ansonsten überhaupt nicht.
Wer schon mal in der Beethovenstraße in Teltow war, der weiß, dass die Suche nach der richtigen Hausnummer dort auch so ihre Tücken hat. Aber Ende gut, alles gut. Ich habe sie gefunden.
Mit etwas über als 30€ mehr Umsatz in der Kasse und gutem Trinkgeld drehte ich bei dieser Gelegenheit noch eine Ehrenrunde durch die schöne Altstadt von Teltow. Weiß nicht, wann ich da wieder hinkommen werde.
Aber in Berlin-Mitte nur mit dem Namen Beethovenstraße eine Fahrt antreten und nach Teltow zu wollen, das zeugt schon von... ach ich weiß auch nicht, von was das zeugt.
Warnung an alle, die ein Problem mit der Farbe Pink haben. Das Betrachten des nachfolgenden Artikels kann irreparable Folgen für Ihr Farbempfinden und Ihre Psyche haben.
In Berlin kann ja jeder machen was er will. So der Volksmund. Seit gestern glaube sogar ich das.
Da ist hinter dem Einkaufscenter Alexa das Barbie Dreamhouse entstanden. Ein Alptraum in Pink.
Aber Berlin wäre ja nicht Berlin, wenn es dagegen nicht schon im Vorfeld auch Widerstand gegeben hätte. Google Stichwörter "occupy barbie dream house"
Und die Berliner Tagespresse war natürlich auch vor Ort. Als ich mich noch staunend und fotografierend vor dem Gebäude aufhielt, verließ gerade ein Kamerateam das Nightmarehouse. Sie grinsten mich an: "Vorsicht, nach einer Viertelstunde sieht man nur noch rosa." Nach dieser Warnung habe ich dann auf einen Besuch im inneren des Gebäudes verzichtet. Das könnte aber auch mit den 8,50€ Eintritt zusammen hängen.
Ich stehe an der roten Ampel. Zwei Menschen schauen interessiert in meine Taxe und nachdem sie feststellen - Frei - und ich ihnen ermunternd zurückwinke, klettern sie ins Auto. Die Ampel schaltet natürlich gerade in dem Moment auf grün. Gehupe von hinten. Als ich losfahren will, ist die Ampel wieder rot. Nochmal Gehupe. Das muss man als Taxifahrer schon mal aushalten. Aber dann geschieht das Unerwartete: Der Österreicher steigt wieder aus und geht nach hinten. Ich befürchte schon schlimmes. Aber nein, er geht ums Auto rum und entschuldigte sich per Handschlag beim Fahrer hinter mir.
"Mich nervt so was ja auch immer."
Komische Sitten scheinen die in Österreich zu haben. Entschuldigen im Straßenverkehr. In Berlin geht das ja gar nicht. Und dem Berliner hinter mir ist wahrscheinlich auch die Klappe runtergefallen.
Ganz England freut sich auf das CL-Finale: Für viele ist es das erste Mal, dass sie eine deutsche Mannschaft in Wembley verlieren sehen.
— Hans Sarpei (@HansSarpei) 2. Mai 2013
Obwohl ich nicht genau weiß, inwieweit dieser Spruch zutrifft, ich fand ihn witzig. Nur - mit dem Humor ist das so eine Sache...
Die drei Engländer, alle in einem Alter, in dem das zutreffen könnte, hatten nicht den Sinn für deutschen Humor. Irgendwie haben sie den tieferen Sinn nicht verstanden. Okay, muss ich akzeptieren.Ihre Antwort, zutiefst betrübt:
So manchmal frage ich mich, was im Kopf so mancher Kollegen vor sich geht.
Folgende Situation:
In der Behrenstr. ist der Haupteingang zum Westin Grand. An der Hausfassade des Hotels hängt ein Taxirufblinklicht. Aber manchmal kommt einer der Angestellten raus und winkt zu uns herüber. Also Augen auf Weitwinkel.
Ich stehe da als Zweiter. Der Erste kriegt ein Blinklicht und fährt rüber. Er steigt aus und geht Richtung Hotel. Dann habe ich die Szenerie nicht weiter verfolgt. Als nächstes nehme ich wahr, wie ein Mensch vor dem Hotel steht und Richtung Taxihalte winkt. Natürlich setze ich das Auto in Bewegung und fahre auch rüber. Der Winker war aber kein Hotelangestellter - sondern der Kollege, der nur einem hinter mir stehendem, ihm bekannten Kollegen zugewinkt hat.
Ich habe mich mit den Kollegen auf der Halte geeinigt und durfte noch mal auf die Poleposition.
Jetzt zum nächsten Kollegen:
Vom Grand Hotel ging es etwas später zum Hbf. Oh, welch Überraschung. Hbf-Halte komplett ohne. Ich bin ein paar Meter weiter gefahren zur Ausladestelle. Im Rückspiegel sah ich, wie ein anderer Kollege, auch mit Kundschaft an Bord, seine Fahrgäste direkt am Anfang der Taxihalte auslädt und dort auch stehen bleibt. Ich setze den Rückwärtsgang, fahre nahe an ihn ran. Und was macht der Hirnie? Hupt, was sein Daimler hergibt. Ich bleibe stehen in der Annahme, er würde zurücksetzen und mir die erste Position überlassen, was er aber nicht tat. Ich gab auf und versuchte nun rückwärts um ihn herumzufahren, auf die zweite Position. Ihm war der Abstand etwas zu knapp und wieder ging die Huperei los. (Ich so, kurz vorm Kragen platzen.) stellte mich neben ihm und fragte nach seinem Problem.
"Hörst du nicht, dass ich dich anhupe. Bei mir im Auto piept schon alles." "Na dann stell den Scheiss einfach ab. Ich habe dich gesehen und ich weiß auch, wo mein Auto aufhört. Ausserdem ist es eine Frechheit, was du hier machst."
Die Aussicht, die nächste Zeit in unmittelbarer Nähe eines solchen Kollegen.... zu verbringen veranlasste mich dann, diese aussichtsreiche Position nicht einzunehmen und die Segel zu streichen.
Dass am gleichen Tag mich noch ein Kollege überholt und 500 Meter weiter winkende Fahrgäste eingeladen hat, tat ich zu meinem Selbstschutz mit einem -na vielleicht haben die ja bestellt- ab. Sonst würde man ja endgültig vom Glauben abfallen.
Dieses Fahrzeug ist mir gestern mehrmals über den Weg gefahren. Keine Ahnung, wer nun schon wieder Berlin per Straßenfotos vermisst. Aber wenn jemand in einem Straßenblick-Stadtplan in Berlin in der Behrenstr. einen Taxifahrer sieht, der aus dem Auto heraus die Fotografen fotografiert, bitte Bescheid sagen. Das bin ich.
Der Taxikollege von der Nachtschicht: "Eddie the Raven", mit bürgerlichem Namen Eddie Rabe.
Und Eddie kann nicht nur Taxifahren, er kann auch noch was anderes:
Mit diesem Cartoon hat er sogar einen Preis von Greenpeace gewonnen.
Aber worum geht es hier eigentlich? Zum Einen um die Inselspinnen, (Facebook, weil Inselspinnen.de im Umbau ist) zum Anderen um die Berlin-Spandauer Insel Eiswerder.
Aber der Reihe nach:
Die
stellen sich vor:
Wie gemütlich es bei den Künstlern aussieht kann man auf meinen Bildern betrachten.
Schaut mal vorbei bei den Künstlern. Die sind gut drauf. Leicht zu finden. Von Haselhorst kommend in der zweiten Linkskurve rechts rein. ;-)
"Ich bin mal gespannt wie Sie dorthin fahren. Wissen Sie, normalerweise wüde ich selber fahren, aber zur Zeit habe ich keinen Führerschein."
Jau, bei der Strecke gäbe es mehrere Möglichkeiten ans Ziel zu kommen. Ich schlug ihr drei verschiedene Varianten vor, wobei zwei an diesem Wochenende schon mal ausfielen, da entscheidende Straßen gesperrt waren. Im Grunde blieb von diesen dreien nur noch eine übrig und sie segnete diese ab. Überhaupt war die junge Dame sehr kommunikativ und die Fahrt nach Jungfernheide verlief sehr kurzweilig.
Irgendwann musste ich aber meiner Neugier nachgeben:
"Warum sind Sie denn gerade ohne Führerschein?"
"Geschwindigkeitsüberschreitung. Ich fuhr auf der Axxx Richtung zuhause und war in Gedanken versunken, weil es... da halt Probleme gab. Ein Zivilfahrzeug der Polizei überholte mich und winkte mich rechts ran. Es muss ein Tempo 130 km/h gegeben haben, das ich übersehen hatte."
"Und wieviel waren Sie zu schnell?" "Um 100 km/h" "Sie sind 230 bei Tempo 130 gefahren??" "Ich hatte das Schild nicht gesehen und hatte es sehr eilig."
Wir waren inzwischen am Fahrziel angekommen und ich ersparte mir und ihr meine persönliche Ansicht über solch dämliche Raserei.
Ein Paar mittleren Alters nach der Ankunft in ihrem Hotel:
"Sie sind die Nummer Eins." "????????" "Das war unsere dritte Taxifahrt in Berlin und Sie sind der Erste der reden konnte. Sie sind unsere Nummer Eins."
Aber manchmal quatsche ich auch gar nichts. Je nach Lust und Laune. Und vor allem hängt das sehr vom Gegenüber ab.
SO NICHT, HERR HASSKNECHT. WEHE DU NÄHERST DICH MEINER TAXE AUF WENIGER ALS EINEN METER. DEM TAXIFAHRER INS AUTO KOTZEN UND SICH DANN BESCHWEREN WIE ES HIER STINKT UND AUSSIEHT. ICH GLAUBE ES HACKT. VON WEGEN "GUTEM WEG". DU... DU... DU... piep.
Meine neue Sonntagsbeschäftigung:
Reifenwechsel mit netter Hintergrundkulisse.
Die letzten Jahre habe ich im April immer Urlaub gemacht, weil es mit großem Abstand der schlechteste Monat des Jahres war. Dass es aber gleich so dicke kommt, hätte ich nicht gedacht.
(Früher war so ein Reifenwechsel aber auch einfacher. Schon mal jemand versucht, von einer neueren E-Klasse das von allen Schrauben befreite Rad von der Felge abzuziehen?)
"In der Markthalle Neun in Kreuzberg wird jetzt jeden Donnerstag Street Food serviert. Bei der heutigen Premiere ist ein Sternekoch dabei."
Schaun wir mal vorbei, dachten wir, wird ja vielleicht ganz nett. Und was zum Abendessen brauchen wir sowieso. Ganz nett hat sich aber als untertrieben herausgestellt. Das war sensationell. Rappeldicke voll mit Menschen und
mit richtig gutem Angebot. Man hatte den Eindruck, halb Berlin ist in der alten Markthalle, die schon ein paar Mal vor dem Aus stand und sich jetzt aber neu berappelt hat.
Bis gestern hatte sie Freitags und Samstags geöffnet. Jetzt ist ein neuer Tag mit diesem Streetcooking hinzu gekommen. Es bleibt zu hoffen, dass der gestrige Tag keine Eintagsfliege bleibt und dass diese klasse Veranstaltung sich fest etabliert.
Hier ein paar Impressionen:
Ob ihr es jetzt glaubt oder nicht, es war das erste Mal in fast
dreissig Jahren Berlin, dass ich richtig gute Käsespätzle gekriegt habe.
Ausser den Selbstgemachten natürlich. ;-)
Und noch viel, viel mehr. Aber vor lauter Gedränge kam man an manche Stände gar nicht ran.
Dass der Sternekoch Stefan Hartmann, der in meinem Kiez ein Restuarant betreibt, hier persönlich aktiv wird, ist mir schon ein Video wert. Ob er jetzt aber jeden Donnerstag in der Markthalle zu finden sein wird...? Eher nicht. Das dürfte nur zum Eröffnungstag der Fall gewesen sein.
Die Berliner Abendschau hat auch einen sehr informativen Beitrag gemacht. (Nach Tim Raue geht es los.)
Auf jeden Fall freut es mich, dass in die Markthallen von Berlin wieder etwas Leben kommt.
Nicht immer klappt es so gut mit der Touristen-Betreung wie hier. Manchmal muss ich passen. So wie in dem Fall der beiden österreichischen Fahrgäste.
Sie fragten mich, ob ich wisse, woher der Name Lützow stamme. Weil in Wien, wo sie herkämen, es ja auch eine Lützowgasse gäbe. Nein, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Da mich sowas ja aber selber interessiert, habe ich mal nachgeschaut. Und wie immer, wenn ich sowas nachschaue: Zuerst mal zu Kauperts.
Es gibt in Berlin das Lützowufer, den Lützowplatz, einmal eine Lützowstraße in Lichtenrade und DIE Lützowstraße in Tiergarten.
Aber, liebe Menschen bei Kauperts (Luise Berlin), dass die Lützowstraße in Tiergarten, die auf den Lützowplatz zuläuft nach dem ehemaligen Dorf Lietzow, während der Lützowplatz selber nach einem preußischen Generalmajor benannt wurde, da habe ich meine Zweifel. Auch dass das Lützowufer, das den Lützowplatz streift angeblich nach diesem zu Charlottenburg eingemeindeten Dorf benannt wurde, erscheint mir komisch. Die Lützowstraße in Lichtenrade wiederum heißt angeblich nach dem Feldherren.
Ich bin verwirrt. Es gäbe ja auch noch die Gemeinde Lützow, 220 km nordwestlich von Berlin. Wikipedia hat auch noch ein paar Vorschläge. (Sollten meine Zweifel unberechtigt sein, entschuldige ich mich schon mal im Voraus.)
Und was das jetzt mit Wien zu tun hat, ist mir sowas von egal...
Eine halbe Stunde nachdem ich am Samstag diesen Live-Post veröffentlich hatte, wurde die Warterei belohnt. Eine Vierergruppe mit KOFFERN (jetzt bloß nicht Fahrziel Hbf) näherte sich meiner Taxe. Und zu meiner großen Freude gaben sie den Flughafen Schönefeld als ihren Wunschflughafen an.
Und noch mehr erfreute mich, dass sie selbst einen kleinen Umweg wünschten. Sie hätten gehört, man komme auf dem Weg dorthin an der East-Side-Gallery vorbei. Ja, das kann man auf den Weg legen. Kostet 2-3 Euro mehr, aber bei 4 Personen kommt das ja nicht weiter zum Tragen.
Die Gruppe bestand aus zwei asiatisch aussehenden Frauen und zwei westeuropäisch aussehenden Männern im mittleren Alter. Die Verständigung lief mit einer der Frauen in Englisch, die das Gesagte den anderen ins Französische übersetzte.
Es war immer noch wenig Verkehr auf der Straße und wir konnten langsam an der Gallery vorbei zuckeln und auch ab und an mal einen kurzen Stopp einlegen, um die natürlich notwendigen Fotos zu schießen.
So ein bisschen verflogen war der Ärger über die zweieinhalb Stunden dummes Rumstehen und Frieren. Und irgendwie ist das ja auch mein Element: Berlin Besuchern meine Stadt zu zeigen und die eine oder andere Erklärung und ein bisschen Hintergrundwissen zu vermitteln. Man glaubt es kaum, mit welchen Grundinformationen ausgestattet die Menschen hier in diese mehrfach so gebeutelte Stadt kommen.
Und sehr oft wird dieser Service auch belohnt.
Der Taxameter zeigte 34,80 € und sie gab mir einen Fünfziger:
Die Strecke von Westen in Richtung Mitte fahre ich gerne über die Straße des 17. Juni. Ab und zu winken dort Menschen, die ein Taxi brauchen. Das ist dann immer ganz praktisch für beide Seiten. Je schlechter das Wetter, desto höher die Wahrscheinlichkeit.
Also, immer schön rechts halten und die Augen auf. Der geübte Taxifahrer erkennt potentielle Kunden meistens schon von weitem, aber bei diesem Winker war ich nicht darauf gefasst. Ein Jogger in professionellem Outfit stand am Straßenrand und erweckte eher den Eindruck die Straße überqueren als sich um ein Taxi bemühen zu wollen. Aber doch, sein Arm zuckte in die Höhe. Überrascht fuhr ich rechts ran.
"Zum Hotel Hyatt bitte." "Na klar. Irgendwas passiert?"
Er konnte meine Neugier nachvollziehen.
"Ich habe mir auch gedacht, was der wohl jetzt denkt. Ja, ich kann nicht mehr laufen. Aus heiterem Himmel, ein stechender Schmerz in der rechten Wade. Das hat richtig BING gemacht. Scheisse."
Das hörte sich nicht gut an. Ihm schien tatsächlich eine Sehne gerissen zu sein.
"Haben Sie sich nicht richtig warm gemacht?" "Ich habe noch nie Probleme gehabt."
Dann hat er mir von der schönen Strecke erzählt, die er gelaufen sei. Da kamen etliche Kilometer zusammen. Nicht, dass er schon ein Alter erreicht hätte, in dem man anfangen sollte seine sportlichen Aktivitäten den körperlichen Gegebenheiten anzupassen, aber der allerjüngste war er auch nicht mehr.
Ich habe überhaubt nichts gegen Sport, im Gegenteil. Bewegung ist eine absolute Notwendigkeit für den Körper. Aber immer im Rahmen eines Wohlfülgefühls und man muss auf seinen Körper hören.
"Brauchen Sie die Wade nächste Woche?" "Njein. Aber ohne Sport geht es mir nicht gut." "Im Moment aber DURCH den Sport auch nicht."
Er hatte Humor, trotz seiner Verletzung hat er das aufgelaufene Entgeld großzügig aufgerundet. Das musste er sich aber vom Doorman an seinem Hotel leihen. Ein Jogger schleppt ja kein Bargeld mit sich rum. Ein weiterer Vorteil des Laufsports.
Damit geht es ja am nächsten Sonntag in Berlin wieder los. Mit dem Halbmarathon startet am 7.3. die Laufsaison, die uns auch dieses Jahr wieder zahlreiche Straßensperrungen bescheren wird.
Dass beim Taxifahren manchmal eine gehörige Portion an Kreativität vonnöten ist, um irgendwelche Fahrziele richtig (oder überhaupt) herauszufinden, ist ein alter Hut. Hier aber war ich überfordert.
Nee, das ist kein verspäteter Aprilscherz oder gar ein Fake meinerseits, das hat mir ein asiatisch aussehender Mann auf meinen Notizblock gekrickelt. Und mich mit einer na-fahr-doch-endlich-los Handbewegung aufgefordert, mich in Gang zu setzen. Mit verbaler Kommunikation ging noch weniger.
Sollte einer meiner Leser diese Schriftzeichen entziffern können, gerne in die Kommentare damit.
Seit [Update] acht Jahren verdiene ich mir nun mein Geld durch Taxifahren in Berlin. Die eine oder andere Geschichte aus diesem seltsamen Leben verdient es aufgeschrieben zu werden. Zugegeben, sprachlich ziemlich ungeschliffen, aber ich werde mir Mühe geben und vielleicht kommt's ja mit der Zeit.