Donnerstag, 16. Februar 2012

Warnstreik der BVG

Schon am Dienstagnachmittag hörte man es munkeln, am Mittwochvormittag wurde es auf allen Kanälen publiziert:

Die BVG warnstreikt am Samstag von 4 bis 19 Uhr.

Erläuterung für Auswärtige:
Das bedeutet, dass die Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen bestreikt werden.
Die S-Bahn ist nicht betroffen. Das ist ein anderer Verein.


Ich schildere hier kurz meine spontanen ersten Gedanken als Taxifahrer zu dieser Nachricht in ihrer auftretenden Reihenfolge:

1. Lecker.

2. Wo positioniere ich mich? Umsteigebahnhöfe von S- zu U-Bahn? An U-Bahnhöfen? Oder völlig egal?

3. Einen Scheissverkehr wird das wieder geben.

4. Bloß mittags keine Tour raus zum Olympiastadion. Dort tritt der aktuelle Fußballbundesliga Tabellenführer an. Mega Stau zu erwarten.

5. Vorsatz: Bei jeder Tour, bei der ein Fahrgast eine Fahrt zur nächsten S-Bahn Station wünscht, welche innerhalb von 2 Kilometern zu erreichen ist, UNAUFGEFORDERT Kurzstrecke drücken.

6. Wieviele wird es wohl diesmal geben, die nichts davon gehört haben?

Montag, 13. Februar 2012

Auto des Tages (17)


Der Fahrer dieses BMW Classic Cars war sehr gesprächig und hat mir auch die Typen-Bezeichnung genannt. Aber ich habe (mal wieder) nicht richtig zugehört. Jemand 'ne Ahnung?
BMW Oldtimer fahren zur Zeit einige in Berlin rum. Ist ja Berlinale und BMW gehört zu den Hauptsponsoren.
Schönes Auto, aber bei diesem Wetter hätte ich ihn nicht von München nach Berlin fahren wollen.
Und zur Eriinnerung: In meiner Verwandtschaft tummelt sich ein noch älteres? Modell von BMW.

Schmerzensgeld

Die drei spanischen Damen mittleren Alters, die ich um 9 Uhr morgens von ihrem Hotel in Mitte zum Flughafen Tegel fuhr, zerrten mächtig an meinen Nerven. Durcheinander, übereinander, gleichzeitig, in einem kreischenden, ja für meine mitteleuropäisch geschulten Ohren fast hysterischen Tonfall, dazu in einer sehr hohen Stimmfrequenz und Lautstärke, quasselten sie vom Beginn der Fahrt bis zum Gate. Und das um diese Uhrzeit.


Bei einem Fahrpreis von 19,40 € hätte ich die 60 Cent zu dem Zwanziger, den sie mir gegeben haben gerne genommen - nicht als Trinkgeld, sondern als Schmerzensgeld für meine Ohren.
Habe ich aber nicht gekriegt.

Mittwoch, 8. Februar 2012

Drückeberger

"Wir müssen in die XYZStraße in Kreuzberg."

Und fügte entschuldigend hinzu:

"Wir besuchen unsere Tochter, die wohnt da."

Ich weiß ja auch nicht, warum man eine Fahrt nach Kreuzberg extra noch begründen muss, aber es gibt halt solche Menschen.

"Sie sind aber auch kein Ur-Berliner."

"Nee, aber ich lebe nun seit 27 Jahren in der Stadt."

Er schaute mich prüfend von der Seite an und meinte:

"Dann sind Sie also auch einer von denen, die sich in Berlin vor dem Wehrdienst gedrückt haben."

Oh, wie ich das hasse.

"Nein, ich habe ganz normal meinen Zivildienst gemacht und bin Jahre später erst nach Berlin gezogen. Im Zivildienst habe ich viel gelernt für's Leben. Z.B. den Umgang mit behinderten Menschen."

Aber er hatte mich jetzt verärgert und wes Geistes Kind er war, war nun auch klar.

"Da an der nächsten Kreuzung gibt es eine Ecke "Rudi-Dutschke-Straße/Axel-Springer-Straße. Ich nenne es immer die Versöhnungskreuzung."

"Es gibt hier eine Rudi-Dutschke-Straße? Das kann es ja nur in Kreuzberg geben." 

Sein Kopf lief dunkelrot an und seine Stimme wurde laut, sehr laut. Na gut, erzählste ihm jetzt nicht auch noch, dass es darüber sogar einen Bürgerentscheid gab und dass ich natürlich für diese Namensänderung gestimmt hatte. Sonst kollabiert der mir hier noch. Wir haben den Rest der Strecke schweigend hinter uns gebracht.

Für die jüngeren Menschen unter uns: Es stimmt. Bedingt durch den Sonderstatus von West-Berlin musste man hier keinen Kriegsdienst absolvieren. Es gab ja keine bundesrepublikanischen Truppen in West-Berlin. Es reichte, seinen Erstwohnsitz nach Berlin zu verlegen. (Man durfte sich aber nicht allzulange im Bundesgebiet aufhalten. Sonst kamen die Feldjäger.) Und so einige haben das aus genau diesem Grund auch getan. Aber einfach so aus dem hohlen Hirn Bauch heraus jemandem Drückebergerei zu unterstelllen, dazu muss man... nee, ich bin schon ruhig.
Ärgern tut mich das aber jedesmal von neuem.

Und nochmal für die Jüngeren:
Zu meiner Zeit gab es noch so etwas wie eine Gewissensprüfung. Denn nur aus Gewissensgründen durfte man verweigern. Und das muss man sich ungefähr so vorstellen.


Und Rudi Dutschke war er hier. Rudi Dutschke starb an den Spätfolgen eines Attentats durch einen Neonazi. Auch eine gewisse moralische Mitverantwortung der Springerpresse unterstellte man damals.
 
(Ein Beitrag aus der Abteilung: Opa erzählt von früher.)

Dienstag, 7. Februar 2012

Werkzeug der Woche

Früher habe ich mich immer gewundert, wieso die Taxifahrer immer so besessen die Scheiben ihrer Taxen putzen. Und im Sommer finde ich das manchmal immer noch seltsam.

Bei den momentanen Witterungsbedingungen ist es aber unabdinglich, dieses Zubehör.
Am Sonntag habe ich drei Mal die Fußmatten und den Kofferraumdeckel gereinigt, bis ich dann doch resigniert habe.
Der Kollege, auf dessen Dach diese Flasche stand, hatte aber die falsche Taktik. Obenrum sauber und untenrum noch dreckig, wurde er in seinem Putzeifer durch neue Kunden unterbrochen. Sah irgendwie komisch aus.


Montag, 6. Februar 2012

Bloß nicht über München

Noch bevor die goldene Abreisewelle in Mitte begann, habe ich noch eine Vorbestellung am Schlesischen Tor ergattert. Ein älteres Ehepaar wollte per Flieger (TXL) nach Almeria in Spanien fliegen. Direkt scheint das von Berlin aus nicht zu gehen und so waren sie glücklich, einen Flug mit Zwischenstopp auf Palma de Mallorca erwischt zu haben.

"Bloß nicht über München, da liegt um diese Jahreszeit immer so viel Schnee."

Ah ja, Palma de Mallorca.

Eiszapfen bei der Goldenen Kamera

Wie schon im Vorjahr, so sorgte auch gestern die Verleihung der Goldenen Kamera für goldene Umsätze bei den "Mitte-Fahrern" unter den Berliner Taxlern. Ich habe irgendwann aufgegeben, mitzuzählen wie oft ich nach TXL gefahren bin.

Und das, obwohl vor dem Adlon jede Menge Limousinenservice zu Verfügung stand.

Bei denen bildeten sich schon die Eiszapfen.

Sonntag, 5. Februar 2012

Die spinnen, die...

Das kann jetzt echt nicht euer Ernst sein:

"Wer sich im Taxi vom neuen Flughafen Berlin Brandenburg (BER) in die Stadt chauffieren lässt, muss dafür viel mehr zahlen als für die Hinfahrt."

Quelle:
Berliner Zeitung

Wo gibt's denn sowas. HAUPTSTADTFLUGHAFEN, oder was?
Provinzposse, nenne ich das.

Dienstag, 31. Januar 2012

"Vergessene" Stiefel

Schade, die hier habe ich erst gesehen, als mein Nachtfahrer schon auf dem Nachhauseweg war.
 Da würde mich die Story behind schon interessieren. Es waren -5°C.


Nachtrag: 14:15 Uhr

Eben gerade rief Cheffe an. Ob ich denn am Sonntag ein paar Damenschuhe im Auto gefunden hätte. Wie oben beschrieben und fotodokumentiert: JA.

Mein Nachtfahrer hatte es tatsächlich der Zentrale gemeldet und die Verliererin konnte sich noch an die Fahrt erinnern. Nun wird hoffentlich alles gut.

Montag, 30. Januar 2012

Ein sauberes Auto zahlt sich aus, manchmal

Es hat geschneit in Berlin. Schnee und Eis auf der Straße kann ich nicht gebrauchen. Vor allem aber wirkt sich das so verheerend auf das Äussere der RAL 1015 farbigen Taxen aus, dreckig und verrotzt sehen sie dann aus, unsere Arbeitswerkzeuge.

So war ich nicht weiter überrascht, dass am Sonntagmorgen meine Stammtaxe aussah wie durch den Kakao gezogen. Okay, dachte ich, erstmal unter die Dusche damit. Einer muss es ja machen. Ist zwar zu Schichtbeginn etwas nervig und eigentlich sollte jeder Fahrer nach Schichtende seinem Nachfolger ein einigermaßen gebrauchsfertiges Arbeitsmittel zu Verfügung stellen, aber der eine oder andere Nachtfahrer lebt halt in einer eigenen Welt. So auch meiner. Der stand nämlich noch hinten in der Tanke, mit einem Becher Kaffee in der Hand, und begrüßte mich mit den Worten:

"Ich warte schon seit einer Viertelstunde auf dich. Möchtest du denn eine saubere Taxe haben?"

Was für eine Frage.

"Natürlich." 

"Okay, dann jage ich ihn noch kurz durch die Waschanlage. Dauert nur 5 Minuten."

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Steht eine Viertelstunde rum, wartet auf mich, um dann erst das Selbstverständlichste zu tun.

So ein sauberes Auto hat tatsächlich seine Vorteile. Schnell zwei kürzere Touren hintereinander gekriegt und dann am Ostbahnhof gelandet. Als Zweiter angedockt und erstmal eine geraucht. Das heißt, versucht eine zu rauchen. Ein Nachtschwärmer näherte sich der Halte, ignorierte den Vordermann und fragte mich:

"Kannst du mich nach Hakenfelde bringen?" 

Meinen fragenden Blick auf den vor mir stehenden Kollegen beantwortete er mit dem Satz:

"Das sieht mir zu dreckig aus."

War eine schöne und unterhaltsame Fahrt ans andere Ende Berlins, von der ich mir folgenden Spruch mitgenommen habe:

"Vielleicht ganz gut, dass mein Vater mir nie Einsicht in seine Vermögensverhältnisse gegeben hat. Wahrscheinlich wäre ich sonst ein verwöhntes, verhätscheltes Söhnchen geworden."

Freitag, 27. Januar 2012

Fotoalben

Ich weiß, ich mache mich im Moment ziemlich rar. Geschichten liegen viele rum, aber mir fehlt gerade der richtige Drive zum Schreiben. Damit das aber kein Post wird, in dem der Blogger bloggt, dass er nichts zu bloggen hat:

Man kann durchaus der Meinung sein, dass ich besser fotografieren kann, als schreiben.

Hier meine Fotoalben

Der rss feed zum abonnieren.

Hier gibt es in unregelmäßigen Abständen Fotodokumente meiner/unserer Ausflüge, Urlaubsreisen oder was mir sonst so vor die Linse kommt.

Neuester Ausflug: Das im Januar (wieder) eröffnete Stasimuseum in der Ruschestraße 103.


Aber ehrlich, neue Erkenntnisse hat mir das Museum nicht vermittelt. Obwohl ich natürlich auch früher nichts mit diesem Verein zu tun hatte. :-D

Hier noch ein Video zum Stasimuseum.

Quelle: http://www.zeit.de


Meine Webalben sind jetzt auch in der Seitenleiste (Berlin Blogs) verlinkt.

Dienstag, 24. Januar 2012

Steuersparmodell Eigentumswohnung

Das ältere Ehepaar habe ich wirklich nicht verstanden. Obwohl ich für Dialekte durchaus aufgeschlossen bin, hier stieß ich an meine Grenzen. Ungefähr die Hälfte dessen, was sie mir erzählten, musste ich mir zusammenreimen. Abgeholt bei einem der 5-Sterne-Hotels in Mitte, wollten sie zur "Agrar-Messe" und klagten mir ihr Leid über Berlin. Sie hätten ja so viel Geld in eine Eigentumswohnung in Prenzlauer Berg gesteckt und da würde nichts rausspringen.

"Haben Sie in ein Steuersparmodell Eigentumswohnung investiert?"

(Ich verzichte jetzt darauf, diesen Dialekt nachzuahmen.)

"Ja, irgendwas mit Steuernsparen war das. Aber es kommt nichts rüber."

Ich habe keine Ahnung, was für ein Modell das ist, aber dass bei solchen Modellen wohl in erster Linie der Verkäufer verdient, steht ausser Frage. Es muss ja aber nicht gleich eine Schrottimmobilie sein.

Durchhalten sage ich, durchhalten. Vielleicht wird's ja noch was.

Ihr Wohnort ist übrigens da ganz, ganz unten.


Montag, 23. Januar 2012

Die Mode Woche

So, die Mode-Woche liegt hinter uns. Eigentlich schon seit Freitag, denn am Wochenende war nur noch die "Mercedes-Benz-Fashion Week" aktiv. Zu dieser Mode-Woche gibt es aber noch einiges zu berichten.

Sie besteht in ihren Hauptbestandteilen aus 3 Zentren: "Mercedes-Benz Fashion Week" am Brandenburger Tor,  "Bread & Butter" am ehemaligen Flughafen Tempelhof und "Premium" an der Station Berlin (Luckenwalder Straße). Dazu kommen noch zahlreiche Showrooms, die über die halbe Stadt verteilt liegen. Für uns Taxifahrer ist die "Mercedes-Benz Fashion Week" relativ uninteressant, die beiden anderen aber ein Traum.

Als noch mit dieser Messe unerfahrener Taxifahrer hielt ich diese 3 Tage für ein Messe-Event wie die anderen Messen auch. Morgens die Besucher auf's Gelände bringen, dabei in den Zufahrtsstraßen im Megastau stehen und nachmittags wieder zu ihren Hotels fahren. In der Zwischenzeit ist Ruhe im Taxigewerbe angesagt. So wie das Anfang Februar mit der FRUIT LOGISTICA wieder der Fall sein wird. 

In diesen morgendlichen Stoßzeiten treibe ich mich bewusst NICHT in der Nähe von Hotels herum, da es zu einem Engpass an den restlichen Halten in ganz Berlin kommt und ich mir auch den Nervenkrieg mit den Kollegen ersparen möchte, die mich mit wilden Spurwechseln kurz vor der Messe manchmal zur Weißglut bringen. Und der Rest der Stadt dankt es mir.

Das ist aber während der Mode-Woche ganz anders. Die Besucher wechseln lustig von einem Messe-Standort zu einem Showroom und weiter zum nächsten Highlight. Das musste ich aber auch erst mal lernen. 

Anfangs (2009) habe ich die "Bread & Butter" falsch eingeschätzt und mich nach jedem Transport dorthin sofort wieder zurückgezogen. Gewundert habe ich mich schon ob der großen Anzahl der schon zur Mittagszeit dort wartenden Taxis und irgendwann habe ich es ausprobiert, mich auch gleich wieder hinten anzustellen. Und es ist einfach faszinierend, wie schnell man in einer Schlange von gefühlten hundert Taxis wieder einen Fahrgast im Auto hat. 10 - 15 Minuten sind schon die längere Variante. Und ab ca. 15 Uhr ist es umgekehrt. Die Fahrgäste stehen in Schlangen. Es macht also keinen Sinn, die Messestandorte wieder zu verlassen, denn so schnell bekomt man von anderen Punkten aus nie und nimmer wieder neue Kunden an Bord.


Jetzt muss ich aber sagen, dass die diesjährige Mode-Woche für mich etwas enttäuschend verlief. Das war vor allem am Donnerstag der Fall. Ich hatte das Riesenpech, sage und schreibe 6 Mal hintereinander die Strecke von der "Premium" zur "Bread & Butter" bzw. umgekehrt absolvieren zu müssen. Und die Fahrt dauerte wegen des Verkehrschaos' auf den Anfahrtswegen dieser  nur ca. 3 km langen Strecke jedes Mal, trotz etlicher Tricks, die man da fahren kann, je nach Tageszeit um die 20 Minuten. Und ohne die zwei Schönefeldfahrten hätte es traurig ausgesehen mit meinem Umsatz.

Der Freitag allerdings hat mich dann wegen der zahlreichen Flughafenfahrten ein bisschen versöhnt. Insgesamt blieb aber der Umsatz trotzdem knapp unter dem des Vorjahres. 

Platt bin ich aber allemal, zumal ich auch das komplette WE mitgenommen habe, das erwartungsgemäß eher schleppend verlief, da die meisten Messe-Besucher schon am Freitag abgereist waren.
Aber trotzdem freue ich mich auf ein Wiedersehen mit den Mode-Menschen im Juli. 
Denn nach der Messe ist vor der Messe.

Und wenn ich ausnahmsweise auf ein Springerblatt verlinken darf, genauso sah es am Mittwoch Morgen auf dem Flughafen Tegel aus. Auf Anweisung des Taxi-Services vor Ort musste ich nach dem Ausladen meiner Fahrgäste gleich wieder welche aufnehmen. 

Und wie ein Nachtfahrer das Ganze anzugehen hat, schildert der Aro

Dienstag, 17. Januar 2012

Erst wenn die letzte Eigentumswohnung gebaut...

(Ich weiß nicht, wie lange der Beitrag der Abendschau im Archiv liegen wird.)


"Erst wenn die letzte Eigentumswohnung gebaut,
der letzte Klub abgerissen,
der letzte Freiraum zerstört ist,
werdet ihr feststellen,
dass der Prenzlauer Berg die Kleinstadt geworden ist,
aus der ihr geflohen seid."

Abriss ab 1.2.2012

Menschen, die sich für diese Thematik interessieren, werden auch das hier lesen wollen 
 .

Montag, 16. Januar 2012

Und noch ein kleiner Hinweis

Und noch ein kleiner Hinweis anlässlich der Bread and Butter für Berliner Taxifahrer aus einer Newslettermail von Taxi Berlin:

"als Ergänzung zu unserer gestrigen Information zur diesjährigen Modemesse "Bread & Butter" vom 18.-20.01.12 auf dem Gelände des
ehemaligen Flughafen Tempelhofs bitten wir Sie ebenfalls zu beachten,
dass das Bereithalten als freies Taxi an der Messe auf den ausgeschilderten
Wartezonen an allen drei Messetagen jeweils NICHT VOR 12:30h möglich
ist, um den Verkehr der Anfahrten von Fahrzeugen mit Fahrgast nicht zu behindern.


Wir danken für Ihre und Eure Unterstützung.
Ihr und Euer Taxi Berlin-Team."

Meine Prognose: Das wird nicht klappen. Schon um 11 Uhr wollen die Ersten ihren Standort wechseln. Das wird noch ein größeres Chaos, als bisher. Ganz besonders am Freitag machen sich etliche Messebesucher schon vor 12 Uhr auf den Heimweg.
Stellt lieber ein paar Polizei-Verkehrsregeler an die betroffenen Kreuzungen. Vor allem das Chaos mit den Linksabbiegern am Mehringdamm muss aufhören. Es kann doch nicht sein, dass die Ampelregelung dort auf "normal" gestellt ist.



Duseltag

Dass der Januar der lausigste Monat für das Taxigewerbe ist, ist ein alter Hut. Deshalb habe ich mir auch die erste Woche des Jahres frei genommen. Die Weihnachtsfeiertage waren schon schleppend verlaufen und auch das vorige WE, mein erstes WE im Januar, war nicht gerade von Euphorie geprägt. Was würde wohl dieses WE bringen?

Ich weiß nicht, ob man sich als Aussenstehender so richtig in die Gefühlslage eines Taxlers hineinversetzen kann. Frühmorgens aus dem Bett gequält. Unmotiviert, ob der trüben Aussicht auf einen umsatzarmen, quälend zähen Tag. Saudummes Rumstehen mit null Aussicht auf eine Fahrt in der nächsten Stunde, wenn man überhaupt noch einen Platz auf einer der völlig überfüllten Halten gefunden hat.
Der Reader ist schon am Vormittag leer gelesen und das Buch, das man sich vorgenommen hat zu lesen, natürlich wieder zu Hause gelassen.

Dass ich am Samstag dann doch noch glimpflich davon kam. ist alleine mehreren Duselfahrten zu verdanken. 5 oder 6 Mal wurde ich schon von der Rücke weggepflückt.

Das erste Mal bereits am frühen Morgen am Ostbahnhof. Ein Türsteher, den ich schon zweimal gefahren habe, erkannte mich und stieg ein. Nicht unbedingt weit will er immer, aber immerhin doch nach Neukölln.
Dass man auch in anderen Jobs so seine Probleme haben kann, offenbarte er mir im Gespräch. Er wolle sich beruflich nun etwas umorientieren. So langsam werde er zu alt für den Job. Und obwohl er meinte, dass er in seinem Berufsleben ja noch Glück gehabt hätte, mit seinen nur 3 Nasenbeinbrüchen und einer gebrochenen Hand, müsse man es ja nicht drauf anlegen.

Auch am Hilton und am Adlon kam ich relativ schnell wieder weg, ohne mich bis nach vorne durchkämpfen zu müssen. Am Hilton sogar mehrfach. Und hier hatte ich dann die alles entscheidende Tour.

Ein älteres Paar, mit null Deutsch- oder Englischkenntnissen ausgestattet, mit nur jeweils einer Tüte des direkt an der Halte liegenden Schokoladens bewaffnet, verlangte: "Aäroport... Moskau!" Eine etwas unscharfe Angabe, da von beiden Berliner Flughäfen nach Moskau geflogen werden kann. Da meine Russisch-Kenntnisse in etwa dem Niveau ihrer Deutschkenntnisse entsprechen, mussten wir mittels Zeichensprache und dem einzigen russischen Wort, das mir zu Verfügung steht, das genaue Fahrziel eruieren. "Aeroflot?" Das "да" hat in seiner Aussprache durchaus Ähnlichkeit mit unserem JA und als sie endlich auch das Ticket rauskramten, auf dem das Zauberkürzel SXF zu erkennen war, war alles klar. Was 'n Dusel. 

Nur - was mir meine langjährige Erfahrung zeigt: Auf solch einen Duseltag folgt fast immer der Pechtag. Das ist so. Jenseits jeglichen Aberglaubens und himmlischer Verschwörungstheorien. So habe ich am Sonntag lieber blau gemacht, schone mich und freue mich auf nächste Woche. Da geht dann wieder alles von ganz alleine.

Montag, 9. Januar 2012

Appgefahren

Felix Schwenzel (ix) staunt nicht schlecht. Er bestellt ein Taxi und das steht pünktlich vor der Tür. Und deshalb müssten sich jetzt die klassischen Taxizentralen warm anziehen.
Denn ix hat ein neues Spielzeug: myTaxi.

Das ist eine App fürs Smartphone, über die man sich schnell und unkompliziert ein Taxi ordern kann.
Darüber wurde in letzter Zeit viel diskutiert. Ich möchte mich in die verschiedenen Streitpunkte (myTaxi soll Berechtigungen an Fahrer vergeben haben, die für Berlin gar keine Fahrgebietserlaubnis haben; Taxiunternehmer sollen Fahrern gekündigt haben, die zusätzlich mit dieser App gefahren sind; "klassische" Taxizentralen sollen Sturm laufen...) gar nicht weiter einmischen.

Ich selbst habe (fast) überhaupt keine Probleme mit dieser neuen Konkurrenz. Wenn sich z.B. ein Einzelunternehmer die Kosten der Mitgliedschaft in einer Funkgesellschaft und auch die teuren Anschaffungspreise für die Funkhardware ersparen möchte, ist das ein durchaus sinnvolles Angebot, das da aus Hamburg kommt. Würde ich auch so machen. Da aber die Autos, mit denen ich fahre, ja schon mit Funk (für den Cheffe ungefähr 1000 Euro/Jahr bezahlt) ausgerüstet sind und meine Firma ca. 60% des Umsatzes erhält, sehe ich nicht ein, pro Fahrt nochmal 79 Cent nach Hamburg zu überweisen. Aber wie gesagt, es ist eine legitime Möglichkeit, sich eine Taxe zu ordern.


Ich möchte nur eine kleine Geschichte erzählen, die ich vor kurzem selbst erlebt habe:

Ich stand an der Halte vor dem Hotel Hilton. Es war so gar nichts los und vor lauter Langeweile habe ich mir die Berlinseite von myTaxi aufgerufen um zu schauen, was bei denen so los ist.


Aha, hinter mir auf der Rücke stand also eine Taxe mit App. Kurz darauf sah ich dann auf dem Display und im Rückspiegel, wie sich diese App-Taxe aus der Schlange löste und in meine Richtung unterwegs war. Gleich darauf fuhr sie an mir vorbei (deutlich zu erkennen, da es eine Taxe mit myTaxi-Werbung an der Seite war) und hielt genau am Eingang zum Hotel. Fahrgäste stiegen ein und los ging es.

Hey ihr Hipster, so war das nicht gedacht. 5 Meter weiter ist eine nicht zu übersehende Taxihalte und bloß weil ihr wieder was Neues zum Spielen habt, diese eiskalt zu ignorieren, das kann nicht Sinn der Sache sein.

Donnerstag, 5. Januar 2012

Urlaub wie es ihm gefällt

Bitte sag mir, dass das ein Scherz ist, liebe Berliner Zeitung.
Urlaub wie er mir gefällt
So sah heute die Berliner Zeitung aus, die ich aus dem Briefkasten zog. 

Ist das als Tipp für Herrn Wulff gedacht, sich mal andere Reiseanbieter zu suchen? Wenn ja - ob das auch ankommt?

Mittwoch, 4. Januar 2012

Stolperbuch

(Ich weiß, ich weiß. Viele werden diesen Artikel jetzt gleich wegklicken nach dem Motto: Jetzt lass es doch mal gut sein. Und: Was habe ich damit zu tun? Ich finde aber, dieses Thema ist nach wie vor aktuell, wie z.B. die Nazimordserie zeigt.)


In Berlin gibt es einige Gedenkstätten bzw. Mahnmale, die an die Nazi-Greueltaten erinnern. Manche nehmen sogar richtig viel Platz ein.

Und ich habe auch schon darüber geschrieben.

Gestern ging mir aber ein etwas kleineres Dokument unter die Haut.

Das Gedenkbuch Berlins. ISBN 3894681780.
 
In diesem 1493 Seiten starken Buch sind die Namen der insgesamt über 55.000 jüdischen Opfer des Nationalsozialismus alleine in Berlin dokumentiert.

Und die Seiten sind eng bedruckt.
Das alles sind Namen von MENSCHEN, die wegen einer menschenverachtenden Ideologie ermordet wurden. So etwas darf NIE wieder passieren.


Gefunden habe ich dieses Exemplar in der Judaica-Ecke eines Spieleladens in den Hackeschen Höfen.
Ich finde es gut, wenn man einfach mal darüber stolpert. Bis jetzt wusste ich noch nicht mal, dass es so ein Buch gibt.


Sonntag, 1. Januar 2012

Silvester auf der Admiralbrücke

Wir wollten es diesmal etwas gemütlicher angehen, mit dem Silvester-Feuerwerk und so. Der Gedanke: Wieso sich in übervolle U-Bahnen quetschen, wenn man DIE Partybrücke vor der Haustür hat?
Aber ist denn auf der Admiralbrücke an Silvester überhaupt was los? Kurz bei You Tube vorbei geschaut und... ein einziges Video zum Thema. Hmm, nicht so richtig aufschlussreich, das Ganze. Wer aber Ende dieses Jahres nach "Silvester Admiralbrücke" sucht, wird fündig!



Frohes Neues allerseits!

Samstag, 31. Dezember 2011

Guten Rutsch, allerseits

Nicht dass ich mir die Straßenverhältnisse des letzten Jahres herbei wünschen würde, aber diesen Winter kann man nicht als solchen bezeichnen. Da ich mir zur Zeit zwei Wochen Urlaub gönne, könnte ich schon mit so einem kleinen bisschen Schnee ganz gut leben. Muss natürlich verschwunden sein, wenn ich Mitte Januar wieder zu arbeiten beginne. ;-) Im Grunde habe ich was gegen Eis und Schnee.

So sieht es momentan auf unserem Blumenkasten auf dem Fensterbrett aus.
Nein, das ist keine frühreife Petersilie, das sind irgendwelche Blumen aus Israel.

Was ich aber eigentlich sagen will:

Einen guten Rutsch und alles, alles Gute für 2012.

(Und seid nett zu den Kollegen, die heute Nacht unterwegs sind.)

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Towerplatz (3)

Ich hatte ja erwähnt, dass ich bei diesem Strafzettel beim Ordnungsamt nachgefragt habe, um welchen Platz es sich genau handeln würde. Obwohl eigene Recherchen ergeben haben, dass es nur diese Örtlichkeit sein kann, habe ich mit dem Bezahlen dieses Knöllchens gewartet, bis ich Nachricht bekam.
Und die ist nun eingetroffen:
"Der Towerplatz ist genau der Platz, der sich neben dem Tower befindet!"

Also genau hier. Die auf dem Panoramio-Foto sichtbaren Fahrzeuge stehen dort, wo ich aus purer Verzweiflung ob des Rückstaus zur Entladeleiste am Terminal C meine Fahrgäste ausgeladen habe.

Ich finde schon, dass man als Ordnungsamtbedienstete mal ein Auge zudrücken kann. Die haben die Szenerie ja beobachtet und sollten erkannt haben, dass das keine Bequemlichkeit meinerseits, sondern durch die Umstände bedingt war. Man kann einfach auch mal was nicht gesehen haben, oder?

Dienstag, 27. Dezember 2011

Kreuzberger Umgangston

Am letzten Arbeitstag in diesem Jahr und dazu noch nach Feierabend.

Folgende Situation:
Ich tastete mich langsam an die Kreuzung ran und um Einblick in den Verkehr zu kriegen MUSS man dieser Stelle etwas auf den Fahrradweg. Keine große Sache, mache ich an jedem Feierabend und es gab noch nie Probleme. Diesmal aber, eine Radfahrerin, schätzungsweise Mitte Zwanzig, die ich nicht sehen konnte. Warum nicht? Na, ganz einfach, weil sie kein Licht anhatte. So kam sie neben mir zu stehen und schimpfte und verdrehte die Augen. Konnte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen:

"Wenn du dein Licht einschalten würdest, könnte man dich auch rechtzeitig sehen."

"Hey Alter, verpiss dich hier aus Kreuzberg." war ihre "schlagfertige" Antwort.

So nicht, meine Liebe. Nicht mit einem alten Kreuzberger.

"Verpiss du dich doch nach Prenzlauer Berg, da gibt's noch mehr so Schnepfen wie dich."

Ha, der hab' ich es aber gegeben. Daran wird sie noch eine Weile zu kauen haben. :-D

Freitag, 23. Dezember 2011

MCAAHNY

Ich wünsche allen Lesern ein paar schöne Feiertage. Und da ich so überhaupt nichts mit diesem Fest am Hut habe, sieht das Video auch ein bisschen anders aus.


Ich werde versuchen, an den Feiertagen noch ein paar Euronen zu verdienen, um mich dann in den verdienten Urlaub zurückzuziehen.

Deshalb also auch gleich noch einen guten Rutsch allerseits.

Montag, 19. Dezember 2011

Zwischenstand

Hier ein sachlich geschriebener Zwischenstand der Verhandlungen zwischen den Taxigewerbevertretern Berlins und denen aus dem Landkreis Dahme-Spreewald.

In 166 Tagen eröffnet der neue Flughafen BER.
Jungs und Mädels, macht hinne.

Berliner Zeitung, 19.12.2011 



Ein Fahrgast hinterlässt viele Fragen

Die folgende Geschichte ist eine von der Sorte, deretwegen ich seinerzeit das Bloggen angefangen habe. Absurd, WTF, viele Fragezeichen. Ich suche ja nicht nach bloggbaren Geschichten, sondern die Geschichten finden mich einfach. Und manchmal muss ich die loswerden. Irgendwie.

Sonntagmorgen, gegen halb acht in der Schlesischen Straße. Ich sah gerade noch den ausgestreckten Arm am Straßenrand. Ein junger Mann, so um die Mitte Zwanzig. Ohne Jacke, aber mit zwei Brötchentüten in der Hand. Dafür mit mächtig Alkohol (andere Drogen?) im Blut.

"Zum Berliner Hauptbahnhof."

Zum Hauptbahnhof, ohne Jacke (gerade mal +2°C) und ganz ohne Gepäck? Okay, ich vermutete, dass er gar nicht zum Bahnhof wollte, sondern eher in ein in der Nähe gelegenes Hostel. Und so fragte ich auf dem Weg kurz mal nach.

"Direkt zum Bahnhof."

Und danach schlief er ein.
Am Bahnhof angekommen, musste ich ihn etwas unsanft wecken, da die gefühlvolle Variante erfolglos blieb.

"So, wir haben jetzt 15 Euro auf der Kasse."

Es kam, wie es kommen musste. Wer jemals versucht hat, einen Stockbetrunkenen aus dem Schlaf zu reissen und dann diesen höchstkomplizierten Vorgang des Geldbeutelsuchens abverlangen musste, weiß wovon ich rede. In Zeitlupentempo durchsuchte er all seine Taschen. Und davon hatte er reichlich. Ergebnis: Niente.

Ob mir das was ausmachen würde, hier zu warten, er würde nur kurz zum Automaten und Geld ziehen. Er wolle dann auch weiterfahren. Inzwischen doch etwas angenervt, bestand ich darauf, ihn auf seinem Gang zum Automaten zu begleiten. Fand er Okay.

Nach weiterem Durchsuchen seiner vielen Taschen fand er tatsächlich eine Geldkarte und welch Wunder, der Automat spuckte sogar einen Fuffi aus. Okay, Geld hat er ja nun und den Rest der Fahrt würde er also bezahlen können.

"Jetzt zur Nöldnerstraße."

(WTF???) "Aber aus dieser Ecke kommen wir doch gerade."

"Ja, da will ich wieder hin."

Und widmete sich endlich dem Inhalt seiner Brötchentüte. Die vielen Fragezeichen in meinem Gesicht kann man sich ungefähr vorstellen, aber wenn er unbedingt will...
Er aß den Inhalt der ersten Tüte auf und schlief wieder ein. Dabei hielt er krampfhaft seine zerknüllte Tüte fest.
Am Anfang der Nöldnerstraße angekommen, weckte ich ihn wieder. Vor lauter Schreck nahm er erstmal einen herzhaften Bissen von seiner Papiertüte und murmelte etwas von "Platz". Sind nur ein paar Meter zum endgültigen Ziel, dem Nöldnerplatz. Wir hatten inzwischen über 30 Euro zusammengefahren und er zückte, diesmal ohne lange Sucherei, den mir bekannten Fuffi, ließ sich das Wechselgeld herausgeben, sagte artig danke und verschwand im S-Bahneingang.

Zurück blieb ein grübelnder Taxifahrer mit vielen Fragen.

Für Ortsunkundige habe ich Verlauf der Strecke bei Google Maps nacherzählt. (Beinahe 18 km). Man beachte die Entfernung vom Ausgangspunkt (A) zum Endpunkt (C) .

Hier noch der direkte Weg (4,3 km).
Selbst mit einem Umweg zu einem EC-Automaten wären es nicht mehr als 5 km geworden.

Montag, 12. Dezember 2011

Blutige Aufmerksamkeit?

Dieses Foto habe ich im Vorbeifahren gemacht, weil ich auf die Schnelle nicht verstanden habe, worum es geht. Eine Blutspende-Aktion der BZ?

Hier kann man es besser sehen, auf der Seite der Werbeagentur Scholz & Friends, die diese Plakatkampagne im Auftrag der BZ entworfen hat.

Die Initiative "Berliner Helden" ist eine Aktion der Boulevard-Zeitung BZ, die zum Axel-Springer-Verlag gehört und unterstützt ehrenamtliches Engagement für was weiß ich was in der Stadt.
Ich verstehe den tieferen Sinn hinter diesem Plakat nicht.
Ist das ein von Aids Gezeichneter, dem man durch Unterstützung der Aids Hilfe unter die Arme greifen soll? Was hätte das mit Blut zu tun?
Hat er sich schützend vor bedrohte Personen gestellt und selbst was abgekriegt?
Will man dadurch nur das erreichen, was ich jetzt gerade hier mache - nämlich Aufmerksamkeit erregen?
Oder ist es einfach nur dämlich?

Blut, Schweiss, Tränen, das ist von Churchill geklaut. Aber meiner Ansicht nach nicht wirklich passend, um zu ehrenamtlichen Tätigkeiten zu motivieren. Oder denke ich zu naiv und verstehe die kreativen Köpfe bei Scholz  & Friends und bei der BZ nicht?

Sonntag, 11. Dezember 2011

Luna kann einem das Leben schwer machen

Dass der Vollmond Auswirkungen auf die Menschen hat, ist ja nichts Neues. Gerade bei Jüngeren kommt da manchmal so einiges durcheinander. Die Hormone spielen verrückt, vor allem das Hormon Testosteron macht dem Einen oder Anderen gehörig zu schaffen.

Wenn ich bei Vollmond frühmorgens aufbreche, um die letzten Partygänger einzusammeln, mache ich manchmal 3 Kreuze, um die Vampire und andere gruselige Gestalten davon abzuhalten, in meinen Wagen einzusteigen.

Auch auf mich hat er Auswirkungen. Nicht nur, dass ich schlecht geschlafen habe, ich habe heute morgen minutenlang versucht, meine Taxe aufzuschließen. Bis ich dann bemerkte, dass das nur mit dem Knopf für das Entsperren funktionieren kann.

Dass der Vollmond aber Auswirkungen auf das Berliner Stromnetz und die Mechanik von Mercedes-Taxen hat, ist neu.

1) Die ganze Nacht brannte in unserem Vorderhaus das Licht im Treppenhaus und dachte nicht daran, sich automatisch abzuschalten.

2) Um ungefähr 6:30 gab es einen totalen Stromausfall rund um das Schlesische Tor. Ob dieser Totalausfall auf die brennende Treppenhausbeleuchtung in unserem Haus zurückzuführen ist (Netzüberlastung?), ließ sich auf die Schnelle nicht recherchieren.

3) Die Bremsen meines Taxis gaben gar schreckliche Geräusche von sich. Ein hässliches Schleifen und Krächzen, wann immer ich sie betätigen musste, machten es unmöglich, damit eine ganze Schicht zu fahren. Bevor noch was anderes kaputt geht, habe ich das Taxi lieber abgestellt.

Und nun sitze ich vor dem Computer und sinniere über die magischen Kräfte des Mannes dort oben. Und werde auch das Haus nicht mehr verlassen.

Das ist sehr, sehr ärgerlich, da das Geschäft zur Zeit ganz gut läuft. Den heutigen Einnahmenausfall ersetzt mir niemand.

Auch der Mann vom Mond nicht. (bisschen kitschig, ich weiß.)

Gar schröcklich wird es aber erst hier. (Vorsicht, das ist nur was für starke Nerven.)


Samstag, 10. Dezember 2011

Gefährliche Unsitte

Das Wetter heute war schön, fast den ganzen Tag schien die Sonne. Trotzdem waren die Umsätze gut bis sehr gut. Ein erfreulicher Tag.
Einen Nachteil hat dieses gute Winterwetter aber: Die Fahrradfahrer sind immer noch unterwegs. Und so einige von denen halten sich für unverwundbar. Auf den 2 Kilometern nach Hause habe ich mal mitgezählt. Von 10 Radfahrern hatten 8 1/2 gar keine Beleuchtung. Der halbe hatte nur vorne eine kleine Funzel und der mit voller Beleuchtung kam aus einer Einbahnstraße in verkehrter Richtung. Und der Frau mit dem Kind hinten drauf gehört die Mutterschaftserlaubnis entzogen.
Mann, Mann, Mann.

Freitag, 9. Dezember 2011

Mein Kommentarfeld

Ich habe schon mehrfach darauf hingewiesen, dass es wohl bei einigen Nutzern Probleme mit dem Kommentarfeld hier im Blog gibt.

Hier mehrere Mails vom Taxiblogger Kollegen aus Dresden:
Hallo Klaus,
irgendwas ist faul im Staate ...Berlin! Seit Wochen landen alle meine Posts bei dir unter dem Profil Name/URL im Nirwana. Keine Fehlermeldung und gar nichts! Ich bin ja sooo depri... *schluchz*.
Gruß Bernd
Nächste Mail:
habe gerade mal zu deiner Fotoserie gepostet, diesmal aber bei der URL das http/: weggelassen. Ich weiß nun nicht, ob dadurch der Beitrag erst moderiert werden muß, so wie das bei mir ist. Wenn nicht, ist es wieder schiefgegangen.
Noch eine:
Hallo Klaus,
so langsam verabschiede ich mich von dem Wunsch, bei dir zu kommentieren. Ich habe es heute dreimal unter Name/URL probiert und anschließend einmal anonym. ich weiß nicht, was ich noch versuchen soll. (*hemmungslos schluchz*)
Gruß Bernd

Ausserdem sind mir aus dem privaten Umfeld noch Beschwerden zu Ohren gekommen, dass mehrere Kommentare, die über das Profil "anonym" geschickt wurden, nicht angekommen sind.

Ich finde es sehr schade, wenn eure Stellungnahmen zu meinen Artikeln ins Leere laufen, aber ich habe auch keine Ahnung woran es liegen könnte.
Ich habe in Foren recherchiert, ich bin alle meine Einstellungen durchgegangen und ich habe auch keinen Spamfilter angelegt. Und der automatische (von Blogger angelegte) Spamordner ist leer.
Noch jemand Probleme mit dem Kommentieren hier bei mir?
Der/die kann gerne auch die private Mailadresse unter "Mein Profil vollständig anzeigen" benutzen.
Großes SORRY. Ich kann nichts dafür.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

LDS in TXL

Ich habe es ja nicht so mit der "offiziellen Taxipolitik". Trotzdem jetzt aber mal:

Mir sind in letzter Zeit ab und zu mal in TXL auf der Ladeleiste Taxen aufgefallen, die das Kfz-Kennzeichen aus dem benachbarten Landkreis Dahme-Spreewald haben. Ganz friedlich und einträchtig standen sie mit den Berliner Kollegen in der Schlange und warteten auf Kundschaft.

Dürfen die das?, fragte ich mich und beantwortete mir die Frage gleich selbst. Wenn nicht, die Berliner Kollegen hätten sie wohl höflich, aber bestimmt darauf hingewiesen. Aber auf welcher Grundlage sind die denn berechtigt, ausserhalb ihres Pflichtfahrgebietes Fahrgäste einzuladen?
Habe ich rausgekriegt:

"Die ersten Taxen aus dem Kreis Dahme -Spreewald, die noch eine Sondergenehmigung für die Fahrgastaufnahme am Flughafen Tegel haben, sind am 12.05.2011 am Flughafen Tegel über Nachrückbereich A „Palette“ ordnungsgemäß mit einen „Transponder“ rauf gefahren und haben anschließend auf der „Ladeleiste“ Fahrgäste aufgenommen. Ist die 1:1 Reglung am Flughafen Schönefeld nicht mehr lukrativ, weil sich so viele Berliner Unternehmer sich im Kreis Dahme-Spreewald angemeldet haben, so dass es kein Vorteil mehr ist, sich in Schönefeld aufzustellen oder war es nur ein Höflichkeitsbesuch? Rechtens ist, dass jede LDS-Taxe, die den Standort Flughafen Schönefeld bedienen kann und den Vermerk Flughafen Tegel in der Konzessionsurkunde hat, einen Transponder über die Fa. QPark erwerben kann. Darüber hinaus muss der Berliner Tarif im Taxameter eingespeichert werden. Erst dann können diese Taxen aus LDS Fahrgäste am Flughafen Tegel aufnehmen.
(Leszek Nadolski)"
Auszug aus der September Ausgabe, Seite 23 von

Das neue Taximagazin der Innung des Berliner Taxigewerbes e.V. und des TVB - Taxiverband Berlin Brandenburg
Die haben zwar keinen rss-feed zu bieten, aber ein Archiv, in dem man die Ausgaben der vergangenen Monate als pdf anschauen kann.

Einen interessanten Artikel zum Stand der Verhandlungen um eine Einigung zu einem gemeinsamen Taxitarif anlässlich der Eröffnung von BER in Schönefeld zwischen den Berliner Taxigenossenschaften und der Taxi-Vertretung in KönigsWusterhausen kann man hier auf Seite 3 finden.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Lecker Schweinereien

Gestern mal was ganz Untypisches für mich. Ein Einkaufsbummel in Mitte. Fahrgäste hatten mir die Schokowelt von Ritter Sport in der Französischen Straße ans Herz gelegt. Man könne sich dort seine eigene Schokolade kreieren. Das musste ich einfach mal ausprobieren. Und ja, das klappt.
Meine Kreation:
Bis zu drei Zutaten auswählen, halbe Stunde später abholen.

Jede Menge Zutaten werden angeboten und zu einer quadratisch, praktisch guten Tafel Schokolade zusammen gemischt.
Nur die Kasslerpfanne (Kassler, Kartoffeln, Sauerkraut) mit Rotwein-Schokosoße in der Schokolounge schien mir etwas zu abgefahren.
(Ich verlinke den Laden ganz bewusst nicht. Wer sich dafür interessiert, kann sich das ganz leicht ergoogeln.)

Die halbe Stunde bis meine Kreation gebastelt wurde, habe ich genutzt, mir diesen einen Laden an der Ecke Mohren/Carlottenstraße von innen anzuschauen. Normalerweise stehe ich dort nämlich nur davor und die Auslagen setzen manchmal jede Menge Speicheldrüsen in Betrieb. Ist echt gefährlich dort, mit all den leckeren Schweinereien.
Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche aus Schokolade sehe ich normalerweise nur von aussen. Dort befindet sich nämlich eine Taxihalte.

Ich habe nicht durchgezählt, aber die Auswahl der Pralinen hat mich dann doch (beinahe) überfordert. Und ausnahmsweise ist dieser Laden ein Berliner Traditionsunternehmen.

Fair gehandelt? Wohl eher nicht. Zumindest haben die dort gekauften Waren kein "Fairtrade" Logo. Aber die Firma Fassbender und Rausch wirbt mit dem Slogan "Plantagen Schokolade". Was das in diesem Zusammenhang heißen soll, erschließt sich mir nicht. Wenn jemand was Näheres wissen sollte, immer in die Kommentare damit. Und manchmal bleibt einem ja nichts anderes übrig, als fünfe gerade sein zu lassen.

Und pffft, was interessiert mich nach diesem Ausflug noch die Schoki-Verlosung von nebenan.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Gute Gesellschaft

Ich denke mir mal, da hat sich jemand was dabei gedacht, den Guttenberg zwischen Thomas Anders und Dieter Thomas Heck zu packen.

Montag, 5. Dezember 2011

50 zuviel

Ich habe mal wieder was gefunden. Diesmal aber nicht im Auto, sondern... im Geldbeutel.

Es ist mir den ganzen Tag über nicht aufgefallen, erst zu Hause beim Abrechnen.

Ich habe immer einen festen Geldbetrag als Bestand in meinem Geldbeutel und muss am Feierabend nur den Umsatz und den Bestand rauszählen, um mein Trinkgeld zu ermitteln.

Und das war extrem hoch. Ungefähr 50 Euro zu viel im Vergleich zu einem normalen Trinkgeld. Ehrlich, ich habe nicht den blassesten Dunst einer Ahnung, wo dieser Fuffi herkommt.

Ob mir ein Fahrgast ein Weihnachtsgeschenk untergejubelt hat? Und warum gleich so viel?

Muss ich das jetzt auch auf dem Fundbüro abgeben?

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Neue Kamera

Ich habe eine neue Kamera!

Ich habe ein bisschen rumexperimentiert und die tiefstehende Sonne hat es der Neuen nicht einfach gemacht. Und natürlich muss man die Komprimierung von Picasa in den Web-Alben berücksichtigen.

Der Volkspark Friedrichshain

Der große Tiergarten mit Tieren, Hausbooten und einer Versuchsanstalt. Ach ja, alte Gaslaternen sind auch dabei.
Aus Großer Tiergarten in Berlin

Aus Großer Tiergarten in Berlin

Aus Großer Tiergarten in Berlin

Wenn irgendjemandem was auffällt, kann er sich gerne in den Alben oder hier in den Kommentaren äussern.

Hinweis in eigener Sache:

Es scheint Probleme mit meinem Kommentarfeld zu geben.
Aro meint, man müsse seit kurzer Zeit einen Kommentar zwei Mal abschicken, damit er erscheint. Für Rückmeldungen (auch über die Kontakt Mailadresse) wäre ich sehr dankbar.

Mittwoch, 30. November 2011

Ortskundig

Zur Abwechslung auch mal was Selbstironisches. (Macht ja sonst keiner.)

Der Straßenname kam mir tierisch bekannt vor, aber ich konnte ihn nicht richtig einordnen. Die Kunden gaben mir aber Eckpunkte, wo das sei und so war es weiter kein Problem. Am Fahrziel angekommen, wusste ich wieder, woher ich diese Straße kenne:

Hier hatte ich geparkt, als ich meine Ortskundeprüfung zum P-Schein ablegte.

Towerplatz (2)

Der Sache mit dem "Towerplatz" am Flughafen Tegel bin ich auf der Spur.

Zuerst ein Telefonat mit der Bußgeldbehörde, die mir geraten hat, einen Brief mit der Bitte um Aufklärung ob des genauen Standorts dieses Platzes zu schreiben, was ich auch gemacht habe und nun auf Antwort warte.
Etwas schlauer bin ich durch ein Gespräch mit einem altgedienten Kollegen, dem ich davon erzählt habe, geworden.

"Einen Strafzettel von dort haben wir doch alle schon gekriegt."

meinte er mit dickem, fettem Grinsen im Gesicht.

Das sei am Terminal C. Wenn dort die Zufahrt zur Abladeleiste wieder verstopft ist, nimmt man den einfachsten Weg kurz links rein. Ja, das habe ich mal gemacht.
Ein Kollege hätte, genau wie ich beim Ordnungsamt nachgefragt. Und auch Antwort gekriegt.
Also, Vorsicht Kollegen, dort kann es Knöllchen geben.

Dienstag, 29. November 2011

Interessante Feierabendtour

Ich würde glatt behaupten, das war die interessanteste Fahrt und die beste Unterhaltung mit einem Fahrgast, die ich jemals hatte.
Kurz vor Feierabend habe ich ihn am Straßenrand aufgegabelt. Und schon während des Telefonates, das er gleich danach führte, dachte ich mir, dass er was besonderes ist. Ja, das ist er auch.
Sein Werdegang ging über Stuttgart (da habe ich ihn zum ersten Mal wahrgenommen), Bochum und Wien. 1999 ist er in Berlin gelandet.

Die Fahrt ging von Mitte nach Köpenick, wo er wohnt. Also ausreichend Zeit für Gespräche. Und Gesprächstoff hat der Mann reichlich zu bieten. Er erzählte mir ein paar Hintergründe spektakulärer Aktionen und ihre Auswirkungen auf seine Person. Äusserst interessant und aufschlussreich. Ich hätte mich noch stundenlang mit ihm unterhalten können.
So richtig wohl scheint er sich aber in Berlin nicht zu fühlen:

"Berlin ist doch die Stadt der Banausen. Hier kann doch jeder alles machen, was er will. Das war in Wien ganz anders."

Schon jemand eine Ahnung, um wen es sich dreht?

Noch ein paar Tipps:
Er kann nicht Auto fahren.
Mit Internet und so kennt er sich gar nicht aus und das Telefon (iPhone 4S), das man ihm geschenkt hat, überfordert ihn.

Und so sieht er aus:
Das hat er mir als Widmung dagelassen:
Und hier musste jemand 500 € bezahlen, für im Grunde weniger Information, als ich sie gekriegt habe.

Ein großer Teil unseres Gesprächs (dessen Richtung eigentlich immer er vorgegeben hat), drehte sich darum.

Umstrittene Persönlichkeit, aber konsequent und engagiert.


Noch ein Hinweis in eigener Sache.
Ich habe jetzt mehrfach die Rückmeldung aus meinem Leserkreis erhalten, dass die Kommentarfunktion hier im Blog nicht richtig funktionieren soll. Sollte es noch weitere Leser geben, denen es genauso geht, bitte ich um eine Benachrichtigung über den Mail-Kontakt oben rechts "Mein Profil vollständig anzeigen." Vielleicht mit Inhalt des gescheiterten Kommentars. Ich werde ihn von hier aus veröffentlichen. Danke. Und nichts für ungut.


Montag, 28. November 2011

Kurze Strecke

Zum ersten Mal habe ich von der Halte weg eine Tour gekriegt, bei der ich besser dran gewesen wäre, wenn ich ihm eine Kurzstrecke gedrückt hätte.

3,80 € bitte.

Der Franz Josef und der Willy

"Wann werden Sie das nächste Mal nach Berlin kommen?" 

fragte ich die Fahrgäste aus München, die ich zum  Otto-Lilienthal-Flughafen brachte.

"Das kann noch ein bisschen dauern."

"Na, dann schauen Sie sich den Flughafen Tegel noch mal genau an und nehmen Abschied. Wenn Ihr nächster Besuch länger als ein halbes Jahr entfernt sein sollte, sehen Sie ihn nie wieder."

"Stimmt, Ihr kriegt ja in Schönefeld einen Neuen."

"Ja, der wird dann Willy-Brandt-Flughafen heißen."

"Hi, hi. Dann fliegen wir also vom  Franz-Josef-Strauß-Flughafen zum Willy-Brandt-Flughafen. Wenn das der Willy geahnt hätte."

Daran habe ich noch gar nicht gedacht. Jeder hat halt seine Volkshelden. Es ginge auch noch schlimmer. Aber von dort kann man nicht direkt nach Berlin fliegen. Noch nicht.

(Für die jüngeren unter uns: Franz Josef Strauß, das war der, dem das Ananaszüchten in Alaska. erspart blieb.)

Mittwoch, 23. November 2011

13 Ost / 52 Nord

Und noch ein kleiner Nachtrag zum vorigen Post.

Ein Lied für alle melancholischen Nachttaxifahrer Berlins.


Immer auf der Suche nach ein bisschen Halt
Wir sind irgendwo im Dickicht zwischen Autos und Asphalt
Und da, ein Luftzug Wärme und der Geruch von Dir
Zwischen Strassenstaub und Döner und 'nem ausgekippten Bier
Du ich muss jetzt weiter, denn es ist schon spät
Verlaufe mich im Dickicht der Anonymität
Im Augenwinkel ne Tragik übersehn
Ich wink Dir nochmals zu
Im Vorübergehn

Dreizehn Ost , zweiundfünfzig Nord
In den Seitenstrassen werfen Menschen Träume über Bord
Kühler Puls Augen auf Vergesslichkeit geliehn
Treiben einfach weiter durch die Strassen von Berlin

Auch ein Name ist ne Nummer ist doch nichts als eine Zahl
Man nimmt vieles zu persönlich, dabei ist es ganz egal.
Eine ganze Menge Sehnsucht gar nicht so gemeint
Vielleicht ist es nur die Fremdheit die die meisten Menschen eint
Die Herzen kaum gefedert wie ein Bus der BVG
Am Ostbahnhof vorbei und über die Karl-Marx-Allee
Der Puls gelassen, immer kampfbereit
Das Leben bleibt im Grunde ein Triumph der Möglichkeit

Dreizehn Ost, zweiundfünfzig Nord

Hasten unverbindlich weiter, setzen Hoffnung auf Diät
Zu viele unserer Ziele bleiben leider unkonkret
Schulterzucken, vorwärts! Ein Lächeln mit Rabatt
Ein jeder hat was, was nicht jeder hat

Dreizehn Ost zweiundfünfzig Nord

(Ich hoffe Wortfront nimmt mir nicht übel, dass ich ihren ganzen Text hier einfüge. Ich bin aber gerade Fan geworden.) 

Feierabend Touren

Spät dran für einen Bericht über das letzte Wochenende, ich weiß. War aber wieder mal ein bisschen unterwegs.

Am Sonntagnachmittag steuerte ich mit ziemlich unzufriedenem Gefühl im Bauch meinen Ablösestandort an. Etwas früher als sonst, aber irgendwie hatte ich die Nase voll. Es lief einfach nicht und wieso soll man sich damit länger quälen als notwendig?

Ungefähr 5 Meter vom Abstellplatz entfernt, doch noch 2 Winker. Sie wollten nur zum Berghain, aber besser als gar nichts. Dort angekommen, stand nur eine einzige Taxe rum, die sogar noch während des Bezahlvorgangs bei mir im Auto Kundschaft gekriegt hat. Okay, warteste einfach mal kurz ab, was passiert. Ein paar Minuten später - tatsächlich ein neuer Fahrgast. Sein Fahrziel - den Club der Visionäre - wollte ich ihm zuerst ausreden, da der meiner Ansicht nach geschlossen haben müsste. Aber er bestand darauf. Also gut, fast die gleiche Strecke wieder zurück. Und sie hatten auch geöffnet.

Jetzt doch etwas zufriedener, machte ich einen neuen Feierabend-Anlauf. Und genau an der derselben Ecke wie zuvor, nur auf der anderen Straßenseite, hoben sich zwei Arme. Zwei junge Frauen gaben das TIPI am Kanzleramt als Fahrziel an und erklärten mir ausführlich, wo das sei. Sie lehnten sich erst entspannt zurück, als ich ihnen versicherte, ich wisse genau, wo das sei. Inzwischen mit der Welt versöhnt - immerhin so ca. 30 € Umsatz in den letzten 40 Minuten - lieferte ich die beiden an der Großen Querallee ab und meinte noch:

"Als ich das letzte Mal da drin war, ist Georg Kreisler aufgetreten."

Das hätte ich nicht erwähnen sollen. Jetzt musste ich einen ausführlichen Bericht über seinen Auftritt im Oktober letzten Jahres im TIPI geben und sie gaben keine Ruhe. So musste ich mich doch noch sputen, um pünktlich Feierabend zu machen.

Wer hätte es geahnt, dass Georg Kreisler ein paar Tage später im Alter von 89 Jahren sterben sollte.


Und wie aktuell sein satirisches Lied über die Nazi-Gesinnungs-Menschen auch heute noch ist, kann man z. Zt. überall nachlesen. Leider.

R.I.P. Georg Kreisler

Uns bleibt ein Trost: Seine Tochter Sandra ist ähnlich bissig.

  
Bei You Tube gibt es den Text dazu.

Die Albumversion ist hier zu hören.
Und noch viel mehr von Wortfront (Sandra Kreisler und Roger Stein) gibt es beim You Tube Kanal von Wortfront  und bei Wortfront.com
(Sehr empfehlenswert.)
.

Freitag, 18. November 2011

Der TOWERPLATZ in Berlin

Kann jemand was anfangen mit dem "Towerplatz" in Berlin?

Nicht?

Ich kenne diesen Begriff seit gestern. Da scheint es ein Halteverbot zu geben, gegen das ich angeblich verstoßen habe.
Sagt mein Freund und Helfer, der Polizeipräsident von Berlin.

Und angeblich soll dieser Platz sich auf dem Flughafen Tegel befinden. Da bin ich ja durchaus des Öfteren mal, also schon möglich, dass ich dort Fahrgäste abgeladen habe. Aber ich weiß auch genau, dass ich das nur an Stellen tue, an denen ich niemand anderen behindere.

Und vielleicht (so als Anregung für den neuen Flughafen) sollte man die Möglichkeit schaffen, dass Taxifahrer ihre Fahrgäste nicht nur in Ruhe einladen können, sondern ihnen auch den Raum geben, sie abzuladen. In Ruhe! Solche Formalitäten wie Abkassieren, Gepäck ausladen, ggf. Kreditkartenzahlungen und Quittungen ausstellen, erfordern einfach mal ein bisschen Zeit. Ich kann meine Fahrgäste ja nicht in laufender Fahrt mit einem Schubs aus dem Auto befördern.


Ehrlich, ich habe keine Ahnung, wo genau das gewesen sein soll. Aber es geht mir auf den Keks - und auf den Geldbeutel.
Liebe Herren und Damen vom Ordnungsamt: Schon mal Menschen im Auto gehabt, die ganz, ganz dringend ihren Flug kriegen mussten? Und schon mal was davon gehört, dass Berlin ganz stolz auf seine Touristen und das Geld, das sie hierlassen, ist? Warum dann dieser provinzielle Kleingeist?

Nachtrag, 23.11.2011
Hier nähern wir uns der Sache etwas an.


Montag, 14. November 2011

Flasche leer

Dass eine geöffnete Flasche neben einer Taxihalte rumsteht, ist jetzt nichts Ungewöhnliches.

Je nach Bauchgefühl und/oder dem Zustand der sich daran festhaltenden Person, kann es schon mal sein, dass auch ich den Transport geöffneter alkoholischer Getränkeflaschen verweigere. Da kann dann sehr schnell mal was auf die Sitze gekleckert werden und die nächsten Kunden halten den Fahrer für den Verursacher des Alkoholgeruchs im Auto.

Aber die Geschichte hinter diesem Objekt direkt an der Halte am Ostbahnhof würde mich schon interessieren.
"Hey Alter, mit Krawatte kommste mir nicht in's Taxi." Oder so.

Mittwoch, 9. November 2011

Indian Summer in Berlin

Indian Summer in Berlin.

 
 Wer jetzt nicht rausgeht und das Wetter genießt, der ist selber schuld. Die Natur haut einem die Farben nur so um die Ohren.

Weitere Bilder vom Humboldthain und dem sich dort befindenden Flakbunker.

Dienstag, 8. November 2011

LDS Taxi in Berlin

Am Sonntag Nachmittag, es war schon kurz vor'm Dunkelwerden, stehe ich am Berliner Hilton an. Ein Taxi mit Kennzeichen aus LDS fährt an der gesamten Schlange vorbei und stellt sich direkt vor den Eingang (nach rechts schwenken und man sieht die eigentliche Halte), mit ausgeschaltetem Dachschild.
An zweiter Position stehend, registriere ich das, denke mir nichts Böses und vertiefe mich wieder in mein Smartphone. Der hat vielleicht eine private Abholung zu tätigen... (Keine Ahnung, ob er das darf oder nicht. Aber für mich ist privat halt privat.)

Dann kommen allerdings Gäste aus dem Hotel und machen Anstalten bei ihm einzusteigen. Habe ich gar nicht richtig mitbekommen, nur mein Vordermann steigt aus dem Auto aus und ruft  lautstark in Richtung der Fahrgäste: "Hierher, hierher."

Eben ganz normale Hotelgäste, die sich nichts dabei denken und in das erstbeste Taxi einsteigen wollen. Der LDS-Kollege verkrümelt sich anschließend ohne Fahrgäste wieder.

Das kann ja heiter werden, wenn der Flughafen Willy Brandt  fertig wird.

Es muss bis dahin dringend eine beiderseitig befriedigende verbindliche Regelung geschaffen werden. Angeblich wird es die auch geben. Aber bis jetzt ist das noch nicht umgesetzt. Und auch hier heißt es nach wie vor: Vordrängeln gilt nicht.

Montag, 7. November 2011

Bestehendes Recht

Szenerie:

Ostbahnhof. Kurz vor der Morgendämmerung. Ich warte seit einer halben Stunde auf Kundschaft. Mit der ganz, ganz leisen Hoffnung auf verpennte Schönefeld Fluggäste.

Dialog:

Fahrgast (Mitte 20, klein, etwas beleibt. 2 Stöpsel in den Ohren mit jeweils einem heraushängenden Kabel.)

"Ich möchte zum Berghain."

"Sie wissen aber schon, dass das nur um's Eck ist?"

"Ja, weiß ich."

"Okaayy."

"Wissen Sie, wenn ich da jetzt hinlaufe, ist mein persönlicher Energieverbrauch zu hoch" (Hat er wirklich genauso gesagt.)

"Und der Energieverbrauch, den wir jetzt mit dem Auto haben?"

"Das ist ja IHR Sprit."

"Wissen Sie eigentlich, wie hoch der Energieverbrauch eines Taxifahrers ist, der seit einer halben Stunde auf Kundschaft wartet und dann solch eine Tour bekommt?" (In nicht unfreundlichem Ton.)

"Das ist mir scheissegal. Ich bin mit sowas auch schon abgewiesen worden und dann halt beim Nächsten eingestiegen."

"Wenn ich Sie jetzt abgewiesen hätte, hätte der Hintermann mich sogar anzeigen können. Wegen Verstosses gegen die Beförderungspflicht."

"Ach, das ist ja interessant. So einer verstösst also gegen bestehendes Recht? Ich studiere nämlich Jura."

Die 4,60 € hat er mit einem Zwanziger bezahlt und sich alles auf Heller und Pfennig herausgeben lassen.
Und so einer sitzt unter Umständen irgendwann bei einer passenden Partei (dem Leser wird jetzt selbst überlassen, weiche er als passend empfindet) im Bundestag und bestimmt über unser aller Recht und Gesetz.

Und ich Armleuchter gebe dem auch noch Tipps.

(Das ist eine Tour, die durchaus öfter mal vorkommt. Aber er mit seinem "Energieverbrauch", bei gleichzeitiger Ignoranz aller Höflichkeitsregeln, hat mich doch ziemlich genervt. Seiner Figur hätten ein paar verbrauchte Joule sehr gut getan. Zumindest nicht geschadet.)

Mittwoch, 2. November 2011

Tariferhöhung, Kartendealer

Vermutlich hat man es schon gemerkt. Ich habe zur Zeit keine Lust auf Taxiartikel.

Nicht mal die von zwei Berliner Taxiverbänden beantragte (Berliner Zeitung) Tariferhöhung (rbb Abendschau) kann mich da hinterm Ofen vorlocken.

(Höchstens: Die Argumentation, dass man durch die vom Berliner Senat verordneten nächtlichen Tempo 30 Zonen nachts langsamer als am Tage vorankommt und es deshalb einen Nachtzuschlag geben müsse, halte ich für äusserst fragwürdig.)

Nein, ich möchte etwas anderes erzählen:

Ich bin nicht immer so up to date, was meine Verträge und deren Laufzeiten, bzw deren Verlängerungen anbelangt. So hat es mich nicht weiter überrascht, dass am Freitag ein Herr meines Handykartendealers sich bei mir meldete und mich mit einem besorgt bis empört klingendem Tonfall fragte, ob sich den noch niemand bei mir gemeldet hätte, was die Verlängerung meines Mobilfunkvertrages anbelangt. Der würde nämlich im Januar auslaufen, und ob ich mir schon Gedanken gemacht hätte, ob einer Verlängerung desselben.
Nein, hatte ich natürlich nicht.
So machte er mir das Angebot, den Vertrag um weitere zwei Jahre zu verlängern und sie würden mir 90 € auf mein Konto überweisen. Ja, direkt überweisen, wenn ich bei ihnen meinen Vertrag verlängern würde. Das hörte sich jetzt gar nicht mal so schlecht an, dieses "direkt auf's Konto" überweisen, aber ich müsse mir das erst nochmal überlegen, meinte ich.

Am Montag, ich hatte mich noch nicht weiter darum gekümmert, rief derselbe Herr erneut an. Mit dem gleichen besorgten Tonfall, die gleichen Fragen und das gleiche Angebot. Ja, bar auf's Konto.

Jetzt nun aber stutzig geworden, meldete ich mich online bei meinem Dealer an, um mal nachzusehen, was es denn an Alternativen zu diesen 90 € gibt.

Und siehe da, für eine Vertragsverlängerung gab es da 100 € + einen Online-Bonus von 20 €. Zwar nicht bar auf's Konto, sondern nur zur Verrechnung, aber das ist ja Jacke wie Hose.

Ich kann mir nicht helfen, manchmal komme ich mir einfach nur verarscht vor.

Freitag, 28. Oktober 2011

Ich steh' auf RAL 1015

Böser Rückfall in die 60er Jahre.
Ein schwarzes Taxi. 
Ja, in Deutschland!

Freitag, 21. Oktober 2011

Eine Dampferfahrt, die ist...kalt

Wenn man bedenkt, mit welch primitiven Mitteln das folgende Video enstanden ist...

Die Videofunktion einer Canon Powershot, die Videobearbeitungs-Software von Windows Live und die Musik von You-Tube AudioSwap.
Vielleicht gibt es aber doch einen kleinen Eindruck einer Dampferfahrt über die Spree während des Festival of Lights.

Nur vom Festival ist leider recht wenig zu sehen. ;-)