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Donnerstag, 12. April 2012

Mitgehört (17)

Zwei muttersprachlich junge Deutsche im Gespräch. 

"Ich bin der personal assistant von (*Nameeines bekanntendeutschenShowmasters*). Früher habe ich in Charlottenburg gewohnt. Aber das war boring. Hier die corner ist nice."

"Yes, sehr nice."

Hey people, merkt  ihr eigentlich wirklich nicht, how stupid sich euer aufgeblasenes Getue anhört?

Dienstag, 13. September 2011

Wenn Unternehmensberater Beratung brauchen

"Kennen Sie Michael Schumacher?"

"Wieso, habe ich den im Auto?" meinte ich und schaute mir die zwei gutgekleideten Herren im Fond genauer an.

"Nein, aber Sie müssen so schnell fahren wie er. Wir müssen um halb in StraßeinReinickendorf sein."

Okay, machbar. Aber da darf nichts Unvorhergesehenes dawischen kommen.

Sie unterhielten sich in dieser peinlichen deutsch-englischen Unternehmerberatersprache. Begriffe wie backoffice, human resource, benchmarking, leverage effect, high potentials und was weiß ich noch alles fielen am laufenden Band. Schwer zu verstehen, für einen einfachen Taxifahrer wie mich.

"So, meine Herren. Es sind jetzt noch ca. 3 km bis zum Ziel und wir haben noch 7 Minuten."

"Wie haben Sie das denn gemacht? Sie sind ja geniiaal."

"Sie sind doch Unternehmensberater. Da graben Sie jetzt aber ganz tief in der Motivationskiste." 

"Sie haben uns durchschaut. Wenn wir Ihnen jetzt aber sagen würden, dass wir Ärzte sind?"

"Kann nicht sein, ein Arzt hat kein Backoffice."


Wir waren um 28 an ihrem Fahrziel angekommen und die Lobeshymnen fingen wieder von vorne an.
Ich, inzwischen etwas genervt ob der Sprachvergewaltigungen dieser beiden management consultants und vor allem ob dieser billigen Lobhudeleien:

"Ja, Ja. Jetzt ist aber langsam gut. Wir machen doch alle unseren Job so gut wir können, oder?"

Ob die eigentlich wissen, wie lächerlich sie sich machen?


Freitag, 24. Juni 2011

Mitgehört (16)

Zwei hippe, junge und "dynamische" Männer (Generation Facebook) nach ungefähr 30 sec Fahrt:

"Bei der Lufthansa haben sie mir jetzt die Gold Card gegeben."

"Ja, das mit den Karten, überall kriegst du da Ermäßigungen. Nur für das Taxi gibt es sowas nicht."

"Im Taxi hat man fast immer die Arsch-Karte."

Ich habe mich natürlich nicht provozieren lassen.

(Blödmänner)

Montag, 10. Januar 2011

Mitgehört (15)

Ole saß neben mir und der "Gesprächspartner" hinter ihm.

"Ole?!"

"Ja!?"

"Okay!"

"Danke"

und schlief weiter.

Dienstag, 21. Dezember 2010

mitgehört (14)

Sie:
"Die Danny meint, der Uri sei impotent."
Er:
"Nein, der ist nicht impotent. Der hat sich nur in Nicaragua was geholt, das er nicht weitergeben will."
Sie:
"Dachte ich mir doch. In diesem Alter kann man doch gar nicht impotent sein."
Er:
"Bei mir immer nur alkoholbedingt."

Montag, 13. Dezember 2010

Mitgehört (13)

Zwei Teilnehmer eines Seminars auf dem Weg zum Flughafen:
(Mal sehen, ob ich das noch so absurd zusammenkriege, wie es gesagt wurde)

"Immer wenn ich mir überlege, wie ich fühle und was ich so denke und was ich eigentlich tatsächlich mache, wird mir ganz elend. 
Und dann kann ich mich überhaupt nicht mehr leiden, weil mir das soviel ausmacht."

Und der war nüchtern! Ehrlich.
Was das wohl für ein Seminar war?

Montag, 4. Oktober 2010

Mitgehört (12)

"Seit du Vater bist, hast du dich zum Arschloch entwickelt."

Von einem Kumpel zum anderen.

Dienstag, 27. Juli 2010

Mitgehört (11)


"Ich hatte gestern Nacht das Härteerlebnis. Ich bin nüchtern U-Bahn gefahren."

Würde ich persönlich auch nicht machen.

Montag, 12. April 2010

Mitgehört (10)

Ein älteres Ehepaar morgens vom Adlon zum Dom:

"Haach, was muss das für ein Stress sein, drei Tage hintereinander Sopran zu singen."

Hey, wisst ihr eigentlich was es für ein Stress ist, eineinhalb Stunden anzustehen, für eine 5,60 € Tour?

(Ich weiß, eigentlich ungerecht dieser Beitrag, aber nach so einem Wochenende muss man sich auch mal Luft machen dürfen. Und ausserdem mag ich dieses Bildungsbürgertum nicht)

Montag, 8. März 2010

Mitgehört (9)

Kreuzberger Nachtschwärmer morgens um Neun.

"Boah, und das Publikum. Irgendwie alle so... Studenten auf Facebook."

Studenten auf Facebook, muss ich mir merken. ;-)

Sonntag, 14. Februar 2010

Mitgehört (8)

Sonntagmorgen um 9 Uhr. Zwei Mädels kommen aus einem vornehmen Hotel. Kichernd und schwankend. Kurze Fahrt Richtung Hackescher Markt. Eine telefoniert und lässt uns alle daran teilhaben.

"Ich habe was mit Frederick* gehabt. Und Babsi* auch. In seiner Suite."

Kurze Pause. Dann legt sie auf und sagt zu ihrer Freundin:

"Weißt'e was die gesagt hat? Und wegen so einem Scheiß weckst du mich jetzt auf."

*Namen wurden ändert.

Sonntag, 3. Januar 2010

Mitgehört (7)

Wie, Dein Bruder ist schwul und Du bist lesbisch? Da haben Deine Eltern aber was falsch gemacht."

Also ich finde die Familie O.K. *trotzdem grins*

Montag, 28. Dezember 2009

Mitgehört (6)


"Mir ist gar nicht so schlecht, wie ich betrunken bin."

20-jährige Partygängerin zu ihrem Begleiter auf dem langen Weg von Treptow nach Charlottenburg. Trotzdem hatte ich während der ganzen Fahrt einen Finger auf  der Taste des Scheibenhebers hinten rechts.


Montag, 21. Dezember 2009

Mitgehört (5)

"Der Club ist einfach zu durchorganisiert. Der hat keine Seele. Da fehlt das Chaotische."

Also, man schreibe sich in's Buch der Lebensweisheiten:

Organisation ist seelenlos.

Montag, 10. August 2009

Mitgehört (4)

Sie zu ihm:
"Was Deine Ansprüche angegeht, die kennen wir ja. Titten muss sie haben, einen Arsch und blond muss sie sein."
Was ist denn z.Zt. los. Gehen denn die Hormone bei dem warmen Wetter endgültig mit den Menschen durch, dass ich ständig solche Gespräche anhören muss?

Oder soll ich es als Vertrauensbeweis meiner Taxikunden nehmen? :-) ;-)



Montag, 27. Juli 2009

Mitgehört (3)

Ein Pärchen winkte an der Brückenstraße, direkt vor dem Kit-Kat-Club.
Sie, groß, dunkelhaarig, gutaussehend.
Er, schlank, gutausehend, ... hm, schwul?
Die Kleidung der beiden entsprach aber nicht dem Dresscode des Clubs.

"Bitte einmal in die Pornorama-Bar"

Folgendes Gespräch konnte ich nicht umhin mir anzuhören:

Sie:
"Was bildet der [Türsteher] sich ein? Ich soll mich unten rum ausziehen? Ich habe ihm doch angeboten, das Oberteil auszuziehen."

Er:
"Er wollte, dass Du alles oben rum ausziehst"

Sie:
"Was weiß der denn, wie mein BH aussieht. Bei dem wären die doch alle angelaufen gekommen. Aber unten rum ausziehen geht nicht."

Er:
"Aber obenrum, das hättest Du doch machen können"

Sie:
"Ich hänge doch nicht meine Ti**** offen raus. Da würden die doch alle abhauen."

Er:
"Glaube ich nicht"

Sie:
"Du kennst meine Ti**** nicht"




[Die Sternchen oben setzte ich nicht, weil ich etwa zu prüde bin, sondern weil ich nicht will, dass solche Google-Anfragen bei mir landen.]

Montag, 1. Juni 2009

Mitgehört (2)

Zu einer der Handybestellungen, die in letzter Zeit geklappt haben, gehört auch diese kleine Geschichte. Ich war nahe genug dran, um mich für die Bestellung "Handy, Puschkin Ecke Eichen" zu melden. Sie waren noch da. Sie haben zwar wie wild schon von weitem mit den Armen gerudert und es war ihnen auch egal, ob ich jetzt nun die bestellte Taxe war, aber sei's drum, ich hab sie ja gekriegt. Fahrziel: Zuerst eine Sparkasse, dann ins Berghain. Eine Standardfahrt am Sonntagmorgen. Die drei Herren waren allerdings sowas von strull, von normaler Artikulation soweit entfernt, wie der Papst vom Heiraten. Es hat sich herausgestellt, dass nur zwei der drei sich vorher schon kannten. So haben sie sich bei mir im Auto erst mal bekanntgemacht.
"Ich bin Schauspieler. Noch jemand vom Fach"
Keine Resonanz.
"Ich habe einen 1-Jahresvertrag beim XX-Theater in Berlin."
Immer noch keine Resonanz.
"Soll ich euch einen Rilke vortragen?"
Wie gesagt, die waren alle sturzbetrunken. Und dann Rilke?
"Ja, kannst Du das Gedicht Abend?"
"Klar, das krieg ich noch hin."
Und was soll ich sagen, der hat in seinem Suff doch tatsächlich dieses Gedicht fehlerfrei aufgesagt. Verabschiedet haben sie sich von mir mit den Worten:
"Wir wünschen Ihnen noch bessere Fahrgäste als uns"
Daraufhin habe ich mich zum erstenmal geäussert:
"Wer in diesem Zustand noch Rilke fehlerfrei aufsagen kann, kann kein schlechter Mensch sein."
Und wen's interessiert:

Der Abend wechselt langsam die Gewänder,
die ihm ein Rand von alten Bäumen hält;
du schaust: und von dir scheiden sich die Länder,
ein himmelfahrendes und eins, das fällt;

und lassen dich, zu keinem ganz gehörend,
nicht ganz so dunkel wie das Haus, das schweigt,
nicht ganz so sicher Ewiges beschwörend
wie das, was Stern wird jede Nacht und steigt -

und lassen dir (unsäglich zu entwirrn)
dein Leben bang und riesenhaft und reifend,
so daß es, bald begrenzt und bald begreifend,
abwechselnd Stein in dir wird und Gestirn.

Quelle:
http://www.rilke.de

Samstag, 30. Mai 2009

Mitgehört

Ja, ja, die globalisierte Welt.
Samstag Morgen um 6:00 Uhr an meiner Lieblingshalte. Zwei junge Damen ca. Mitte Zwanzig steigen ein. Sie geben ihr Fahrziel bekannt und sind dann in ihr Gespräch vertieft.
"Und wie war das jetzt in Vancouver?"
"Da habe ich einen Mann kennengelernt, den ich sehr mag. Der ist aus London und wohnt in Los Angeles."
"Boah, das ist nicht eben mal Berlin - Hamburg."
"Den mag ich aber sehr"
"Wie stellst Du Dir das vor, mit Familie und so?"
"Willste meinen Masterplan wissen? Ich werde mal für eine Woche nach Vancouver fliegen, ohne dass mein Freund es mitkriegt und das checken."
"Aber Deinen Freund magst Du doch auch."
"Ja, den habe ich schon siebenhundert (700) mal betrogen, aber ich mag ihn trotzdem. Er ist ein Amerikaner aus New York. Mit ihm bin ich ja nach Vancouver geflogen. Der tut ja alles für mich."
"Na, das ist doch gut."
Ja, aber er puscht mich nicht genug. Ich will jemand, der alles für mich tut und mich trotzdem puscht. Wer will das nicht."

Noch irgendwelche Fragen offen?