Montag, 12. Mai 2014

Stein im Brett

(Es ist mir bewusst, dass ein Großteil meiner Leser mit Sport bzw Fußball nicht viel am Hut hat. Aber es gehört schon zu den Grundtätigkeiten eines Taxifahrers, Fußballfans durch die Stadt oder ins Stadion zu bringen. Auch die Auswärtigen. Also:)

Am Samstag war die Innenstadt schwarz-gelb. Der BVB (Dortmund) war zu Gast bei Hertha.

Die Dortmunder übten augenscheinlich schon für den nächsten Samstag. Da sind sie ja schon wieder hier.
Gleichzeitig war die wichtigste Ost-West-Verbindung, die Straße des 17. Juni, wegen eines Frauenlaufes gesperrt. Halleluja, ihr Berliner Verkehrsplaner. Zusätzlich gab es eine Demo (für die Energiewende und gegen Atomkraftwerke - auch viel schwarz gelb), so dass genau in diesem Bereich auch noch die Nord-Süd-Verbindung vom Hbf in die Klingelhöferstraße zeitweise gesperrt war. Das Chaos war perfekt.


Sie waren eindeutig als BVB-Fans zu erkennen und verteilten sich auf das Taxi vor mir und das Meinige.

"Schön, dass ihr hier in Berlin eure Farben nach uns ausgerichtet habt"  

und zeigte auf das Dachschild meiner Taxe.


"Bringst'e uns raus zum Stadion?"

"Na klar, wenn ihr nicht mit Dönern um euch schmeisst."

Erstmal Totenstille im Auto.

"Hey Jungs, war doch nur ein Scherz."

Das mag ich so an Ruhrpottlern. Die können auch einstecken. Die Stimmung im Auto war gut, obwohl wir zu unterschiedlichen Lagern gehören. Meine Stammleser wissen das. Aber ich bin einer der Zeitgenossen, der sich dadurch auszeichnet, Begeisterung für eine bestimmte Mannschaft zu haben, ohne alles andere niedermachen zu müssen. Und auch meine Truppe war nicht allzu fanatisch. Ich erzählte von den Freunden, zwei im Bayern-Dress, einer im schwarz-gelben Outfit, die ich beim Cupfinale 2012 in meiner Taxe zum Stadion fuhr. Das fanden sie auch Okay.

Probleme hatte ich nur mit der Kollegin, die voraus fuhr. Meine Güte, seit einer Woche ist es überall zu lesen, auf den Infotafeln der VMZ, in der Zeitung, im Verkehrsfunk kam es stündlich, die Straße des 17. Juni war an diesem Tag GESPERRT: Und was macht sie? Mittenrein ins Chaos. Ich habe mich dann von ihr getrennt und bin meinen eigenen Weg gefahren.

Etwas ins Stutzen kam ich, als einer auf der Rückbank ständig seinen Kumpels erklärte, wo wir waren, was jetzt gleich kommen wird und manchmal sogar geschichtliche Hintergründe dazu. Und alles war richtig!

"Sag mal, kommst du aus Berlin, oder hast du mal hier gewohnt? Du weißt ja besser Bescheid als so mancher Berliner Taxifahrer."

"Nein, aber mein Vater hat in Berlin studiert und wir waren jahrelang mehrmals im Jahr zu Besuch hier."

Sein Nebensitzer mischte sich ein:

"Weißte was passiert ist, als wir gestern nach Berlin reingefahren sind? Der hat vor Rührung geheult wie ein Schlosshund. Und zwar so, dass wir alle mitheulen mussten."


So sind sie also, diese Hartgesottenen. Bei mir haben jetzt aber BVB-Fans einen dicken Stein im Brett.

Und hey, ich freu mich auf nächsten Samstag.

Montag, 5. Mai 2014

Inglorious Fort

Dem ein oder anderen Kinogänger dürften diese Bilder bekannt vorkommen. Aber woher nochmal gleich?

Wüste Schießerei

Til Schweigers Zelle







Oder diese Location?



Sorry Brad, aber nimm mal den Kaugummi aus dem Mund. Deine Aussprache ist...

Ja, das Fort Hahneberg, gelegen am äussersten westlichen Stadtrand Berlins, war Teil der Kulisse für Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds".

Das kurz nach seiner Fertigstellung 1888 schon veraltete Fort (eine Preussische Berliner Spezialität? Siehe BER) sollte Bestandteil eines westlichen Festungsgürtels werden und den Rüstungsstandort Spandau vor einrückenden Truppen schützen. Es wurde nie als Fort in Betrieb genommen, da es bei seiner Fertigstellung schon neue Waffentechnik gab, für die es keinen ausreichenden Schutz bot. 
Eine Initiative versucht, die noch bestehende Substanz vor dem endgültigen Verfall zu retten und veranstaltet von April bis Oktober Führungen. Jeden Samstag, Sonntag und an jedem Feiertag.



Mittwoch, 30. April 2014

Tiere in Berlin

...und alle am gleichen Tag fotografiert.

Den Wasserbüffel in den Tiefwerder Wiesen, die Affen und die Bisamratte? (oder etwa ein Nutria?) von der Terrasse des Bikini-Hauses aus.




Weitere Bilder und einige Informationen zum gestrigen Ausflug gibt es hier (Tiefwerder Wiesen) und hier (Bikini-Haus). Mit weiterführenden Links.

Dienstag, 29. April 2014

Sprachtalent

Es war meine letzte Tour am Sonntagnachmittag. Ein Pärchen wollte zum Flughafen Tegel. Er, so Mitte dreissig mit 3-Tage-Bart und sie auch so seinem Alter.

Manchmal frage ich schon gleich nach Fahrtbeginn nach dem Flugziel. Istanbul sollte es sein. Die Unterhaltung wurde zuerst in Englisch geführt, was er sehr gut, wahrscheinlich besser als ich, beherrschte. Im Laufe des Gesprächs stellte sich heraus, dass er, Sohn türkischer Eltern, in Deutschland geboren wurde. Als er 3 Jahre alt war, ging es zurück in die Türkei, wo er bis heute lebt.

Meine Frage, ob denn etwas übrig geblieben sei von den Deutschkenntnissen, war eigentlich eher spassig gemeint. Aber siehe da, er plapperte in fast akzentfreiem Deutsch weiter, dass mir beinahe die Augen aus dem Kopf fielen. Zugegeben, das eine oder andere Wort war nicht spontan vorhanden, aber mit etwas Hilfe ging es fast fließend. Ungläubig fragte ich nach, ob er denn in der Türkei noch Deutschunterricht gehabt hätte, was er aber verneinte. Er habe lediglich in letzter Zeit angefangen in deutschen Zeitungen zu lesen. Deutschland sei ja so wichtig in der Welt. Natürlich war ich jetzt voll des Lobes, ob dieses kleinen Sprachgenies.
Ich sprach auch kurz seinen Ministerpräsidenten an und wie ich persönlich dessen Sperrungen von Twitter und Youtube beurteile. Da zeigte er mir dann, dass er auch so einige deutsche Schimpfwörter beherrscht.

Aber mal im Ernst, kann das wirklich sein, dass man als Kleinkind mit 3 Jahren schon die sprachlichen Eindrücke um sich herum so gut wahrnimmt, dass es ein leichtes ist, viel, viel später diese Sprache relativ leicht zu lernen? Oder hat er etwas geflunkert und als Heranwachsender doch noch viel Kontakt zur deutschen Sprache gehabt?

Donnerstag, 24. April 2014

Bitte Rücksicht nehmen

Sie haben euch gewarnt.
Und dieser Hinweis ist auch notwendig, wie das Clubsterben in Prenzlauer Berg, denen man einfach Eigentumswohnungen in den Hinterhof oder die direkte Nachbarschft gesetzt hat, zeigt. Mindestens drei Clubs wurden zu Tode geklagt, weil es Besitzern von Eigentumswohnungen in ihren Wohnungen zu laut war.

Schade eigentlich

Es hätte genial werden können. Aber leider...

"Eine" wollte ich noch an diesem etwas zäh dahinfließenden Ostersonntag. Welch angenehme Überraschung: Die "Eine noch" sollte zum Flughafen gehen. Zu dem in Schönefeld!

Auf dem Rückweg zur Ablöse wählte ich den Weg über Treptow. Man weiß ja nie. Vielleicht...
Cool, auf Höhe des Treptower Parks reckten sich zwei Hände. Ich war gespannt, wo es hingehen sollte.

"Kennen Sie die Admiralbrücke in Kreuzberg?"

Ein kleines Lächeln huschte vermutlich über mein Gesicht. Ja, kenne ich. Ich wohne nämlich dort. Kurze Diskussion über die vermeintlich kürzeste Route, da hatte ich aber ganz klar einen Heimvorteil.

Unter Taxikollegen nennt man so erwas einen Heimatschuss. Eine, wie ich finde, extrem dumme Bezeichnung. Es geht hier nicht um Leben oder Tod.  Eine Verharmlosung aller Kriege dieser Welt.

Sei's drum. Dort angekommen, ein Megaparkplatz fast direkt vor meiner Wohnung. Da kann einem die Fantasie schon mal durchgehen. Eigentlich könnte ich einparken, abkassieren und Feierabend machen gleichzeitig. Aber ich musste ja das Auto noch an der Ablöse abstellen. Schade eigentlich.

Also zurückgefahren und das Taxi abgestellt. Der schöne Parkplatz vor meiner Haustür war natürlich anschließend weg.

Und nun zum eigentlichen "aber leider". Am nächsten Morgen musste ich feststellen, der Nachtfahrer war gar nicht gefahren. Das Taxi stand am Ablöseplatz, wie ich es am Vortag abgestellt hatte. Grrrr.

Dienstag, 22. April 2014

Gerade aus ins Verderben

Meine Beifahrerin starrte versunken auf ihr Smartphone. An dieser Kreuzung setzte ich den Blinker nach rechts. Ohne aufzuschauen sagte sie in scharfem Tonfall:

"Warum fahren Sie nicht EINFACH geradeaus?"

Ich nutzte die Zeit der Rotphase um dieses Foto zu schießen.
Merke: Nicht alles was digital ist, ist auch automatisch richtig.

Donnerstag, 17. April 2014

Taxi-Mitfahrzentrale (und kein Ende in Sicht)

So, da ist anscheinend so einiges durcheinander geraten.
Auch ich bin wohl einem Irrtum aufgesessen.
Das gestrige Urteil des Landgerichts Berlin hat nichts mit der momentan so heiß diskutierten App von UberPOP, über die ich ich mich so aufgeregt habe, zu tun.

24 Seiten Juristendeutsch, wer sich das antun möchte, hier geht es zum Download des Urteils.

Der Kollege Sash versucht es aufzudröseln. 

In meinen Postings habe ich auch nichts von diesem Urteil geschrieben, also die gelten nach wie vor. Vor allem und das ist der entscheidende Punkt, die Warnung des Senats:

Warnung vor neuen "Taxi-Apps"


Nur in einem meiner Kommentare habe ich eine einstweilige Verfügung erwähnt. Das stimmt nicht. Dieses Gerichtsurteil betrifft den Limousinen-Service von Uber.

Aber die gesamte Presse (einschließlich rbb-abendschau) ist dieser Fehleinschätzung aufgesessen. Wie kann auch der Senat eine Warnung vor einer Uber-App genau an am gleichen  Tag der Urteilsverkündung zu einem anderen Fall zum Thema Uber herausgeben. ;-)


Mittwoch, 16. April 2014

Taxi-Mitfahrzentrale (3)

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung reagiert:

"...In der Praxis heisst dies, dass das Angebot einer Taxi-Dienstleitung von Personen oder Unternehmen, die nicht über eine entsprechende Genehmigung und Fahrerlaubnis verfügen, gegen geltendes Recht verstößt. Fahrgäste, die ein solches Angebot nutzen, sind rechtlich nicht abgesichert und gehen versicherungstechnische Risiken ein. Die Senatsverwaltung warnt daher Fahrer und Fahrgäste dringend vor der Nutzung solcher Angebote..."

Und damit ist das Ding für mich vom Tisch.

Taxi Mitfahrzentrale (2)

Ich hätte nicht gedacht, dass die Überschrift noch eine (2) kriegt.

Ganz ehrlich gesagt habe ich es nicht wirklich ernst genommen. Große Klappe, aber so absurd, dass man sich nicht weiter damit beschäftigen muss.

Aber in anderen Städten ist es schon soweit. Selbst die EU-Digitalkommissarin Neelie Kroes beschäftigt sich damit. Und nicht so, wie man sich das als professioneller TAXIfahrer wünscht.

Wozu habe ich eigentlich fast ein Jahr lang Straßennamen, Plätze, Objekte und Routen gebüffelt, wenn heute jeder dahergelaufenefahrene (und darum wird es gehen) ohne jede Ortskenntnis, ohne ein Gewerbe anzumelden und ohne Steuern abzugeben in der Stadt auf Bestellung Fahrgäste rumkutschieren darf? Frau Kroes, Sie sind nicht bei Verstand.
Apropos, dieses Jahr ist noch meine Gesundheitsprüfung zur Verlängerung des P-Schins fällig. Macht Uber die selber?

http://www.spiegel.de/wirtschaft/uber-und-private-taxis-neelie-kroes-verteidigt-start-up-a-964702.html

Da ich keinen Twitter-Account habe, kann mal einer der Dame seine Meinung sagen? "Show your anger" meint sie ja selber. Hashtag im Artikel.



Montag, 14. April 2014

Taxi-Mitfahrzentrale

Taxi fahren ohne... alles. Also ohne Taxi, ohne Taxischein, ohne Verstand. Und natürlich auch ohne Steuern zu bezahlen. Trinkgeld heißt die Bezahlung.


Ich fasse es nicht.

Mittwoch, 9. April 2014

Klaglos hingenommen

"Hier stimmt so."

Er bezahlte die 5,60 Tour mit einem Zehner.

"Und weil Sie so klaglos diese kurze Tour hingenommen haben, habe ich noch was für Sie. Wenn Sie mich hier um halb drei abholen, fahren wir zuerst nach Neukölln, holen meine Frau ab und dann geht es weiter zum Waldorf Astoria."

"Das ist halt Berufsrisiko. Der Eine will zum Flughafen, der Andere halt nur zweimal um die Ecke. Aber dafür sind wir ja auch da."

"Da habe ich aber schon ganz andere Kommentare von manch einem Ihrer Kollegen erlebt."

Normalerweise nehme ich keine persönlichen Vorbestellungen an, da man u.U. in der halben Stunde zuvor eigentlich nichts richtig Sinnvolles unternehmen kann.

Ich nahm sie trotzdem an. Und mir ist was Sinnvolles eingefallen: Ich war Kaffeetrinken.

Die Tour hat sich dann auch noch als lukrativ erwiesen, dank längerer Wartezeit. Seine Frau war unpünktlich.

Dienstag, 8. April 2014

Sie sind doch Taxifahrer

Es war mal wieder wie so oft: Direkt am Eingang vom 5 Sterne Hotel am Pariser Platz hatte sich eine Menschenmenge versammelt, blockierte den Gehweg und teilweise sogar die Straße. Alle mit Blickrichtung zum Hoteleingang.

Warum? Keine Ahnung, interessiert mich auch nicht. Nie! Die fahren eh nicht mit uns.

Ich stand also mit einem Kollegen vor dem Hotel und wir quatschten. Da hält ein Radfahrer neben uns:

"Wissen Sie, warum die alle hier rumstehen?"

Der Kollege und ich unisono:

"Nö."

Der Radfahrer wandte sich ab, drehte aber gleich wieder um und sprach uns nochmal an:

"Aber Sie sind doch Taxifahrer hier?"

"Ja, wir sind gerade bei der Arbeit. Fragen Sie doch einen der Herumstehenden." 

"Habe ich doch gemacht. Weiß auch keiner."

Ganz so, als ob ein Taxifahrer wüsste, welcher VIP gerade in welchem Hotel abgestiegen ist. Dafür werden wir nicht bezahlt. Echt nicht.

Montag, 7. April 2014

War es nur ein Traum?

Zu Feierabend ließ ich mich erst mal zwicken, ob dieser Sonntag etwa nur ein Traum war...
Der kurioseste Arbeitstag meiner Laufbahn.

Zuerst - ich muss auch mal was nettes über den von mir so oft geschmähten Ostbahnhof sagen.

Gleich, kurz nach Arbeitsbeginn, schlug ich am selbigen auf, um 2 Minuten später mit einem israelischen Pärchen zum Flughafen Schönefeld durchzustarten.

"Something is wrong with the Bahn."

Keine Ahnung, was wrong with the Bahn war, aber immer wenn something wrong ist with the Bahn, ist der Ostbahnhof eine gute Anlaufstelle für einen Taxifahrer. Also nichts wie zurück.
Und haste nich gesehen, die nächste Tour ging wohin?
Jau, zwei Touren, zweimal SXF.

Ein drittes Mal konnte es nicht gut gehen ("Was kostet es zum Watergate?"). Also gut, machte ich mich rüber nach Mitte, genauer gesagt zu meiner Lieblingshalte am Pariser Platz.

"Please can you bring us to Sans Souci Castle in Potsdam?"

Puuhh.

"Of course, I can."

Wenn man die Watergate-Tour mal außer Acht lässt, mit den drei ersten Touren über 110 € Umsatz,da kann man sich nicht beklagen.

Wer jetzt denkt, ganz schön bescheidener Kilometerschnitt, hat zuerst mal Recht. Aber es kommt noch besser.

"Haben Sie eine Stunde Zeit? Ich sage links oder rechts. Wir machen eine kleine Stadtrundfahrt."

Ein Stadtführer suchte sich meine Taxe aus, um einer vornehmen Lady die Innenstadt-Ost zu zeigen.

Mehrere Stopps auf der Tour (einiges an Wartezeit) und schon sah es wieder etwas besser aus mit dem Kiloneterschnitt.

Aber auch das war noch zu toppen.

Das mit dem Umsatz sah jetzt richtig gut aus und das hat, speziell im April etwas beruhigendes.

"Was kostet es denn zum Brücke Museum?"

Auch eine ganz gute Tour, aber am gestrigen Tag überraschte mich das nicht mehr weiter.
Ein netter älterer Herr, seines Zeichens Schweizer Staatsbürger, Flieger und viel wichtiger in diesem Zusammenhang Künstler. 
Er bereitet sich momentan auf eine zweimonatige Kunstaktion im Mai dieses Jahres in Berlin vor und sieht sich zur Vorbereitung hier um, um die Stadt besser kennenzulernen. Motto der Aktion: 1 Quadratmeter. Im Moment scheint es im Netz aber noch keine Infos dazu zu geben.
Wir hatten eine interessante Unterhaltung und kurz vor dem Ziel fragte er mich nach meiner Telefonnummer, um bei Bedarf wieder mit mir fahren zu können. Das mache ich aber grundsätzlich nicht mehr, da solche Anrufe erfahrungsgemäß immer dann eintrudeln, wenn man sie überhaupt nicht gebrauchen kann. Stattdessen schlug ich ihm vor, vor dem Museum auf ihn zu warten, wenn es nicht allzu lange dauern sollte.
Halbe Stunde maximal meinte er.

"Okay, das kann ich machen."

"Kommen Sie doch mit. Ich bezahle Ihnen den Eintritt."

Kurz musste ich überlegen. Aber nur kurz. Und so kam es, dass ich umsonst eine fachkundige Führung durch das Museum der Brücke-Künstler erhielt, einschließlich der Erläuterung des Unterschieds zwischen den Techniken der Lithografie und des Linolschnitts. Und direkt anschließend wieder Geld verdienen konnte. Nochmal vielen Dank.
Mein Fazit dieses Museums:
Klein, aber lohnt sich für Menschen, die an den Brücke-Künstlern interessiert sind.
Sein nächstes Ziel war dann das Museum Bergruen. Auch nicht schlecht.
Meine letzte Tour zog sich, ging dann aber nach Tegel.


Mein Tourenschnitt an diesem Tag:
21,50 € pro Tour
Mein Kilometerschnitt:
1:1
Der Gesamtumsatz war gar nicht so spektakulär, wie man denken könnte, aber lauter interessante und nette Menschen an Bord. Und ein Traumwetter. Ein Tag wie aus dem Bilderbuch 

Ich finde, solch einen Tag habe ich mir mal verdient.

Dienstag, 1. April 2014

Der Kreuz Bär

Gerne würde ich dieses Foto zum Bilderrätsel machen - alleine mir fehlt die Antwort:
Dieses Foto habe ich letzte Woche in der Kantine des Kreuzberger Rathauses vom 10. Stock aus geschossen. Von dort hat man einen schönen Blick über die Dächer von Kreuzberg und dem Potsdamer Platz. Leider ist immer eine Fensterscheibe dazwischen. Deshalb die Reflexionen. Der Berliner Bär hat das Kreuzberger Stadtwappen von 1956 im Arm, steht auf einem Bein und hat sich offensichtlich seiner Fußfessel entledigt.

Aus dieser Symbolik (in Kreuzberg ist der Bär los) ergaben sich für mich einige Fragen:
Was ist das für ein Gebäude?
Wer hat es entworfen?
Und warum steppt der Bär auf der Kuppel?

Das Gebäude habe ich gefunden. Es steht in den Hinterhöfen hinter dem Finanzamt Kreuzberg neben den Gewerbeflächen der Autoschrauber und der Bär ist von unten nur zu sehen, wenn man weiß wonach man Ausschau hält.

In der Satellitenaufnahme sieht es so aus, als würde das neue Rathaus Kreuzberg mit diesem Gebäudekomplex zusammenhängen. War das das alte Rathaus Kreuzberg?
Fragen über Fragen und so habe ich einige Hebel in Bewegung gesetzt:

Ich habe im Netz recherchiert.

Ich habe befreundete Blogger angeschrieben.

Ich habe einen Ausdruck mit zur Schicht genommen und jedem altgedienten Kollegen gezeigt. Ein sehr Architektur interessierter Kollege meinte was von wegen sieht irgendwie nach Mühlenhaupt aus. Leider habe ich dafür aber keine Belege gefunden.
 
Ich habe vor einer Woche das Kreuzbergmuseum angeschrieben und (noch?) keine Antwort erhalten. (Bürokratenhaufen, zu viel zu tun oder weiß man da auch nichts? Gar keine Rückmeldung empfinde als äusserst unhöflich.)

Es ist, als ob ich der einzige Mensch wäre, dem das jemals aufgefallen ist. Es ist aber von der Kantine des Rathauses aus deutlich zu sehen. Auch ohne Teleobjektiv.

Nun versuche ich es auf diesem Weg. Schwarmintelligenz soll ja weiterhelfen. Ich warte.

Nein, nein, nein. Es ist kein Aprilscherz.
 


Montag, 31. März 2014

Halbmarathon (2)

Am Sonntag war mal wieder eine dieser Laufveranstaltungen, die wir Taxifahrer so lieben. Ja, im Ernst. Viele Kollegen drücken sich um diese Gehirnakrobatik. Wie komme ich denn dorthin, wo mein Fahrgast begehrt hinzukommen? Manche Sachen gehen halt einfach nicht, andere sind nur über Umfahren der normalen Strecken hinzubekommen. Ein bisschen Vorbereitung (Streckenplan im Kopf oder als Ausdruck im Auto) muss schon sein. Und irgendwo ist immer ein Schlupfloch. Und der Halbmarathon dauert ja auch nur halb so lang.

Etwa 3 Stunden nach dem Start des Laufes wähnte ich mich, auch dadurch, dass die Straße des 17. Juni nicht mehr abgesperrt war, auf der sicheren Seite, als ich eine ältere Dame zum Westberliner Zoo bringen sollte. Ich fuhr auf Sicht und Gefühl.
ABER:
Der Grund, warum der Lumpensammler 3 Stunden nach dem Start noch bei Kilometer 5 rumgurkte, waren 3 junge Frauen, die im "Läufer"dress einen gemütlichen Spaziergang auf der Strecke veranstalteten. Warum wurden die eigentlich nicht aus dem "Rennen" genommen?

Aber ich muss schon sagen, an diesem Sonntag hat es mächtig geklingelt in der Kasse.

Halbmarathon (1)

Was ist das bloß mit diesem Ostbahnhof?
Kollegenschweine, bescheuerte Fahrgäste, alles tummelt sich dort.
Nicht einmal die Polizei hält sich an gewisse Regeln und parkte die Halte zu, obwohl die Rücken völlig leer waren.
Wie man links im Bild durch das gerade wegfahrenden Taxi erkennt, war nur vorn der erste Platz an der Halte noch frei, um Fahrgäste aufzunehmen.
Also habe ich zuerst mal auf der 1. Rücke Platz genommen. Der erste Kollege fuhr weg und ich konnte dorthin vorrücken. Ein weiterer Kollege kam von hinten und lichthupte mir zu. Ich signalisierte, dass ich rüberrutschen werde, aber als ich dann ankam, stand eben dieser Kollege schon dort. Meine Aufforderung, diesen Platz wieder zu räumen, ignorierte er mit aggressivem Verhalten, so dass mir jetzt nichts anderes übrig bleibt als ihm eine Meldung zu schreiben. Vielleicht hilft das ja gegen solche Kollegenschweine. Oder muss man sich am Ostbahnhof etwa alles gefallen lassen? An jeder anderen Taxihalte Berlins würde man so jemanden mit Schimpf und Schande davon jagen.


Montag, 24. März 2014

Freiwilliger Sonntagszuschlag

"So, dann sind wir bei 6,60 € gelandet."

Er zieht einen Zehner aus dem Geldbeutel. UND einen Fünfer hinterher. Ich dachte, vielleicht sucht er noch nach ein paar Münzen, um es passender zu bezahlen.
Nein:

"Stimmt so. Sonst wäre es ja kein Sonntag für Sie."

Ich wusste gar nicht, dass in HH so katholisch gedacht wird. Wie auch immer, herzlichen Dank.
Prozentual gesehen (127%) dürfte dieses Trinkgeld wohl in die Top-Five gehören.

Schon am ganz frühen Morgen die erste Tour war sehr trinkgeldfeundlich.
Vier Nachtschwärmer hatten Sehnsucht nach ihrem Bettchen. Für mich war es die erste Tour des Tages und wenn sich die Gelegenheit ergibt, bin ich um diese Uhrzeit gerne bereit mich wachzuquatschen. Wurde also eine unterhaltsame Fahrt. Nach Gesundbrunnen sollte es gehen. 15,20 € standen zum Schluss auf der Uhr.

"Okay, jeder einen Fünfer."

lautete die Ansage des neben mir sitzenden Fahrgastes.

Gesagt, getan. Und der jüngste legte nochmal 3 Euro extra drauf:

"Für die nette Unterhaltung."

Der ganze Tag verlief so. Der Umsatz war nicht so toll, aber durch insgesamt 42 Euro Trinkgeld wurde das wieder ausgeglichen. 

Sonntag, 23. März 2014

Staugefahr

Ja, liebe Firma Smartphone-Hersteller, ich habe das Galaxy S4 gekauft. Aber findet ihr das nicht etwas übertrieben? Und auch noch mit 'nem Zaun drumrum.
(Gesehen in der Breite Straße in Mitte.)

Obacht Kollegen, das wird wieder stauig.

Donnerstag, 20. März 2014

Ja was denn nun?

Manchmal muss man ja so was von höllisch aufpassen.

Es kam ein Mann, mittleren Alters aus dem Hotel, stieg bei mir ein und hielt mir einen aus dem Internet ausgedruckten Stadtplanausschnitt unter die Nase. Darauf waren der Hardenbergplatz und der Bhf Zoo zu sehen. Und ein Punkt, bezeichnet mit Meetingpoint. Der war ungefähr auf Höhe des Schnellfress Restaurants gegenüber des Bahnhofs.

Okay, das ist ein von Touristen oft gewähltes Fahrziel, dort treffen sich ab und an Stadtführungsgruppen.


Aber mein Fahrgast redete auch mit mir:

"In front of ATM Coffee"

Ich bin ein Mensch mit mehr visueller Wahrnehmung. Also ab in Richtung Westen zum Bahnhof Zoo.


Mooment mal, ATM Coffee am Zoo?

"Please show me the map again."

Rechts ran gefahren und den Ausdruck noch mal genau angeschaut. Und dabei habe ich dann den Text über dem Plan gesehen:

"S-Bahn Station Hackescher Markt. Exit Am Zwirngraben. Meetingpoint in front of ATM Coffee."

Ja was denn nun?
Hackescher Markt wie im Text oder Bhf Zoo wie auf dem Plan? Das sind zwei genau entgegengesetzte Richtungen.

Auf meine Nachfrage zeigte er auf den Text und ich vollzog die 360° Wendung. Allzu weit waren wir noch nicht gekommen.

Da der Zwirngraben aber eine Fußgängerzone ist, musste ich ihn dort in der Nähe irgendwo rauslassen und ich werde nie erfahren, ob das jetzt richtig war und wieso im Text etwas anderes stand, als auf dem Plan abgebildet war.

Aber in diesem Fall kann ich damit leben. Obwohl ich schon neugierig bin, wer so einen Schwachsinn verbreitet.

Dienstag, 18. März 2014

Auch Kundschaft kann einen an der Waffel haben

Wenn ich diese Geschichte von einem anderen als meinem Lieblingskollegen gehört hätte, würde ich sie in das Reich der Fantasie verweisen. Aber dieser Kollege ist für mich absolut vertrauenswürdig und seiner Stimme war die Erregung noch deutlich anzumerken.

Er stand vor dem Adlon, drei Franzosen stiegen ein und begehrten zur Französischen Botschaft gebracht zu werden. Sein Hinweis, dass die doch genau gegenüber liege (keine 100 Meter), ließen sie nicht gelten und bestanden darauf gefahren zu werden. Der Kollege spricht sehr gut Französisch, ein Verständigungsproblem ist hiermit ausgeschlossen. Das Wetter war sonnig, 15°C und ein gehbehinderter Mensch war auch nicht dabei. 3,60€ bitte... Das angebotetene Trinkgeld ignorierte er. Als Kreuzberger hat man hat ja auch seinen Stolz.
Was bleibt, ist die Frage, wie kamen sie zurück in ihr Hotel? Ein Taxi bestellen?
Oder war das gar etwas mit versteckter Kamera? Ein Taxitest der besonderen Art?

An diesem Tag betrug sein Umsatz bei 17 gefahrenen Touren 127€.


Größere Kartenansicht

A= Adlon
B= Botschaft 

Nachtrag 19.3. 
Über Nacht hat Google an meiner eingebetteten Karte rumgepfuscht.
 

Montag, 17. März 2014

Steile These

"Wissen Sie, ich gebe mal eine Prognose ab. Der Uli Hoeneß sitzt nicht seine gesamte Strafe im Gefängnis ab."

"Na garantiert nicht. Frühzeitiges Freigängertum ist doch schon vorprogrammiert."

"Nee, wenn der wirklich so zockersüchtig ist, kommt der in Nullkommanichts in die Psychiatrie."

Diese steile These stammt von einem Steueranwalt, den ich zu einem Kongress fuhr, auf dem er einen Vortrag halten sollte.


Auflösung Bilderrätsel (26)


das war der gesuchte Superlativ im letzten Rätsel.


Aber die Geschichte von Anfang an:

Vorletzten Sonntag hatte ich eine Fahrt von Berlin-Mitte nach Potsdam. Nachdem ich die Fahrgäste am Schloss Sans Souci abgeliefert hatte, habe ich mich auf dem Rückweg verfranst. Ich muss mich da ja auch nicht auskennen!

So habe ich mich mittels Navi querfeldein durch Potsdam-Babelsberg lotsen lassen und kam durch eine fast absurd anmutende Gegend.


 Klein-Glienicke heißt dieser Stadtteil von Potsdam. Über eine schmale Brücke mit Ampelregelung kommt man dann zurück nach (beinahe hätte ich geschrieben West-Berlin) Berlin-Wannsee.

Beim Recherchieren, wo ich denn da gelandet war, stieß ich auf den oben genannten Begriff. Also nichts wie hin zu einem meiner Ausflüge. Natürlich mit der "guten" Kamera im Gepäck. Und nun, ihr ahnt es schon...

Auch mit ein paar Bildern der Loggia Alexandra, der Schweizer Häuser in Klein-Glienicke, der Glienicker Brücke und des Parks Glienicke mit seinem Schloss.

Und noch eine Bemerkung zu den Volltreffern in den Kommentaren:
Cool, Aro und mime. Berliner Taxifahrer sind eben Spitze.

Zu Anonym mit dem Tor:
Ein Tor gab es in Hakenfelde. Ob es das Einzige war, entzieht sich meiner Kenntnis.

Donnerstag, 13. März 2014

Bilderrätsel (26)

Es ist mal wieder an der Zeit...
Mit welchem Superlativ verbindet/verband man diese Straßenkreuzung?
Da kommt sowieso kein Mensch von alleine drauf, deshalb hier eine Hilfestellung:

Das war die ......... Stelle ... ...

Wie immer werde ich die eingegangenen Kommentare erst später veröffentlichen. Am Montag, den 17. März ist Auflösung. Leider kann man bei Blogger die Kommentarfunktion nur komplett ein oder ausschalten, so dass es u.U zu Verzögerungen bei Kommentaren zu anderen Posts kommen kann.

Auflösung hier.

Mittwoch, 12. März 2014

Onkel Tom

Papageiensiedlung, Jägerviertel, Waldsiedlung oder Onkel Toms Hütte, das sind die Namen, unter denen man dieses Viertel in Berlin-Zehlendorf kennt. Oder aber auch nicht kennt.
Draufgekommen, dort mal einen meiner Ausflüge hinzulenken, bin ich durch eine Fahrt mit einem Kunden im Sommer letzten Jahres. Der Straßenname Hochsitzweg sagte mir nichts, aber der Fahrgast wusste wie er zu seinem Ziel kommt. ("Da wohnen in erster Linie Studienräte a.D.") Dort angekommen, staunte ich nicht schlecht über die farbigen Häuser und die engen Straßen. Das konnte doch nur von Bruno Taut sein. Der baute in Berlin unter anderem noch eine so bunte Siedlung:
Die Gartenstadt Falkenberg.

Vor ein paar Tagen habe ich es endlich geschafft, privat dort vorbei zu schauen. Es ist lustig da.

In diesem speziellen Teil der Onkel-Tom-Siedlung heißen die Straßen:
Am Wieselbau
Am Fuchspaß
Treibjagdweg
Hochwildpfad
Am Lappjagen

u.s.w.

Und aussehen tut es da folgendermaßen:






Weiterführende Links:
(pdf Download startet automatisch)

Anwohnerinitiative Papageiensiedlung

Dienstag, 11. März 2014

Herr Professor Taxifahrer

Eine meiner Lieblingsfragen:

"Ist es möglich, wir fahren kurz am Hotel XYZ vorbei, ich hole meine Koffer und dann geht es weiter zum Flughafen."

"Na klar doch, bin heute mal nicht so."

Diese Frage stellte mir der dunkelhäutige Mann um die 50. Es sollte eine unterhaltsame Fahrt werden. Zuerst dachte ich ob seines internationalen Aussehens an einen Gast oder Aussteller der ITB, die ja gerade bei Berlins Taxifahrern für ein Umsatzplus sorgte. Aber nein. Er war zu einer Konferenz der Humboldt Universität in Berlin. Auf der Fahrt zum Flughafen erklärte ich ihm einige Sehenswürdigkeiten links und rechts der Strecke und er war sichtlich angetan von der Vielschichtigkeit der Stadt und meinte, für seinen nächsten Besuch müsse er sich viel mehr Zeit lassen.
Interessant für mich auch sein Vergleich zu New York, als ich das Thema Gentrification ansprach. Das Gleiche hätte in Brooklyn vor kurzem stattgefunden.

Irgendwann drehte ich den Spieß um und fragte IHN aus. Woher er denn komme und welches Fachgebiet er vertrete. Woher war einfach. Er war gebürtiger Inder und seit Jahren in Amerika zu Hause.
Schwieriger dann in der in englisch geführten Konversation sein Spezialgebiet:

"Professor." 

Äh und Professor für was? Dann begann mein Mißverständnis. Verstanden habe ich was mit Information. Hm, Information + Inder = Informatik?

"Was mit IT? Dann haben sie viel mit Mathematik zu tun?"

fragte ich nach.

"Ohne T."

antwortete er.

"Im Grunde so etwas ähnlich was Sie auch tun. Information, Logistik, Transport, Kommunikation und Wissen."

und noch zwei, drei Substantive, auf die ich bei der Berufsbeschreibung des Taxifahrers bis jetzt noch nicht gekommen bin.

Aber recht hat er.
Jetzt brauche ich nur noch eine Uni, die mir eine Professur anbietet und die Rente ist gerettet. Denn vom Trinkgeld indischer Amerika-Professoren kann man nicht leben.

Im Nachhinein tippe ich mal auf Informationswissenschaften. Aber auch nach intensivem Studium des Wiki-Artikels erschließt sich mir nicht ganz, was die wirklich machen.
Oder hat jemand noch einen Tipp, worin man mit den genannten Eigenschaften eine Professur erhalten kann?

Pariser PLATZ

Sonntag in Berlin auf dem Pariser майдан:


Nun muss ich zugeben von Kenntnissen über die regionalen Eigenheiten der ehemaligen Sowjetrepubliken völlig unbeleckt zu sein.

Ich kann mir meine eigene Meinung über das, was momentan in der Ukraine und der Krim passiert nur über Zusammengelesenes bilden. Und da stören mich die amerikanischen und europäischen Drohgebärden gegen die angeblich so imperialistische russische Politik doch sehr. Das ist mir alles zu einseitig. Wie war das gleich noch mal, als die Amerikaner im Irak einmarschiert sind?

Aber es gibt auch differenziertere Stellungnahmen von Politikern und Journalisten:

Noch mal Tagesschau.de

und einige weitere. 
LESEN!

Auf jeden Fall war nach der Demo der Pariser Platz von Taxen leergefegt. Keine Ahnung wieso. Haben die Demonstranten alle eine Taxe zur Heimfahrt benutzt?

Dienstag, 4. März 2014

Neu hier

Neu hier, wa?
Siehst genauso besch...eiden aus, wie so manch anderes Neues in Berlin. Und diesmal sogar in Zehlendorf, wo es selten was Neues gibt.

Montag, 3. März 2014

Eine ganze Truppe von Taxikollegen stand gelangweilt vor dem Hotel. Es war früh am Morgen und Berlin schlief noch. Wir kannten uns alle und haben getratscht, wie man das halt so tut, wenn einem langweilig ist.

Da näherte sich eine Dame mit großem Koffer und steuerte die Halte an. Ich war vorne und sah schon von weitem einen "Tegel" Aufkleber an ihrem Koffer. Okay, nicht schlecht. Ich lud ihren Koffer ein und fragte wie immer:

"Was kann ich für Sie tun?"

Aber nichts mit Airport, please. Umständlich kramte sie in ihrer Handtasche, fand aber nicht, wonach sie suchte.

Mit grausamem amerikanischen Slang versuchte sie eine Adresse auszusprechen, was sich ungefähr so anhörte:

"Hämburg University  ***knödel***...house. Tegelstraße 13"

Das Geknödele vor House interpretierte ich als guest, aber wir sind hier nicht in Hämburg, sondern in Berlin. Oder sollte jetzt doch eine Hamburger Uni...? Tegelstraße kenne ich nicht, höchstens die Tegeler Straße und die Kollegen hatten noch größere Fragezeichen in den Gesichtern als ich und wendeten sich ab. Soll er doch selber klar kommen. So sind sie halt, die lieben Kollegen.

Okay, was mache ich jetzt mit der völlig orts- und anscheinend auch weltfremden Person?
Ich habe ihr dann auf dem Navi die Straßennamen gezeigt, die irgendwie mit Tegel oder ähnlichem zu tun haben. Kein Treffer dabei. Puuhh. Was nun?

Das Smartphone musste ran. Bei Google dann nach ihrer Vorgabe Buchstabe für Buchstabe eingegeben und so einfach kann die Welt sein.
Aus Hämburg wurde Humboldt, aus Tegelstraße Ziegelstraße. 1,2 Kilometer entfernt.

Als ich wieder zur Halte zurückkam, meinte einer der Kollegen (ohne Englischkenntnisse und Smartphone)  kopfschüttelnd, bei ihm müsse der Fahrgast immer eine vollständige Adresse angeben, sonst würde er erst gar nicht losfahren:

"Klaus, Du bist einfach zu gut für diese Welt."

Ich habe es schon immer geahnt.

Aber schon erstaunlich, dass sie es bis auf 1 Kilometer an ihr Ziel geschafft hatte.

Taxifahrer kämpfen...

"Image-Korrektur Taxifahrer kämpfen mit den Zumutungen des Großstadtverkehrs und mit ihrem schlechten Ruf. Was man vor dem Einsteigen sonst noch alles wissen sollte, verrät unser Lexikon"
Netter Artikel zum Thema Taxifahren der Zeitung "Freitag". Man sollte viel öfter da lesen.