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Montag, 2. Juni 2014

Scheibe heile?

Cheffe hat es ja nur gut gemeint. Er wollte, dass ich meine Schicht fahren kann. Na ja, potentielle Gefahren für Fahrgäste sind hiermit ausgeschlossen.
Nicht schön, aber selten. Eine dreiviertel Schicht bin ich so gefahren.
Fällt auch gar nicht weiter auf. Nur ein Fahrgast hat mich darauf angesprochen.

Samstag, 31. Mai 2014

Scheibe putt

Nöö, echt nicht. Ich kann so nicht arbeiten.
Keine Ahnung was passiert ist. Wohl aber kein Einbruchsversuch.

Freitag, 30. Mai 2014

Taxi-Mitfahrzentrale in der RBB Abendschau (totally confused)

"Ein internationaler Konzern macht in vielen Metropolen weltweit den Taxis Konkurrenz: Über eine Smartphone-App können Privatleute mit ihren Autos für günstige Fahrten durchs Stadtgebiet geordert werden. Doch die Taxifahrer wehren sich: Der offizielle Start der App wurde durch eine einstweilige Verfügung verhindert.
Wir haben mit dem Taxi-Unternehmer Richard Leipold den Mann getroffen, der diesen Teilerfolg errungen hat."

Hat er das wirklich, liebe Abendschau? Der Kollege Leipold hat zwar eine einstweilige Verfügung gegen Uber erwirkt, aber nicht gegen die von euch angesprochene App POP, sondern gegen den Limousinenservice dieser Firma, deren Limousinen sich entgegen gesetzlicher Bestimmungen auch ausserhalb ihres Betriebsstandortes, so wie es das Gesetz vorschreibt, zur Fahrgastaufnahme bereit halten.

POP wiederum ist das Angebot derselben Firma, das irgendwelche dahergelaufenen Privatfahrer gegen Geld als eine Art Taxiservice vermittelt.

Ist der Kollege Leipold tatsächlich der Ansicht, dass seine Einstweilige auch den "Service" der "App UberPOP" mit einschließt? Nein, habe er nie gesagt, wie er mir in einem längeren und aufschlussreichen Telefongespräch versicherte. Im Gegenteil, er habe explizit auf den Unterschied der zwei Angebote hingewiesen. Aber das hätten sie wohl rausgeschnitten. Er sei aber trotzdem froh, dass die Abendschau so eindeutig und publikumswirksam Stellung  genommen habe. Und vor allem, wo er Recht hat er Recht. Der Berliner Senat muss aktiv werden gegen UberPOP. Ab Min. 2:43.
Die Einleitung vom RBB legt die Fehleinschätzung aber einfach nahe.

Ich persönlich halte es aber für ganz, ganz schlechten Journalismus.

Nachzulesen bei mir im Blog (Teil 1, 2, 3, 4.)

Donnerstag, 17. April 2014

Taxi-Mitfahrzentrale (und kein Ende in Sicht)

So, da ist anscheinend so einiges durcheinander geraten.
Auch ich bin wohl einem Irrtum aufgesessen.
Das gestrige Urteil des Landgerichts Berlin hat nichts mit der momentan so heiß diskutierten App von UberPOP, über die ich ich mich so aufgeregt habe, zu tun.

24 Seiten Juristendeutsch, wer sich das antun möchte, hier geht es zum Download des Urteils.

Der Kollege Sash versucht es aufzudröseln. 

In meinen Postings habe ich auch nichts von diesem Urteil geschrieben, also die gelten nach wie vor. Vor allem und das ist der entscheidende Punkt, die Warnung des Senats:

Warnung vor neuen "Taxi-Apps"


Nur in einem meiner Kommentare habe ich eine einstweilige Verfügung erwähnt. Das stimmt nicht. Dieses Gerichtsurteil betrifft den Limousinen-Service von Uber.

Aber die gesamte Presse (einschließlich rbb-abendschau) ist dieser Fehleinschätzung aufgesessen. Wie kann auch der Senat eine Warnung vor einer Uber-App genau an am gleichen  Tag der Urteilsverkündung zu einem anderen Fall zum Thema Uber herausgeben. ;-)


Mittwoch, 16. April 2014

Taxi-Mitfahrzentrale (3)

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung reagiert:

"...In der Praxis heisst dies, dass das Angebot einer Taxi-Dienstleitung von Personen oder Unternehmen, die nicht über eine entsprechende Genehmigung und Fahrerlaubnis verfügen, gegen geltendes Recht verstößt. Fahrgäste, die ein solches Angebot nutzen, sind rechtlich nicht abgesichert und gehen versicherungstechnische Risiken ein. Die Senatsverwaltung warnt daher Fahrer und Fahrgäste dringend vor der Nutzung solcher Angebote..."

Und damit ist das Ding für mich vom Tisch.

Taxi Mitfahrzentrale (2)

Ich hätte nicht gedacht, dass die Überschrift noch eine (2) kriegt.

Ganz ehrlich gesagt habe ich es nicht wirklich ernst genommen. Große Klappe, aber so absurd, dass man sich nicht weiter damit beschäftigen muss.

Aber in anderen Städten ist es schon soweit. Selbst die EU-Digitalkommissarin Neelie Kroes beschäftigt sich damit. Und nicht so, wie man sich das als professioneller TAXIfahrer wünscht.

Wozu habe ich eigentlich fast ein Jahr lang Straßennamen, Plätze, Objekte und Routen gebüffelt, wenn heute jeder dahergelaufenefahrene (und darum wird es gehen) ohne jede Ortskenntnis, ohne ein Gewerbe anzumelden und ohne Steuern abzugeben in der Stadt auf Bestellung Fahrgäste rumkutschieren darf? Frau Kroes, Sie sind nicht bei Verstand.
Apropos, dieses Jahr ist noch meine Gesundheitsprüfung zur Verlängerung des P-Schins fällig. Macht Uber die selber?

http://www.spiegel.de/wirtschaft/uber-und-private-taxis-neelie-kroes-verteidigt-start-up-a-964702.html

Da ich keinen Twitter-Account habe, kann mal einer der Dame seine Meinung sagen? "Show your anger" meint sie ja selber. Hashtag im Artikel.



Mittwoch, 9. April 2014

Klaglos hingenommen

"Hier stimmt so."

Er bezahlte die 5,60 Tour mit einem Zehner.

"Und weil Sie so klaglos diese kurze Tour hingenommen haben, habe ich noch was für Sie. Wenn Sie mich hier um halb drei abholen, fahren wir zuerst nach Neukölln, holen meine Frau ab und dann geht es weiter zum Waldorf Astoria."

"Das ist halt Berufsrisiko. Der Eine will zum Flughafen, der Andere halt nur zweimal um die Ecke. Aber dafür sind wir ja auch da."

"Da habe ich aber schon ganz andere Kommentare von manch einem Ihrer Kollegen erlebt."

Normalerweise nehme ich keine persönlichen Vorbestellungen an, da man u.U. in der halben Stunde zuvor eigentlich nichts richtig Sinnvolles unternehmen kann.

Ich nahm sie trotzdem an. Und mir ist was Sinnvolles eingefallen: Ich war Kaffeetrinken.

Die Tour hat sich dann auch noch als lukrativ erwiesen, dank längerer Wartezeit. Seine Frau war unpünktlich.

Sonntag, 23. Februar 2014

9 Jahre

Gerade eben bei der Abrechnung festgestellt:

Genau am letzten Sonntag im Februar 2005 war mein erster Arbeitstag als Taxifahrer. Umsatz damals 89 Euro.

Und kurioserweise zeigt mir Excel heute den 1111. Arbeitstag an. Schont eure Taschenrechner, ich weiß, ich bin kein fleißiger Mensch.

Arbeiten ist zum Leben da und nicht umgekehrt.

Aber warum ich ausgerechnet heute nicht mal annähernd an meinen Durchschnittsumsatz (nein, den verrate ich nicht) rangekommen bin, das hat seine Gründe. Ärgerliche Gründe. Dazu nächste Woche mehr.

Freitag, 3. Januar 2014

Kleine Jahresbilanz

So, willkommen im Jahr 2014. Ich wünsche allen LeserInnen meines Blogs ein tolles und erfolgreiches Neues Jahr. Wie immer der Einzelne toll und erfolgreich auch interpretieren möchte.

So richtig toll war, zumindest was meine Umsatzzahlen anbelangt, das Jahr 2013 nicht.

Ein paar Beispiele gefällig?

Ich habe 2013 drei Tage mehr gearbeitet als im Jahr 2012 und trotzdem 1.100 € weniger Umsatz eingefahren. Ergo, um einiges weniger verdient als im Jahr zuvor.

Noch heftiger sieht meine Statistik aus, was die Schichtdurchschnitte pro Monat anbelangt.

Das ist natürlich eine etwas wacklige Angelegenheit, da ich dort einen monatlichen Durchschnitt meiner Schichtumsätze erstelle. Diese Zahlen sind sehr unscharf, da besondere Ereignisse/Großveranstaltungen/Messen durchaus auch mal in einen anderen Monat als in den Jahren zuvor rutschen können. Oder aber wie das Wetter und Streiks im öffentlichen Nahverkehr komplett ausfallen können. Aber im Prinzip richte ich meine Schichten an denen des jeweiligen Vorjahres aus.

Das sieht dann so niederschmetternd aus: (klicken zum Vergrößern)

An dieser Stelle stand mal eine blödsinnige Grafik über meine Umsätze, von der ich nicht will, dass sie weiterhin in meinem Blog zu finden ist. Deshalb habe ich sie gelöscht.

 
Erfreulich im Jahresvergleich aber das Trinkgeld. Fast 100 € mehr als im Vorjahr flossen da netto in meine Kasse.

Privat war 2013 ein ganz normales, durchschnittliches Jahr, ohne größere Höhepunkte, aber auch ohne nennenswerte Tiefpunkte oder Schicksalsschläge.

Einen "Schicksalsschlag" hat aber 2014 für mich parat: Meinen runden Geburtstag. Das genaue Datum und die Anzahl der Jahre bleiben aber unter Verschluss. Solch Getue um meine Person liegt mir nicht. Nur einen kleinen Hinweis gönnne ich euch: Nach dem chinesischen Horoskop bin ich im Jahr des Pferdes geboren.

(Sollte jetzt eine Person aus meinem privaten Bekanntenkreis meinen Geburtstag in die Kommentare posten wollen - dieser wird umgehend von mir gelöscht werden. Ja, schreit nur Zensur.)

Nachtrag 4. Januar 2014
Die oben abgebildete Grafik meiner Umsätze ist völliger Quatsch. Natürlich war ich "Bis Dezember" nicht 50% unter den Vorjahresschnitten.
Vielen Dank an philipp

Es zeigt mal wieder: Computer nehmen einem viel Arbeit ab, aber sie ersetzen nicht, den eigenen Verstand einzuschalten. (Das möchte ich durchaus als Selbstkritik verstanden wissen)

Hier die berichtigte Version.








Donnerstag, 28. November 2013

Frust

Ich bin enttäuscht; nein, richtig frustriert. Und zwar vom November!

In meiner über Jahre hinweg erstellten Statistik war der November immer die Nummer Eins.
Und dieses Jahr? Der schlechteste Monat des Jahres. Bisher letzter Platz. Im Im Schichtdurchschnitt schlechter als mein erstes Jahr als Taxifahrer. Und das ganze Jahr liegt weit hinter den Vorjahren zurück. Und zwar krass.
Warum? Keine Ahnung. Das relativ gute Wetter? Zurückgehende Touristenzahlen durch die inzwischen unansehliche Innenstadt-Ost mit ihren vielen, vielen Baustellen? Oder gar das Ende des Berlin-Hypes?

Vor drei bis vier Jahren hatte ich mal die Hoffnung, Berlin könnte langsam fertig sein. Wie sagt der Schwabe? Scheissele, Herr Eisele. Berlin wird NIE fertig. Zumindest ich werde das nicht mehr erleben. Zur Zeit ist es schlimmer als je zuvor. Man kann momentan wirklich niemandem empfehlen, Berlin zu besuchen.

Auf der einen Seite: Die Politik hat es beinahe schon geschafft, dem, was Berlin so interessant machte, nämlich das pulsierende alternative Leben mit seinem vielseitigen Künstlerdasein und vielfältigen kreativen Schaffen, den Garaus zu machen.

Und andererseits die "schönen" touristischen Highlights versinken im Baudreck und -lärm.

Der Charme ist weg, War's das, Berlin?
Das Sexy ist auf der Strecke geblieben und das Geld (noch) nicht angekommen.


Montag, 21. Oktober 2013

Oktober

Es ist Oktober. Und es läuft. Warum auch immer die Menschen bereit sind, im Oktober mehr Geld für's Taxifahren auszugeben als z.B. im März. Ich weiß es nicht. Und ich habe auch aufgegeben, die Ursachen für dieses Phänomen hinterfragen zu wollen. Ich nehme es einfach als gegeben.

Geld für Taxifahrten auszugeben ist das Eine; aber das mit dem Trinkgeld ist eine andere Sache.

Danke für unfassbare beinahe 90 Euro Trinkgeld, die ich ich an den beiden Wochenendschichten gekriegt habe.

Und das nicht etwa, weil ein einziger Hirnie zu tief ins Glas geschaut hat, sondern mehr oder weniger gleichmäßig verteilt. Aus einem Fahrpreis von 6,20 wurde ein Zehner, waren es 17,20 stimmt so bei einem Zwanziger u.s.w.

Auch die Kollegen, eine Funkerin aus einer  Taxizentrale und drei Taxikollegen aus Mönchengladbach, die anlässlich der Partie gegen Hertha anwesend waren, ließen sich nicht lumpen. 14 Euro bei 10,20. Allerdings waren die ein bisschen anstrengend:

"Zum Breitscheidplatz bitte. UND ZWAR AUF DEM KÜRZESTESTEN WEG. Ihr Kollege hat gesagt, das dürfe max. 11 Euro kosten."

Tja, in Berlin ist der Taxiservice gut und Hertha hat 1:0 gewonnen. Alles gut.

Montag, 9. September 2013

Was Grundsätzliches zu Demos

Zum ersten Mal in meiner langjährigen Taxifahrertätigkeit habe ich am Samstag eine Schicht früher beendet als vorgesehen. Und das kam so:

Kreuzberg:
Um 16:00 Uhr beginnt am Kottbusser Tor eine Demonstration via Gitschiner Straße, Böcklerstraße, Erkelenzdamm, Kohlfurter Straße, Mariannenstraße, Oranienstraße, Adalbertstraße und Kottbusser Tor zur Admiralstraße. Bitte rechnen Sie bis ca. 19:00 Uhr mit kurzzeitigen Sperrungen in diesem Bereich.

Mitte:
Aufgrund einer Veranstaltung kommt es bis 24:00 Uhr im Bereich Straße des 17.Juni, Großer Stern, Brandenburger Tor und im Regierungsviertel zu mehreren Sperrungen. Ab 06:00 Uhr ist die Straße des 17.Juni ab Yitzhak-Rabin-Straße in Richtung Brandenburger Tor, die Ebertstraße zwischen Dorotheenstraße und Behrenstraße und die Dorotheenstraße ab Wilhelmstraße in Richtung Reichstag gesperrt. Ab 12:00 Uhr kommen folgende Sperrungen hinzu bzw. werden ausgeweitet: Straße des 17.Juni in beiden Richtungen zwischen Brandenburger Tor und Großer Stern, John-Foster-Dulles-Allee ab Haus der Kulturen in Richtung Reichstag, Kronprinzenbrücke in Richtung Reichstag und Moltkebrücke in Richtung Kanzleramt. Des Weiteren kann es aufgrund eines Umzugs von 14:00 bis 17:00 Uhr zu weiteren kurzzeitigen Sperrungen kommen. Wir empfehlen Ihnen diesem Bereich weiträumig zu umfahren.

 Mitte:
Um ca. 12:00 Uhr beginnt im Kreuzungsbereich Karl-Marx-Allee/Otto-Braun-Straße eine Demonstration mit bis zu 30.000 erwarteten Teilnehmern. Die Strecke führt via Alexanderstraße, Stralauer Straße, Spandauer Straße, An der Spandauer Brücke, Rosenthaler Straße, Weinmeisterstraße, Münzstraße, Memhardstraße, Alexanderstraße und Alexanderplatz zurück zur Karl-Marx-Allee/Otto-Braun-Straße. Bis ca. 20:00 Uhr kommt es in diesem Bereich zu Behinderungen. Verkehrsteilnehmer sollten den Bereich weiträumig umfahren.

 Mitte:
Um 13:30 Uhr beginnt an der Kreuzung Reinhardtstraße/Albrechtstraße ein Umzug via Friedrichstraße, Torstraße, Rosenthaler Platz, Torstraße, Mollstraße, Platz der Vereinten Nationen, Lichtenberger Straße, Strausberger Platz, Karl-Marx-Allee, Frankfurter Tor, Warschauer Straße, Revaler Straße, Modersohnstraße, Stralauer Allee und Alt-Stralau zur Kynaststraße. Bis voraussichtlich 22:00 Uhr ist mit Behinderungen zu rechnen.

Neukölln:
Ab 13:00 Uhr kommt es aufgrund einer Demonstration im Streckenverlauf Hermannplatz, Karl-Marx-Straße, Erkstraße, Sonnenallee, Pannierstraße, Glogauerstraße, Reichenbergerstraße, Ohlauer Straße, Wienerstraße und Oranienstraße zum Oranienplatz bis ca. 21:00 Uhr zu kurzzeitigen Sperrungen.

Prenzlauer Berg:
Ab 14:00 Uhr bis ca. 17:00 Uhr kann es wegen einer Demonstration in der Gleimstraße in Höhe Mauerpark zu Sperrungen kommen.
Berliner Zeitung

Auch die Abendschau berichtete. (Keine Ahnung wie lange der Link gültig ist.)

Vorsicht Werbung. Unbezahlt natürlich.
(Die Seite "Verkehrsvorschau für den...", zu finden unter der Rubrik Verkehr der Berliner Zeitung ist Pflicht für jeden, egal ob ÖPNV-Nutzer oder sonstiger Teilnehmer am öffentlichen Straßenverkehr.)

Nein, es machte keinen Spaß, seine Fahrgäste die letzten Meter zum Hauptbahnhof zu Fuß gehen lassen zu müssen, wie mir der hilfsbereite Polizist an der Absperrung zum Kapelle-Ufer empfahl.
Und mit viel Trickserei schaffte ich es anschließend, das Taxi vor der Zeit nach Hause zu bringen.

Das mit den Demos ist für mich eine zwiespältige Angelegenheit. Einerseits ein grundgesetzlich verbrieftes Recht, andererseits sorgen sie für ein Umsatzdefizit in meiner Kasse und dadurch zu Mindereinnahmen.

Aber völlig auf dem falschen Dampfer sind Menschen, wie der ältere Schwabe, dem ich mein Leid am Sonntag schilderte. Ich übersetze gleich:

"Da lief gestern doch ein kleines Grüppchen Menschen am HBF vorbei, die hatten syrische und ägyptische Flaggen dabei. Ich verstehe nicht, wie man so etwas genehmigen kann, wenn DIE hier bei uns ihr Mütchen kühlen wollen."

Lieber Fahrgast, da hast du unser demokratisches System nicht verstanden. Demonstrationen müssen nicht genehmigt ,sondern nur angemeldet werden. 

Und ich frage mich, ob solche Menschen noch mit beiden Beinen auf dem Boden unseres Grundgesetzes stehen.
Vielleicht sollte man mal über Abschiebung solcher Personengruppen nachdenken? Aber wohin damit?

Davon mal abgesehen, der Sonntag dann, der ohne nennswerte Verkehrsbeeinträchtigungen auskam, war traumhaft und das Defizit vom Vortag konnte ich locker wieder rausholen.
 

Montag, 2. September 2013

Man weiß nie, wofür es gut ist

Ich war gerade von der Rücke auf die eigentliche Halte vor dem Hilton vorgerutscht. als ein junger Mann mit leicht verzweifeltem Gesichtsausdruck neben meinem Wagen stand:

"Würden SIE mich zum Hotel Adina in der Krausenstraße fahren? Der Erste vorne meinte, er würde jetzt seit 50 Minuten hier stehen und das sei gerade mal eine 4 Euro Tour. Ich solle mich an den Letzten in der Schlange wenden."

Okay, das ist wirklich eine extrem kurze Tour.



Ich persönlich fahre ja alle Strecken, egal wie kurz. Zugegebenermaßen manchmal mit einem innerlichen Grummeln, wenn es schon die X-te hintereinander ist. Aber ich würde mir das nie anmerken lassen, geschweige denn einen Kunden abweisen.

Und vor allem, man weiß nie, zu was es gut ist. So auch dieses Mal. Unterwegs dann:

"Ich habe es nämlich sehr eilig. Würden Sie kurz vor dem Hotel auf mich warten, bis ich meine Koffer geholt habe? Ich muss ganz schnell zum Flughafen Tegel."

Zu gerne würde ich dem Kollegen dies unter die Nase reiben, habe aber seine Konz. Nr. nicht gesehen.






Montag, 26. August 2013

Verkehrschaos und Verschwörungstheorien

Gestern war wieder so ein Tag, an dem ich mich fragte, was denn im Kopf der Berliner Verkehrskoordinatoren vor sich geht. Ich vermute, gar nichts.

Dass die Straße des 17. Juni gesperrt war, ist nichts ungewöhnliches und so irgendwie hat man sich daran gewöhnt. Sogar mit der immer noch währenden Sperrung der Tiergartenstraße als südliche Umfahrung in Richtung Westen kommt man als Profi noch klar. Dass aber zum gleichen Zeitpunkt auf der nördlichen Umgehung über die John-Forster-Dulles-Allee kein Linksabbiegen Richtung Großer Stern möglich war, stellte uns alle vor große Probleme.

Der so einfach anmutende Fahrgastwunsch  Pariser Platz - Flohmarkt in der Straße des 17. Juni entpuppte sich als äusserst kompliziert und für die Fahrgäste ungewöhnlich teuer. 3 Euro mehr als normalerweise. Und auch für mich waren die Staus, in denen ich ja nichts verdiene, enervierend.

Ein letztes Mal stellte ich mich anschließend am Pariser an, da es dort ziemlich gut lief. Inständig hoffte ich auf eine Fahrt Richtung Osten und wurde erhört. In die Kastanienallee in Prenzlauer Berg sollte es gehen.

Nicht lange währte die Freude: An der Spandauer Straße angekommen, versperrte ein Großaufgebot der Polizei die Weiterfahrt. Ich hatte vorher schon in den Verkehrsnachrichten von einer Demonstration gehört, die am Alexanderplatz losgehen und bis zum Reichstag ziehen sollte. Das dürfte den Verkehr endgültig zum Erliegen gebracht haben.
(Und schön, dass immer der Hinweis kommt: "Bitte benutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel." Als ob das Taxi nicht auch zu denen gehören würde.)

Überhaupt zu Demos:
Die Menge an Demonstrationszügen, die speziell am Wochenende durch Berlins Straßen ziehen, ist inflationär. An vielen Samstagen so um die 3 bis 6. Keinen Menschen mehr interessiert das Thema, das in den meisten Fällen seine Berechtigung hat. Und meistens ist es schade, dass auf diese Weise das gesetzlich verbriefte Recht auf Meinungsfreiheit völlig im Sande verläuft.

Als ich heute aber den Hintergrund für die weiter oben erwähnte Demo las, zweifelte ich (so als einfaches Gemüt) an der Sinnhaftigkeit so mancher freien Meinungsäusserung:

"Pentagon, CIA, Rothschild ... Sie und andere sind Teil des großen Plans, die Menschheit zu vergiften."
 "Die Leute, die da vom Alex zum Reichstag zogen, hielten Plakate, die anprangerten, Kondensstreifen der Flugzeuge enthielten Chemikalien, die – wahlweise – die Menschheit impotent machen oder auch die Ernte vergiften würden, damit Konzerne wie Monsanto genmanipuliertes Getreide verkaufen können. „Guck’ mal da!“ rief eine Demonstrantin, die auf einen Kondensstreifen zeigte. „Die sprühen einfach!“
"Eine Frau fabulierte vom BND, der sie mit Mikrowellen bestrahle. Für einen anderen war klar, dass das Sprühen der jüdischen Weltverschwörung anzulasten sei."

Lest den gesamten Artikel in der Berliner Zeitung.

Welche Verschwörungstheorie wäre denn eigentlich auf Berlins Verkehrskoordinatoren anzuwenden?

Mittwoch, 7. August 2013

Beförderungs- und sonstige Pflichten

Ich lud gerade vor dem KaDeWe meine Fahrgäste aus, da stand schon eine junge Dame neben meiner Taxe und wollte einsteigen. Ich verwies sie auf den direkt hinter mir stehenden Kollegen, der da in der regulären Taxischlange stand.

Sie bestand aber darauf:

"Ich will aber bei Ihnen mitfahren."

Es entspann sich ein kurzes Wortgefecht zwischen ihr und mir, das damit endete, dass sie wutentbrannt die Beifahrertür zuwarf und von dannen zog, nicht ohne mir noch einen Stinkefinger zu zeigen. 

Es gehört nun mal zu den ungeschriebenen Gesetzen der Taxibranche, dass der ausladende Kollege sich in der Schlange hinten anstellen muss und nicht von vorne weg laden darf. Soviel zum Thema Kollegialität.

Aber entspricht das auch der Taxiordung, wonach der Kunde die freie Wahl des Taxis hat? Und habe ich durch mein kollegiales Verhalten nun gegen irgendeine Verordnung verstoßen?

Und noch ein Problem, mit dem ich mich noch nie auseinander gesetzt habe:

Ich habe mich mitten in der Schlange mit einem Kollegen unterhalten, der einen VW Touran fährt, der bekanntermaßen Platz für bis zu sechs Personen bietet. Der wurde von einer 5er-Gruppe angesprochen, ob er sie mitnehmen könne und er verneinte. Auf meine Nachfrage bei hm antwortete er, dass er grundsätzlich nur bis 4 Personen transportieren würde und früher, bevor es diese Großraumfahrzeuge gab, hätten die Menschen halt 2 Taxen genommen. Er finde es unsozial, den Kollegen Kundschaft wegzunehmen.

Bezieht sich die Beförderungspflicht bei Taxen auf nur 4 Personen, bzw ist ein Fahrer eines Großraumwagens verpflichtet, die max. Anzahl von Personen zu befördern, die er laden kann und darf? Unabhängig davon, welchen Sinn es macht, einen Großraumwagen oder ein Bustaxi zu fahren und dann diesen Vorteil nicht auszunutzen.


Montag, 27. Mai 2013

Der Samstag war ein guter Samstag

Der Samstag war ein guter Samstag. Endlich mal wieder. Die Stadt war voll - und es regnete in Strömen.
Mein Hauptaugenmerk in punkto Arbeit liegt auf dem Wochenende und so wünsche ich mir da immer Sauwetter. Sorry an alle, die sich ein sonniges und freundliches Wetter für ihren WE-Ausflug herbeisehnen.

Auf jeden Fall, am Sa. habe ich es ab 11 Uhr stundenlang nicht mehr geschafft, eine Halte anzufahren. Immer wieder wurden diese Versuche durch am Straßenrand stehende  tropfnasse und mitleiderregende Personengruppen, die unbedingt ein trockenes Plätzchen aufzusuchen gedachten, unterbrochen. Oder ich stand kurz an der Halte, schaffte es aber nicht, meine Stulle aufzuessen.

Kurz, es brummte. Oder, wie die Taxler sagen: Wenn es läuft, dann läuft's. Gemeint ist damit, es läuft für alle. Weil halt was los ist. So verstand ich den Samstag.

Als ich dann am Sonntag etwas später als sonst den Dienst begann und nachdem ich mit den ersten Kollegen (alle auch etwas müde) gesprochen hatte, musste ich mich eines Besseren belehren lassen. Alle anderen hatten ganz normale Umsätze eingefahren.

Aber wie das halt so ist im Leben, nach dem Dusel folgt das Desaster. Um eine bestimmte Umsatzsumme für den Monat Mai einzufahren, brauchte ich eine für einen Sonntag lächerliche Summe. Es sah lange danach aus, als würde ich das tatsächlich nicht schaffen. Erst die letzte Tour erlöste mich. Wenn ich also die WE-Tage addiere und durch zwei teile, kommt wahrscheinlich im Schnitt das gleiche raus wie bei den Kollegen.
So ist das halt mit dem Taxifahren.

Dienstag, 7. Mai 2013

Kollegen... KOLLEGEN

So manchmal frage ich mich, was im Kopf so mancher Kollegen vor sich geht.

Folgende Situation:

In der Behrenstr. ist der Haupteingang zum Westin Grand. An der Hausfassade des Hotels hängt ein Taxirufblinklicht. Aber manchmal kommt einer der Angestellten raus und winkt zu uns herüber. Also Augen auf Weitwinkel.
Ich stehe da als Zweiter. Der Erste kriegt ein Blinklicht und fährt rüber. Er steigt aus und geht Richtung Hotel. Dann habe ich die Szenerie nicht weiter verfolgt. Als nächstes nehme ich wahr, wie ein Mensch vor dem Hotel steht und Richtung Taxihalte winkt. Natürlich setze ich das Auto in Bewegung und fahre auch rüber. Der Winker war aber kein Hotelangestellter - sondern der Kollege, der nur einem hinter mir stehendem, ihm bekannten Kollegen zugewinkt hat.
Ich habe mich mit den Kollegen auf der Halte geeinigt und durfte noch mal auf die Poleposition.

Jetzt zum nächsten Kollegen:
Vom Grand Hotel ging es etwas später zum Hbf. Oh, welch Überraschung. Hbf-Halte komplett ohne. Ich bin ein paar Meter weiter gefahren zur Ausladestelle. Im Rückspiegel sah ich, wie ein anderer Kollege, auch mit Kundschaft an Bord, seine Fahrgäste direkt am Anfang der Taxihalte auslädt und dort auch stehen bleibt. Ich setze den Rückwärtsgang, fahre nahe an ihn ran. Und was macht der Hirnie? Hupt, was sein Daimler hergibt. Ich bleibe stehen in der Annahme, er würde zurücksetzen und mir die erste Position überlassen, was er aber nicht tat. Ich gab auf und versuchte nun rückwärts um ihn herumzufahren, auf die zweite Position. Ihm war der Abstand etwas zu knapp und wieder ging die Huperei los. (Ich so, kurz vorm Kragen platzen.) stellte mich neben ihm und fragte nach seinem Problem.

"Hörst du nicht, dass ich dich anhupe. Bei mir im Auto piept schon alles."

"Na dann stell den Scheiss einfach ab. Ich habe dich gesehen und ich weiß auch, wo mein Auto aufhört. Ausserdem ist es eine Frechheit, was du hier machst."

Die Aussicht, die nächste Zeit in unmittelbarer Nähe eines solchen Kollegen.... zu verbringen veranlasste mich dann, diese aussichtsreiche Position nicht einzunehmen und die Segel zu streichen.

Dass am gleichen Tag mich noch ein Kollege überholt und 500 Meter weiter winkende Fahrgäste eingeladen hat, tat ich zu meinem Selbstschutz mit einem -na vielleicht haben die ja bestellt- ab. Sonst würde man ja endgültig vom Glauben abfallen.

Montag, 22. Oktober 2012

Neuer Aufkleber

Diese Aufkleber sind erhältlich bei:

Innung des Berliner Taxigewerbes e.V.
Martin-Luther-Str. 3-7
Die Innung macht mobil.

Dienstag, 11. September 2012

Freitag, 17. August 2012

Taxi-Weblog.de

Endlich: DIE Website, auf die ich schon lange gewartet habe. Eine Informationsseite im Netz, die all das, was für einen Berliner Taxifahrer relevant ist, kurz und bündig zusammenfasst.

Baustellenbedingte Straßensperrungen und deren sinnvolle Umleitungsstrecken, Veranstaltungen, neue Hotels und andere neue Adressen. Demorouten und Strecken bei Großveranstaltungen. Was man halt so braucht im täglichen Irrsinn auf Berlins Straßen.

Der Aro, der Sash und auch meine Wenigkeit gestalten nach bestem Wissen und Gewissen diese Seite. Für meine Beiträge dauert es noch ein bisschen. Ich muss mich erst noch durch Wordpress durchklicken und da komme ich momentan nicht dazu. (zugegeben, ein bisschen Faulheit ist auch dabei.) Aber als Tippgeber bin ich schon an Bord.

Natürlich können 3 Taxifahrer nicht die gesamte Bandbreite Berlins abdecken. Und so sind wir dankbar für Tipps und Hinweise.

Schaut hier:

http://taxi-weblog.de/

und

http://www.facebook.com/TaxiWeblog

Ich wünsche allen Lesern ein schönes und sonniges Wochenende. Genießt den Rest des Sommers.