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Dienstag, 24. Juni 2014

Alte Petze

Es ist schon 2 - 3 Wochen her, als mich auf Höhe des Jakob-Kaiser-Hauses ein Fahrgast ranwinkte. Der Ausgang an der Wilhelmstraße des  Jakob-Kaiser-Hauses ist ein Ort, an dem Politker sich unters normale Volk mischen. Ungeschützt, keine dicken Mauern, keine  Einlasskontrollen und sonstige Barrieren.

Ich habe ihn sofort erkannt und ihn auch darauf hingewiesen, dass ich keine Politikerbeförderungsrechte (Ein Bundestagsfahrer bin ich nicht.) habe und er auch nicht mit Coupon oder auf Rechnung bezahlen könne.

"Egal jetzt. Ich muss dringend zum Flughafen."

sagte der allseits bekannte Politiker.

Er erledigte noch ein Telefonat mit seiner Fahrbereitschaft um Bescheid zu sagen und widmete sich anschließend meiner Person. Sozusagen eine Vorwärtsverteidigung, bevor der Taxifahrer noch versucht sich mit ihm über Politik zu unterhalten. Das hatte ja die FDP, als es sie noch gab, so heftig bemängelt.

Mit der Begründung, er sei in seiner Fraktion für das Gesundheitswesen tätig, befragte er mich zu meinem Gesundheitszustand.
Ja, hoher Blutdruck und auch leichtes Übergewicht seien ein Herzinfarktsrisiko. Und vor allem das Rauchen. Ob ich mich schon mal mit der E-Zigarette auseinander gesetzt hätte? (Das werde ich tatsächlich mal probieren. Hatte ich aber vorher schon auf dem Plan.) Blablabla. Nichts Neues also.

Ich behaupte aber, ER soll ein bisschen auf seinen Blutdruck achten. Es war Freitagnachmittag und wie immer ging es sehr langsam und zäh voran auf dem Weg nach TXL. Meine Versicherungen, ausreichend Zeit zu haben, interessierten ihn anscheind nicht. Er rutschte sehr unruhig auf seinem Sitz hin und her und bei jeder roten Ampel kam ein genervter Seufzer. Während ich als Herzinfarktgefährdeter sogar diese extreme Verkehrsdichte sehr gelassen hinnahm. Ehrlich gesagt, diese meine Ruhe erstaunt mich immer wieder selbst. Ich muss zwar keinen Flug erreichen, aber Fahrgäste, die es eilig haben, können einen schon ganz schön nervös machen.

Und, was soll ich sagen. 15 Minuten vor seiner Last Boarding Time setzte ich ihn an seinem Gate ab.

"Das haben Sie sehr gut hingekriegt."

Soweit die Vorgeschichte.
Letzten Freitag um eine ähnliche Zeit fuhr ich nun einen Geschäftsmann zum Flughafen. Ein Mann, der das seit Jahren macht und dem die Verkehrssituation bekannt war. Ich beruhigte ihn, weil auch er spät dran war und erzählte ihm die Geschichte mit dem Politiker. Und erwähnte auch seinen Namen.

"Hahaha, das war ein Klassenkamerad von mir. Das war der unbeliebteste Schüler der ganzen Klasse. Der ließ nicht mal jemanden abschreiben. Eine Petze vor dem Herrn. Herr Lehrer, Herr Lehrer..."

Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, wie sehr ich Petzer, Anscheisser und Indiskretionen verachte?
So, nun habe ich also auch mal eine Petze verpetzt. Schlimm? Nö, denke ich, der Mann ist Politiker und muss das abkönnen.
Und wieder hat sich ein Kreis geschlossen.


(Den Namen des Politikers gebe ich mit Absicht nicht preis, denn ob er in der Schule eine Petze gewesen ist, kann ich nicht beweisen, da meine Information nur auf  Hörensagen beruht.)


Dienstag, 27. Mai 2014

Von Berlin nach Berlin

Ich fuhr ein amerikanisches Ehepaar nach Tegel zum Fliegerhafen.
Er sprach ganz passabel Deutsch und auf meine Frage, wo er dies gelernt hätte, antwortete er:

"In Bamberg, Böblingen, Heidelberg..."

Aha, war er wohl nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland stationiert.

"Und wo leben Sie in den Staaten?"

fragte ich nach.

"In Berlin."

laange Kunstpause.

"Maryland"

und sein jetziges Bestreben sei eine Städtepartnerschaft zu Berlin (Germany)

Ookaayy, why not?


Dienstag, 13. Mai 2014

Doof

...und die Partei hat immer, was nochmal gleich?

Donnerstag, 24. April 2014

Bitte Rücksicht nehmen

Sie haben euch gewarnt.
Und dieser Hinweis ist auch notwendig, wie das Clubsterben in Prenzlauer Berg, denen man einfach Eigentumswohnungen in den Hinterhof oder die direkte Nachbarschft gesetzt hat, zeigt. Mindestens drei Clubs wurden zu Tode geklagt, weil es Besitzern von Eigentumswohnungen in ihren Wohnungen zu laut war.

Dienstag, 22. April 2014

Gerade aus ins Verderben

Meine Beifahrerin starrte versunken auf ihr Smartphone. An dieser Kreuzung setzte ich den Blinker nach rechts. Ohne aufzuschauen sagte sie in scharfem Tonfall:

"Warum fahren Sie nicht EINFACH geradeaus?"

Ich nutzte die Zeit der Rotphase um dieses Foto zu schießen.
Merke: Nicht alles was digital ist, ist auch automatisch richtig.

Dienstag, 8. April 2014

Sie sind doch Taxifahrer

Es war mal wieder wie so oft: Direkt am Eingang vom 5 Sterne Hotel am Pariser Platz hatte sich eine Menschenmenge versammelt, blockierte den Gehweg und teilweise sogar die Straße. Alle mit Blickrichtung zum Hoteleingang.

Warum? Keine Ahnung, interessiert mich auch nicht. Nie! Die fahren eh nicht mit uns.

Ich stand also mit einem Kollegen vor dem Hotel und wir quatschten. Da hält ein Radfahrer neben uns:

"Wissen Sie, warum die alle hier rumstehen?"

Der Kollege und ich unisono:

"Nö."

Der Radfahrer wandte sich ab, drehte aber gleich wieder um und sprach uns nochmal an:

"Aber Sie sind doch Taxifahrer hier?"

"Ja, wir sind gerade bei der Arbeit. Fragen Sie doch einen der Herumstehenden." 

"Habe ich doch gemacht. Weiß auch keiner."

Ganz so, als ob ein Taxifahrer wüsste, welcher VIP gerade in welchem Hotel abgestiegen ist. Dafür werden wir nicht bezahlt. Echt nicht.

Sonntag, 23. März 2014

Staugefahr

Ja, liebe Firma Smartphone-Hersteller, ich habe das Galaxy S4 gekauft. Aber findet ihr das nicht etwas übertrieben? Und auch noch mit 'nem Zaun drumrum.
(Gesehen in der Breite Straße in Mitte.)

Obacht Kollegen, das wird wieder stauig.

Montag, 17. März 2014

Steile These

"Wissen Sie, ich gebe mal eine Prognose ab. Der Uli Hoeneß sitzt nicht seine gesamte Strafe im Gefängnis ab."

"Na garantiert nicht. Frühzeitiges Freigängertum ist doch schon vorprogrammiert."

"Nee, wenn der wirklich so zockersüchtig ist, kommt der in Nullkommanichts in die Psychiatrie."

Diese steile These stammt von einem Steueranwalt, den ich zu einem Kongress fuhr, auf dem er einen Vortrag halten sollte.


Donnerstag, 27. Februar 2014

Über Touris lästern (2)

"T'schuldigung, können Sie uns sagen wie wir zu Madame Tussee kommen?"

"Sie meinen Madame Taussaud?"

"Von mir aus auch das."

"Da gehen Sie gleich hier rechts in die Friedrichstraße und dann links Unter den Linden. Dann kommt es auf der rechten Seite."

"Da müssen wir irgendwo UNTEN durch?"



Die letzten die für schlappe 500 Mill. unter Unter den Linden hindurch wollten, waren ausgerechnet  die geistigen Tiefflieger des ADACs.

Aber Spaß beiseite, es gab mal einen Straßenbahntunnel unter Unter den Linden.

Der Künstler Ben Wagin hat den nach der Wende bis 1999 noch als Ausstellungsraum genutzt.
Und ein Teil dieses Tunnels diente als Lagerraum für die Staatsoper.

Mittwoch, 26. Februar 2014

Über Touris lästern (1)


"Dees isch abber scho luschdig bei eich dohanne, mit dem icke ond dem wa." 

Man zeigt nicht mit dem Finger auf andere, alter Schwabe.
Die 7 Schwaben am Hohenzollerndamm in Berlin-Wilmersdorf.


Sonntag, 16. Februar 2014

Zimmer frei

Zimmer frei in der Lehrter Straße:
Leider nur für Helden.

Montag, 20. Januar 2014

Über Handtaschen

Szenario bei mir im Taxi:
Vater, Mutter, Tochter. Alle drei mit jeweils einem Gepäckstück im Kofferraum. Sie hatten mich auf der Straße angehalten und wollten zum Hauptbahnhof.
Neben mir Mama, hinten rechts Papa, hinten links Töchterchen.

Unruhe hinten links. Ich hörte den Reißverschluss einer Handtasche. Gesuche. Gewühle.

"Gott sei Dank. Ich dachte schon, ich habe mein Handy liegen lassen."

Mama:

"Heinz, hast Du eigentlich den Hausschlüssel?"

Heinz:

"Ich habe keinen Hausschlüssel."

Nun öffnete Mama ihre Handtasche. Legt erstmal "so ein paar Dinge" auf die Mittelkonsole.

"Ah, da ist er ja."

Und packt "die Dinge" wieder in die Tasche.


Papa nun:

"Wer hat eigentlich die Tickets?"

Mama wird hektisch und packt wieder die Handtasche aus. Wird noch hektischer. Legt noch mehr "Dinge" auf die Mittelkonsole. Steigt ein in die Tiefen ihrer Tasche und zieht einen zerknüllten DIN A4 Zettel von ganz unten hervor:

"Da sind sie ja. Ich hab' die Tickets!"

und entspannt sich wieder. Und alle im Auto lehnen sich beruhigt zurück.

Nur ich dachte noch: Schade eigentlich, ich wäre gerne die 4 Km wieder zurückgefahren um die fehlenden "Dinge" zu holen.

Aber es ist halt so, manchmal dauert es seine Zeit, aber IRGENDWANN tauchen die "Dinge" in einer Handtasche auch wieder auf.

( Der Autor kennt das Spiel aus eigener Erfahrung.)

Montag, 9. Dezember 2013

Früh oder spät?

Schon gleich nach meiner Ankunft 1984 in Berlin faszinierte mich an der Stadt, dass hier auch andere Lebensentwürfe als ich sie bisher kannte, akzeptiert wurden.  Abseits der üblichen Nachtschichten und Schichtarbeiter gab es einen hohen Prozentsatz an Menschen, die sich ihr Geld jenseits der Arbeitszeit von 8 bis 17 Uhr verdienten. Zum Beispiel war mein erster Job in einer Kneipe in Schöneberg, und zwar in einer, die rund um die Uhr geöffnet hatte. Ich hatte da die Schicht von 3 bis 9 Uhr. Eine Zeit reich an Erfahrung für mich. Und interessante Menschen habe ich da kennengelernt.

Nu ja, inzwischen ist das ein bisschen anders: Nun beginne ich meine Schicht im Taxi morgens um 6 Uhr.
Meinem ersten Fahrgast am Sonntagmorgen erzählte ich, dass ich gerade erst angefangen habe. Er schaut mich irritiert an:

"Fängst du immer so spät an?" 

Man kann ja morgens um 6 Uhr was durcheinander bringen. Es sind erst 25% des Tages verstrichen und ich würde es inzwischen als früh bezeichnen. Das auch mal als Antwort auf die immer wiederkehrende Smalltalksfrage: "Und, wie lange musst du noch?" Trotzdem habe ich vollstes Verständnis für andere Tages- und Nachtrhythmen. Auch wenn es nicht mehr mein Ding ist.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Mein Geschenktipp

Kinder zu Hause? Schon alle Weihnachtsgeschenke eingekauft, um unter dem Weihnachtsbaum in diese strahlenden Augen blicken zu können? Hier mein Tipp: Wie wäre es mit mit ein paar LEGO-Bausteinen? Und einerAnleitung zur Herstellung eines Stop-Motion-Films?


Ein Meisterwerk von Bricktease. Fast besser als das Original. Na ja, fast.
via

Mittwoch, 13. November 2013

Quietscheenten

Gestern wäre Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow 90 Jahre alt geworden. Leider ist er vor ungefähr 2 Jahren verstorben. Seine Begräbnisstätte liegt im Berliner Waldfriedhof Heerstraße.
Wir hatten zufällig für diesen Tag einen Spaziergang am Lietzensee geplant und da dieser See, von Kreuzberg aus gesehen, in der gleichen Richtung liegt wie der Friedhof, konnten wir spontan den Ausflug nach Charlottenburg mit einem Besuch am Grab des vielfach ausgezeichneten Ehrenbürgers der Stadt Brandenburg/Havel verbinden. Friedhöfe sind eigentich nicht so mein Fall, aber hier konnte ich mal eine Ausnahme machen.

Und das für mich als Hobbyfotografen nicht ohne Hintergedanken:
Es ist bekannt, dass Fans von Loriot dessen Grabstein mit bunten Quietscheenten verzieren. Wie wir einem belauschten (oben rechts auf der Seite) Interview vom Inforadio mit dem Friedhofsverwalter entnehmen konnten, widerspricht das zwar der Berliner Friedhofsordnung, wird aber toleriert, da es noch keine Einsprüche dagegen gab und auch die Familie einverstanden ist. Sogar eine Delegation von Schülervertretern der Vicco-von-Bülow-Schule aus Stahnsdorf besuchte an diesem Tag sein Grab und legten Blumen ab.

Übrigens ein sehr, sehr schöner Friedhof. Terassenförmig angelegt mit dem Sausuhlensee in der Mitte. Und immer wieder für eine Überraschung gut.

Aber nun hier die Bilder:





Diese, weitere Fotos vom Friedhof und die Bilder vom Lietzensee in meinem Picasa Album.

Hier noch einer meiner Lieblingscartoons

Mittwoch, 6. November 2013

whistling

Ich habe mir ein neues Smartphone geleistet. Das Galaxy S4. Und das pfeift mich an. Immer wenn es was Neues gibt, sei es eine altmodische SMS, eine Nachricht über einen Messenger oder eine normale E-Mail.

Gleich am ersten Arbeitstag mit neuer Ausrüstung fuhr ich ein amerikanisches Ehepaar zum Flughafen und so alle 2 Minuten pfiff es aus der Hosentasche (vermeintlich). Jedesmal nestelte ich nervös das Teil aus der Tasche, um beim dritten Mal festzustellen, dass mein Fahrgast ein fröhlicher Geselle war, der einfach so ab und zu vor sich hin zu pfeifen pflegte.
Ich habe den Benachrichtigungston jetzt geändert.

Ansonsten aber schickes Teil.
Mit 5 Zoll wenigstens mal wieder eine halbwegs annehmbare Display Größe. Die jüngeren können sich das vielleicht nicht vorstellen, aber wer sich seit 1995 mit Computern beschäftigt und systematisch von den alten 15 Zoll Bildschirmen langsam aber sicher zu einem 20 Zoller Flachbildschirm hochgearbeitet hat, für den sind diese Minidisplays echt rückwärtsgewandt.

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Drama in 3 Akten

Bildungsdrama in drei Akten

Beteiligte Personen:
Ein Taxifahrer (älter)
3 Jugendliche (1 männlicher, 2 weibliche im Abiturientenalter)

Das Gespräch dreht sich um deutsche Literatur.

Prolog

Was ist bloß mit unserem Bildungssystem passiert?


1. Akt

Männlicher Jugendlicher:

"Wer reitet so spät durch Nacht und Wind. Von wem ist das denn? Hat das der Faust geschrieben?"

1. Weibliche Jugendliche:

"Der Faust hat gar nichts geschrieben. Faust ist nur eine Figur von Goethe."

2. Weibliche Jugendliche:

"Ist das nicht von Schiller?"

Männlicher Jugendlicher:

"Schiller? Was hat der denn geschrieben?

Taxifahrer schweigt, obwohl sich seine Nackenhaare sträuben.

2. Akt

Taxifahrer hält dieses Gespräch doch nicht länger aus:

Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich
Damon, den Dolch im Gewande.
Ihn schlugen die Häscher in Bande.
"Was wolltest du mit dem Dolche? sprich!"
entgegnet ihm finster der Wüterich.
"Die Stadt vom Tyrannen befreien."
"Das sollst du am Kreuze bereuen."

Beide weibliche Jugendliche:

"Boah. Cool ey"

Männlicher Jugendlicher:

"Das ist von Schiller?"

Taxifahrer:

"Ja."

1. weibliche Jugendliche:

"Wie heißt das?"

Taxifahrer:

"Das ist die Bürgschaft von Schiller."

3. Akt

Taxifahrer:

"Ja, wir mussten diesen Scheiss noch auswendig lernen. ABER, was man in jungen Jahren lernt, hat man fürs Leben."

Epilog

Nie im Leben hätte der Taxifahrer gedacht, dass ihm dieser Satz jemals über die Lippen kommt. Denn diese Auswendiglernerei ist ein Alptraum aus vergangen Zeiten.

Montag, 14. Oktober 2013

Suchbild

Suchbild. 
Was fehlt hier seit Samstag?
Ja, das Auto parkt in 36.

Donnerstag, 26. September 2013

Ein Stern liegt rum in 36

Ich habe einen neuen Lieblingskollegen. Das ist nicht ironisch gemeint, sondern es ist ein Kollege, bei dem ich mich immer wirklich freue, ihn zu treffen und ein Schwätzchen zu halten. Und wie könnte es anders sein, ein Kreuzberger. Er wohnt um die Ecke unseres Ablöseplatzes und als Kreuzberger hat man viel zu quatschen. Wie es früher war, über die Veränderungen in unserem Stadtteil. Und einen Spaß habe ich mir gemacht, als ich ihn raten ließ, wo ich wohne: Direkt an der Grenze von 36, 61 und 44. Aber das ist nur für berlinfirme Menschen interessant. Hat sogar bei ihm etwas gedauert.

So lebt er seit 40 Jahren im legendären SO 36 und ich lebe seit 30 Jahren in 61. (Gott sei Dank gibt es für jeden Scheiß einen Wiki-Eintrag.)

Zu 61 sagt Wikipedia unter anderem:        

" ...Kreuzberg 61 gilt als bürgerlich und künstlerisch-intellektuell." *

Während es von 36 heißt:

"36 brennt, 61 pennt“


Oder wie ich es im Gespräch mit ihm dargestellt habe:

"In 61 haben sie die Mercedesse gefahren und in 36 die Sterne abgerissen."

Er ganz unverblümt:

"Ja das haben wir gemacht. Ich habe noch eine ganze Sammlung im Keller."

"Aha, du hast also den Stern, der mir 1988 geklaut wurde."

Und als ich den Kollegen vor kurzem mal wieder traf, forderte ich frotzelnder Weise meinen Stern zurück. Leider, wie das immer so ist, man trifft jemanden Angehnehmes an der Halte und schon geht es ganz schnell mit den Kunden. Schwups, weg war er.

So viel zur Vorgeschichte. Jetzt ganz aktuell:

Am Montag habe ich früh morgens eine Sonderschicht eingelegt, um die vielen Menschen, die anlässlich der Wahl in Berlin weilten, zu ihren Bahnhöfen und Flughäfen zu bringen und um anschließend meiner Taxe eine Grundreinigung zu verpassen. Was höchste Zeit war, weil mein Nachtfahrer, der das normalerweise erledigt, immer noch krank ist.

Die Feinarbeiten erledigte ich an unserer Tanke an der Ablöse. Zweimal überquerte ich die Straße, um aus meinem Privatwagen ein paar Dinge zu holen, die ich für die Reinigung brauchte.
Nachdem ich klar Taxe gemacht hatte und erschöpft aber zufrieden in meinen PKW steigen wollte, traute ich meinen Augen nicht:
Ja, er hätte auch mal eine Grundreinigung verdient
Liegt doch ein Stern auf meinem Franzosen. Hat der Kollege mich jetzt tatsächlich beim Putzen gesehen, beobachtet wie ich zu meinem Privatauto (das er eigentlich nicht kennt) ging und, ohne mich anzusprechen, heimlich einen inzwischen mitgeführten Stern draufgelegt? Oder ist das nur ein sehr komischer Zufall?
Ich werde es rauskriegen.

P.S.
Der Kollege fährt übrigens einen Zafira..

*Ich weiß, die Unterschiede zwischen 36 und 61 habe ich im Blog schon mal thematisiert, finde ich aber im Moment nicht.


Mittwoch, 18. September 2013

Peer-Form-Sache

Der obligatorische Dienstag-Spaziergang  führte uns diese Woche in den Park am Nordbahnhof, zu einer Besichtigung von zwei der vier in der Liesenstraße liegenden Friedhöfe und einem weiteren Besuch des Tieranatomischen Theaters.

Wir kamen auf dem Weg von der Liesenstraße zur Luisentraße in der Chausseestraße an dieser Werbetafel mit wechselnden Grafiken vorbei:

Zuerst WIR:
 Dann SIE:
Dann ES:
Wie jetzt, Peerformance?
(klingeling in der Wortspielkasse)

Hier der Spaziergang auf Maps:
Spaziergang Park am Nordbahnhof

Und bei Picasa gibt es noch mehr Infos:

Park am Nordbahnhof und Tieranatomisches Theater