Dienstag, 22. September 2009

Es ist vollbracht

It's done. Gerade eben habe ich meine Briefwahlunterlagen versandfertig gemacht.



Während mein schicker Lamy noch wie ein Adler suchend nach Beute über dem Stimmzettel kreiste, dachte ich mir, irgendwie ist dieses Wahlsystem für'n Arsch. Entweder - Oder.
Mein System wäre anders. Man müsste jede Partei bewerten, z.B. mit einer Skala von -5 bis +5. Also NPD -5, FDP -2, CDU -1, SPD +1, Grüne +1, Piraten +2, Linke +3. Wie die Wahl dann wohl ausgehen würde?
(Das Beispiel oben ist natürlich nur ein Beispiel. Übereinstimmung mit meinem richtigen Stimmzettel wären rein zufällig.)

Apropos Piraten: Die "FDP für Mac-User" (geklaut, ich weiß aber nicht mehr wo.)  hat aber wenigstens  noch ein orginelles Wahlplakat nachgeschoben.




Montag, 21. September 2009

Marathon Nachtrag

Ich habe mir jetzt nochmal den Artikel aus der Berliner Zeitung genauer durchgelesen, den ich im letzen Post verlinkt habe.
Darin heißt es:

"[...] Er informierte zugleich auch über die generelle rechtliche Lage bei einer solchen Panne: Sein Unternehmen vermittle als Dienstleister lediglich die Aufträge zwischen dem Besteller, also dem Fahrgast, und dem jeweiligen Taxibetrieb oder deren Fahrer. Für das Zustandekommen eines Beförderungsvertrages jedoch könne Taxi Funk keine Garantie übernehmen."
alles lesen

Wann tritt denn eigentlich solch ein Beförderungsvertrag in Kraft? Bleiben wir mal bei dem Beispiel Berlin-Marathon. Mal angenommen, ich nehme einen Funkauftrag an, der vom Planufer (um in meiner Ecke zu bleiben) zum Ostbahnhof führen soll. Das geht einfach nicht. Auf keiner Strecke!*  Ich kann vielleicht noch anbieten, den Kunden zum Hauptbahnhof zu bringen, aber wenn der Bus vom Ostbahnhof startet... Momentan fährt ja auch die S-Bahn nicht.

Habe ich mich schon durch das Melden für diesen Auftrag verpflichtet, wenn der Kunde einsteigt und mir das Fahrziel mitteilt oder  wenn ich den Taxameter einschalte? Kann ich im gegebenen Fall solch einen Auftrag ablehnen?
Und bin ich als Taxifahrer u.U. dafür haftbar?


*( Jetzt habe doch eine Umfahrung gefunden. Diese würde aus einer 2,5 km Tour eine fast 15 km Tour machen. Vielleicht ist es das, was mein Chef meint?)

Sonntag, 20. September 2009

Marathon

Seit 3 1/2 Jahren arbeite ich nun bei meiner jetzigen Taxibude. Und jedes Jahr Ende September gibt es folgenden Dialog zwischen meinem Chef und mir:
"Ey, Chef, nimm mich am Sonntag bitte aus der Liste."
"Okay, ist klar. Warum?"
"Da ist wieder Marathon."
"Aber das ist doch gut zum Taxifahren."
"Na, da kann man doch nicht fahren."
"Viele Fahrer freuen sich auf den Marathon, da muss man so weite Umwege fahren."
"Kann ich mir nicht vorstellen."
"Da muss man halt alles über den Stadtring oder den Tiergartentunnel machen."
"Aber bis man dann in einer der Straßen ist, die man befahren kann, steht man doch elendig lange im Stau."
"Ich sag ja nur, viele freuen sich darauf."
"Für mich ist das nichts."
Um das mal zu verdeutlichen, hier der Streckenverlauf des Berliner Marathons:


Scan vom Flyer, der an jeden Haushalt entlang der Strecke verteilt wurde.

Man sieht ganz deutlich: Einmal mittendrin - es gibt keinen Ausweg.

Die Sonntagsliste an der Ablöse war voll.
Was mich wirklich  interessieren würde: Ist ein Marathon tatsächlich beliebt bei den Taxifahrern?  Ich weiß, hier im Blog kommen in erster Linie Nachtfahrer vorbei. Aber vielleicht lesen doch auch ein paar andere mit (in anderen Städten gibt es ja auch Marathons)?

Gestern zum Feierabend kriegte ich dann noch einen Eindruck, wie man sich da anscheißen schmieren kann. Samstags sind ja schon die Skater dran. Meine Ablöse ist östlich des Kottbusser Damms, mein Wohnort westlich davon. Der Zeitplan lautete: Kottbusser Damm 16:37 - 17:25 Uhr. Ein Überqueren ist nicht möglich.
So hatte ich mir vorgenommen, rechtzeitig Feierabend zu machen, um es noch vor den Skatern nach Hause zu schaffen. Leider  ist mir ein Winker dazwischen gekommen, der um ca. 15:30 Uhr noch nach Moabit wollte, was 'ne Menge Zeit gekostet hat. Zwar hat diese Tour eine schöne runde Umsatzsumme voll gemacht, aber auch meinen Zeitplan vermasselt.
So kam ich ungefähr fünf Minuten zu spät und musste als vierter am Maybachufer eine Stunde lang den Skatern zuschauen, ca. 500 Meter von meinem Feierabend-Kaffee entfernt. Parkplatz war nicht, es ging weder vor noch zurück.

P.S.
In der Berliner Zeitung gibt es eine Rubrik namens Ombudsfrau.
Einen Artikel zum Thema Taxi und Marathon gibt es hier.


Mittwoch, 16. September 2009

Soweit wird es nicht kommen

Es sind nur noch 11 Tage bis zur Bundestagswahl. Und immer noch ist es nicht eindeutig geklärt, wo meine Kreuzchen landen werden. Eine Entscheidungshilfe in Sachen Piraten Partei waren gestern die Kommentatoren bei Spreeblick. Es schrieb der Autor Frédéric Valin:
"
Es reicht nicht, ein paar Punkte unter ein Programm zu schreiben, das sich ausschließlich mit Online-Bürgerrechten befasst, und schon ist man eine Partei. Das grundsätzliche Problem der Piraten ist, dass sie in weiten Teilen den Eindruck vermitteln, sie wollten keine Politik machen."
Und forderte eine Werte-Debatte bei den Piraten ein.
mehr...
Und was dann von Piraten und deren Anhängern in den Kommentaren kam, war teilweise beschämend. Also die sind jetzt bei mir weg vom Fenster. Und natürlich macht es die Sache auch nicht einfacher, wieder einen ausschließen zu können.

Sonntag, 13. September 2009

Adlon-Gäste

Das Wochenende war durchwachsen bis durchschnittlich gut. Die Partygäste am frühen Morgen haben ziemlich geschwächelt, was aber durch relativ guten Touristenandrang wett gemacht wurde.
Zusätzlich habe ich am Samstag Morgen verschlafen, was sich auch nicht besonders positiv auf den Umsatz ausgewirkt hat. Aber von zwei Fahrten möchte ich jetzt trotzdem berichten.

Das Hotel Adlon muss man, glaube ich, nicht mehr besonders beschreiben. Wahrscheinlich das renommierteste Hotel Berlins. Und das will was heißen, bei der hohen Anzahl von 5 Sterne Hotels, die die Stadt inzwischen zu bieten hat.
Ich stehe also am Sonntag Morgen vor dem Adlon. Der Umsatz war noch nicht gut, und ich habe gerade darüber fantasiert, wie schick es wäre, wenn ich jetzt einen Fahrgast zum Flughafen Schönefeld bekommen würde. Das habe ich dann aber gleich wieder verworfen:
Im Adlon wohnen und von Schönefeld fliegen?
Schönefeld ist der Berliner Billigfliegerhafen.
Der Doorman brachte einen Fahrgast mit Koffer zu mir ans Auto. Beim Verladen seines etwas schäbig aussehenden Gepäcks ist dann auch gleich der Griff auseinandergefallen. Ich war also auf Hauptbahnhof, der gleich um die Ecke liegt, eingestellt. Nein - meine Träumereien von SXF gingen in Erfüllung. Wohnt im Adlon und fliegt mit "Easy-Jet".

Mittags hat es mich dann wieder an's Adlon verschlagen. Diesmal kamen zwei jungsche Typen, die, wären sie aus dem Berghain gekommen, passend gekleidet gewesen wären. Bei ihnen hatte sich nicht mal der Doorman die Mühe gemacht, ihr Gepäck an's Auto zu bringen. Und wieder gings nach SXF! Diese beiden waren aus München und wollten mit dem Billigableger der Lufthansa "Germanwings" nach Hause.
"Schickes Hotel, dieses Adlon"
"Aber dieses Felix ist ja ein versnobter Laden"

Ich musterte noch mal ihr, na ja, etwas verloddertes Out-Fit.
"Äh, ja. Waren Sie beruflich oder urlaubsmäßig in Berlin?"

"Von beidem etwas. Auch beruflich."

Meine Vermutung ging irgendwie jetzt so in die Richtung, Tontechniker oder so.
"Was machen Sie denn so beruflich?"
"Aktien, Wertpapiere. Unsere Bank hat uns für eine Nacht eingeladen. Ins Adlon und große Party im Felix."

"Ihre Bank? Meine Bank hat mich noch nirgendwohin eingeladen."

"Unsere macht das jedes Jahr. Die 50 umsatzstärksten Kunden kriegen ein Wochenende in Berlin."

Zuerst dachte ich, die verarschen mich, aber dann unterhielten sie sich untereinander über Details der Party und die Ausstattung der Zimmer. Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, aber wahrscheinlich waren die echt. Und ganz nette Kerls.

Ich glaube, ich muss mal mit meiner Sparkasse reden.


[Eine Fahrt Adlon nach SXF bringt so ungefähr 33 - 35 Euro.]

Donnerstag, 10. September 2009

Alte Geschichten (2)


"Folgen Sie unauffällig diesem Wagen."


Diesen Satz sagt meistens der Detektiv, der einen Verdächtigen verfolgt. Oder der eifersüchtige Ehemann, der seine Gattin überwacht. Oder wenn Harry schon wieder den Wagen nicht vorgefahren hatte.
Ich weiß gar nicht, wie viele Filme ich schon gesehen habe, in denen mit diesem Satz auf den Lippen ein Mensch in ein Taxi einsteigt.

(Leider fällt mir gerade kein einziger Titel dazu ein. Weiß jemand einen konkreten Film?)

Mir ist es (leider?) noch nie passiert.
Aber so ähnlich.

Ich stand am Schlesischen Tor als Erster. Zügig überquert ein Paar die Kreuzung und steuert auf mein Auto zu. Beide mit ziemlich gehetztem Gesichtsausdruck und er auch noch genervt.
"Folgen Sie der U-Bahn!"
Hä?
"Einfach hier an der U-Bahn entlang"
Okay.

Der Herr in sehr gereiztem Tonfall:
"Meine Begleiterin hat in der letzten U-Bahn unseren Rucksack liegen lassen und wir müssen jetzt versuchen, diese U-Bahn einzuholen. Da sind ganz wichtige Dokumente drin."

Da die U1 auf diesem Streckenabschnitt überirdisch fährt, immer an der Straße entlang, hatte ich tatsächlich die Hoffnung, dass das klappen könnte. Leider sind die Bahnhöfe selbst von der Straße aus nicht einsehbar und so wurde es eine ziemliche Blindfahrt. Und am Gleisdreick verschwindet sie unter der Erde. So bin ich im Endeffekt bis Endstation Uhlandstr. gefahren, da sie von der BVG die telefonische Auskunft erhielten, dass dort die Züge gleich wieder kehrtmachen.
Ich hoffe, dass sie dort den richtigen Zug erwischt haben und der Rucksack noch an seinem Platz war.

Mittwoch, 9. September 2009

Alte Geschichten (1)

Beim Taxifahren erlebt man ja immer wieder verrückte Geschichten. Früher habe ich diese Geschichten nur zu Hause oder im Freundeskreis erzählt und jedesmal Lacher oder Entsetzen oder ungläubiges Erstaunen oder was immer auch geerntet.
Nachdem das mit den Blogs immer mehr aufkam und ich selber zum eifrigen Blogleser wurde, überlegte ich mir irgendwann, selber mit meinen Geschichten an die "Öffentlichkeit" zu gehen. Auch so ab und zu Frust abzulassen könnte ja nicht schaden. Zuerst hatte ich mich ja ziemlich geziert (schon wieder den Umgang mit neuer Software lernen, wie ist das mit der Haftung für evt. bescheuerte Kommentare usw.) na ja, den Rest kann man ja hier lesen.

Und so ab und zu fallen mir wieder Geschichten von "früher" ein, derenwegen ich überhaupt auf den Gedanken gekommen bin zu bloggen. Und die möchte ich nun nach und nach hier noch loswerden.


Heute die Geschichte der Düsseldorfer Schicki-Micki-Cabriofahrer.
An einem Sonntag im Sommer letzten Jahres. Auf der Warschauer Brücke drei Winker: Zwei jüngere Damen und ein etwa gleichaltriger Herr. Alle drei mit coooolen Sonnenbrillen und ziemlich blond.
"Wir würden gerne schwimmen gehen, an einen Strand, soll es doch in Berlin so viele geben."

Gibt es in Berlin tatsächlich einige, alle an der Spree gelegen, ein bisschen Sand verstreut, ein paar Liegestühle hingestellt, eine Bar mit Getränken, Musik, fertig.
Ich schlug das Badeschiff (der einzige "Strand", wo man tatsächlich auch schwimmen kann) vor, gerade mal eine Kurzstrecke weit entfernt. Sie waren einverstanden. Wohl auch, weil sie eh' keinen anderen Plan hatten.


Größere Kartenansicht

"Wissen Sie, wir sind eigentlich aus Düsseldorf mit dem eigenen Auto hierher gefahren. Aber das ist ein Cabrio. Und gestern hat einer hier in Kreuzberg zu uns gesagt: 'Na, der würde ja auch gut brennen.' Jetzt trauen wir uns nicht mehr mit dem Auto auf die Straße. Wir lassen es in der Tiefgarage des Hotels."


Ob ich jetzt den Autoabfacklern Provision geben muss?

Sonntag, 6. September 2009

Beinahe

Ich stand an der roten Ampel, bereit zum Rechtsabbiegen. Neben mir auf dem Radweg zwei Radfahrer. Okay, Ampel wird grün. Der erste Radfahrer fährt los. Wo bleibt der zweite? Im Außenspiegel war er nicht zu sehen. Also Kopf drehen und langsam nach vorne gerollt. Noch mehr den Hals verdreht. Da steht der Vollpfosten mitten auf dem Radweg so halb auf der Kreuzung und studiert den Stadtplan, völlig merkbefreit und ungerührt vom Auto- und Fußgängerverkehr. In mich hineinfluchend und immer noch nach hinten schauend, ob er vielleicht jetzt doch noch ... habe ich dann beschleunigt und beinahe einen Rollstuhlfahrer, der mit seiner Begleitperson völlig legal den Fußgängerüberweg üerquerte, über den Haufen gefahren.
Soweit sind wir also schon, wegen dieser unberechenbaren, sich um nichts anderes als sich selbst kümmernden Radfahrer fährt man beinahe Rollstuhlfahrer, Fußgänger oder vielleicht auch Kinder über den Haufen. Ich bin mir sicher, der Radfahrer war sich keiner Schuld bewusst. Und mir steckt der Schreck noch immer in den Knochen. Es war wirklich knapp.


[Ich bin selbst häufig mit dem Fahrrad unterwegs]

Sonntag, 30. August 2009

Unerwarteter freier Sonntag

Heute Morgen habe ich mich mal wieder zu einer völlig unmenschlichen Zeit aus dem Bett gequält, um dann am Ablöseplatz vergeblich auf meine Taxe zu warten. Diesmal hat aber nicht der Nachtfahrer daran schuld, diesmal ist wohl der Zahnriemen gerissen und die Taxe steht irgendwo in Kreuzberg und wartet auf den Doktor.
Das gibt mir die Zeit und Gelegenheit, ein Dokument vorzustellen, das im September eine große Rolle spielen wird.

Mein Stimmzettel zur Bundestagswahl 09 im Wahlkreis 84 Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost

Klicken zum Anschauen

Bemerkenswert finde ich auch die unabhängigen Einzelbewerber. Ohne jetzt auch nur einen davon zu kennen - was versprechen sich die Leute davon?

DIE VIOLETTEN, für spirituelle Politik.
Meditieren die sich zum Bundestagsabgeordneten?

Na ja, kommt ja für mich alles nicht in Frage.

Ich versuche mal zusammenzufassen:
  • Alle Rechtsparteien = Außerhalb jeglicher Diskussion.
  • CDU = geht gar nicht.
  • FDP = versteh' ich nicht. Genau diese liberale Wirtschaftspolitik, für die diese Partei einsteht, ist doch die Ursache der momentanen Wirtschaftskrise. Westerwelle - Außenminister. Brrh!
  • CDU/FDP Koalition? = Alptraum.
  • SPD = muss sich nach 4 Jahren Opposition erstmal wieder darauf besinnen, wofür das S in ihrem Namen steht. Dann wird man weiter sehen. Wer hat uns verraten?
  • DIE GRÜNEN = Vorratsdatenspeicherung, Hartz IV - den größten Raubbau an der Sozialgesetzgebung (werde ich denen nie vergessen), Schwarz/Grün in Hamburg, 2 Kriegseinsätze unter ihrer Mitregierung (Kosovo, Afghanistan) u.s.w. (gilt natürlich auch für die SPD.)
  • DIE LINKE = Oskar Lafontaine, geht nicht. Alles zu populistisch. Unglaubwürdig. Genauso wenig finanzierbar wie das "Steuern runter" der FDP. Gysi fordert:"Reichtum für alle" und die Parteizentrale will "Reichtum besteuern"
  • PIRATEN = Eine Ein-Themen-Partei. Stimme verschenkt? Nach dieser Logik wären die Grünen nie in den Bundestag eingezogen. Wäre für mich auch ganz klar eine Proteststimme. Damit deren Thematik mal ernster genommen wird in der Politik. Und sollten sie in den Bundestag einziehen, wäre das die einzige Möglichkeit, schwarz/gelb zu verhindern. Und eine Watsche, vor allem für die CDU. Gegen Schäuble und Zensursula.
  • Weitere Splitterparteien wie MLPD und Konsorten kommen für mich nicht in Frage.
  • Gäbe es ein Kreuzchen für "Nichtwähler", das könnte man sich, wenn man es begründen könnte, durchaus überlegen.
So meine persönliche Gedanken.
Ich gehe nun schon seit über drei Jahrzehnten zu irgendwelchen Wahlen und habe bis auf das eine Mal, bei dem man Willy Brandt wählen konnte, immer mehr oder weniger taktisch, anti-taktisch oder "das kleinere Übel" gewählt. Ich möchte nun aber kein "Übel" mehr wählen. Es gibt aber für mich bei der jetzt anstehenden Bundestagswahl wohl keine andere "Wahl", als eine Proteststimme abzugeben. Ich war noch nie so ratlos wie heute.

Ich werde wohl wieder Ströbele wählen (Erststimme). Wenn ich den nicht hätte, wäre es noch schlimmer.
Zweitstimme - ja, hmm, ääh, wird vielleicht (Protest) bei den Piraten landen.
Aber auf jeden Fall werde ich wieder Briefwahl machen. Dann kann ich den Stimmzettel offen in der Wohnung auslegen und in einem entscheidenden Moment zuschlagen. Mit dem Kreuz.

Und heute so ab 18:00 Uhr sind wir ein bisschen schlauer, wohin der Deutschland-Trend geht.

Dienstag, 25. August 2009

Gleich zwei Zwillinge

Gerade beim Taxiblogger gefunden:


Montag, 24. August 2009

Straßensperrungskenntnisse

Nochmal zum Samstag.
Ich erwähnte schon, dass am Samstag wegen des Marathons der Leichtathletik-WM einige Straßen in der Innenstadt gesperrt waren. Als Taxifahrer halte ich es für unerlässlich, mich über Veranstaltungen in der City auf dem Laufenden zu halten. So hatte ich mir den genauen Verlauf der Laufstrecke sogar ausgedruckt.
Nicht so manch anderer Kollege.

Vormittags hatte ich einen Funkauftrag zu einem Friedrichshainer Hotel. Die zwei Fahrgäste wollten: "Bitte möglichst nahe ran an Madame Tussauds Wachsfiguren Kabinett." Okay, kriegen wir hin. So über Französische Str. müsste das schon gehen.
Unterwegs haben sie mir die Geschichte ihrer Anreise erzählt. In TXL angekommen haben sie sich ins Taxi gesetzt mit Fahrziel eben dieses Hotel, von dem ich sie gerade abgeholt hatte.
Der Fahrer ist dann völlig verzweifelt anhand der Sperrungen und hat kurz vor dem Brandenburger Tor entnervt aufgegeben und sie einfach dort irgendwo abgesetzt.

Ich glaube es nicht. Gerade nach Friedrichshain, das wäre so einfach gewesen über die Torstr. Die war frei. Ich verstehe diese Kollegen einfach nicht. Um nichts 'nen Kopf machen und dann die Kunden irgendwo absetzen. Gehts noch?

Wenn jetzt ein Berliner Nachtfahrer mitlesen sollte :-) , ihr wisst ja gar nicht, wie gut ihr es habt.

Bilderrätsel (10)

Zu gewinnen gibt es...nichts.

Wo wurden diese Fotos aufgenommen?
Bzw. wo war ich gestern?






Sonntag, 23. August 2009

Vom Berghain zur Panorama Bar

Lustige Funkmeldung vom Samstag Morgen:
"Hat einer der Kollegen heute Morgen eine Fahrt gehabt, mit einer englischsprechenden Dame vom Berghain zur Panorama Bar?"

Samstag, 22. August 2009

Ostbahnhof-Fahrer

Ich bin außer mir! Ich bin stocksauer!
Der Samstag war eigentlich ein ganz guter Tag. Durch den Marathon der Leichtathletik-WM waren einige wichtige Straßen gesperrt, aber nicht so wie beim normalen Berlin-Marathon. Es gab immer eine Möglichkeit, die Laufstrecke zu umgehen und wenns sein musste über den Tiergartentunnel. Als ich dann mal so langsam Richtung Feierabend dödelte, habe ich noch eine Winkerin aufgegabelt. Kleine Frau mit großen Rucksack, Reichenberger/Ohlauer. Wie schon vermutet, wollte sie zum Ostbahnhof. Okay, kein großes Ding, das kriegen wir noch hin. Aber auf dem Weg kam uns an der Schillingbrücke die Fuckparade entgegen. Und meine Winkerin hatte es höllisch eilig. Also über die nächste Brücke (Michaelkirchbrücke) und über die Lichtenberger Str. und die Singerstr. zum Bahnhof. War kein Problem und sie hat ihren Zug wohl noch gekriegt. Aber mein Ablöseplatz war nun nicht mehr auf direktem Weg zu erreichen. Da ich noch ein bisschen Zeit hatte, habe ich mich am Ostbahnhof eingereiht - mal sehen was noch passiert.
Vorgeschichte Ostbahnhof:
Ganz zu Anfang meiner Taxifahrerei habe ich mich der Einfachheit halber meistens nur an den Ostbahnhof gestellt und festgestellt, dass ich da nicht der Einzige bin. Es gibt eine Menge Fahrer die nur dorthin fahren. Und die kennen sich auch alle untereinander. So kam es, dass ich auch mit diesen Stammfahrern ins Gespräch kam. Das hat sich dann aber schnell erledigt. Die meisten von denen haben eine solch reaktionäre (es fallen mir da auch noch andere Bezeichnungen ein) Gesinnung, dass ich nach einem halben Jahr das Weite gesucht habe. Ich konnte die Gesichter einfach nicht mehr sehen.
Ende Vorgeschichte.
Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, der direkte Weg nach Kreuzberg war versperrt. Ich wurde ziemlich schnell Vierter in der Reihe und beobachtete, wie einer dieser "Kollegen" wild gestikulierend neben einer Dame stand und versuchte, ihr klar zu machen, dass man da nicht rüber könnte. Schließlich kam er zu mir, fragte ob ich Englisch könne, was ich bejahte. Ich solle der Dame klar machen, um was es geht. Die Dame wollte nach Neukölln in die Mainzer Str. Ich erklärte ihm den Weg, den ich gekommen war. Damit könne er ja zur Mainzer Str. fahren. Großes Kopfgeschütteln. "Da ist doch alles zu". "Die laufen doch auch über den Kottbusser Damm." Ich habe versucht, ihm zu erklären, dass die nicht über den Kottbusser Damm laufen, aber innerhalb von 2 Minuten standen 3 oder 4 dieser Fahrer um mich herum, und ich musste mir solche Sachen anhören wie: "Klugscheisser. Dann fahr die doch, wenn du alles besser weißt". Die Dame fragte mich dann noch: "What can I do?" und sah dabei ziemlich hilflos aus. Also habe ich ihr erklärt, dass ich sie fahren kann, es aber ein bisschen teurer wird als normalerweise. Damit war sie einverstanden. Und so habe ich sie mit einem kleinen Umweg und zwei, drei Schlenkern in die Mainzer Str. gefahren. War gar kein großes Problem.
Und ich frage mich jetzt: Hatte die Ablehnung der anderen Fahrer was damit zu tun, dass ihre Hautfarbe schwarz war?

Dienstag, 18. August 2009

Taktisch wählen?

Nur kurz verlinkt.
Spreeblick will eure Meinung zur Wahl 09.
Wer heute zu viel Zeit hat, kann sich ja durch die Diskussion in den Kommentaren scrollen (im Moment 142).

Samstag, 15. August 2009

Diesmal Fußgänger

Samstag Nachmittag. Ich hatte vier nette Damen aus- hm, einem englischsprachigen Land im Taxi. Fahrziel ein Hotel in der Budapester Str. Dort angekommen hatte ich die Möglichkeit direkt auf die Hotelvorfahrt zu fahren. Rechts im Außenspiegel zwei Radfahrer. Das reicht aber noch. Aber nicht ganz für die Fußgänger, die ich zuvor wegen der am Straßenrand geparkten PKWs nicht sehen konnte. Also zwei Möglichkeiten: Entweder mich von den Radfahrern in der ihnen eigenen Art und Weise beschimpfen zu lassen. Oder mich auf die Fußgängern zu verlassen - dass sie mir mit einem etwas verlangsamten Schritt (mehr wäre wirklich nicht notwendig gewesen) die Durchfahrt ermöglichen. Ich habe mich für Variante zwei entschieden. Die Fußgänger (ein älteres Ehepaar, so um 60-70) machten aber das Gegenteil. Sie beschleunigten ihren Schritt und blieben so direkt neben mir stehen. Und dann schlugen sie mir mit der Faust aufs Dach, was jetzt wiederum mich ziemlich sauer machte. Fenster runter. Und losgebrubbelt: "Wenn Sie noch einmal auf mein Auto schlagen, schlage ich auch mal zu." Sowas würde ich natürlich nie tun, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie jemanden geschlagen. Aber manchmal muss der Ärger ja raus. Vor allem: Ich habe heute bestimmt gefühlten 100 Fußgängern und 50 Radfahrern das Leben gerettet, weil ich nicht auf mein Recht bestanden habe. Ist es wirklich zu viel verlangt, mal einen Schritt langsamer zu gehen und dadurch die gesamte Verkehrssituation zu entschärfen?

Ich glaube, man merkts, ich bin immer noch sauer!

Mittwoch, 12. August 2009

Wahlkampf (4)

Der Aro hat sich ja im Mai mal über die K-Gruppen lustig gemacht kompetent geäußert.

Nu ja, heute bin ich dran:

Zum vergrößern: Klick






Sind ja alle noch ganz witzig (so irgendwie).


Aber dann der Knaller.

Fotos alle von mir.

Mensch Leute, gab es denn wirklich kein besseres Foto, als dieses olle Dingens (Polaroid?) hier?

Wahlkampf (3)

Und hier noch mal in bewegten Bildern.

Montag, 10. August 2009

Wahlkampf (2)

Die Wahlkampfplakate in meinem Stimmbezirk haben es in sich.

Ich glaube es nicht.

Wahlkampf

Was bin ich froh, in Kreuzberg zu wohnen. Jetzt nicht, weil überhaupt, sondern wegen der nächsten Bundestagwahl. Hätte ich in meinem Stimmbezirk nicht den Ströbele, ich wüsste wirklich nicht, was ich mit meinen Stimmen anfangen soll.
Hans-Christian Ströbele hat jetzt sein neues Wahlkampfplakat ausgehängt.

Foto von mir.

Wie immer gezeichnet von Gerhard Seyfried, der auch die vorhergehenden Plakate vom Ströbele gezeichnet hat.
Hier ein Interview mit Seyfried aus der Taz von 2008.

Schwierig wird für mich die Zweitstimme!!


Nachtrag: Weiß denn jemand, was passiert, wenn man nur ein Kreuzchen macht?
Ist das dann ungültig?

Mitgehört (4)

Sie zu ihm:
"Was Deine Ansprüche angegeht, die kennen wir ja. Titten muss sie haben, einen Arsch und blond muss sie sein."
Was ist denn z.Zt. los. Gehen denn die Hormone bei dem warmen Wetter endgültig mit den Menschen durch, dass ich ständig solche Gespräche anhören muss?

Oder soll ich es als Vertrauensbeweis meiner Taxikunden nehmen? :-) ;-)



Sonntag, 9. August 2009

Links rum

Sonntag Nachmittag. Normalerweise stehe ich Sonntags nie am Ostbahnhof, aber in der Ferienzeit kann man das schon mal machen.
So kamen drei junge Männer mit großen Koffern auf mich zu. Englisch sprechend mit starkem Akzent (irgendwie spanisch). Einer hatte einen gefalteten Zettel in der Hand (Hoffnung, Schönefeld?). Also, Gepäck verstaut. Zwei sind schon mal eingestiegen. Der Dritte hat mir den Zettel gezeigt. Grünberger Str. Ein Hostel. Fahrpreis ca. 6 Euro. Okay, einsteigen.
Ich habe aber nicht schlecht gestaunt, als mein Fahrersitz besetzt war.
"Ey Sir, this is the only seat in this cab, where you must not sit!"
Seine Kumpels haben gegrölt vor Lachen.
Und ich Dödel habe vergessen, sie zu fragen aus welchem linksdrehenden Land sie eigentlich kommen.

Freitag, 7. August 2009

Multitask

Im Gegensatz zu meinem Computer halten sich meine Multitask-Fähigkeiten sehr in Grenzen. So fällt es mir sehr schwer, während einer Taxifahrt mich mit meinen Fahrgästen über anspruchvollere (wahlweise: interessante, politische, umstrittene...) Themen zu unterhalten und sie möglichst zügig zu ihrem Fahrziel zu bringen. Entweder die Unterhaltung läuft auf Automatik oder der Fahrstil. Es ist mir schon des Öfteren passiert, dass ich vor lauter Quatschen das Abbiegen vergessen oder einen Radfahrer recht spät erst bemerkt habe. Auch gestern wieder, als ich einen Fahrgast zum Hauptbahnhof gefahren habe. Standardstrecke, vom Reichpietschufer rechts in den Tiergartentunnel. Mein Fahrgast hatte aber soviel Spannendes aus seiner eigenen Taxifahrzeit während der Wende zu berichten, dass wir eine Ehrenrunde über den Potsdamer Platz drehen mussten. Er hat's mit Humor genommen und ich habe ihm die 1€ Mehrkosten natürlich erlassen.

Am Rande eines Arbeitstages (3)

Gestern konnte ich eine Dame des Ordnungsamtes bei der Ausübung ihrer Pflicht beobachten. Meinen Wunsch, sie bei ihrer Tätigkeit fotografieren zu dürfen, hat sie leider ganz vehement zurückgewiesen. Schade eigentlich, denn das Bild, wie sie diesem Fahrzeug einen Strafzettel an die Windschutzscheibe heftete, hätte ich zu gerne geschossen.

Meinen Kommentar: "Dem müssten Sie eigentlich gleich zwei geben" hat sie mit einem Lächeln quittiert.

Mittwoch, 5. August 2009

Auflösung Bilderrätsel (9)

Das ist der Zonk.




Montag, 3. August 2009

Bilderrätsel (9)

Zu gewinnen gibt es... nichts.

Wie heißt dieses Plüschtier?


Kleiner Tipp: Es hat zuerst in Köln und dann in München gelebt.




Sportbekleidungsfachverkäufer

Sonntag Morgen. Drei Jugendliche, zwei Frauen ein Mann. Marke Brandenburger Dorfjugend. Sie wollten nach Adlershof. Vorbei an einem großen Einkaufszentrum.
Er fragte:
"Hey, da arbeite ich. Was meinste, als was?" Die Frage war an mich gerichtet.
"In einer Muckibude?"
"Wenn es eine gäbe, klar. Nächster Versuch."
"Verkäufer im Sportbekleidungsladen?"
Zuerst Schweigen. Dann:
"Jooaau, wie bist Du denn da drauf gekommen?"
"Sag ich nicht."


Ich gebs zu, manchmal bin ich schon ein bisschen arrogant.

Chefs, aufgepasst

An alle Taxi-Unternehmer, aufgepasst.

Einer für die Ewigkeit

Ich gebe es zu - ich habe mich geirrt, was die Auswirkungen der neuen Taxipreis-Tariferhöhung anbelangt. Ich befürchtete einen massiven Einbruch in Umsatz und Anzahl der Fahrten. Das hat sich nicht bewahrheitet. Auch das S-Bahn-Chaos hat einen gewissen Beitrag geleistet, dass das Taxigeschäft gut bis sehr gut lief (bis jetzt). Fast alle Fahrgäste hatten überhaupt nichts mitgekriegt von den Preiserhöhungen oder waren von auswärts. Der Taxi-Streit in Tegel war mehr im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung als die gestiegenen Beförderungsentgelte. Und kein einziges Mal hatte ich die Aussage - "Das letzte Mal als ich die Strecke gefahren bin..." zu erklären.

Aber was gestern los war, unbeschreiblich! Ich bin immer noch völlig geplättet. Zum Einen wegen der körperlichen Belastung (stundenlang immer nur fahren, fahren, fahren) zum Anderen wegen des Rekord-Umsatzes. Ein Rekord für die Ewigkeit.
Den letzten "für die Ewigkeit" hatte ich im Juli 2007 eingefahren. Diesen habe ich gestern um glatte 10% überboten. Und ich habe keine Ahnung wieso. Es waren keine aussergewöhnlichen, Taxi-intensiven Veranstaltungen in Berlin und die Stadt machte auch nicht den Eindruck, als wollte sie aus allen Nähten platzen. Der einzige Umstand, der eine Rolle gespielt haben könnte, ist die Ferienzeit. Ein sehr hoher Anteil an Taxifahrern ist im Urlaub. Mehr fällt mir dazu aber nicht ein.
Auf jeden Fall - eines steht fest, ich werde meinen Urlaub nie in die Zeit der Berliner Schulferien legen.

Samstag, 1. August 2009

Wenn die Sonne aufs Hirn scheint

Samstag Vormittag. Die Sonne scheint. Fenster auf und das Wetter genießen.
Ich fuhr den Kottbusser Damm Richtung Hermannstraße. Der Kottbusser Damm ist eine nervige Straße; alle paar Meter parkt einer in zweiter Reihe, viele Radfahrer, auch zu zweit und dritt nebeneinander lassen es sich auf der rechten Spur gut gehen. Am Besten, man bleibt gleich auf der linken Spur. Nicht so ein ganz aufgeregter Fahrer. Immer wieder hat er versucht mich rechts zu überholen, musste aber jedes Mal nach ein paar Metern sein Gefährt wieder bremsen und hinter mir bleiben. Beim zweiten missglückten Versuch vernahm ich hinter mir ein herzhaftes "Arschloch". Da mir seine wilde Fahrerei ziemlich auf den Keks ging, stieg ich an der nächsten roten Ampel aus und habe ihn verwarnt: "Das nächste Mal, wenn Du mich Arschloch nennst, kriegst Du eine Anzeige."
Daraufhin er: "Was ist das denn jetzt für eine Nummer?" Ich wiederholte daraufhin mein Anliegen. Er mit erstaunter Mine: "Wie, was. Kannst Du Lippen lesen?"
"Nee, du Hirni, du fährst in einem Cabrio mit offenem Verdeck"
Sein dümmlicher Blick nach rechts und links hat mich dann etwas versöhnt. Und mit dem "Hirni" waren wir quitt.