Donnerstag, 29. August 2013

Kaum zu glauben

Mal wieder Menschen, die keine Verkehrsschilder lesen können.

Dieses Foto musste ich von der zweiten Spur machen, da auf der Rücke am Pariser Platz kein Platz mehr war.
Als ich es dann geschafft hatte, vor diese 2 illegal auf unserer Halte stehenden Bierbikes zu kommen, wurde ich doch tatsächlich von denen gebeten, wieder aus der Schlange auszuparken, weil sie ihre Rundfahrt beginnen wollten. Die haben nämlich keinen Rückwärtsgang und einen Wendekreis, der unter aller Kanone ist. 

Sorry, das war dann aber doch etwas zuviel verlangt. Die mussten warten, bis es vorne weiterging. Hat nicht lange gedauert. Ehrlich.

Hoffentlich werden diese saufenden und grölenden Verkehrshindernisse auch in Berlin verboten. Dieser Artikel aus dem Tagesspiegel ist aber fast 2 Jahre alt. Seitdem habe ich zu dem Thema nichts mehr gehört. Und überhaupt, bräuchten die Fahrer nicht eigentich einen Personenbeförderungsschein? Wenn nein, warum nicht? Nur weil es kein Kraftfahrzeug ist und man dann wie üblich die Straßenverkehrsordnung gar nicht kennen muss? Siehe Eingangssatz.


Montag, 26. August 2013

Verkehrschaos und Verschwörungstheorien

Gestern war wieder so ein Tag, an dem ich mich fragte, was denn im Kopf der Berliner Verkehrskoordinatoren vor sich geht. Ich vermute, gar nichts.

Dass die Straße des 17. Juni gesperrt war, ist nichts ungewöhnliches und so irgendwie hat man sich daran gewöhnt. Sogar mit der immer noch währenden Sperrung der Tiergartenstraße als südliche Umfahrung in Richtung Westen kommt man als Profi noch klar. Dass aber zum gleichen Zeitpunkt auf der nördlichen Umgehung über die John-Forster-Dulles-Allee kein Linksabbiegen Richtung Großer Stern möglich war, stellte uns alle vor große Probleme.

Der so einfach anmutende Fahrgastwunsch  Pariser Platz - Flohmarkt in der Straße des 17. Juni entpuppte sich als äusserst kompliziert und für die Fahrgäste ungewöhnlich teuer. 3 Euro mehr als normalerweise. Und auch für mich waren die Staus, in denen ich ja nichts verdiene, enervierend.

Ein letztes Mal stellte ich mich anschließend am Pariser an, da es dort ziemlich gut lief. Inständig hoffte ich auf eine Fahrt Richtung Osten und wurde erhört. In die Kastanienallee in Prenzlauer Berg sollte es gehen.

Nicht lange währte die Freude: An der Spandauer Straße angekommen, versperrte ein Großaufgebot der Polizei die Weiterfahrt. Ich hatte vorher schon in den Verkehrsnachrichten von einer Demonstration gehört, die am Alexanderplatz losgehen und bis zum Reichstag ziehen sollte. Das dürfte den Verkehr endgültig zum Erliegen gebracht haben.
(Und schön, dass immer der Hinweis kommt: "Bitte benutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel." Als ob das Taxi nicht auch zu denen gehören würde.)

Überhaupt zu Demos:
Die Menge an Demonstrationszügen, die speziell am Wochenende durch Berlins Straßen ziehen, ist inflationär. An vielen Samstagen so um die 3 bis 6. Keinen Menschen mehr interessiert das Thema, das in den meisten Fällen seine Berechtigung hat. Und meistens ist es schade, dass auf diese Weise das gesetzlich verbriefte Recht auf Meinungsfreiheit völlig im Sande verläuft.

Als ich heute aber den Hintergrund für die weiter oben erwähnte Demo las, zweifelte ich (so als einfaches Gemüt) an der Sinnhaftigkeit so mancher freien Meinungsäusserung:

"Pentagon, CIA, Rothschild ... Sie und andere sind Teil des großen Plans, die Menschheit zu vergiften."
 "Die Leute, die da vom Alex zum Reichstag zogen, hielten Plakate, die anprangerten, Kondensstreifen der Flugzeuge enthielten Chemikalien, die – wahlweise – die Menschheit impotent machen oder auch die Ernte vergiften würden, damit Konzerne wie Monsanto genmanipuliertes Getreide verkaufen können. „Guck’ mal da!“ rief eine Demonstrantin, die auf einen Kondensstreifen zeigte. „Die sprühen einfach!“
"Eine Frau fabulierte vom BND, der sie mit Mikrowellen bestrahle. Für einen anderen war klar, dass das Sprühen der jüdischen Weltverschwörung anzulasten sei."

Lest den gesamten Artikel in der Berliner Zeitung.

Welche Verschwörungstheorie wäre denn eigentlich auf Berlins Verkehrskoordinatoren anzuwenden?

Freitag, 23. August 2013

Taxifahrer haben höchste Priorität

Nachdem ich gerade diese tollen Fahrgäste in der Nähe des Gendarmenmarkt abgesetzt hatte, meldete sich ein menschliches Bedürfnis. Nein, das hatte sich schon weitaus früher gemeldet, aber da hieß es noch durchhalten.

Nun, das Café Achteck am Gendarmenmarkt bot sich an. Dieses historische Pissoir am angeblich schönsten Platz Berlins gelegen hat mehrere Besonderheiten. Es  ist gendermäßig korrekt, auch Mädels dürfen und können da. Es gibt ein Handwaschbecken und eine Spülung. Aber darum soll es gar nicht gehen.

Ich fand einen wunderbaren Parkplatz und ging eiligen (sehr eiligen) Schrittes, schon fast in gebückter Haltung, auf die Erlösung zu, als mich ein junger Mann mit dem Satz: "Sind Sie jetzt frei" aufhielt. "Ööhm, nicht wirklich." und deutete auf das grüne Häuschen. Nicht sehr kundenfreundlich, ich weiß. Aber es gibt halt manchmal Dinge zwischen Himmel und Erde...

"Keine Eile" meinte er. Was es denn kosten würde, wenn ich diesen Blumenstrauß innerhalb der nächsten Stunde mit der Bemerkung: "Für die Hochzeit." im Ritz-Carlton abgeben würde,
Ich nannte ihm realistische 5 - 7 Euro. "Machen Sie Zehn." und drückte mir einen Fuffi in die Hand. Leicht unruhig nestelte ich meine Geldbörse aus der Hosentasche, gab ihm 40 zurück und verstaute den Strauß im Kofferraum. Und weg war der Kunde. Die Spekulationen, warum er nicht selbst den Strauß übergeben wollte, stellte ich erst mal zurück und konnte den Servicemann, der gerade in der Männerabteilung am Putzen war und zu diesem Zweck das Café abgesperrt hatte, davon zu überzeugen, dass ein Notfall vorlag.  

"Ein Taxifahrer? Busfahrer und Taxifahrer haben bei mir höchste Priorität. Gehen Sie kurz."

Soll ich jetzt noch erwähnen, dass dieser Tag ein äußerst zufriedenstellender war? Sogar beim Pinkeln gehen noch Geld verdient.

wtf Baustellen in Berlin

Neubau der Verkehrsverbindung Nordbahnhof - Hauptbahnhof / Änderung der Verkehrsführung Invalidenstraße


23.08.13, Pressemitteilung
Für den weiteren Bau der neuen Verkehrsverbindung Nordbahnhof - Hauptbahnhof werden Änderungen der Verkehrsführung am Knoten Chausseestraße / Invalidenstraße und im Bereich Invalidenstraße / Hessische Straße und Luisenstraße notwendig.
...
Für die Bauarbeiten wird unmittelbar an der Invalidenstraße eine Vollsperrung der Chausseestraße erforderlich. Ab 30. und 31. August 2013 wird wechselseitig zuerst die Südseite, später dann die Nordseite gesperrt. Die Chausseestraße wird zwischen Schlegelstraße und Invalidenstraße auf der Südseite bzw. zwischen Zinnowitzer Straße und Invalidenstraße auf der Nordseite Sackgasse, die Zufahrt für Anlieger wird aber gewährleistet. Insgesamt dauern die Arbeiten für die Tunnelsanierung sowie den Leitungs-, Straßen- und Gleisbau etwa 1 Jahr im Kreuzungsbereich Chausseestraße / Invalidenstraße.

Während der Bauzeit wird der Straßenverkehr in der Chausseestraße in beiden Fahrtrichtungen über Habersaathstraße – Scharnhorststraße/Schwarzer Weg – Invalidenstraße – Hessische Straße – Hannoversche Straße umgeleitet. Die Hessische Straße wird mit der Verkehrsumstellung am 29.08.2013 wieder für den Verkehr frei gegeben, gleichzeitig wird die Luisenstraße für den Verkehr an der Einmündung in die Invalidenstraße gesperrt. Die Invalidenstraße bleibt ab Hessischer Straße Richtung Osten weiter Einbahnstraße, das Abbiegen an der Chausseestraße ist nur in bzw. aus Richtung Wedding (bei Vollsperrung der Südseite), danach nur in bzw. aus Richtung Friedrichstraße (bei Vollsperrung der Nordseite) möglich.



Diese Änderung der Verkehrsführung steht in der neuesten Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. (Hervorhebungen von mir)

Bitte liebe mitlesenden Kollegen und andere Berlinkundige, kann mir das mal jemand übersetzen und erklären, wie man nun von z.B. dem Pariser Platz nach Norden in die z.B. Müllerstraße kommt? Oder stehe ich hier völlig auf der Leitung?

Mittwoch, 21. August 2013

Ehrenbürger



Ich habe ganz, ganz früher mal indirekt für das ZDF gearbeitet. Da hatte sich die komplette Familie angesammelt. Anscheinend sind aber ein paar auf der Strecke geblieben.

Nachtrag:
Der hier ist aber auch nicht schlecht.

Berlins Parkstraßen, aua

Oh Mann, hätte mir das nicht jemand vorher sagen können, WIE kompliziert Berlin ist?

Eine Dame stieg ein, einen Zettel in der Hand. Sie müsse in die Parkstraße in Pankow. Die Parkstraße, die ich spontan zur Hand hatte, war die in Weißensee. Weißensee liegt im BEZIRK Pankow. Sie meinte aber, wie sich nachher rausstellte, den ORTSTEIL Pankow. Nach ihrer letzten Erfahrung mit der Taxianfahrt zu eben dieser Parkstraße, bei der ein Kollege mindestens 4 Parkstraßen mit ihr abgeklappert hatte und er ihr anschließend geraten hatte, das nächste Mal doch bitte die Postleitzahl bei der Hand zu haben, hatte sie diese auch dabei.
Und jetzt kam einer der großen Vorteile eines Navis richtig zum Tragen: Die Straßensuche nach PLZ.
Unterwegs erzählte sie noch von der Panke, die direkt hinter dieser Adresse vorbeifließt. Und da die Panke ein Hobby von mir ist (Bilderserie work in progress), hatte ich ihr jede Menge zu erzählen.Obwohl Ich nie von dieser Seite aus dort gewesen war, hatte ich nun auch eine grobe Ahnung, welche Parkstraße gemeint war. Sie war völlig begeistert von den neuen Informationen über Panke und Co und das schnelle Finden der richtigen Parkstraße.

Zu Hause habe ich mir die Parkstraßen in Berlin noch mal genauer angeschaut, vor allem wo der Kollege so mit ihr rumgegurkt sein könnte. Kein Vorwurf, das ist eine höchst komplizierte Angelegenheit.

Google Maps weist insgesamt 7 Parkstraßen aus, Kauperts sogar 9. Davon alleine schon 4 im BEZIRK Pankow. Und ein Klick bei Google auf die Parkstraße in Pankow zeigt nicht die gewünschte Straße an. Das ist die Parkstraße in Blankenburg, was auch zum BEZIRK Pankow zählt. Gemeint war diese, die bei Google in der Auswahlliste gar nicht angeboten wird.

Ein Hoch auf ein Navi und mein Pankehobby.

Dienstag, 20. August 2013

Die Tour des Monats...

... vielleicht des Jahres. Nein, das nicht. Die war vor 3 Wochen. Über die kann ich aber aus Datenschutzgründen nicht schreiben.

Auch diese Tour stellt mich vor gewisse Probleme und so werde ich versuchen, die Personen nicht identifizierbar zu machen. Ein Ehepaar aus der Schweiz steigt am Pariser Platz ein und zeigt mir einen Internetausdruck einer Firma mit einer Anschrift im tiefsten Osten der Stadt. Sie müssten sich dort ein paar Beispiele eines Stadtmobliars ansehen, das das Unternehmen herstellt.
Und der Betrieb liegt tatsächlich in einer Gegend, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Sie schauen sich besorgt das Umfeld an und dann kommt der von mir erhoffte Satz:

"Was kostet denn in Berlin die Wartezeit im Taxi?"

"Die Stunde 25 Euro."

"Haben Sie denn Zeit und können Sie auf uns warten? Wir müssen anschließend wieder zurück zum Gendarmenmarkt."

"Na klar."

Was soll ich sagen, beinahe 1,5 Std brauchen sie. Und die Uhr läuft.

Damit nicht genug, die Firma hat von den gewünschten Stadtmobiliargegenständen einige Beispiele in Berlin rumstehen, von denen wir noch 2-3 abklappern. Auf meine Frage, was sie denn mit diesen Gegenständen zu tun gedenken, erhalte ich die Antwort:

"Die sollen auf die Vorfahrt zu unserem kleinen Schlösschen."

Und schlagartig verschwindet dieses komische Gefühl, das ich immer habe, wenn ich Menschen so beim Geld rausschmeißen zuschauen muss. Und auch noch davon profitiere.

Zum Schluss runden sie den angefallenen Betrag sehr, sehr großzügig auf satte 80 Euro auf.

"Danke für Ihre Geduld und die umfangreiche Ortskenntnis."

"Aber bitte, gern geschehen.."

Montag, 19. August 2013

Popper sind die Punks von heute

Am Sonntagmorgen am Watergate steigt ein junger Mensch ein und will zur wilden Renate. Im breitesten schwäbischem Akzent meinte er nach ungefähr 200 Metern:

"I habb abber nur noch fenf Euro." (Ich habe aber nur noch fünf Euro)

"Das wird aber nicht ganz reichen."

"Mee habb i abber net." (Mehr habe ich aber nicht.)

"Und von was willst du das Eintrittsgeld bezahlen?"

"Woiß i no ned. I benn a Punk."  (Weiß ich noch nicht. Ich bin ein Punk[er].)

"Du willst ein Punk sein? Gekleidet bist du wie, äh, früher hat man Popper* dazu gesagt."

"Popper senn die Punks von heid." (Popper sind die Punks von heute.)

Okay, die letzten 200 Meter kann so ein Punk ja auch laufen. So was mache ich normalerweise nicht. Aber der ging mir mit seinem Getue ziemlich auf den Senkel.

*Das waren damals meine Erzfeinde. Junge Union und so ne Typen.



Aquarium

Zun 水族館 please. Ich hab's gefunden.


Glaubt ihr nicht? Bitte schön.

Die ganze Seite des japanischen Stadtplans 


Montag, 12. August 2013

Wahlkampf im Taxi

Wahlkampf mal anders. Ich hoffe nur, dass der norwegische Regierungschef Stoltenberg Fr. Merkel nicht auf dumme Gedanken bringt. Sonst werde ich vielleicht doch noch zum Kollegenschwein.


Hauptsache Schön...

Der vor mir positionierte türkische Kollege und ich standen neben unseren Wagen und quatschten über die aktuellen Straßensperrungen und den Verlauf der gerade durch Mitte ziehenden Demo. Wir betrachteten an diesem bisher so ereignislosen Arbeitstag die heranziehenden dunklen Wolken in der Hoffnung auf einen kräftigen Regenguss, als er plötzlich von einem aus dem Nichts auftauchenden älteren Ehepaar angesprochen wurde:

"Haben Sie ein Navi an Bord? Wir müssen zum Flughafen Schönhagen."

"Sie meinen Schönefeld? Dafür brauche ich kein Navi."

"Nein, Schönhagen."

"SchöneFELD!"

"Schönhagen. Wir müssen zum Flughafen Schönhagen. Der ist in Brandenburg."

"Ja, Schönefeld liegt in Brandenburg."

"SCHÖNHAGEN: Haben Sie nun ein Navi, oder nicht?"

Er hatte eins. Schade eigentlich. Laut Google Maps 44 Kilometer.


Mittwoch, 7. August 2013

Beförderungs- und sonstige Pflichten

Ich lud gerade vor dem KaDeWe meine Fahrgäste aus, da stand schon eine junge Dame neben meiner Taxe und wollte einsteigen. Ich verwies sie auf den direkt hinter mir stehenden Kollegen, der da in der regulären Taxischlange stand.

Sie bestand aber darauf:

"Ich will aber bei Ihnen mitfahren."

Es entspann sich ein kurzes Wortgefecht zwischen ihr und mir, das damit endete, dass sie wutentbrannt die Beifahrertür zuwarf und von dannen zog, nicht ohne mir noch einen Stinkefinger zu zeigen. 

Es gehört nun mal zu den ungeschriebenen Gesetzen der Taxibranche, dass der ausladende Kollege sich in der Schlange hinten anstellen muss und nicht von vorne weg laden darf. Soviel zum Thema Kollegialität.

Aber entspricht das auch der Taxiordung, wonach der Kunde die freie Wahl des Taxis hat? Und habe ich durch mein kollegiales Verhalten nun gegen irgendeine Verordnung verstoßen?

Und noch ein Problem, mit dem ich mich noch nie auseinander gesetzt habe:

Ich habe mich mitten in der Schlange mit einem Kollegen unterhalten, der einen VW Touran fährt, der bekanntermaßen Platz für bis zu sechs Personen bietet. Der wurde von einer 5er-Gruppe angesprochen, ob er sie mitnehmen könne und er verneinte. Auf meine Nachfrage bei hm antwortete er, dass er grundsätzlich nur bis 4 Personen transportieren würde und früher, bevor es diese Großraumfahrzeuge gab, hätten die Menschen halt 2 Taxen genommen. Er finde es unsozial, den Kollegen Kundschaft wegzunehmen.

Bezieht sich die Beförderungspflicht bei Taxen auf nur 4 Personen, bzw ist ein Fahrer eines Großraumwagens verpflichtet, die max. Anzahl von Personen zu befördern, die er laden kann und darf? Unabhängig davon, welchen Sinn es macht, einen Großraumwagen oder ein Bustaxi zu fahren und dann diesen Vorteil nicht auszunutzen.


Dienstag, 6. August 2013

Zum Nachtfahrer mutiert (2)

Dieses WE habe ich es wieder so gehalten, wie am WE zuvor. Auto stand zu Hause und diesmal hatte ich mir den Wecker gleich auf 3 Uhr gestellt. Und obwohl das jetzt nach Masochismus klingt, ich habe mich darauf gefreut. Ich finde das spannend so abseits der üblichen Routine. So mitten in der Nacht auf Berlins Straßen. Ich weiß zwar nicht genau, was man um diese Uhrzeit als Taxifahrer eigentlich macht, wo man seine Fahrgäste her kriegt, aber so schwer kann das nicht sein. Stimmt, ist im Grunde genauso zufällig, wie tagsüber auch.

Als ich um 4 Uhr am Sonntag mein Auto bestieg und der Himmel kurzzeitig seine Schleusen zu einem Platzregen öffnete, war mir schon klar, lange würde ich nicht auf Fahrgäste warten müssen.
Ich kam auch nur bis zur nächsten Ecke, als ein aufgeregter Fahrgast mir aus der Ankerklause (Beschreibung der Ankerklause hier) ins Auto sprang. Nur eine kleine Tour zur Jannowitzbrücke, aber das Gespräch war gut zum Aufwachen. Auf halber Strecke schon ließ der Regen nach und es tröpfelte nur noch ein wenig.


"Hmm, wenn ich das gewusst hätte. Bin ja nur mit dem Taxi gefahren, weil es regnet. Jetzt steht mein Rad dort vor der Ankerklause."

"Ja, da hast du jetzt Geld zum Fenster rausgeschmissen."

"Sag mal, wenn wir jetzt die gleiche Strecke wieder zurück fahren, sind wir doch wieder bei Null, oder?"

Kleine Scherze am frühen Morgen. Ich liebe es. Ernsthaft. Bringt mich zum Lachen. Und Lachen macht wach.

Trotz dieser zwei erfolgreichen Wochenenden, ich sehe meine Nachtfahrer Karriere hiermit als beendet an.

Montag, 5. August 2013

Kopfwackler

"Boah, was sind wir fertig. Drei Tage in Wacken."

"Und wie geht es euren Ohren?"

"Wie wat haste jesacht?

Die etwas despektierlichen Äusserungen der männlichen Fahrgäste über die BesucherInnen des Festivals  erspare ich euch lieber.

"Leute kucken, nur Leute kucken.
Wie gefällt Ihnen die Musik...? "


Donnerstag, 1. August 2013

Alt-Lübars und Tegeler Fließ

Es gibt in Berlin 34 (nach Kauperts) Straßen, die mit Alt Bindestrich beginnen. Das ist auf die Geschichte Berlins zurückzuführen. Bei der Gemeindereform zur Bildung "Groß-Berlins" wurden  am 1. Oktober 1920 sieben umliegende selbstständige Städte sowie 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirke aus den Landkreisen Niederbarnim, Teltow und Osthavelland in die Stadt Groß-Berlin eingemeindet. Und viele haben sich den alten Dorfkern erhalten bzw weist das Alt- daraufhin, dass hier einmal der Dorfmittelpunkt war.

So sind auch die Vielzahl von Berliner Straßen innerhalb Berlins zu erklären, die von den Dörfern nach Berlin hinein führten.

Oft sind heute noch die alten Dorfstrukturen zu erkennen:

Im Zentrum der Dorfplatz, links und rechts eine (manchmal heute noch) kopfsteingepflasterte Straße. In der Mitte die Dorfkirche. Mindestens eine Dorfkneipe und vielleicht ein altes Schulgebäude. Auch das herrschaftliche Wohnhaus des einstigen Großgrundbesitzers liegt oft direkt an dieser Hauptstraße.

Ein typisches Beispiel für diese alte Dorfstruktur findet man in Lübars (lesen, ausführliche Dorfchronik). Die Straße Alt-Lübars mit ihrer barocken Dorfkirche weist alle diese Merkmale heute noch auf. Lübars liegt im Bezirk Reinickendorf, zu dem auch der Ortsteil Tegel mit dem Noch-Flughafen gehört.

Lübars eignet sich auch sehr gut als Ausgangspunkt für einen ausgedehnten Spaziergang in das Tegeler Fließ mit z.B. dem Eichwerder Steg. Dort hat der NABU einen Naturlehrpfad eingerichtet. Hier ein weiterer Link zum NABU (pdf) mit Geschichte und Erklärungen zum Eichwerdersteg. 

Leider hat uns auf dem Weg zum Tegeler See ein Gewitter überrascht und wir mussten unseren Ausflug mit dem Bus beenden. Das ist ja das Praktische eines innerstädtischen Ausflugs.

Ziel war eine weitere Alt Bindestrich Straße: Alt-Tegel. Dort fanden wir uns im alten West-Berlin wieder. Eine Straße, die bis direkt zum Tegeler See führt, an der sich, wie an einer Perlenkette aufgereiht, viele Kneipen und Restaurants finden. Mit schlechtem Service und einer nicht vorhandenen Besucherfreundlichkeit.

Aber sogar hier finden sich Spuren einer alten Dorftruktur. 

Aber zurück nach Lübars.
Der alte und immer noch Dorfplatz

Die dazugehörige Dorfkneipe
Die unvermeidliche Kirche
Die ehemalige Schule
Man munkelt, es würden in Lübars mehr Pferde als Menschen leben. Im Hintergrund das Tegeler Fließ
Grün, im Sommer die überwiegende Farbe
Der Eichwerder Steg im Tegeler Fließ
Nachtrag, 1.8.2013 10:09 Uhr
Also, manchmal... Die taz hat Lübars auch gefunden.

Mittwoch, 31. Juli 2013

Alleinige Verantwortung?

Wieso bietet sich eigentlich ein Taxi an, um alles mögliche in ihm zu vergessen oder zu verlieren? Was ist das für ein Phänomen?
Die folgenden Vorfälle ereigneten sich in den letzten drei Schichten:

Ein Australier verlor seine komplette Brieftasche auf dem Vordersitz, sie fiel in den Fußraum, ausserhalb meines Sichtbereichs. Ich habe nach ihrer Entdeckung meine gute Position in der Schlange aufgegeben und sie beim nächsten Polizeirevier abgegeben.

Ein Radfahrer winkte und mein Einwand, mit Fahrrad ginge nicht, ließ er nicht gelten, sondern ein "No problem" und er montierte kurzerhand Vorder- UND Hinterrad ab und verstaute die drei Einzelteile bequem im Kofferraum. Sein Fahrziel war ein Club in Friedrichshain und dort vor der Tür traf er einen Kumpel. Schnell bezahlt und rüber zum Kumpel. Für meinen Hinweis: "Do you still need your bike?" war er dann aber doch noch dankbar. Er war schon fast im Club drin.

Vater und Sohn, mit zwei Koffern wollten zum Museum für Technik. Koffer hinten rein und es entspann sich ein nettes Gespräch über Berlin, das Museum ihrer Wahl und überhaupt, Mauer und so, wollte er seinem Sohn nahe bringen. Und ich konnte mit ein paar Jahreszahlen weiterhelfen. Vor dem Museum noch ein bisschen gequatscht, gezahlt und ausgestiegen.

Wieder zurück am Ausgangspunkt, meiner Stammhalte. Kurz mit einem Kollegen gequatscht und zum Kofferraum, um mir eine Stulle zu holen. SCHEISSE.
Die Koffer.
Wieder zurück zum Museum. Da saß der Sohn vor dem Eingang, der Vater war nicht zu sehen. Ein aufgewecktes Kerlchen, der Sohn.

"Ich soll ihnen 10 EUR Trinkgeld geben." und reichte mir einen Zehner rüber.

Ich sehe es nicht in meiner alleinigen Verantwortung dafür zu sorgen, dass das, was eingeladen wurde auch wieder ausgeladen wird. Aber dass Fundsachen abgegeben werden ist meine Pflicht.
Liebe Leute, lasst ihr eigentlich im Bus, im Flugzeug, in der Straßenbahn, im Restaurant, im Kino auch so viele Dinge liegen? Für uns Taxifahrer ist das immer eine umständliche Rennerei.

Montag, 29. Juli 2013

Zum Nachtfahrer mutiert

Nein, nein, ich werde nicht über die Hitzewelle, die gerade über Deutschland liegt, schimpfen.

Aber ungewöhnliche Ereignisse erfordern ungewöhnliche Maßnahmen.
Normalerweise klingelt am Wochenende mein Wecker um 4 Uhr 30. Dann bin ich so gegen halb Sechs am Ablöseplatz und treffe ab und zu noch meinen Nachtfahrer. Der befindet sich momentan aber im Krankenstand und so hatte ich mein Auto Samstag zu Sonntag vor der Haustür stehen.
Als ich dann nachts um 3 kurz aufwachte, ging mir das Gespräch mit der Kollegin vom Vortag durch den Kopf. Sie wollte schon am Samstag ganz früh aufstehen, um zur Mittagshitze schön auf dem Balkon liegen zu können. Hat dann aber doch verpennt. Aber gute Idee. Und noch was ging mir durch den Kopf. Dazu aber später mehr.

Also, raus aus den Federn und arbeitsfertig gemacht. Morgens um 3 Uhr. Das Auto steht ja vor der Tür und wartet darauf, Geld verdienen zu können.

Und hier kam mir das zweite Gespräch in den Sinn. Das hatte ich schon vor langer Zeit, noch bei meiner ersten Taxibude. Und zwar mit meinem damaligen Chef. Der war  alkoholkrank und und bei ihm folgte eine Therapie der anderen, eine Klinik der nächsten. Hat alles nichts genützt, die Firma ging in die Pleite. Ich habe ihn nur einmal kurz gesehen und er versuchte mir sein Scheitern mit den Worten zu erklären:

"Weißt du, wenn ständig ein Wagen vor der Tür steht, der gefahren werden will, das macht dich krank und so fängst du an dich zu besaufen."

Ich kann bis heute den Zusammenhang zwischen Saufen und Verantwortung für ein Unternehmen nicht ganz nachvollziehen. Aber schlafen konnte ich auch nicht mehr! Und so kam es, dass ich morgens um 4 schon auf der Straße zu finden war.

Und was soll ich sagen, der Plan ist aufgegangen. Die erste Tour führte mich gleich mal nach Frohnau. So ein Nachtfahrer kriegt wohl öfter mal die dicken Touren. Aber es ging auch später so weiter (zweimal nach SXF), mit einer gehörigen Portion Glück hatte ich mein Tagesziel ziemlich schnell erreicht.

Und als dann das Thermometer die 36°C anzeigte, saß ich entspannt im Café.





Was läuft falsch in den Köpfen so mancher Kollegen?

Die Woche beginnt mit Geschichten über Kollegen.

Arschgesicht 1:
Der Kollege, der mir meine Taxe mit Tank auf Reseve abgestellt hat.

Arschgesicht 2:
Der Kollege, der eigentlich schon in Rente ist.

"Boah, muss ich dir erzählen. Da habe ich einen Juden nach Schönefeld zur El-Al gefahren. Der wollte nach Israel. Fahrpreis wie immer 32 Euro. Und der gibt mir 45. Ein JUUUDE."


"Gutes Trinkgeld. Aber wieso betonst du Jude so?"

"Na, Juden sind doch bekannt für ihre Knausrigkeit und Sparsamsamkeit."

antwortete er mit einer Betonung auf: Du Dummerchen. Das weiß man doch.

"Also ich bin auch vor 2 Jahren mit El-Al von Schönefeld nach Israel geflogen. Und mit dem Taxi zum Flughafen gefahren. Woher weißt du, dass es ein JUDE war? Es gibt christliche, muslimische, säkulare Israelis. Jude ist man fast ausnahmslos erst dann, wenn die Mutter Jüdin war."

"Das sieht man doch. Ich erkenne einen Juden."

Dass so eine gequirlte Scheisse immer noch in so manchen deutschen Köpfen herumspukt.

Montag, 22. Juli 2013

Olle Lamellen

Das ältere Ehepaar gab mir die Johannisstraße als Fahrziel an.

Johannisstraße, Johannisstraße, Johannisstraße? Ich wusste ganz genau, dass ich diese Straße kenne, ja vermutlich sogar sehr gut. 

Es dauerte ein paar Sekunden bis es klick machte. Natürlich, da hast du vorletzte Woche noch einen Spaziergang gemacht. So was ärgert mich immer ungemein. Genau zu wissen, da warst du schon des Öfteren, aber wo genau war das noch mal? Mein körpereigenes Navi braucht manchmal etwas länger als die technischen Apparillos, funktioniert dafür aber auch ohne GPS-Empfang. Ich glaube, davon kann jeder Taxifahrer ein Lied singen.

(Nicht dass ich nicht auch ein Navi eingebaut habe. Ist schon eine hilfreiche Sache.)

Das schönste Haus in der Straße soll es sein. Mir schwante was. Beim erwähnten Spaziergang zückte ich die zufällig mitgeführte Kamera, weil da ein dermaßen hässliches Gebäude rumstand, das schrie gerade zu danach, auf dem Kamerachip landen zu wollen.

Volltreffer. Beim Aussteigen raunte ich dem neben mir sitzenden Fahrgast zu: "Mein Gott, ist das hässlich." Durch ein leichtes Kopfnicken bestätigte er mein Ästhetikempfinden.

"Eine vorgehängte Lamellenfassade greift in seiner plastischen Gestaltung das Thema der Landschaft in der Stadt auf"
(Hervorhebung von mir)
 Hui, was so ein paar olle Lamellen alles können.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Dämeritzsee

Ich weiß nicht mehr, wann genau es begonnen hat. Es könnte so in etwa um diesen Dreh (leider einige veraltete Links drin) rum gewesen sein. Seit jener Zeit unternehmen M. und ich fast jede Woche einen mehr oder weniger großen Ausflug innerhalb Berlins zu Örtlichkeiten, an denen wir noch nie gewesen sind. Oder die wir uns noch nie in Ruhe anschauen konnten.
Wenn ich das manchmal meinen touristischen Fahrgästen erzähle, ernte ich des Öfteren zweifelnde Blicke, als hätten die Berliner Taxifahrer ja ganz schön einen an der Waffel.

Gestern nun, das war gerade mal noch so innerhalb Berlins Grenzen. Wir haben uns den Dämeritzsee ausgeguckt. Sommer, Sonne und See, das bietet sich an in Berlin.

Und wie so oft nach unseren Ausflügen, hatten wir anschließend noch einiges aufzuarbeiten. Z.B. die Inschrift veste Veste seker Neste am Haus Burgfrieden. Zuerst dachten wir an entweder altdeutsch, friesisch oder ähnliches.
Die Google Suche war nur bedingt aufschlussreich. Unter anderem sind wir aber auf die Kunstsprache Alphistian gestoßen. Die kennt all diese Wörter. Und ist natürlich auch mit einer Facebookseite vertreten. Aber das scheint mir doch etwas weit hergeholt zu sein. Wer mehr Informationen zu der Inschrift besitzt, gerne in die Kommentare damit.
Und überhaupt, dort unten baut ja jeder wie und was er will.

Eine neue Brücke habe ich auch entdeckt. Die kam garantiert nie in der Ortskenntnisprüfung vor.
Hand aufs Herz, liebe Berliner Kollegen, jemals von der Triglaw-Brücke gehört?
Leider, leider kann man keinen richtigen Rundgang um den See machen. Alles verbaut, mit Privatgrundstücken ohne öffentlichen Zugang zum Wasser. Nur selten kann man direkt zu so zauberhafter Kulisse vorstoßen. Hier ein Blick auf die Müggelspree.
 Obligatorisch ist bei diesen Ausflügen auch ein Café-Besuch. Nicht immer klappt das in so idyllischer Umgebung.
Wie man allerdings diesen netten Gesamteindruck mit solch einem Getränk verhunzen kann, bleibt mir ein Rätsel. Das hat mit Bier gar nichts mehr zu tun.



Montag, 15. Juli 2013

Ein leidiges Thema

Das Fahrziel Flughafen Schönefeld lässt das Berliner Taxifahrerherz immer etwas höher schlagen. So auch das Meine, als eine Russin mit sehr guten Deutschkenntnissen vom Potsdamer Platz von mir dorthin gefahren werden wollte. Und es sogar etwas eilig hatte. Ich wählte also nicht die kürzeste, sondern die schnellste Strecke über die die Autobahn. Die ist zwar etwas teurer als die Route quer durch Kreuzberg und Neukölln, aber wehe, wenn sie dadurch ihren Flug verpasst.
Am Flughafen angekommen, stand der Taxameter auf 32 Euroirgendwas. Sie schaute irritiert auf den Fahrpreis, schaute auf die vier 10-Euroscheine in ihrer Hand, wieder zurück zum Taxameter und zum Schluss entschied sie sich für ein "Stimmt so." Sie hätte die Euronen extra zur Seite gelegt und sich dabei an dem Fahrpreis orientiert, den sie bei der Hinfahrt bezahlt hatte.

(Hintergrund dieser Preisdifferenz ist dieser unsägliche Taxistreit am Flughafen Schönefeld zwischen den Taxiverbänden Berlins und denen aus dem Landkreis Dahme-Spreewald, auf dessen Gemarkung der Flughafen nun mal liegt. Deren Tarif liegt deutlich über dem  Berlins. Und da sich inzischen in der Hoffnung auf baldige Öffnung des Flughafens BER in LDS jede Menge neue Taxibetriebe gegründet haben, haben sie kurzerhand den Berlinern verboten dort an der Halte anzustehen.)

Liebe Kollegen aus dem Nachbarkreis: 40 Euro bis zum Potsdamer Platz sind aber auch für euren Tarif unverhältnismäßig.

So hatte ich trotz oder gerade wegen des hohen Trinkgeldes kein gutes Gefühl dabei.

Auch habe ich schon im Gespräch mit den Kollegen den Eindruck, dass sich die Berliner nun weitere Wege suchen, um auch nur annähernd an die LDS-Fahrpreise ranzukommen.

 Liebe Berliner Kollegen: Das nennt man Betrug.

Das muss sich bis zur tatsächlichen (falls die jemals kommen sollte) Eröffnung des BER ändern. Sonst droht uns ALLEN ein Desaster.

Donnerstag, 11. Juli 2013

Blaue Stunde ohne Alkohol

Früher mal ein öffentliches Pissoir, heute bekommt man hier die besten Burger der Stadt. Sehr zu empfehlen, der Chilli Cheese.

Ist allerdings mit einer gewissen Wartezeit verbunden. Wir haben es gerade noch geschafft, rechtzeitig an der Oberbaumbrücke aufzulaufen.

Die Oberbaumbrücke und rund um das Schlesische Tor. Früher ein abgeschiedener Ort und ein Grenzübergang nach Ost-Berlin. Dort habe ich oft meinen melancholischen Stimmungen nachgehangen. Heute, quirlige Partyzone. Diese Location hatte ich mir gestern für meine ersten Versuche mit der blauen Stunde ausgesucht. Ozonschicht fotografieren und so. In dieser Tabelle werden die Uhrzeiten der blauen Stunde in mehreren europäischen Städten ausgewiesen.

Das macht Spaß und ich hoffe, die Ergebnisse können sich sehen lassen.






Schon mal jemandem von den Berlinern aufgefallen? Richtung Westen seit Neuestem der Mercedes Stern, nach Norden BASF, im Osten Allianz.
Weitere Fotos hier.

Montag, 8. Juli 2013

Alles gleicht sich aus

Der ältere Kollege stand an der Halte zwei Autos hinter mir als ich eine Fahrt nach TXL bekam. Beim Zurückkehren zur selben Halte, kam er auch gerade wieder an und bekam den Platz direkt vor mir. Als er dann vorne stand, unterhielten wir uns und er lamentierte und haderte mit seinem Schicksal am heutigen Morgen. Beide Kollegen vor ihm hätten Touren nach Schönefeld gekriegt (ca. 22 Km) und er nur zum Bahnhof.

"Wenn man das nur immer vorher wüsste, welche Position die guten Touren kriegt."

Der Kollege war aber nicht nur ein älterer, sondern auch ein weiser:

"Im langen Leben eines Taxifahrers gleicht sich das alles aus."

Diesen Satz hatte er noch nicht ganz zu Ende gesprochen, da kamen zwei Fahrgäste aus dem Hotel und einer rief schon von weitem:

"Fahren Sie auch nach Potsdam? Wir müssen nach Sanssouci." (ca. 35 Km)

So, und was soll ich jetzt sagen? Hätte ich die Ampel in der Alt-Moabit noch bei grün gekriegt, hätte ich an seiner Stelle gestanden.

Es dauerte bis zum Feierabend, dass sich seine Weisheit auch für mich bewahrheitete. Ich stand schon am Ablöseplatz und wollte gerade meine Sachen aus dem Kofferraum holen, als mich ein Herr mit Koffern im Schlepptau ansprach:

"Oh, sind Sie gerade frei?"

"Wo müssen Sie denn hin?

"Zum Flughafen Schönefeld. Schaffen wir das in 30 min?"

Haben wir geschafft und mein Glauben an die Welt war wieder hergestellt.

Heiteres Fahrzielraten

Samstagmorgen um ca. 11:00 Uhr am Pariser Platz:

Ein Pärchen kommt aus dem Hotel und steigt bei mir ein, er mit einer quietschgrünen Hose.

Noch bevor sie ihr Fahrziel aussprechen können, kam ich ihnen zuvor:

"Lassen Sie mich raten. Zum KaDeWe? 

Sie qietscht auf und schaut mich entgeistert an:

"Das ist ja richtig unheimlich."

Er:

"Wie haben Sie das gewusst?

"Männer mit grünen Hosen am Samstag um diese Uhrzeit und in weiblicher Begleitung wollen IMMER zum KaDeWe."

Freitag, 5. Juli 2013

Ortskenntnis erschlafen

"In die hastenichgesehen-straße bitte"

"Puhh, wo ist die denn? Meinen Sie die hastenichtgesehen-allee?"

"Nein, Sie können mich an der Ecke Haupt/Dominicus rauslassen."

So weit so klar.

"Okay, jetzt weiß ich's wieder. In der straßedirektnebenan hatte ich mal eine Freundin."

Der Fahrgast zu seiner weiblichen Begleitung:

"Sag ich doch schon immer. Man kann sich seine Ortskenntnis auch erschlafen."

Nee, so eine Freundin war das gar nicht. Ich habe mich bei gelegentlichen Besuchen bei ihr aber damals in dieser Gegend mehrfach verfranzt.

Man kann sich seine Ortskenntnisse eher verfranzen. Aber irgendwie ist da auch was Wahres dran. Es gibt ein paar Ecken, zu denen würde ich mit geschlossenen Augen finden.

Donnerstag, 4. Juli 2013

Aus der Mode gekommen

Die von mir so hoffnungsvoll erwartete Modewoche hat sich diesmal als Niete erwiesen. Nicht nur völlig unfähiges Security-Personal, sondern auch zurückgehende Besucherzahlen bei den einzelnen Messen haben mir die Laune verhagelt.

Schon am Dienstag hinkte der Umsatz wesentlich dem Ergebnis von vor einem Jahr hinterher. Und ein Vorfall mit einer dieser Security-Truppen, auf deren Verhalten ich aber aber nicht im Einzelnen eingehen möchte. Ich bin immer noch auf 180 und Dinge, die ich jetzt schreiben möchte, könnten mir in einer juristisch relevanten Art und Weise rausrutschen. Ich gehe so und so davon aus, dass diese Firma nie wieder dort arbeiten wird.

Am Donnerstag brachten sie mich also dazu, den Schalter umzulegen und einer anderer Taktik zu folgen. Sollen die doch sehen, wie sie ihre Besucher dort wegkriegen. Also fuhr ich einen Bogen um die Messen und bediente den Rest von Berlin mit meiner Taxe. Leider bin ich zu spät umgestiegen und so blieb auch dieser Tag hinter den Erwartungen zurück. Und für heute habe ich beschlossen, erst gar nicht anzutreten. Das ist bitter. Und für mich hat das Taxijahr in Berlin einen Höhepunkt weniger.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, bei der Bread and Butter hat es nach wie vor einigermaßen funktioniert. Aber die haben sich ja schon immer ganz gut um uns gekümmert.

Montag, 1. Juli 2013

Bezahlter Plausch

Noch war es ruhig am Sonntagmorgen am ehemaligen Flughafen Tempelhof. An einem Hotel zugestiegen war ein Herr, der sich über den Verlauf der Arbeiten an seinem Stand informieren wollte. Er bat mich, so zwischen einer viertel und halben Stunde auf ihn zu warten, um ihn anschließend wieder zurück zu seinem Hotel zu bringen. Mit laufender Uhr selbstverständlich.
Okay, fängt gut an, Taxifahrers Liebling, die Bread and Butter. Wie gut, erfuhr ich erst, als ich mich zu einem der Stehaschenbecher begab, um eine zu paffen. Diesmal schreibe ich nicht, blöde Angewohnheit (trotzdem blöde Angewohnheit). An dem Aschenbecher stand bereits eine Frau, die mich freudig anblickte: "KLAUUUS?" "ISABEEEELLE?*"
Ja, ich kannte die Frau. Sehr gut sogar. Eine Frau aus einem ehemaligen Bekanntenkreis, die ich nun seit mehr als 12 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Die 20-25 minütige Wartezeit verging wie im Fluge und es war das erste Mal, dass ich so einen Plausch auch noch bezahlt bekam.

Am Dienstag geht es los mit der Fashion Week und ich freue mich jetzt schon auf die Touren zum ExpoCenter Airport.
Für alle Kollegen, die noch nicht die Ehre hatten, hier die offizielle Anschrift der Location auf deren Heimseite. Und so sieht das auf Google Maps aus.
Die verschiedenen Standorte rund um die Fashion Week kann man bei Berlin.de nachlesen.

Natürlich ist der Rest der Stadt mit Taxen unterversorgt und jeder muss für sich selbst entscheiden ob er den Rummel mitmacht, oder sich lieber raushält und den Rest erledigt.
Wie auch immer, viel Spaß und gute Kasse.

*Name geändert

Freitag, 28. Juni 2013

Noch ein bisschen schwelgen

Letztes Wochenende war ich zwar schon AUF Arbeit (sagt der Berliner so),  aber nächste Woche geht's so richtig los. Die Fashion Week zieht wieder durch Berlin. Schön, schön!

Zeit, jetzt noch ein bisschen vom Urlaub zu schwelgen.

Zum Beispiel vom Golfspielen auf dem Castle von Edinburgh.
Oder von der Dampferfahrt auf dem Firth of Forth.
(Leider gibt es Musik von You Tube nicht mehr ohne Werbung.)

Und seien es nur Tiere in Schottland.





Oder doch noch ein paar Bilder aus meiner Raucherecke unseres Apartments in Edinburgh?



Blaue Stunde
Oder,oder... Iss ja gut, ich hör' ja schon auf. 

Wer sich für meine Urlaubsbilder aus England und Schottland interessiert, der sollte in den nächsten Wochen immer wieder mal bei meinem Picasa-Alben vorbeischauen. Die Bilder von Manchester sind schon online. Mit vielen Bildunterschriften versehen.


Dienstag, 25. Juni 2013

Hackedicht...

... oder aber: Ich glaube, es hackt. Oder hakt es nur in so manchem...
Gesehen am Bauzaun zur neuen U-Bahn direkt vor dem Roten Rathaus.

Montag, 24. Juni 2013

Auflösung Bilderrätsel (25)

Auflösung Bilderrätsel (25) 

Großes Kompliment an alle, die es wussten bzw rausgekriegt haben. Das war nicht einfach.

Iain Banks wurde in Dunfermline in der Region Fife geboren und lebte seit 1988 bis zu seinem Tod am 9. Juni 2013 in North Queensferry.

Beide Orte liegen in unmittelbarer Nähe dieser Brücke. Zu dem Buch Die Brücke (The Bridge) wurde er durch diese beiden Brücken über den Firth of Forth inspiriert. (engl.)

Der Offizielle Name der Brücke ist Firth of Forth Rail Bridge oder kurz Forth Rail Bridge, noch kürzer Forth Bridge.


Beim Anblick der beiden Brücken habe ich einen Fotografierflash gekriegt, aber diese Unmengen an Bildern erspare ich euch. Höchstens ein Video kommt noch nächste Woche. 


@Anonym vom Freitag, 12:27.

Du meinst beim Hawes Inn sicher dieses Inn. Aber das von Stevenson wusste ich tatsächlich noch nicht.
Und dann weißt du sicher aber auch, dass er in der Heriot Row 17 in Edinburgh jahrelang gelebt hat.
@Bernd K.
Die Brücke am Tay ist die "Vorgängerbrücke", an anderer Stelle, die 1879 eingestürzt ist. Deshalb die besonders belastbare Konstruktion.

@Aro
Ich weiß, dass du deinen Kommentar nicht ernst gemeint hast, aber ganz so weit lagst du gar nicht daneben. Es war Theodor Fontane, der über die Brücke am Tay eine Ballade geschrieben hat.