Donnerstag, 28. Februar 2013

Museum im Wasserwerk

Was nicht so alles nötig ist/war, um ein Glas Wasser zu trinken.


Ein "paar" Bilder vom gestrigen Besuch des "Museums im Wasserwerk" in Friedrichshagen gibt es natürlich auch noch.

Und nicht weit weg davon, die Bölschestraße mit teilweise seltsamer Architektur.


Dienstag, 26. Februar 2013

Am Rande eines Arbeitstages (7)

Sehr oft sind es ja die Kleinigkeiten während einer Schicht, die das Taxifahren so interessant machen. Meistens sind diese Kleinigkeiten so klein, dass sie sich nicht für einen eigenen Blogbeitrag eignen. Deshalb hatte ich zu Anfang dieser Bloggerei den Tag "Am Rande" eingeführt. Ihn aber in in der letzten Zeit ziemlich vernachlässigt.
Heute wieder eine neue Folge.

"Was hab ich dir gesagt. In Düsseldorf geht man jetzt zur Kirche, in Berlin schläft man noch."
Eine Dame zu ihrem Begleiter sonntagsmorgens um halb zehn, während einer Fahrt durchs verkehrs- und menschenarme Berlin. Es ist schon so, sonntagsmorgens ist in bestimmten Ecken von Berlin um 6 Uhr mehr los auf den Straßen um 10 Uhr.
Es war eine sehr unterhaltsame Fahrt. Die Dame war eine gebürtige Berlinerin, die vor Jahren nach NRW verzogen war. Wir tauschten jede Menge Erfahrungen über Kneipen und andere Lokalitäten aus früheren Zeiten aus, während der Begleiter staunend zuhörte.


Einem Franzosen einen zusätzlichen Euro Trinkgeld aus dem Ärmel geleiert. Bei einem Fahrpreis von 13,80 € zuerst auf 14 € aufgerundet, gab er mir den einen Euro wieder zurück, nachdem ich ihm den Fahrpreis korrekt in französischer Sprache genannt hatte.


Ich versuche ja immer, wenn ein Doorman Gäste aus dem Hotel zu meiner Taxe führt, auf die Sprache, die sie miteinander reden zu achten. Ich vermeinte ausländische Wortfetzen vernommen zu haben, also:

"Hello, good morning. How are you?"

"Danke gut. Und selber?" 





Montag, 25. Februar 2013

Schmuddelwetter

I moag des nimmer.
Selten den Pariser Platz an einem Wochenendtag morgens um 11 Uhr so leer gesehen.

Nachtrag:

Gerade gefunden
Trübster Winter seit 42 Jahren.

Mittwoch, 20. Februar 2013

Legoland und Deutsche Kinemathek

Endlich haben wir Freikarten für das Legoland am Potsdamer Platz eingelöst. Nie im Leben hätte ich aber 16€ dafür ausgegeben. Und den Lego VW Bus, den ich schon lange im Auge habe, haben sie nicht mehr. Schade, so einen ähnlichen (selbstumgebaut) habe ich 10 Jahre lang gefahren. Das wäre auch eine schöne Übung in Feinmotorik gewesen.
(Wen es interessiert, hier ein Video zu den Features dieser ausgeklügelten Legokonstruktion.)

Irgendwas mit Taxi gefällig?

Oder irgendwas mit Flughafen?
Genug der Werbung. Hat mich nicht überzeugt. Obwohl die Legonachbauten der Berliner Sehenswürdigkeiten gut gemacht sind. Ist ja aber auch nicht für Menschen im mittleren Alter gedacht. Die anwesenden Kiddies hatten aber wohl ihren Spaß.

Genial aber die am Potsdamer Platz direkt daneben liegende Ausstellung über den amerikanischen Regisseur Martin Scorsese in der Deutschen Kinemathek



Leider, leider ist dort aber ein absolutes Fotografierverbot.

Trotzdem irgendwas mit Taxi gefällig?



Samstag, 16. Februar 2013

Homophobie und Immobilienhaie

(Nach reiflicher Überlegung und entgegen meiner Ankündigung habe ich mich entschieden, meine Geschichten weiterhin in der Ich-Form zu veröffentlichen. Der Kompromiss, sie in der 3. Person zu schreiben und nachträglich den Taxifahrer K. durch ich zu ersetzen, ermöglicht mir, die Sache von außen zu betrachten und trotzdem etwas persönlicher zu präsentieren. Und danke für das Feedback!)


Ich hatte einen ganz schlechten Tag erwischt. Ich ärgerte mich immer noch über dieses unverhältnismäßige Polizeiaufgebot mit hunderten Polizisten und einem Hubschrauber, das am Donnerstagmorgen einer Gerichtsvollzieherin den Weg zur Zwangsräumung in eine Wohnung unweit meines Kiezes geebnet hatte. Eine Sitzblockade von solidarischen Demonstranten sollte diese Zwangsräumung einer türkischen Familie, die eine Mietnachzahlung ein paar Tage zu spät überwiesen hatte, verhindern.

Tja, die Immoblienhaie sind immer noch und wieder unterwegs und kriegen vor Gericht halt meistens recht.

So lieber Staat radikalisiert man seine Jugend. Immer schön druff mit dem Pfefferspray.

Und nun hatte ich auch noch diese auswärtigen Fahrgäste an Bord, die nur ständig über Berlin und seine Politik am Mosern waren. Über diesen „Partybürgermeister“ der ja ganz alleine an diesem Flughafendebakel schuld sein sollte. Mein Einwand, dass ein Aufsichtsratsvorsitzender nun mal nicht in Kabelschächte kriecht und überprüft, ob da alles in Ordnung ist, was seine Vorstände ihm erzählen, wurde mit einem:

„Den kann ich halt nicht leiden. Der ist doch sowieso schwul.“ abgetan.

Okay, hiermit hatte sich das Gespräch für mich erledigt. Ich wollte nun meine etwas differenzierteren Ansichten über diese angeblich rot-rote Regierung, die in ihrer damaligen Regierungszeit Berlin nach neoliberalem Muster verschleudert und dabei irgendwelchen (auch dubiosen) Investoren Baugrundstücke und andere Immoblien für ‘nen Appel und ‘n Ei in den Arsch geschoben und sich einen Dreck um steigende Mieten und deren Folgen gekümmert hatte, nicht mehr ausführen.

Wozu auch. Homophoben Menschen kann man nicht mit Argumenten kommen. Wenn das ginge, wären sie es ja nicht.

Mittwoch, 13. Februar 2013

An den Haaren herbeigezogen

Manchmal ist es einfacher besser, im Taxi die Türen verschlossen zu halten. :-D

Hier war ein Video eingebettet, das inzwischen wegen eines Urheberrechtanspruches nicht mehr verfügbar ist.

Schade eigentlich.

Dienstag, 12. Februar 2013

Ohne Fahrgast

Dieses Fahrzeug zur Personenbeförderung ist jetzt erstmal ohne Fahrgast.


Anlässlich einer erfolgreichen Schicht

(Kleines Vorwort:
Ich werde ab jetzt nicht mehr über MEINE Erlebnisse beim Taxifahren berichten, sondern über die des Taxifahrers K. Das hat den alleinigen Grund, dass es mir leichter fällt über andere zu schreiben, als über mich selbst. Vielleicht gefällt's ja.)

Eigentlich hatte sich K. ja schon ganz auf Feierabend eingestellt. Sogar die EINE NOCH war ihm geglückt. Eine ganz, ganz kurze zwar, aber das spielte keine Rolle mehr. Der Tag war mehr als zufriedenstellend gelaufen, was auch zu erwarten gewesen war. Der erste Sonntag der Berlinale ist immer ein Tag, an dem man sich keine Gedanken über den Umsatz machen muss. Immer schön in Mitte bleiben, der Rest ergibt sich von alleine. Ist zwar ob der Enge und der Verkehrsdichte etwas nervig, aber man setzt auf ein sicheres Pferd. Und wenn man mal etwas außerhalb gelandet war, auch kein Problem. Die meisten Kollegen fahren ja, wie er auch, rund um den Potsdamer Platz und somit sind Taxis im Rest der Stadt Mangelware. So seine Taktik.

Es hatte morgens schon ganz gut begonnen. Nach einer Rundtour mit Skiurlaubern vom Ostbahnhof aus über Neu-Hohenschönhausen nach Marzahn, ganz in die Nähe des Wohnortes seines Kollegen Sash, den er kurz zuvor an eben diesem Ostbahnhof auf seine Feierabendtour wartend getroffen hatte. Eigentlich wäre diese Tour wie für Sash gemalt gewesen, aber wie das Taxileben halt so spielt… Mit rund 30€ mehr in der Kasse hieß es jetzt für ihn wieder zurück in die Zivilisation. Gemütlich über die autofreie Landsberger Allee zurück zuckelnd. Da, ein Winker am Straßenrand. Ausrufezeichen. Die einzelne männliche Person machte einen vertrauenserweckenden Eindruck und so sammelte er ihn ein. Ein verirrter Berlin-Besucher aus Köln, der diesen Karnevalsrummel in seiner Heimatstadt nicht erträgt und jedes Jahr um diese Narrenzeit nach Berlin entflieht. Er käme vom Feiern und müsse in das Hostel Generator. K. wunderte sich etwas: „Feiern? Hier in der Ecke?“ Nein, nein. Er und seine Kumpels wären in Kreuzberg in einem Club gewesen. Und die Kumpels wären dann mit dem Taxi ins Hostel gefahren. Aber ER hätte sich für einen ganz schlauen gehalten. Er hatte als Anhaltspunkt für das Hostel die Landsberger Allee gehabt und wir seien ja inzwischen in der Welt der Smartphones angelangt. Also kein Problem für ihn.
Als der Busfahrer ihn dann an der Endhaltestelle aus dem Bus warf, musste er also notgedrungen, trotz Smartphone, ganz altmodisch nach einer Taxe winken.

K. ist ja auch im Besitz solch eines Wunderwerks der Technik und ist auch ab und zu in anderen Ländern und Städten unterwegs, aber nie im Leben würde er seinen Heimweg von einer App bestimmen lassen.

K. war zufrieden mit den Anfangstouren seiner Schicht und machte sich ab in die Mitte der Stadt. Zuerst verlief das Ganze etwas schleppend, dann aber gab es eine Tour nach der anderen. Alles keine großen Dinger, aber doch zügig hintereinander weg:

Von der Behrenstraße in die Gitschiner, dort sofort ein fliegender Fahrgastwechsel mit Fahrziel Brunnenstraße, ohne Geschwindigkeitsüberschreitung ein polizeiliches Fernglas passiert und genau dort auf dem Rückweg wieder einen Winker aufgegabelt. Ein völlig schwitzender, aufgelöster Mensch, der K. erzählte, dass er die Polizei gerade noch gesehen hätte und sein Fahrzeug rechts am Straßenrand abstellen konnte. 

„Ich habe nämlich keinen Führerschein mehr.“

Die Frage K.s, warum er sich denn dann hinter das Lenkrad setzen würde, blieb auf dem ganzen Weg in den tiefsten Wedding unbeantwortet.

K. war also am späten Nachmittag zufrieden mit sich und der Welt, freute sich auf den Feierabend, als er in der Köpenicker Straße in Mitte ganz automatisch auf die Bremse trat, da unvermittelt ein Arm in die Höhe gerissen wurde.
Im gleichen Moment bereute er sein Anhalten, aber so weit wird es hier in der Gegend auch nicht sein, dachte er noch.

„Puh, endlich ein Taxi. Nach Haselhorst bitte.“

Puuh, boah, was für eine Tour.

K. war aber eigentlich schon zu lange unterwegs und versuchte dem Fahrgast das mit dem Feierabend und dem Schichtwechsel zu erklären.
„Okay, ich will Ihnen ja den Feierabend nicht versauen. Aber wenigstens bis zum Bahnhof Zoo, oder?“
K. bedankte sich für das Verständnis, da ER ja vergessen hatte die Fackel auszumachen und somit in der Pflicht stand. Aber dann war wirklich Schluss. Er fragte sich nur, warum solche Hammertouren immer dann kommen, wenn man sie nicht brauchen kann. Was würde er nächste Woche für so eine Tour geben.

Montag, 11. Februar 2013

Zum Taxi...

Zum Taxi, Schätzchen.
Das ging damals ziemlich schnell, der Schritt von der Schwabinger 68er Bewegung zum bekennenden Franz-Josef Strauß Fan, gelle.
Aber ehrlich, gut gehalten. Mit einer bestimmten Creme?
Es ist halt Berlinale. Da tummelt sich so allerhand Promi-Volk. Aber warum kriege eigentlich ich immer die Münchner?
(Und wer jetzt immer noch nicht weiß, wen ich da zum Flughafen Tegel gebracht habe, bitte schön.)

Mittwoch, 6. Februar 2013

Wer hat an dem Schild gedreht?

Wer hat an dem Schild gedreht?
 Gesehen am Platz des 18. März.
Die Richtungsangaben müssten um etwa 90° im Uhrzeigersinn gedreht werden.
Sorgt verständlicherweise für jede Menge Verunsicherungen bei unseren Besuchern, wie ich erst gestern wieder erfahren habe.

Dort ist übrigens z. Zt. ein Teil der Ausstellung "Zerstörte Vielfalt" zu sehen.
Ein paar Bilder zu dieser Ausstellung gibt es in meinem gleichnamigen Picasa-Album.

Sonderangebot

Kanzlerkandidat im Sonderangebot?
(Ich weiß, Namensspielereien sind albern. Aber das hat doch was.)

Donnerstag, 31. Januar 2013

Zeuge (2)

Es war einer dieser trüben Tage, die ihm das Taxifahren manchmal so quälend machen. Der Taxifahrer K. drehte seine Runden durch Berlin-Mitte und alle seine üblichen Halten waren knüppeldicke voll. Am Hilton standen sie schon bis weit in die Mohrenstraße hinein in zweiter Spur, am Gendarmenmarkt war gar kein Platz und auch an Charlotten/Behren standen unverhältnismäßig viele Kollegen dumm in der Gegend rum.

Letzter Versuch: Rum um die Ecke und beim Grand-Hotel vorbeigeschaut. Dort stellt er sich nur ganz selten an, da diese Halte Freiwild für Menschen ohne Kenntnisse der Straßenverkehrsordnung zu sein scheint und die regelmäßig von Privat-PKWs zugeparkt ist.

Das ist immer wieder ärgerlich und sein Arzt hatte ihm geraten, auf seinen Blutdruck zu achten. Aber diesmal standen dort immerhin nur vier Kollegen und nur ein Falschparker, vor den er sich noch drücken konnte.
Gesagt, getan. Beim auf die Halte quetschen konnte er noch erkennen, dass in diesem PKW eine Gruppe von Menschen saß – und seelenruhig Pizza oder Döner aß. Er stieg aus und ging auf die Truppe zu und fragte den soeben aus dem Auto aussteigenden Beifahrer:

„Na, schmeckt es denn? Sie wissen aber wohl, dass das hier eine Taxihalte ist.?“
und zeigte auf das deutlich sichtbare Verkehrsschild, das für alle, ausser Taxis, ein absolutes Halteverbot bedeutet.


„Ja schmeckt. Und ich darf das. Ich bin Polizist.“

Äh, das hatte er doch schon mal erlebt. Unbeeindruckt von diesem Outing wollte K. noch etwas erwidern, aber da hatte sich der Kollege, der vor ihm stand schon aus seinem Fahrzeug begeben und mischte sich ein. Der Kollege, anscheinend ein Stammfahrer an dieser Halte, hatte einen etwas ruppigeren Tonfall am Leibe, als K., der ja auf seinen Blutdruck achten soll.
Sein Kollege diskutierte nun etwas erregt und zückte sein Mobiltelefon, um mit einem Anruf beim Ordnungsamt zu drohen.

Jetzt wiederholte der Beifahrer seine Aussage: „Ich bin Polizist.“ Und zückte dieses Mal aber seinen unter dem Sweat-Shirt verborgenen Dienstausweis.

Dann fiel der für den Kollegen verhängnisvolle Satz. In diesem Satz kam das Wort "blöde" vor. Im Zusammenhang mit dem sich soeben ausweisenden Beamten. Blöd dumm verhalten von seinem Kollegen, anders kann man das nicht sagen.


K. wunderte sich darüber, dass der Kollege den Ernst der Lage nicht verstand. K. drehte nun der Szenerie den Rücken und das Unheil nahm seinen Lauf.

Das Wörtchen "blöde" war zu viel für den Zivilbeamten. Er forderte den Kollegen auf, seinen Personalausweis zu zeigen, da dies eine Beleidigung sei und er nun gedenke ihm eine Anzeige zu verpassen. Nun drehte der Kollege sich um und ging zu seinem Wagen. Der Beamte ging ihm hinterher und hielt ihn am Arm fest. „Ihren Ausweis, bitte!“

Es entspann sich eine Diskussion, in dessen Verlauf von Seiten des Zivilbeamten immer wieder das Wort Personalausweis und auch das Wort Handschellen fiel.

Inzwischen hatte der Zivilbeamte wohl Unterstützung angefordert.

Wie samstags üblich, fand gerade in Mitte eine Demonstration statt und innerhalb von wenigen Minuten war die Taxihalte von drei Mannschaftswagen eingekeilt und der ohnehin durch die demonstrationsbedingten Umleitungen stark beeinträchtigte Verkehr brach an dieser Stelle komplett zusammen. Es entstand ein gewisses Durcheinander von Zivilbeamten, uniformierten Polizisten und Taxifahrern.
K. saß inzwischen wieder in seinem Auto und bestaunte kopfschüttelnd die Auswirkungen dieses kleinen bösen Wörtchens.

K. als Zeuge und sein Kollege mit der Beleidigung wurden nun zum Warten auf die reguläre Streife, die man anscheinend bestellt hatte, verdammt.

Die kam jedoch nicht so schnell und einer der Mannschaftswagen blieb bis zum Eintreffen der Streife vor Ort.

Als die Streife K.s Personalien aufnahm, fragte K. nach:

„Was macht denn ein Undercover Agent Pizza essend auf einer Taxihalte. Ihm muss doch bewusst sein, dass er damit den Arbeitsplatz von Taxifahrern blockiert. Was würden sie sagen, wenn sich jemand einfach in ihren Mannschaftswagen setzen würde, um seinen Döner zu essen?“

Der Streifenpolizist war ein durchaus umgänglicher Zeitgenosse und beantwortete K.s provokante Frage tatsächlich:

„Es kann durchaus sein, dass im Rahmen eines Dienstauftrages so eine Maßnahme gerechtfertigt ist. Ich selber habe ähnliches schon bei Undercover Einsätzen in Neukölln auch getan.“

Die ganze Aktion dauerte ca. 20 Minuten und da es so und so gerade keine andere sinnvolle Beschäftigung für K. zu geben schien, blieb er einfach an der Halte stehen.

Die Gedankenspielereien, welchen Auftrag der Zivilbeamte denn gehabt haben könnte, ließen ihm die weitere Viertelstunde wie im Flug vergehen. NEIN, einen Auftrag Taxifahrer zu Beleidigungen zu provozieren, den kann es nicht gegeben haben. So einen blöden Auftrag würde die Polizei nie geben. Nein, nein und nochmals nein. Solche Gedanken gehören in das Reich der Verschwörungstheorien. Sein Auftrag MUSS mit der Demonstration zusammenhängen. Und dann haben die einfach Hunger gekriegt.
Und was mit absoluter Sicherheit feststeht, er wird es nie erfahren.


K.s Ausharren aber wurde belohnt. Das Hotel gegenüber hatte ihm eine Fahrt nach TXL zu bieten, wonach er, immer noch mit einem "wtf, was war da denn los?", Feierabend machen konnte.

Und immerhin hatte sich heute sein Grundsatz, niemals irgendwelche Menschen zu bepöbeln bestätigt. Aber dass der Ausdruck „blöde“ schon zu den Beleidigungen gehört, das war ihm neu.

Dienstag, 29. Januar 2013

Zeuge

Wenn heute Abend in der Tagesschau von einer größeren Explosion in Berlin-Kreuzberg die Rede sein wird, dann... dann hat es mich zerrissen.

Ich bin seit Samstag Zeuge in einem laufenden Verfahren wegen Beamtenbeleidigung eines Kollegen gegen einen Zivilbeamten der Polizei. Wieviel ich über diese Begebenheit hier öffentlich machen darf, weiß ich nicht genau.
Vielleicht, wenn man es in einer fiktiven Form erzählt?
Zum Beispiel so:

Wäre es theoretisch denkbar, dass es einen Dienstauftrag für einen Undercover-Beamten gibt, der beeinhaltet, sich mit zwei jungen Frauen in einem Privatfahrzeug auf eine Taxihalte zu stellen und Pizza  oder Döner zu essen und dadurch den kompletten Verkehrsfluß zu behindern, da die Kollegen den Halteplatz nicht mehr anfahren können?

 Hat jemand einen Tipp für mich, was zulässig an Veröffentlichung ist und was nicht?

(Fotos, die das ganze dokumentieren gibt es natürlich auch.)


Dienstag, 22. Januar 2013

Waren Sie schon mal dort?

Ich fahre eine Dame im besten Alter zum Flughafen nach Tegel. Wir unterhalten uns ausgezeichnet und ich kann ihr eine Menge für sie Neues über Berlin erzählen. Beim Aussteigen direkt an ihrem Gate - sie steht schon neben dem Wagen:

"Eines müssen Sie mir aber noch erklären. Was hat Sie als Schwabe nach Berlin verschlagen?" (Ja, dieses Idiom kriege ich einfach nicht los.)


"Waren Sie schon mal dort?"

"ICH BIN GEBORENE SCHWÄBIN"

"Und warum fragen Sie dann?"

Ihr Unterkiefer klappte herunter, sie riss die Augen weit auf - sie rang nach einer schlagfertigen Antwort. Sie hob den Zeigefinger und nickte vor sich hin:

"So eine gute Antwort habe ich jetzt nicht erwartet." 

Drehte sich um und ging zum Gate.

Ihr Flieger ging übrigens nach München.


(Auf das Thierse-Weckle-Schwaben-Free-Schwabylon-Spätzle-Kollwitz-Attentat Drama und seine Folgen gehe ich bewusst nicht ein. Ist mir zu albern.)

Montag, 21. Januar 2013

Anstrengend, aber erfolgreich

Mal anders rum - Fahrgäste stehen Schlange für ein Taxi. 

Gesehen letzte Woche in der Luckenwalder Straße während der Modemesse "Premium".

Es war anstrengend, aber jetzt im Rückblick ist es ein gutes Gefühl und es hat sich gelohnt.
Vor allem die täglichen Touren zur in Schönefeld liegenden "Panorama Modemesse" hatten es mir angetan.
Ich habe mir jedesmal überlegt, dort auf eine Rücktour zu warten. Aber das Berlin ExpoCenter Airport, in dem die Messe stattfand, liegt nun mal auf dem Hoheitsgebiet des Landkreises Dahme-Spreewald. Und die dort sind nicht gut auf Berliner Taxifahrer zu sprechen. (Gerüchteweise hat auch das Ordnungsamt von LDS die Berliner Kollegen wieder verjagt.)

Die nächsten Highlights finden dann Anfang Februar statt. Zeitgleich die Fruit Logistica und der Beginn der Berlinale.


Sonntag, 13. Januar 2013

Gute Aussichten

Der Himmel über dem Tempelhofer Feld
 Okay, ich gebe es zu. Ich habe da an ein paar Reglern rumgespielt. In Wirklichkeit sah es eher so aus, auf dem Tempelhofer Feld. Nach wie vor einer meiner Lieblingsplätze in Berlin.
Im Hintergrund an den Hangars sieht man ungewohnte Aktivitäten. Das sind die Vorbereitungen zur besten Messe für Taxifahrer, die es in Berlin gibt. Die Bread and Butter startet am Dienstag.
Nachdem ich mir die ersten beiden Januarwochen frei genommen habe, arbeite ich ab Dienstag 6 Tage hintereinander. Und anscheinend hat man in Berlin dazugelernt. Früher fand die Bread and Butter (und natürlich auch die Premium) von Mittwoch bis Freitag statt. Am Freitag aber begann schon die Grüne Woche. Nicht ganz so taxiintensiv, aber doch auch schon was los. Am Freitag war dann in ganz Berlin so gut wie kein Taxi zu kriegen. Da die beiden Modemessen nun schon am Donnerstag enden, könnte es etwas entspannter zugehen. Gut so. Jetzt gibt es einen Tag mehr, an dem man problemlos gute Umsätze einfahren kann. 

Donnerstag, 3. Januar 2013

El Vocho

Die Älteren unter uns kennen ihn noch, den Buckel Porsche.
In Deutschland müssen Taxis aber vier Türen haben. 

Dieser Türschließer ist schon genial.
Ich habe mehrere dieser deutschen Wunderautos gefahren. Besonders im Winter ein Vergnügen (abgesehen von der miesen Heizung). Besonders bei Glätte an Steigungen, die dicken Daimler im Rückspiegel immer kleiner werden lassen. ;-) 
Hätte ich mal diesen Käfer mit Faltschiebedach behalten und restauriert - die eine oder andere Schicht könnte ich mir heute nach einem Verkauf wohl sparen.

Spiegel-Artikel noch von 2008
Und noch einmal Spiegel 
Schön die Fotogalerie bei volkswagen-classic.de


Donnerstag, 27. Dezember 2012

Das Weihnachtsgeschäft

Das Weihnachtsgeschäft war, wie zu erwarten, ziemlich flau. Viel zu warm für diese Jahreszeit. Nicht dass ich mich über warme Temperaturen beschweren will, aber für uns Taxifahrer ist das nicht gut für's Geschäft. Der 2. Weihnachtsfeiertag war sogar so mau, dass ich mich dabei erwischt habe, wie ich auf die Uhr schaute, wann denn endlich Feierabend ist. So wie früher bei einem 7 to 4 Job. Ist mir schon lange nicht mehr passiert.

Angenehm aber der Verkehr. Ich liebe es, frühmorgens durch ein nahezu menschenleeres und autofreies Berlin zu fahren. Wenn da dieses Gefühl nicht wäre, ein bisschen Umsatz wäre aber auch nicht schlecht.
Die Bilder zu machen, habe ich mich nach über einstündiger Wartezeit entschlossen. Einfach weil mir langweilig war. Das Internet war leer gelesen, bekannte Kollegen zum quatschen nicht in Sicht, also was tun?

Ich wünsche allen Lesern (und natürlich auch allen anderen) einen guten Rutsch - kommt gut rüber.

Montag, 24. Dezember 2012

Weihnachtssingen in der Alten Försterei

22.000 Menschen singen Weihnachtslieder. Der größte Chor Deutschlands singt - in einem Fußballstadion.
Das Adventssingen in der Alten Försterei hat inzwischen Kultstatus. Da kommt sogar bei mir, als Weihnachtsallergiker, so was wie Rührung auf.



Eiszeit

Was für ein Wetter gestern. Morgens das Privatauto nicht flott gekriegt, da dicke, dicke Eisschicht auf der Windschutzscheibe. Später Schnee, dann Regen. Hatten sie genauso vorhergesagt, aber dass es auch so wird...

Da fror sogar der Stern.
Eiszapfen 
Auch der Funkverkehr litt etwas.
Irgendwer muss über Weihnachten ja die Fahrgäste zu ihren Festivitäten bringen. Also opfere ich mich und werde auf der Straße sein. Dafür mache ich dann die ersten beiden Januarwochen frei. Da ist es schön in Berlin. Man hat den Eindruck, nach Weihnachtstrubel und Silvester Partys, dass die Stadt mal so richtig durchatmet und sich entspannt. Genauso werde ich das auch handhaben.

Euch allen ein paar schöne Feiertage und einen guten Rutsch.

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Rosa-Luxemburg-Steg

Am Abend des 15. Januars 1919 wurden Dr. Rosa Luxemburg und Dr. Karl Liebknecht von Soldaten und Offizieren der Garde-Kavallerie-Schützen-Division misshandelt und ermordet. Rosa Luxemburg, verwundet oder tot,wurde an dieser Stelle von ihren Mördern in den Landwehrkanal geworfen.

(...)

Im Kampf gegen Unterdrückung, Militarismus und Krieg starb die überzeugte Sozialistin Rosa Luxemburg als Opfer eines heimtückischen politischen Mordes.

Die Mißachtung des Lebens und die Brutalität gegen den Menschen lassen die Fähigkeit des Menschen zur Unmenschlichkeit erkennen. Sie kann und darf kein Mittel irgendeiner Konfliktlösung sein und bleiben.

Berlin 1987
So ein Teil der Inschrift an der Gedenktafel zum Mahnmal am Ufer des Landwehrkanals.
Seit die links im Bild sichtbare Brücke 1987 gebaut wurde, setzte sich die Berliner Geschichtswerkstatt (BGW) dafür ein, diese Brücke nach Rosa Luxemburg zu benennen.

26 Jahre lang vergeblich.

Jetzt, am 25 September 2012 war es endlich soweit. Fast unbemerkt von Öffentlichkeit und Presse hat der Berliner Senator Michael Müller den neuen Namen enthüllt.
Es gibt jetzt in Berlin den Rosa-Luxemburg-Steg.
Und da die Brücke eine Doppelbrücke ist, hat sie sogar zwei Namen.
Links der Rosa-Luxemburg-Steg und rechts der Brückenteil, der innerhalb des Berliner Zoos verläuft, benannt nach Martin Hinrich Lichtenstein, dem Begründer des Zoos.

Die BGW hatte jahrzehntelang immer am 15. Januar eine kleine Demonstration mit symbolischer Brückenbenennung am Denkmal veranstaltet und Schilder mit dem Namen Rosa Luxemburgs an die Brücke geheftet, die dann dummerweise immer "vergessen" wurden. Allerdings verschwanden sie regelmäßig nach ein paar Tagen.

Das ist nun vorbei, wie Jürgen Karwelat, Vorstandsmitglied der Berliner Geschichtswerkstatt e.V. im im letzten Rundbrief der BGW (pdf) feststellen konnte:

Am 13. Januar werden wir wieder an der Brücke eine Veranstaltung machen. Schilder brauchen wir nicht mehr. Wir werden dann an unseren langen Kampf für die Brückenbenennung erinnern und natürlich an Rosa Luxemburg, die nicht nur eines der ersten Opfer des rechtsradikalen Terrors der Weimarer Republik war, sondern für uns heute noch wegen ihrer Ablehnung der Kriegspolitik, ihrer Geradlinigkeit und ihres Einsatzes für soziale Gerechtigkeit ein Vorbild sein kann.

Im erwähnten Rundbrief findet sich auch eine ausführlichere Darstellung des "langen Kampfes" der BGW.

Hier der Veranstaltungshinweis zum 13. Januar. 

Ach so, das Ganze befindet sich hier, in der Verlängerung der Lichtensteinallee.

Ein paar Billder mehr mit einem Besuch im Café am neuen See gibt es in meinem Picasa-Album.



Dienstag, 18. Dezember 2012

"Alle Menschen werden Brüder"

(Im nachfolgenden Text habe ich einige Fakten verändert, um die Person, um die es geht, nicht identifizierbar zu machen. Ausserdem habe ich sein holpriges Deutsch gleich übersetzt.)

Mein erster Fahrgast am ganz frühen Sonntagmorgen.

Ein Spanier:

"Es leben inzwischen so viele Spanier hier in Berlin, die sich überhaupt keine Mühe geben Deutsch zu lernen. Ich finde das respektlos."

"Mir würde es schon reichen, wenn sich die Spanier mit Englisch etwas mehr Mühe geben würden."

"Nein, nein. Es ist respektlos, in einem Land zu leben und die Sprache dort nicht zu sprechen. Mein Deutsch ist auch nicht gut, aber ich muss halt ganz viel üben."

Stimmt. Muss er noch.

Irgendwann erwähnte er seine Kollegen, die ihn wohlwollend ab und zu auf die Schippe nehmen würden, ob so mancher Fehler, die er in die deutsche Sprache einbaut, was mir die Gelegenheit gab, nach seiner Branche zu fragen.

Er hätte ein Engagement als Bariton bei einem der Berliner Opernhäuser.
Und ganz allgemein sei die Sprache, in der er sich am besten ausdrücken kann, die Musik.
Wir fuhren gerade die menschen- und autofreie Oranienburger Straße entlang. Es war so ungefähr halb sieben, dunkel und etwas regnerisch. Und er gab mir eine Kostprobe SEINER Sprachgewandtheit.

Jeder kennt sie, Schillers Ode an die Freude, vertont von Beethoven in seiner 9. Symphonie. Zufall: Kurz vor der Neuen Synagoge kam er dann bei der Textstelle "Alle Menschen werden Brüder" an. 

Ich gestehe: Ein kleines Rührungstränchen in den Augenwinkeln musste ich mir tatsächlich zerdrücken.

So, und nun nennt mich Weichei oder Heulsuße. Mir doch egal.

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Der Horst

Horst Evers - Der Geschichtenerzähler aus Berlin - wie er sich selber nennt - ist ja gar nicht wirklich aus Berlin. Sondern aus Diepholz!?? Macht ja nichts, richtige Berliner gibt es, zumindest in Berlin, sowieso fast keine (mehr?)

Während seines Studiums hatte er mal als Taxifahrer gearbeitet und so kommt man als Ehemaliger nicht drum rum, auch mal seine Exkollegen auf die Schippe zu nehmen.

Horst Evers: Taxifahrer

Inzwischen kann er von seinen Geschichten leben und hat bei radioeins seine eigene Kolumne namens Perlen vor die Säue. Sei ihm gegönnt.

Einer meiner Favoriten ist aber die Geschichte von den lustigen Medizinern aus dem mir benachbarten Urban Krankenhaus. Nein, mein Appendix kann mich nicht mehr quälen, aber man weiß ja nie...



(Mit Dank für die Anregung an Bernd K.)

Dienstag, 4. Dezember 2012

ExRotaprint

Bei der Weiterverwertung des Geländes, des Ende der Achtziger Jahre in Konkurs gegangenen Druckmaschinenhersteller Rotaprint, hat sich 2007 endlich auch mal ein gemeinnütziges Projekt durchgesetzt. Zwei Stiftungen haben den Zuschlag vor einem dänischen Investor erhalten und einer gGmbH in Erbpacht für 99 Jahre vermietet. Das Gelände der ExRotaprint, wie sich die Gesellschaft nun nennt, wird genutzt zu einem Drittel von sozialen Projekten, einem Drittel normalen Gewerbetreibenden und das letzte Drittel sind Künstler und Ateliers.
Eine Besonderheit der Architektur ist dieser Büroturm an der Ecke Gottschedstraße/Bornemannstraße aus den Fünfziger Jahren.



Auf der Homepage exrotaprint.de wird die Geschichte des Geländes und seine Entwicklung sehr gut beschrieben. 

Weitere Links:
Trias, eine der Stiftungen
Der Weddingweiser
Panke.info
Die taz


Montag, 3. Dezember 2012

Iiiih, wie eklig


Am Samstag in der Frühe. 2 Stunden später aber war das weiße Zeug weg.
(Ich fang schon mal an: Wird es eigentlich weiße Weihnachten geben?)

SMS bringt 20 Euro

Es gibt Arbeitstage, an denen weiß man nicht, womit man dieses Pech verdient hat.

Und dann gibt es genau die umgekehrten Fälle. Gestern zum Beispiel. Ich wusste überhaupt nicht wie mir geschieht.

Noch am frühen Morgen. Wir stehen zu Dritt an diesem Hotel am Pariser Platz, trotz der Kälte neben unseren Taxen und quatschen. Ich als Erster. Ein Taxibus kommt um die Ecke und stellt sich an den Eingang des Hotels. Ein normaler Vorgang. Extra bestellt für mehr als 4 Personen mit vorraussichtlich viel Gepäck. Wir beachten das nicht weiter. Auch noch nicht, als die Anzahl der Koffer für die Anzahl der Menschen ungewöhnlich hoch wird. Aufmerksam werden wir erst, als der Kollege aus dem Bus mehrere Umstapelungen der Koffer vornimmt und zum Schluss nur noch hilflos mit den Achseln zuckt. Also erhalte ich die unverhoffte Ehre auch noch zwei Personen und drei Koffer zum Flughafen Schönefeld zu transportieren!

Sonntags um diese Uhrzeit bietet es sich für mich an, den ganzen Weg leer zurück zu fahren, da das Geschäft in den Randbezirken zu unberechenbar ist und in Mitte die Rückreisewelle nun langsam auf Touren kommen könnte.
Also stehe ich eine Stunde später wieder vor diesem Hotel und nach ein paar Minuten habe ich Fahrgäste zum Flughafen an Bord. Diesmal nach Tegel. Kurz vor dem Zieleinlauf am Saatwinkler Damm geht eine SMS auf meinem Handy ein, die man deutlich vernehmbar im stillen Taxi hört. Das veranlasst die Dame im Fond zu hörbar nervösem Gesuche in ihrer Handtasche.

"Schatzi, ich glaube, ich habe mein Handy im Badezimmer vergessen."

Der Begleiter sehr souverän, kurzes Telefonat mit dem Hotel und die Frage an mich:

"Schaffen wir das noch zum Flug um 11:50?"

Mir liegt schon der Vorschlag, einen Kollegen an der Halte mit dieser Materialfahrt zu beauftragen auf den Lippen, als er sich die Frage selbst beantwortet:

"Wir haben doch genügend Zeit. Drehen Sie bitte um und zurück zum Hotel." 

Da hätte ich ja beinahe einen Fehler gemacht.

Es geht den ganzen Tag so weiter. Sogar die Wünsche nach bestimmten Fahrzielen, die ich mir so ausfantasiere, gehen meistens in Erfüllung. Wünsche ich mir eine Tegel Tour, weil ich dringend mal mein Stammcafé aufsuchen muss, gibt es eine Tegel Tour...

Die nächste Schönefeld Tour wünsche ich mir zwar nicht (man soll das auch nicht übertreiben), aber trotzdem kriege ich sie. Auf dem Rückweg denke ich, ein Winker Richtung Mitte wäre jetzt schön, nicht dass das noch einen schlechten Kilometerschnitt ergibt. Ist aber erstmal keiner in Sicht. Fährste mal am Jüdischen Museum vorbei, vielleicht... Jaha, da stehen sie und fuchteln mit den Armen. Rüber zur Philharmonie und dort gleich wieder einen eingesackt. Zwar nur kurz um die Ecke, aber immerhin. Es wird nun langsam dunkel und grieselt etwas vor sich hin, aber die nächste Tour geht nach wenigen Minuten Wartezeit vom Hilton zur East-Side-Gallery. Hm, nochmal zurück nach Mitte? Fährste einfach mal über die Michaelkirchstraße, vielleicht steht da noch jemand aus dem Kater Holzig. Was soll ich sagen, da warten zwei vor dem Kater Holzig und wollen mitgenommen werden, nach Neukölln.
So, nun definitiv zu spät für Mitte. Was ich dann öfter mal mache um solche Uhrzeiten, ich stelle mich am Schlesischen Tor an. Es dauert gerade mal 5 Minuten und ein Funkauftrag erreicht mich. Eine schöne 18 Euro Tour zum Feierabend. Danach schnell die Fackel aus, damit ja nichts diesem angenehmen, warmen Feierabendgefühl im Bauch in die Quere kommen kann.



Montag, 26. November 2012

Inflation an Weihnachtsmärkten

Ich habe ja schon geschrieben, dass ich mit Weihnachten und der ganzen Gefühlsduselei drum herum nichts anfangen kann. Nichts gegen eine Form der Besinnlichkeit im Sinne von Nachdenken über dies und jenes, aber so etwas kann man doch niemandem per Kalender verordnen. Für mich ist das nur ein einziger Konsumrummel.
(Nein, ich habe auch keine Kinder, die unter dem Christbaum angeblich so leuchtende Augen kriegen, während sie auf die Geschenke warten.)

Nachdem letzte Woche die weihnachtliche Beleuchtung allüberall eingeschaltet wurde, werden heute die ersten Weihnachtsmärkte geöffnet. 

Gestern habe ich mal mitgezählt. Auf der Strecke vom Brandenburger Tor zum Alexanderplatz (ca. 2 Kilometer) mit ein bisschen links und rechts, tummeln sich je nach Zählweise, 5 oder 6 Weihnachtsmärkte. Und was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, jede Menge Fahrgeschäfte, einschließlich zweier Riesenräder.

Insgesamt finden in Berlin 87* (in Worten siebenundachtzig) Weihnachts/Advents/Nikolaus/Christkindl -märkte -basare -feste in den nächsten 4-5 Wochen statt.

Auch wenn Berlin eine große Stadt ist, sind 87 Märkte nicht reichlich inflationär?
Um mal ein Oxymoron zu verwenden: Weniger wäre mehr.

*Die Berliner Zeitung meint, es wären "nur" 77. 


Mittwoch, 21. November 2012

Nur noch 220 statt 270

Ich mag Weihnachten nicht besonders. (Wollte ich nur mal erwähnt haben.)

Am Montag wurde die vorweihnachtliche Beleuchtung Unter den Linden eingeschaltet.
Da dieses Jahr rund 50 Linden auf dem Boulevard gefällt wurden, wird es aber billiger.
Ich freue mich auf das Vorweihnachtsgeschäft und werde auch an den Weihnachtsfeiertagen durcharbeiten. Ich weiß aber jetzt schon, dass mir der Trubel, die Hektik und das Jingle Bells mächtig auf die Nerven gehen werden. Aber dann ist erst mal Ruhe.

Montag, 19. November 2012

Echos im Nebel

Das Tempelhofer Feld bei Nacht und vor allem viel, viel Nebel.
Am Columbiadamm leuchtete es hell.
ECHOES OF VOICES IN HIGH TOWERS. Ein Projekt des britischen Künstlers Robert Montgomery.

Ich hatte es ja geahnt, ich hätte an den Nebeltagen in Berlin die große Kamera mitnehmen sollen und nicht nur die Kompakte. Motive all überall.


Mittwoch, 14. November 2012

Kurioses im Wedding

Gestern habe ich mich ein bisschen im Wedding rumgetrieben. Und bin dabei auf einige Kuriositäten gestoßen.
Ganz eindeutig ein Transporter.

Was verbirgt sich hinter dieser Kaffee-Küche?
Na ist doch ganz klar - die

Nachtrag:
Der Aro hat in den Kommentaren die Geschichte dieses Hauses beschrieben.
Danke.

Dass ein Haus aus der Gründerzeit schon beim Bau eine Url hatte glaubt ihr nicht?
Na dann schaut euch das Haus in der Gerichtstraße 23 mal von vorne an.
Bevor ihr euch jetzt aber einen Wolf sucht, diese Adresse scheint es nicht mehr zu geben. Tja, schnelllebige Zeit.

Aus einem Hallenbad mach ein Künstlerhaus? Im Wedding geht das.
 Hier gibt es Ateliers und Platz für Installationen.
Und einen noch.
Entstanden sind diese Bilder anlässlich eines weiteren Spaziergangs entlang der Panke. Irgendwann werde ich das "Projekt Panke" zu Ende bringen. Das wird aber noch einige Zeit dauern. Bis jetzt habe ich alles von Schloss Schönhausen nach Süden.