Montag, 26. September 2011

42,1 Kilometer

Wieder mal Marathon-Wochenende in Berlin. Am Samstag die Skater, am Sonntag die Läufer, Handbiker und Rollstuhlfahrer
Ich weiß gar nicht, warum die Kollegen diese Marathontage so toll finden: Spitzen-Umsätze, der zweitbeste Tag nach Silvester und so weiter und so fort. Für mich war es vom Umsatz her ein ganz normales WE im September. Okay, die Touren waren teurer als sonst, dafür gab es aber einige weniger als üblich.
Allerdings ein paar Erlebnisse möchte ich doch in diesem Taxitagebuch teilen.

Kreisumleitung
Die Skater starteten am Samstag um 15:30. Zum ersten Mal war die Rundstrecke von 42,1 km südlich Unter den Linden und westlich der Friedrichstraße nach Westen hin offen. Dort, so dachte ich mir, positioniere ich mich mal. So wollte ich um 14:30 die Straße Unter den Linden über die Charlottenstraße nach Süden überqueren und musste feststellen, dass diese Kreuzung schon gesperrt war. Man kam nur als Rechtsabbieger zu UDL (nördliche Seite). Weiter ging es nur als Rechtsabbieger über die Neustädtische Kirchstraße und wiederum nur links in die Dorotheenstraße. An der Wilhelmstraße nur rechts. An der Kreuzung zum Schiffsbauerdamm wiederum nur rechts. Und ich und alle anderen standen wieder an ihrem Ausgangspunkt in der Friedrichstraße. Ich wendete und versuchte mit dem absperrenden Polizisten ein Gespräch anzufangen, ich müsse dringend zum Hauptbahnhof (um über den Tiergartentunnel diesem Schlamassel zu entkommen). Seine Antwort löste bei mir aber trotz der ärgerlichen Situation ein spontanes Lachen aus:

"Wenn ich Sie jetzt durchlasse, um die Ecke stehen noch 5 - 8 Bu...äh Polizisten. An denen kommen Sie garantiert nicht vorbei."

"Wollten Sie jetzt wirklich Bullen sagen?"

Er grinste, aber durchgelassen hat er mich trotzdem nicht. Ich habe aber doch noch ein Schlupfloch gefunden. Einzelheiten spare ich mir jetzt.

Anlüger frei
Am Sonntag habe ich mich rechtzeitig südlich UDL und westlich der Friedrichstraße aufgestellt. Und wurde nach langer Wartezeit mit einer Fahrt nach Tegel belohnt. Rein in den Tunnel, anschließend versuchte ich dann über die Lehrter (nicht vom Lauf betroffen) und so weiter nach Tegel zu gelangen. Aber - Linksabbiegen in die Invalidenstr. war zu meiner Überraschung auch gesperrt. Natürlich dikutierte ich mit dem zuständigen Beamten.

"Ich muss nur in die Lehrter Straße und weiter nach Tegel."

"Weiter? Ich darf hier nur Anwohner durchlassen."

"Das muss ich jetzt aber nicht verstehen, oder?

"Ich verstehe es doch auch nicht. Aber so sind meine Anweisungen. Was sagten Sie gerade? Sie müssen einen Fahrgast in die Lehrter Straße bringen?"

"Ja, ganz genau."

"Na dann dürfen Sie natürlich durch." und machte die Straße frei.

Es riecht
Zu Ende des Marathons gabelte mich eine Vierergruppe auf, von denen einer einen etwas erschöpften Eindruck machte. Er war mitgelaufen, die anderen waren Supporter. Ich fuhr sie in ihr Hotel ("Ich laufe keinen Schritt mehr als ich muss").
Die nächste halbe Stunde musste ich allerdings mit geöffneten Fenstern fahren, der strenge Geruch nach Männerschweiß musste erst mal wieder raus.

(Für Ortsunkundige sind die Straßennamen jetzt nicht so wichtig.)

Kommentare:

  1. Ich kann dich verstehen, Klaus.
    Das Marathonwochenende ist für mich das Wochenende, an dem ich so glücklich wie selten bin, dass ich nachts fahre. Nichts gegen ein bisschen mehr Umsatz. Aber stressfrei isses dann doch am schönsten :D

    AntwortenLöschen
  2. @Sash
    Andererseits, die Fahrt nach Schönefeld hat 48€ gebracht. Das Problem sind in der Hauptsache die mangelnden Fahrgäste. Die rennen ja alle auf der Straße rum. Nach dem Lauf geht es dann richtig los mit Fahrgästen. Aber da habe ich ja Feierabend. :-(

    AntwortenLöschen
  3. ... Dafür ist ja dann der Sash da ... :D

    Und das mit der Lehrter Straße - LOL. Einfach zu köstlich.

    AntwortenLöschen
  4. @ednong
    Ich habe meiner englisch-sprachigen Fahrgästin anschliessend diesen Dialog übersetzt. Die hat sich vor lauter Lachen gar nicht mehr eingekriegt. :-)

    AntwortenLöschen