Donnerstag, 27. Januar 2011

Frage zu Verkehrsvorschriften

Ich bin ja ein Autofahrer, der nun schon seit Jahrzehnten auf Deutschlands und auf vielen Straßen der Welt unterwegs ist. Und zumindest für Deutschland wage ich von mir zu behaupten, 99,99% der Verkehrsvorschriften genau zu kennen. Wenn ich mal (natürlich nur in Kundeninteresse) gegen eine solche verstoße, ist mir das durchaus bewusst und es kommt ja auch nicht so häufig vor.
Aber bei einer Sache bin ich immer wieder unsicher.
Wenn man von einer zweispurigen Rechts/Linksabbiegerspur auf eine drei- oder sogar vierspurige Straße einbiegt, gibt es eine Vorschrift, welcher Verkehrsteilnehmer seine Spur zu halten hat, wenn es keine eindeutige Spurenführung gibt?

Also z.B. der rechtsfahrende muss auf der rechten Spur weiterfahren. Oder ist das auf der Ebene "muss man sich halt einigen" nach §1 Grundregeln StVO

Ist jemandem zufällig eine Regel oder gar ein Gerichtsurteil bekannt?

Dieses Problem habe ich mehr oder weniger regelmäßig an dieser Stelle. (öfter mal meine Einflugschleuse nach TXL) Auch sonst kommen solche Situationen ja des öfteren vor.

Kommentare:

  1. Wenn die Fahrstreifen nicht durchgehend (sprich abknickend ueber die ganze Kreuzung) markiert sind, hat wohl der auf der rechten Spur die freie Wahl des Fahrstreifens nach dem Abbiegen und braucht dabei auch keinen Fahrstreifenwechsel anzuzeigen. Hier gibt es dazu auch Links auf Gerichtsurteile: http://www.verkehrsportal.de/board/index.php?showtopic=43937

    Spass macht das auch beim Abbiegen von der Altensteinstr. in Richtung Breitenbachplatz, da ist nur der rechte Streifen mit einem Pfeil markiert, der linke hat keine Markierung, d.h. man kann durchaus aus dem linken nach rechts abbiegen, muss aber dem im rechten Streifen im Zweifel die linke Spur nach der Kreuzung ueberlassen. Leider weiss das kaum jemand, was aber jeder weiss, ist dass die rechte Spur nach dem Abbiegen oft von parkenden Autos blockiert ist, sodass sich jeder gleich links stellt vor dem Abbiegen und eigentlich korrekt fahrende auf dem rechten Abbiegerstreifen als Vordraengler oder was weiss ich ansieht und nicht reinlaesst. Gibt es staendig Knatsch und wenn ich ein Autobumser waere, wuerde ich mich ein paar Stunden im Kreis um diese Kreuzung bewegen, irgendwann haette ich meinen gewuenschten Unfall (mache ich natuerlich nicht) Ein anderer negativer Effekt ist, dass sich der Verkehr vor der Kreuzung schnell aufstaut, da ja viel weniger Platz ist, wenn sich alle nur auf die linke Spur stellen.
    Eine aehnliche Situation gab es bis vor nicht all zu langer Zeit in der Gotzkowskystr. beim Rechtsabbiegn nach Alt-Moabit. Zum Glueck hatten die Planer irgendwann ein Einsehen und haben die zweite Spur von rechts nur nur noch als Geradeausspur markiert, um zu verhindern, dass die ganzen Oberschlauen nur noch aus der zweiten Spur abbiegen (da auch da rechte Spur durch Parker blockiert unweit der Kreuzung) Alles in allem eine sehr unfalltraechtige Regelung...

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  2. @Sandor
    Herzlichen Dank für deinen Link zum Verkehrsportal. Diese Proplematik scheint ja nicht nur mich zu beschäftigen. Was ich aus den verschiedenen Beiträgen dort mitnehme, ist, dass derjenige der die jeweils innere Spur befährt, sich nach dem Abbiegen die Spur aussuchen kann.
    Die Situation, die du in Moabit beschreibst, ist ja fast genau die Kreuzung, die ich als Beispiel gewählt habe. Und dort gibt es noch ein weiteres Problem. Von der Kaiserin-Augusta-Allee kommend und von der Alt-Moabit nach rechts in die Gotzkowsky abbiegen und dann gleich wieder die Linksabbiegespur in die Levetzow erwischen wollen, kann auch zu Unstimmigkeiten führen. :-(

    [Taxifahrer Klugscheissmodus an] Aber, von der Altensteinstraße zum Breitenbachplatz abbiegen? [Taxifahrer Klugscheissmodus aus] ;-)

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  3. Das Wort heisst ganz eindeutig "Problematik". :-(

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  4. OK, OK hast ja recht. Englerallee -> Schorlemmerallee um es ganz genau zu machen. Ich weiss schon, warum ich kein Taxifahrer bin!! :)

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  5. Ganz abgesehen von irgendwelchen halbausgegorenen Regeln würde ich mich in solchen Fällen der Logik anvertrauen, und die sagt mir, daß z.B. der "linkeste" Linksabbieger auf der angesteuerten Straße in die "linkestmögliche" Spur einfährt, genauso wie das beim Rechtsabbiegen kongruent der Fall wäre. Das würde die Unfallgefahr auf ein Mindestmaß drücken. Daß es immer ein paar Leute gibt, die sich in ihrer Freiheit behindert fühlen ist normal, egal welche Regel angewandt wird.
    Deshalb mein Rat: Sichere Regel anwenden und Meckerer schlicht ignorieren.
    A propos: Meckerer können sich dann hier beschweren.

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  6. Deine Frage kann ich dir leider auch nicht beantworten. Schlimmer finde ich aber die Situation auf der anderen Seite der gleichen Brücke. Aus zwei Linksabbiegespuren werden erst drei Spuren, die dann sofort zu einer einzigen werden.

    Die gleiche Situation gibt auch z.B. in der Nürnberger, wenn man Richtung Norden die Lietzenburger überquert.

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  7. @Bernd
    Das mit der Logik ist auch aus meiner Sicht ein guter Ansatz. :-) Leider gibt es eine Menge Verkehrsteilnehmer die auf eine andere Art von Logik bestehen. Aber in dieser geschilderten Verkehrssituation bin ich ja auf alles vorbereitet.

    @Aro
    Ja ja, in Moabit kann es schon kompliziert zugehen. :-D
    Das Problem mit der Nürnberger ist mir noch nie so richtig bewusst geworden. Da verengen sich doch die Spuren nur, weil jenseits der Lietzenbuger rechts geparkt wird, oder?

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