Am Wochenende wurde ja der Zeit wieder ihre richtige nummerische Zuordnung gegeben. Das ist gut für alle, die am Sonntag nicht arbeiten müssen. Es kann sogar gut sein für Menschen, die arbeiten müssen. Wie gesagt, kann.
Davon ausgehend, dass mein Nachtfahrer nicht die ganze für ihn gewonnene Stunde ausnutzt, nahm ich mir vor, eine halbe Stunde früher zu erscheinen. Da ich im Besitz eines dieser Funkwecker bin, die Nachts automatisch die Zeit umstellen, also, was musste ich tun? Die Weckzeit eine halbe Stunde früher einstellen! Soweit, so klar.?
Ein Beispiel:
Normaler Arbeitsbeginn 6:00 Uhr. Von Weckerklingeln bis Arbeitsplatz 1 Stunde = Weckzeit 5:00 Uhr. Eine halbe Stunde früher = 4:30 Uhr.
Jetzt hat aber mein schicker Funkwecker zum ersten Mal die Umstellung verpennt. Wie spät war es, als er geklingelt hat? Und wie war mein Zustand, als ich, am Frühstückstisch sitzend, den Fehler bemerkt habe?
Montag, 26. Oktober 2009
Freitag, 23. Oktober 2009
Alte Geschichten (6)
Wie in allen Berufen, ist es auch beim Taxifahren so, dass man als Anfänger noch viel zu lernen hat. Und manchmal sogar richtig Lehrgeld zu zahlen hat.
Nach so ungefähr 2 - 3 Monaten als Greenhorn unterwegs, hatte ich mal einen Fahrgast, von dem ich im Nachhinein betrachtet sogar sagen würde, er war einfach besser.
Am Ostbahnhof eingestiegen, wollte er zur Ringslebener Str. Etwas verunsichert, da ich die Straße nicht kannte (sollte man kennen), musste ich über Navi dahin fahren, was mir immer etwas unangenehm ist. Umso erleichterter war ich, als herausstellte, dass mein Fahrgast ein sehr netter, angenehmer und unterhaltsamer Zeitgenosse war. Er erzählte, dass er erst seit kurzem in Berlin sei und einfach die erstbeste Wohnung genommen habe und da jetzt wieder wegziehen wolle. Eigentlich sei er aus Koln, finde aber Berlin Spitze. Er war Mitte 30, szenisch gekleidet und sehr locker. Er fragte mich noch ein bisschen über Berlin aus, wo gute Wohngegenden seien, wie man an die Geheimtipps kommen könne und überhaupt haben wir uns sehr angenehm unterhalten. Nie hätte ich diesem netten Menschen was Böses zugetraut.
In der Ringslebener Str. angekommen hatte ich ca. 20 € auf dem Taxameter. Er ließ mich vor einem dieser Wohnsilos halten und eröffnete mir, dass er jetzt kurz in seine Wohnung müsse, um mein Geld zu holen. Wie ich es gelernt hatte, habe ich dann, wohl etwas halbherzig, nach einem Pfand gefragt. Er habe jetzt gar nichts dabei, er könne mir aber seine Handynummer geben und ausserdem schrieb er mir seinen Namen, seine Anschrift, sogar den Aufgang und das Stockwerk auf einen Zettel. So richtig gut fand ich das zwar nicht, aber naja, ist ja ein netter Kerl.
Und warum erzähle ich diese Geschichte? Genau, ich habe nie wieder etwas von ihm gehört. Und hey, du Sonnenschein, solltest du wider Erwarten dieses hier lesen, behalt das Pfund. Warst halt tatsächlich besser. Heute würdest du aber damit bei mir nicht mehr durchkommen.
Seit jenem Erlebnis lasse ich niemanden mehr aus dem Auto, ohne dass er mir nicht zumindest sein Basecap als Pfand hinterlässt. Auch nicht, wenn es dann betretene Gesichter gibt.
Nach so ungefähr 2 - 3 Monaten als Greenhorn unterwegs, hatte ich mal einen Fahrgast, von dem ich im Nachhinein betrachtet sogar sagen würde, er war einfach besser.
Am Ostbahnhof eingestiegen, wollte er zur Ringslebener Str. Etwas verunsichert, da ich die Straße nicht kannte (sollte man kennen), musste ich über Navi dahin fahren, was mir immer etwas unangenehm ist. Umso erleichterter war ich, als herausstellte, dass mein Fahrgast ein sehr netter, angenehmer und unterhaltsamer Zeitgenosse war. Er erzählte, dass er erst seit kurzem in Berlin sei und einfach die erstbeste Wohnung genommen habe und da jetzt wieder wegziehen wolle. Eigentlich sei er aus Koln, finde aber Berlin Spitze. Er war Mitte 30, szenisch gekleidet und sehr locker. Er fragte mich noch ein bisschen über Berlin aus, wo gute Wohngegenden seien, wie man an die Geheimtipps kommen könne und überhaupt haben wir uns sehr angenehm unterhalten. Nie hätte ich diesem netten Menschen was Böses zugetraut.
In der Ringslebener Str. angekommen hatte ich ca. 20 € auf dem Taxameter. Er ließ mich vor einem dieser Wohnsilos halten und eröffnete mir, dass er jetzt kurz in seine Wohnung müsse, um mein Geld zu holen. Wie ich es gelernt hatte, habe ich dann, wohl etwas halbherzig, nach einem Pfand gefragt. Er habe jetzt gar nichts dabei, er könne mir aber seine Handynummer geben und ausserdem schrieb er mir seinen Namen, seine Anschrift, sogar den Aufgang und das Stockwerk auf einen Zettel. So richtig gut fand ich das zwar nicht, aber naja, ist ja ein netter Kerl.
Und warum erzähle ich diese Geschichte? Genau, ich habe nie wieder etwas von ihm gehört. Und hey, du Sonnenschein, solltest du wider Erwarten dieses hier lesen, behalt das Pfund. Warst halt tatsächlich besser. Heute würdest du aber damit bei mir nicht mehr durchkommen.
Seit jenem Erlebnis lasse ich niemanden mehr aus dem Auto, ohne dass er mir nicht zumindest sein Basecap als Pfand hinterlässt. Auch nicht, wenn es dann betretene Gesichter gibt.
"Sowas würde ich doch nie tun."
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Mittwoch, 21. Oktober 2009
Online Taxikosten in ganz Deutschland
Schon praktisch. Da haben sich ein paar Berliner die Mühe gemacht, die Taxitarife von 37 deutschen Städten zu recherchieren und diese mit Google Maps zu verknüpfen. Das heißt auf Deutsch: Stadt auswählen, bei Google Maps Startadresse und Zieladresse eingeben und schwupps, oben rechts erscheint der Fahrpreis.
So habe ich rausgekriegt, dass ich vom Stuttgarter Flughafen zur Verwandschaft in der alten Heimat knappe 80 € bezahlen müsste. Bleibe ich doch lieber bei der S-Bahn.
Takeataxi
via autorenexpress
So habe ich rausgekriegt, dass ich vom Stuttgarter Flughafen zur Verwandschaft in der alten Heimat knappe 80 € bezahlen müsste. Bleibe ich doch lieber bei der S-Bahn.
Takeataxi
via autorenexpress
Montag, 19. Oktober 2009
Wochenendgeschichtchen
Samstagvormittag.
Ein Pärchen mittleren Alters steigt ein.
"Vennus"
"? - Do you mean the convention in the Convention-Center at Messedamm?"
"No English. Italiano?"
Zu ihrem Glück wusste ich, dass auf dem Messegelände die Fachmesse für Erotik und Sex "Venus" stattfand, wohin ich sie fuhr. Volltreffer.
Aber manchmal staune ich schon, mit welchen Fremdsprachenkenntnissen sich die Menschen ins Ausland trauen. Die hatten nicht mal einen Flyer oder so bei sich.
Ganz früher Sonntagmorgen.
Partygast-Pärchen in Kreuzberg. So alt wie Partygäste halt sind.
Sie:
"Prenzlauer Allee bitte."
Die beiden unterhielten sich auf Englisch. Ich habe davon nicht viel mitgekriegt - es war meine erste Tour am frühen Morgen und hat mich auch nicht interessiert. Nur so viel: Sie hatte wohl zugesagt, mit ihm in sein Hostel zu kommen.
In der Prenzlauer Allee angekommen, fragte ich mal vorsichtig: "Wo genau". Sie fragte bei ihm nach der Hausnummer. Er: "Number 160, Generator-Hostel". Ich: "Dieses Hostel befindet sich aber in der Storkower Str." Sie zu ihm: "Oh, I'm sorry. But I can get off here." Welch Zufall, sie wohnte hier um die Ecke und die arme Sau musste jetzt den ganzen Weg zurück fahren und alles bezahlen.
Sonntagmorgen.
In der Holzmarktstr. hatte die Polizei eine große Verkehrskontrolle aufgebaut. Ich fuhr trotzdem dort entlang, da sie normalerweise Taxis in Ruhe lassen und direkt hinter der Polizeiabsperrung vier Personen am Straßenrand standen, die so aussahen, na ja, wie halt potentielle Kunden so aussehen. Die drei Autos vor mir winkten sie links rein und mich ließen sie durch, so dass ich die Fahrgäste einladen konnte.
Gast: "Wir haben gerade unseren Fahrer verloren. Der musste blasen: 1,0 Promille. Jetzt bringen sie ihn zur Blutentnahme."
Ich: "Na, 1,0 ist ja nicht sooo viel"
Gast: "Da waren aber auch noch andere Sachen im Spiel. Das wird teuer."
Wurde dann eine 10 € Tour mit Anschlussfahrgästen.
Dank an dieBu...Polizei.
Sonntagmittag
Weiblicher Fahrgast aus München auf dem Weg zum Flughafen Tegel.
"Wieso heißt denn diese Seite des Brandenburger Tors Platz des 18. März"?
"Ein Gedenken an die Revolution 1848"
"Und was war da am 18. März?. Ich frage, weil ich an einem 18. März geboren bin."
"Äh - das weiß ich auch nicht so genau. Aber ich kann es rauskriegen. Zu Hause habe ich jemand, die hat 'nen Dr. in Geschichte. Soll ich sie mal anrufen?"
"Auja, gerne. Das interessiert mich sehr."
Also rief ich kurz zu Hause an und erfuhr, dass es am 18. März 1848 in Berlin zu den Barrikadenaufständen kam.
Darauf sie:
"Na, das ist ja echter Taxifahr-Service."
Das Trinkgeld war trotzdem mickrig.
Um das mal festzuhalten. Das Wochenende war mal wieder voll mit Sex, Drugs and History.
Ein Pärchen mittleren Alters steigt ein.
"Vennus"
"? - Do you mean the convention in the Convention-Center at Messedamm?"
"No English. Italiano?"
Zu ihrem Glück wusste ich, dass auf dem Messegelände die Fachmesse für Erotik und Sex "Venus" stattfand, wohin ich sie fuhr. Volltreffer.
Aber manchmal staune ich schon, mit welchen Fremdsprachenkenntnissen sich die Menschen ins Ausland trauen. Die hatten nicht mal einen Flyer oder so bei sich.
Ganz früher Sonntagmorgen.
Partygast-Pärchen in Kreuzberg. So alt wie Partygäste halt sind.
Sie:
"Prenzlauer Allee bitte."
Die beiden unterhielten sich auf Englisch. Ich habe davon nicht viel mitgekriegt - es war meine erste Tour am frühen Morgen und hat mich auch nicht interessiert. Nur so viel: Sie hatte wohl zugesagt, mit ihm in sein Hostel zu kommen.
In der Prenzlauer Allee angekommen, fragte ich mal vorsichtig: "Wo genau". Sie fragte bei ihm nach der Hausnummer. Er: "Number 160, Generator-Hostel". Ich: "Dieses Hostel befindet sich aber in der Storkower Str." Sie zu ihm: "Oh, I'm sorry. But I can get off here." Welch Zufall, sie wohnte hier um die Ecke und die arme Sau musste jetzt den ganzen Weg zurück fahren und alles bezahlen.
Sonntagmorgen.
In der Holzmarktstr. hatte die Polizei eine große Verkehrskontrolle aufgebaut. Ich fuhr trotzdem dort entlang, da sie normalerweise Taxis in Ruhe lassen und direkt hinter der Polizeiabsperrung vier Personen am Straßenrand standen, die so aussahen, na ja, wie halt potentielle Kunden so aussehen. Die drei Autos vor mir winkten sie links rein und mich ließen sie durch, so dass ich die Fahrgäste einladen konnte.
Gast: "Wir haben gerade unseren Fahrer verloren. Der musste blasen: 1,0 Promille. Jetzt bringen sie ihn zur Blutentnahme."
Ich: "Na, 1,0 ist ja nicht sooo viel"
Gast: "Da waren aber auch noch andere Sachen im Spiel. Das wird teuer."
Wurde dann eine 10 € Tour mit Anschlussfahrgästen.
Dank an die
Sonntagmittag
Weiblicher Fahrgast aus München auf dem Weg zum Flughafen Tegel.
"Wieso heißt denn diese Seite des Brandenburger Tors Platz des 18. März"?
"Ein Gedenken an die Revolution 1848"
"Und was war da am 18. März?. Ich frage, weil ich an einem 18. März geboren bin."
"Äh - das weiß ich auch nicht so genau. Aber ich kann es rauskriegen. Zu Hause habe ich jemand, die hat 'nen Dr. in Geschichte. Soll ich sie mal anrufen?"
"Auja, gerne. Das interessiert mich sehr."
Also rief ich kurz zu Hause an und erfuhr, dass es am 18. März 1848 in Berlin zu den Barrikadenaufständen kam.
Darauf sie:
"Na, das ist ja echter Taxifahr-Service."
Das Trinkgeld war trotzdem mickrig.
Um das mal festzuhalten. Das Wochenende war mal wieder voll mit Sex, Drugs and History.
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Donnerstag, 15. Oktober 2009
Alte Geschichten (5)
Es muss so im Herbst 2006 gewesen sein.
An einem Sonntagmorgen gegen acht Uhr. Eine Winkerin am U-Bahnhof Heinrich-Heine-Str. Eine Dame im Alter Mitte Dreissig.
"Zum Platz-vor-dem-Neuen-Tor bitte."
Es war ihr zu umständlich weiter mit U- und S-Bahn zu fahren. Irgendwie kam das Gespräch auf die Ladenöffnungszeiten, die damals sehr in der Diskussion waren. Obwohl ich selbst ja durchaus gewerkschaftlich organisiert bin, fand ich den Zirkus, den Verdi und Konsorten zu diesem Thema veranstalteten, völlig daneben. Da ich schon immer im Dienstleistungs-Sektor arbeitete, waren Arbeitszeiten ausserhalb der normalen sieben-bis-vier-uhr Schichten völlig normal.
Sie war da aber anderer Meinung.
Ich:
"Wenn die Gewerkschaften gleichviel Energie und Aufwand in anständige Rahmentarif-Verträge investieren würden, anstatt völlig zu mauern, wären wir viel weiter."
Nochmal ich:
"Sie haben heute morgen doch bestimmt schon Radio gehört, haben eine Zeitung aus dem Briefkasten geholt, sind mit der U-Bahn gefahren, werden heute vielleicht noch ins Kino gehen, vorher einen Kaffee trinken oder Abends noch fernsehen - vielleicht ins Theater? Vorher noch Essengehen? Alles Dienstleistungen, die absolut selbstverständlich sind."
Es war ihr aber nicht beizukommen. Sie beharrte darauf, dass die Verkäufer/innen ganz arm dran wären.
Ich:
"Ich freue mich auf jeden Fall auf meinen nächsten USA Urlaub im Januar und auf die dortige Dienstleistungs-Mentalität. Es kostet zwar immer ein bisschen was, aber man kriegt dann auch den gewünschten Service"
Sie:
"Um Gotteswillen, solche Zustände wollte ich hier nie haben."
Ich habe sie dann vor der Parteizentrale der GRÜNEN abgesetzt. Konnte mir aber den Abschiedssatz nicht verkneifen:
"Schön doch aber, dass Taxifahrer auch Sonntags arbeiten."
Mann, wenn ich dran denke, vor zwanzig Jahren musste man seine Einkäufe Samstags bis 12:00 Uhr erledigt haben.
An einem Sonntagmorgen gegen acht Uhr. Eine Winkerin am U-Bahnhof Heinrich-Heine-Str. Eine Dame im Alter Mitte Dreissig.
"Zum Platz-vor-dem-Neuen-Tor bitte."
Es war ihr zu umständlich weiter mit U- und S-Bahn zu fahren. Irgendwie kam das Gespräch auf die Ladenöffnungszeiten, die damals sehr in der Diskussion waren. Obwohl ich selbst ja durchaus gewerkschaftlich organisiert bin, fand ich den Zirkus, den Verdi und Konsorten zu diesem Thema veranstalteten, völlig daneben. Da ich schon immer im Dienstleistungs-Sektor arbeitete, waren Arbeitszeiten ausserhalb der normalen sieben-bis-vier-uhr Schichten völlig normal.
Sie war da aber anderer Meinung.
Ich:
"Wenn die Gewerkschaften gleichviel Energie und Aufwand in anständige Rahmentarif-Verträge investieren würden, anstatt völlig zu mauern, wären wir viel weiter."
Nochmal ich:
"Sie haben heute morgen doch bestimmt schon Radio gehört, haben eine Zeitung aus dem Briefkasten geholt, sind mit der U-Bahn gefahren, werden heute vielleicht noch ins Kino gehen, vorher einen Kaffee trinken oder Abends noch fernsehen - vielleicht ins Theater? Vorher noch Essengehen? Alles Dienstleistungen, die absolut selbstverständlich sind."
Es war ihr aber nicht beizukommen. Sie beharrte darauf, dass die Verkäufer/innen ganz arm dran wären.
Ich:
"Ich freue mich auf jeden Fall auf meinen nächsten USA Urlaub im Januar und auf die dortige Dienstleistungs-Mentalität. Es kostet zwar immer ein bisschen was, aber man kriegt dann auch den gewünschten Service"
Sie:
"Um Gotteswillen, solche Zustände wollte ich hier nie haben."
Ich habe sie dann vor der Parteizentrale der GRÜNEN abgesetzt. Konnte mir aber den Abschiedssatz nicht verkneifen:
"Schön doch aber, dass Taxifahrer auch Sonntags arbeiten."
Mann, wenn ich dran denke, vor zwanzig Jahren musste man seine Einkäufe Samstags bis 12:00 Uhr erledigt haben.
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Montag, 12. Oktober 2009
Auto des Tages (8)
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Schweiz
Ein Ehepaar aus der Schweiz bei mir im Taxi, auf dem Weg zu ihrem Hotel. Die Strecke führte am Bundesministerium für Finanzen vorbei.
"Jetzt kommen wir gleich am Arbeitsort des Liebling-Feindes der Schweizer vorbei."
Wie aus einem Mund:
"STEINBRÜCK."
Sie:
"Aber der ist ja jetzt weg vom Fenster."
Steinbrück und die Schweiz.
"Jetzt kommen wir gleich am Arbeitsort des Liebling-Feindes der Schweizer vorbei."
Wie aus einem Mund:
"STEINBRÜCK."
Sie:
"Aber der ist ja jetzt weg vom Fenster."
Steinbrück und die Schweiz.
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Totschlagargumente
Ich:
"So, das macht 8 Euro 60 bitte."
Fahrgast:
"Machen wir 8 ,50."
Ich:
"Warum?"
Fahrgast:
"Warum? Das ist ja ein Totschlagargument. Okay, machen Sie 9."
Warum, Otto
Warum die Zitronen sauer wurden.
Warum, Campino
"So, das macht 8 Euro 60 bitte."
Fahrgast:
"Machen wir 8 ,50."
Ich:
"Warum?"
Fahrgast:
"Warum? Das ist ja ein Totschlagargument. Okay, machen Sie 9."
Warum, Otto
Warum die Zitronen sauer wurden.
Warum, Campino
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Donnerstag, 8. Oktober 2009
Gelb, Schwarz, Rot
"Gelb in Kombination mit Schwarz (hell contra nichthell) ist in der Natur eine Warnfarbe - typisch für giftige Tiere."
Ganzer Artikel in der Berliner Zeitung.
Ganzer Artikel in der Berliner Zeitung.
Rot
Blick in meinen Hinterhof.
Die traurigste Zeit des Jahres hat endgültig begonnen.
Mittwoch, 7. Oktober 2009
WiedervereinigungswiderSprüche
Die Vorbereitungen zum 20-jährigen Jubiläum des Mauerfalls am 9. November laufen ja auf Hochtouren. Wie es in den Herzen einiger Wiedervereinigten aussieht... na ja.
Krankenschwester aus Köpenick (mit sächsischen Akzent).
"Ich muss jetzt ein paar Jahre länger arbeiten. Die Rente mit 60 hat uns der 'Westen' ja weggenommen."
Fahrgast aus dem westlichen Charlottenburg:
"Ich brauche den ganzen Scheiss rund um den Alex nicht"
Fahrgast aus Lichtenberg:
"Die DDR hatte die besten Ingenieure der Welt. Jetzt sind fast alle arbeitslos."
Tourist aus irgendwo:
"Der Ku'damm ist auch nicht mehr, was er vor der Wende war"
Tourist aus Schwaben:
"Was uns diese Wende gekostet hat. Na ja, Berlin hat's ja."
Ich weiß genau, dass ich davon noch mehr gehört habe. Aber fast immer erst, nachdem man mich nach meiner Ost-West-Zugehörigkeit gefragt hat ("Sind Sie aus dem Osten oder Westen?" Diese Frage beantworte ich meistens mit: "Aus dem Süden"). Dabei bin ich bei diesem Thema ziemlich neutral.
Ich finde die Reisefreiheit, die wir als "West-Berliner" inzwischen haben, hervorragend. Mal soeben an die Ostsee fahren, ich lebe mit einer Frau aus dem ehemaligen "Osten" zusammen und kann mir inzwischen nicht mehr vorstellen, nicht über die Schlesische Straße nach Treptow zu fahren. Ich finde, die positiven Errungenschaften sind ganz klar in der Überzahl. Ich will aber nicht bezweifeln, dass es für viele Menschen aus dem "Osten" und dem "Westen" auch Nachteile gegeben hat.
To be continued. Hat noch jemand ein paar Sprüche? So unsachlich wie die obigen?
Krankenschwester aus Köpenick (mit sächsischen Akzent).
"Ich muss jetzt ein paar Jahre länger arbeiten. Die Rente mit 60 hat uns der 'Westen' ja weggenommen."
Fahrgast aus dem westlichen Charlottenburg:
"Ich brauche den ganzen Scheiss rund um den Alex nicht"
Fahrgast aus Lichtenberg:
"Die DDR hatte die besten Ingenieure der Welt. Jetzt sind fast alle arbeitslos."
Tourist aus irgendwo:
"Der Ku'damm ist auch nicht mehr, was er vor der Wende war"
Tourist aus Schwaben:
"Was uns diese Wende gekostet hat. Na ja, Berlin hat's ja."
Ich weiß genau, dass ich davon noch mehr gehört habe. Aber fast immer erst, nachdem man mich nach meiner Ost-West-Zugehörigkeit gefragt hat ("Sind Sie aus dem Osten oder Westen?" Diese Frage beantworte ich meistens mit: "Aus dem Süden"). Dabei bin ich bei diesem Thema ziemlich neutral.
Ich finde die Reisefreiheit, die wir als "West-Berliner" inzwischen haben, hervorragend. Mal soeben an die Ostsee fahren, ich lebe mit einer Frau aus dem ehemaligen "Osten" zusammen und kann mir inzwischen nicht mehr vorstellen, nicht über die Schlesische Straße nach Treptow zu fahren. Ich finde, die positiven Errungenschaften sind ganz klar in der Überzahl. Ich will aber nicht bezweifeln, dass es für viele Menschen aus dem "Osten" und dem "Westen" auch Nachteile gegeben hat.
To be continued. Hat noch jemand ein paar Sprüche? So unsachlich wie die obigen?
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Montag, 5. Oktober 2009
Riesig
Das war schon ein Ding. Die Riesen in Berlin. Kleine Riesin (7,5 m) sucht ihren Onkel (15 m).
Ich glaube, so voll habe ich die Stadt noch nie gesehen. Menschenmassen auf der Suche nach den Riesen und einem Eingang zum Einigkeitsfest. Teilweise ist in Mitte der Verkehr zum Erliegen gekommen. Und ich mitten drin. Aber auch zum erstenmal hat mir das gar nicht so viel ausgemacht. Weil - es war tatsächlich ein richtig gutes Event. Fahrgäste, die ich zwischendurch durchaus auch noch hatte, waren völlig hin und weg bzw. habe ich einmal sogar eine Frau gefahren, die immer noch leicht feuchte Augen hatte.
Mir war es leider nicht vergönnt, die beiden Wochenend-Stars bei ihrem Gang durch Berlin zu beobachten (wie auch, mit dem Auto).
Ich habe mir aber den Spaß gegönnt, sie beim Schlafen zu besuchen. Das hat mich zwar eine Stunde Arbeitszeit gekostet, dafür hatte ich einen Logenplatz. Sonntagmorgen um 9 Uhr zum Adlon gefahren, wohlwissend, dass um diese Uhrzeit da nur ganz wenig an Taxen gebraucht wird. Die anderen 10 Fahrer waren wohl auch nur zum Fotografieren da. Nach einer Stunde kriegte ich dann eine 5,40 € Tour. Das war's mir aber wert.
Wen's interessiert: hier meine Ausbeute.
Hier ein Video der Abendschau.
Der Tagesspiegel und die Berliner mit Fotogalerien.
Und dann waren da noch:
Eine Million Menschen bei der Einheitsfeier
20 000 Besucher bei Eisenbahnfest
Und irgendwo waren auch noch tausend Motorradfahrer unterwegs, die ihrer im Straßenverkehr getöteten Artgenossen gedachten. (habe ich nur einen Artikel im Kurier gefunden, will ich nicht verlinken)
Ich glaube, so voll habe ich die Stadt noch nie gesehen. Menschenmassen auf der Suche nach den Riesen und einem Eingang zum Einigkeitsfest. Teilweise ist in Mitte der Verkehr zum Erliegen gekommen. Und ich mitten drin. Aber auch zum erstenmal hat mir das gar nicht so viel ausgemacht. Weil - es war tatsächlich ein richtig gutes Event. Fahrgäste, die ich zwischendurch durchaus auch noch hatte, waren völlig hin und weg bzw. habe ich einmal sogar eine Frau gefahren, die immer noch leicht feuchte Augen hatte.
Mir war es leider nicht vergönnt, die beiden Wochenend-Stars bei ihrem Gang durch Berlin zu beobachten (wie auch, mit dem Auto).
Ich habe mir aber den Spaß gegönnt, sie beim Schlafen zu besuchen. Das hat mich zwar eine Stunde Arbeitszeit gekostet, dafür hatte ich einen Logenplatz. Sonntagmorgen um 9 Uhr zum Adlon gefahren, wohlwissend, dass um diese Uhrzeit da nur ganz wenig an Taxen gebraucht wird. Die anderen 10 Fahrer waren wohl auch nur zum Fotografieren da. Nach einer Stunde kriegte ich dann eine 5,40 € Tour. Das war's mir aber wert.
Wen's interessiert: hier meine Ausbeute.
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| Riesen |
Hier ein Video der Abendschau.
Der Tagesspiegel und die Berliner mit Fotogalerien.
Und dann waren da noch:
Eine Million Menschen bei der Einheitsfeier
20 000 Besucher bei Eisenbahnfest
Und irgendwo waren auch noch tausend Motorradfahrer unterwegs, die ihrer im Straßenverkehr getöteten Artgenossen gedachten. (habe ich nur einen Artikel im Kurier gefunden, will ich nicht verlinken)
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Donnerstag, 1. Oktober 2009
Die Riesen kommen
Ich bin ja nicht so schnell zu beeindrucken mit irgendwelchen Großveranstaltungen in Berlin, aber das hier hört sich richtig spannend an.
Die Riesen kommen.
Mal sehen wie nahe ich den Riesen am Wochenende kommen kann.
Die Riesen kommen.
Mal sehen wie nahe ich den Riesen am Wochenende kommen kann.
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Mittwoch, 30. September 2009
Alte Geschichten (4)
Zentrale: "Kind fährt alleine, [Halte spielt keine Rolle]"
Ich: "[Konzessions Nr. spielt keine Rolle]"
Zentrale: "Der 10-jährige Oskar [Nachname spielt keine Rolle] in der [Straße nähe Mariannenplatz] fährt alleine."
Ich: " [Übliche Floskeln, danke]"
Der 10-jährige Oskar war für sein Alter außergewöhnlich klein, sehr klein. Er gab mir die Adresse in einer Kreuzberger Straße. Dort angekommen, es war... eine Percussion-Schule.
Bloß gut, dass er nicht noch angefangen hat zu singen.
[Ich hoffe, ich muss den Gag jetzt nicht erklären.]
Tipp: Heute vor zehn Jahren gab es einen Literatur-Nobelpreis.
Ich: "[Konzessions Nr. spielt keine Rolle]"
Zentrale: "Der 10-jährige Oskar [Nachname spielt keine Rolle] in der [Straße nähe Mariannenplatz] fährt alleine."
Ich: " [Übliche Floskeln, danke]"
Der 10-jährige Oskar war für sein Alter außergewöhnlich klein, sehr klein. Er gab mir die Adresse in einer Kreuzberger Straße. Dort angekommen, es war... eine Percussion-Schule.
Bloß gut, dass er nicht noch angefangen hat zu singen.
[Ich hoffe, ich muss den Gag jetzt nicht erklären.]
Tipp: Heute vor zehn Jahren gab es einen Literatur-Nobelpreis.
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Montag, 28. September 2009
Wie sag ich's nur?
Ich habe mir seinerzeit in München schon den Mund fusslig gequatscht. Wie erklärt man jemanden aus dem Süden (oder vielleicht sogar Westen) den Inhalt und die Bedeutung eines Berliner Kiezes? Dieser Begriff steht für mich für die Lebensqualität Berlins. Berlin ist sehr dezentralisiert organisiert und das ist auch gut so. :-) Vom großen Ganzen bis hinein in, halt den Kiez. Bei diesem Begriff kann ich mit Fahrgästen reden und erklären und was von direktem Wohnumfeld erzählen. Aber nicht jedes Wohnumfeld ist ja auch gleich ein Kiez. Ich glaube Im Endeffekt verständlich machen konnte ich es bis jetzt noch nicht. Erst gestern hat wieder einer das Rotlicht-Milieu auf dem Kiez in St.Pauli damit in Verbindung gebracht. Ich hatte Mühe, zu erklären, dass es in meiner Nachbarschaft keine Puffs gibt. Und vor kurzem behauptete einer, das sei alles Quatsch, es gäbe nur einen Kiez in Deutschland (der in St.Pauli).
Was mache ich nur falsch?
Der Begriff bei Wikipedia kommt dem nahe: soziales Bezugssystem.
Was mache ich nur falsch?
Der Begriff bei Wikipedia kommt dem nahe: soziales Bezugssystem.
Auflösung Bilderrätsel (11)
mime hat völlig recht. Gratulation!
Durch googeln konnte man herausfinden, dass der Satz eigentlich von Schiller (Wilhelm Tell) stammt. Warum genau jetzt dieses Zitat auf dem Denkmal von Albrecht von Graefe, Professor der Augenheilkunde, steht, na ja, wohl wegen des Lichts. Es steht direkt an der Charité, Luisen/Schumann.
Ich wohne ja in "seinem" Kiez.
Einen Sonderpreis könnte ich aber auch an Aro vergeben, wegen der orginellen Assoziation. :-)
Durch googeln konnte man herausfinden, dass der Satz eigentlich von Schiller (Wilhelm Tell) stammt. Warum genau jetzt dieses Zitat auf dem Denkmal von Albrecht von Graefe, Professor der Augenheilkunde, steht, na ja, wohl wegen des Lichts. Es steht direkt an der Charité, Luisen/Schumann.
Ich wohne ja in "seinem" Kiez.
Einen Sonderpreis könnte ich aber auch an Aro vergeben, wegen der orginellen Assoziation. :-)
@mime
nein, dort an der Ecke arbeitet M., die ich ab und zu abhole.
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Auflösung
Freitag, 25. September 2009
Bilderrätsel (11)
Zu gewinnen gibt es...nichts
Auf wessen Denkmal in Berlin steht dieser Satz und wo genau befindet es sich?
Für Nicht-Berliner reicht auch die Antwort auf die erste Frage
Tipp: Googeln irritiert.
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Rätsel
Taxifahren in aller Welt
Beim Berliner Taxiblogger gibt es ja eine Rubrik Namens "Taxis in aller Welt."
Bei Spiegel-online habe ich durch Zufall die dazu passenden Taxifahrerlebnisse gefunden.
Bei Spiegel-online habe ich durch Zufall die dazu passenden Taxifahrerlebnisse gefunden.
Mittwoch, 23. September 2009
Hamburg - Berlin
Gleich vorweg, ich bin wirklich der Aller-Allerletzte, der mit Ressentiments und platten Verallgemeinerungen irgendwelchen regionalen Grabenkämpfen das Wort reden will. Sowas läuft bei mir unter Lokal-Chauvinismus. Aber aus aktuellem Anlass, möchte ich hier jetzt mal ausführlich auf meine Äussserung, die Hamburger und die Berliner seien sich nicht grün, eingehen.
Dass es eine Rivalität zwischen diesen beiden deutschen Großstädten gibt, war mir vor meiner Zeit als Taxifahrer völlig unbekannt! Im Gegenteil. Ich war zwar erst einmal zuvor in Hamburg, war aber völlig fasziniert vom Hamburger Hafen, auch weil mich Schiffe schon seit meiner Kindheit interessiert haben. Auch den Hamburger Fischmarkt, auf dem ich einen ausführlichen Kneipenbummel am frühen Morgen mit einem Heringsbrötchen beendet hatte, empfand ich als einzigartig.
Während meiner Zeit als Taxifahrer hatte ich dann aber ein paar, sagen wir mal seltsame Hamburger Fahrgäste.
Zum Beispiel die Fotografin im letzten Post.
Da war der ältere Fahrgast, der unbedingt von seinem Hotel zu einem Restaurant im Hamburger Bahnhof wollte, weil er sich da ein bisschen zu Hause fühlen konnte (Das war ernst gemeint. Seine ihn begleitende Tochter saß kopfschüttelnd daneben).
Da waren die ungefähr Mitt-Dreissiger, die mich so was von oben herab behandelt haben, wie ich es vorher und nachher nicht mehr erlebt habe.
Ausserdem fiel mir vielfach auf, dass bei Fahrten mit Hamburger Fahrgästen, die ich auf bestimmte Sehenswürdigkeiten in der Stadt aufmerksam machte, mit 90%iger Wahrscheinlichkeit ein: "Das haben wir in Hamburg auch" kam. Ständig waren sie dabei, ihre Stadt mit Berlin zu vergleichen. Sehr häufig musste ich mir Geschichten von Hamburger Sehenswürdigkeiten anhören, obwohl wir ja gerade durch Berlin fuhren. Wirklich, damals war ich noch nicht selektiv in meiner Wahrnehmung, was ich zugegebener Maßen heute etwas bin.
Ein Fahrgast (HH) mit zwei Begleitern, die ich zum Auswärtigen Amt fuhr, war nur am Ablästern, obwohl ihn seine zwei Begleiter von den Vorteilen Berlins zu überzeugen versuchten. Er meinte ständig, dass Berlin dieses noch müsste, jenes weniger müsste, dort noch was unternehmen sollte, so dass ich ihn ansprach, ob er denn aus Hamburg komme (zu dem Zeitpunkt war ich schon etwas sensibilisiert). Daraufhin war erstmal Ruhe.
Ein weiterer Fahrgast, Vorstandsberater eines großen Konzerns, den ich mehrfach fuhr, bat mich immer darum, nicht über Kreuzberg zum Hauptbahnhof zu fahren: "Berlin ist ja schlimm, aber Kreuzberg ist das allerletzte. Diese Menschen hier."
Ich sprach dann mal einen, mir sehr vernünftig erscheinenden HHler auf dieses Phänomen an. Das war der besagte Vattenfall-Fahrgast (wohl ein höheres Tier). Der hat mir das sehr ausführlich erklärt. Auch er sei früher auf Konfrontation mit Berlin gewesen. Erst durch den ständigen Aufenthalt beruflicher Natur, sei er zu einer anderen Einstellung zu Berlin gekommen. Er habe irgendwann seiner Familie vorgeschlagen, ihn für ein paar Tage in Berlin zu besuchen, was diese zuerst strikt abgelehnt hätte (wie wird man da behandelt). Sie ließen sich aber doch überreden. Und fanden dann Berlin nicht mehr sooo schlimm. Auf meinen Einwurf, dass aber der Hamburger Hafen auf mich sehr faszinierend gewirkt habe, entgegnete er: "Aber kulturell kann doch Hamburg Berlin nicht das Wasser reichen."
Er sei jetzt zu dem Schluss gekommen, dass es beiden Städten gut gehen muss.
Ganz meine Meinung!
Eine private Analyse dieser Rivalität möchte ich nicht machen, Und ganz so schlimm finde ich es auch nicht. Frage mal einen Kölner nach Düsseldorf. :-)
Umzug von Berlin nach Hamburg.
Dass es eine Rivalität zwischen diesen beiden deutschen Großstädten gibt, war mir vor meiner Zeit als Taxifahrer völlig unbekannt! Im Gegenteil. Ich war zwar erst einmal zuvor in Hamburg, war aber völlig fasziniert vom Hamburger Hafen, auch weil mich Schiffe schon seit meiner Kindheit interessiert haben. Auch den Hamburger Fischmarkt, auf dem ich einen ausführlichen Kneipenbummel am frühen Morgen mit einem Heringsbrötchen beendet hatte, empfand ich als einzigartig.
Während meiner Zeit als Taxifahrer hatte ich dann aber ein paar, sagen wir mal seltsame Hamburger Fahrgäste.
Zum Beispiel die Fotografin im letzten Post.
Da war der ältere Fahrgast, der unbedingt von seinem Hotel zu einem Restaurant im Hamburger Bahnhof wollte, weil er sich da ein bisschen zu Hause fühlen konnte (Das war ernst gemeint. Seine ihn begleitende Tochter saß kopfschüttelnd daneben).
Da waren die ungefähr Mitt-Dreissiger, die mich so was von oben herab behandelt haben, wie ich es vorher und nachher nicht mehr erlebt habe.
Ausserdem fiel mir vielfach auf, dass bei Fahrten mit Hamburger Fahrgästen, die ich auf bestimmte Sehenswürdigkeiten in der Stadt aufmerksam machte, mit 90%iger Wahrscheinlichkeit ein: "Das haben wir in Hamburg auch" kam. Ständig waren sie dabei, ihre Stadt mit Berlin zu vergleichen. Sehr häufig musste ich mir Geschichten von Hamburger Sehenswürdigkeiten anhören, obwohl wir ja gerade durch Berlin fuhren. Wirklich, damals war ich noch nicht selektiv in meiner Wahrnehmung, was ich zugegebener Maßen heute etwas bin.
Ein Fahrgast (HH) mit zwei Begleitern, die ich zum Auswärtigen Amt fuhr, war nur am Ablästern, obwohl ihn seine zwei Begleiter von den Vorteilen Berlins zu überzeugen versuchten. Er meinte ständig, dass Berlin dieses noch müsste, jenes weniger müsste, dort noch was unternehmen sollte, so dass ich ihn ansprach, ob er denn aus Hamburg komme (zu dem Zeitpunkt war ich schon etwas sensibilisiert). Daraufhin war erstmal Ruhe.
Ein weiterer Fahrgast, Vorstandsberater eines großen Konzerns, den ich mehrfach fuhr, bat mich immer darum, nicht über Kreuzberg zum Hauptbahnhof zu fahren: "Berlin ist ja schlimm, aber Kreuzberg ist das allerletzte. Diese Menschen hier."
Ich sprach dann mal einen, mir sehr vernünftig erscheinenden HHler auf dieses Phänomen an. Das war der besagte Vattenfall-Fahrgast (wohl ein höheres Tier). Der hat mir das sehr ausführlich erklärt. Auch er sei früher auf Konfrontation mit Berlin gewesen. Erst durch den ständigen Aufenthalt beruflicher Natur, sei er zu einer anderen Einstellung zu Berlin gekommen. Er habe irgendwann seiner Familie vorgeschlagen, ihn für ein paar Tage in Berlin zu besuchen, was diese zuerst strikt abgelehnt hätte (wie wird man da behandelt). Sie ließen sich aber doch überreden. Und fanden dann Berlin nicht mehr sooo schlimm. Auf meinen Einwurf, dass aber der Hamburger Hafen auf mich sehr faszinierend gewirkt habe, entgegnete er: "Aber kulturell kann doch Hamburg Berlin nicht das Wasser reichen."
Er sei jetzt zu dem Schluss gekommen, dass es beiden Städten gut gehen muss.
Ganz meine Meinung!
Eine private Analyse dieser Rivalität möchte ich nicht machen, Und ganz so schlimm finde ich es auch nicht. Frage mal einen Kölner nach Düsseldorf. :-)
Umzug von Berlin nach Hamburg.
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Taxi
Dienstag, 22. September 2009
Alte Geschichten (3)
Die folgende Geschichte habe ich zum Teil schon mal beim Sash in den Kommentaren geschrieben, aber nicht komplett. Also hier die ganze:
Eine Dame steigt am Ostbahnhof in's Taxi. "In die Linienstr. xy. Auf dem kürzesten Weg". Schon nach einer Minute fing sie an zu lamentieren: "Was ich da gerade wieder gelesen habe. Da stand in der Zeitung, ich sei aus Berlin. So ein Quatsch, ich wohne seit 15 Jahren in Hamburg."
Ich war damals noch sehr unsicher in meinem Umgang mit schlecht gelaunten Fahrgästen und so wollte ich vorbeugen: "In der Linienstr. sind zur Zeit wechselnde Einbahnstraßen-Führungen. Müssen wir jetzt mal schauen." "Sie haben da doch so ein Navigationsgerät, schalten Sie das ein." Okay, Adresse in's Navi eingegeben, wohlwissend, dass dieses ja auch nicht wissen kann, ob sich die Straßenführung seit letzter Woche wieder geändert hat. Ausserdem hatte ich es auf stumm geschaltet. Kam auch prompt die Reklamation: "Aber das sagt ja gar nichts." "Ich habe den Ton aus." "Schalten Sie ihn ein. Ich will das mithören." Also Ton an. Ab jetzt schwitzte ich Blut und Wasser. Wenn das mal gut geht. Ich versuchte es dann mit freundlicher Konversation. "Sie stehen in der Zeitung?" "Ja, ich bin eine Fotografin und habe dort eine Ausstellungseröffnung." Und lauschte weiter den Ausführungen meines Navis. Durch Zufall hat uns das Navi dann von der richtigen Seite direkt vor die Galerie geführt. "So, 8,70 Euro bitte." Sie hatte einen 10 Euro-Schein in der Hand. "Ziehen Sie 9,70 ab." "9,70?" "Ja, ich gebe immer 1 Euro Trinkgeld."
Ich wusste es zu der Zeit noch nicht - Hamburger und Berliner sind sich nicht grün. Das habe ich erst von einem Vattenfall-Fahrgast erfahren. Seinens Zeichens Hamburger. Erst durch den regelmäßigen Austausch zwischen Vattenfall-Berlin und Vattenfall-Hamburg meinte er, habe er gelernt, dass es beiden Städten gut gehen muss.
Eine Dame steigt am Ostbahnhof in's Taxi. "In die Linienstr. xy. Auf dem kürzesten Weg". Schon nach einer Minute fing sie an zu lamentieren: "Was ich da gerade wieder gelesen habe. Da stand in der Zeitung, ich sei aus Berlin. So ein Quatsch, ich wohne seit 15 Jahren in Hamburg."
Ich war damals noch sehr unsicher in meinem Umgang mit schlecht gelaunten Fahrgästen und so wollte ich vorbeugen: "In der Linienstr. sind zur Zeit wechselnde Einbahnstraßen-Führungen. Müssen wir jetzt mal schauen." "Sie haben da doch so ein Navigationsgerät, schalten Sie das ein." Okay, Adresse in's Navi eingegeben, wohlwissend, dass dieses ja auch nicht wissen kann, ob sich die Straßenführung seit letzter Woche wieder geändert hat. Ausserdem hatte ich es auf stumm geschaltet. Kam auch prompt die Reklamation: "Aber das sagt ja gar nichts." "Ich habe den Ton aus." "Schalten Sie ihn ein. Ich will das mithören." Also Ton an. Ab jetzt schwitzte ich Blut und Wasser. Wenn das mal gut geht. Ich versuchte es dann mit freundlicher Konversation. "Sie stehen in der Zeitung?" "Ja, ich bin eine Fotografin und habe dort eine Ausstellungseröffnung." Und lauschte weiter den Ausführungen meines Navis. Durch Zufall hat uns das Navi dann von der richtigen Seite direkt vor die Galerie geführt. "So, 8,70 Euro bitte." Sie hatte einen 10 Euro-Schein in der Hand. "Ziehen Sie 9,70 ab." "9,70?" "Ja, ich gebe immer 1 Euro Trinkgeld."
Ich wusste es zu der Zeit noch nicht - Hamburger und Berliner sind sich nicht grün. Das habe ich erst von einem Vattenfall-Fahrgast erfahren. Seinens Zeichens Hamburger. Erst durch den regelmäßigen Austausch zwischen Vattenfall-Berlin und Vattenfall-Hamburg meinte er, habe er gelernt, dass es beiden Städten gut gehen muss.
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Es ist vollbracht
It's done. Gerade eben habe ich meine Briefwahlunterlagen versandfertig gemacht.
Während mein schicker Lamy noch wie ein Adler suchend nach Beute über dem Stimmzettel kreiste, dachte ich mir, irgendwie ist dieses Wahlsystem für'n Arsch. Entweder - Oder.
Mein System wäre anders. Man müsste jede Partei bewerten, z.B. mit einer Skala von -5 bis +5. Also NPD -5, FDP -2, CDU -1, SPD +1, Grüne +1, Piraten +2, Linke +3. Wie die Wahl dann wohl ausgehen würde?
(Das Beispiel oben ist natürlich nur ein Beispiel. Übereinstimmung mit meinem richtigen Stimmzettel wären rein zufällig.)
Apropos Piraten: Die "FDP für Mac-User" (geklaut, ich weiß aber nicht mehr wo.) hat aber wenigstens noch ein orginelles Wahlplakat nachgeschoben.
Während mein schicker Lamy noch wie ein Adler suchend nach Beute über dem Stimmzettel kreiste, dachte ich mir, irgendwie ist dieses Wahlsystem für'n Arsch. Entweder - Oder.
Mein System wäre anders. Man müsste jede Partei bewerten, z.B. mit einer Skala von -5 bis +5. Also NPD -5, FDP -2, CDU -1, SPD +1, Grüne +1, Piraten +2, Linke +3. Wie die Wahl dann wohl ausgehen würde?
(Das Beispiel oben ist natürlich nur ein Beispiel. Übereinstimmung mit meinem richtigen Stimmzettel wären rein zufällig.)
Apropos Piraten: Die "FDP für Mac-User" (geklaut, ich weiß aber nicht mehr wo.) hat aber wenigstens noch ein orginelles Wahlplakat nachgeschoben.
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Wahl09
Montag, 21. September 2009
Marathon Nachtrag
Ich habe mir jetzt nochmal den Artikel aus der Berliner Zeitung genauer durchgelesen, den ich im letzen Post verlinkt habe.
Darin heißt es:
"[...] Er informierte zugleich auch über die generelle rechtliche Lage bei einer solchen Panne: Sein Unternehmen vermittle als Dienstleister lediglich die Aufträge zwischen dem Besteller, also dem Fahrgast, und dem jeweiligen Taxibetrieb oder deren Fahrer. Für das Zustandekommen eines Beförderungsvertrages jedoch könne Taxi Funk keine Garantie übernehmen."
alles lesen
Wann tritt denn eigentlich solch ein Beförderungsvertrag in Kraft? Bleiben wir mal bei dem Beispiel Berlin-Marathon. Mal angenommen, ich nehme einen Funkauftrag an, der vom Planufer (um in meiner Ecke zu bleiben) zum Ostbahnhof führen soll. Das geht einfach nicht. Auf keiner Strecke!* Ich kann vielleicht noch anbieten, den Kunden zum Hauptbahnhof zu bringen, aber wenn der Bus vom Ostbahnhof startet... Momentan fährt ja auch die S-Bahn nicht.
Habe ich mich schon durch das Melden für diesen Auftrag verpflichtet, wenn der Kunde einsteigt und mir das Fahrziel mitteilt oder wenn ich den Taxameter einschalte? Kann ich im gegebenen Fall solch einen Auftrag ablehnen?
Und bin ich als Taxifahrer u.U. dafür haftbar?
*( Jetzt habe doch eine Umfahrung gefunden. Diese würde aus einer 2,5 km Tour eine fast 15 km Tour machen. Vielleicht ist es das, was mein Chef meint?)
Darin heißt es:
"[...] Er informierte zugleich auch über die generelle rechtliche Lage bei einer solchen Panne: Sein Unternehmen vermittle als Dienstleister lediglich die Aufträge zwischen dem Besteller, also dem Fahrgast, und dem jeweiligen Taxibetrieb oder deren Fahrer. Für das Zustandekommen eines Beförderungsvertrages jedoch könne Taxi Funk keine Garantie übernehmen."
alles lesen
Wann tritt denn eigentlich solch ein Beförderungsvertrag in Kraft? Bleiben wir mal bei dem Beispiel Berlin-Marathon. Mal angenommen, ich nehme einen Funkauftrag an, der vom Planufer (um in meiner Ecke zu bleiben) zum Ostbahnhof führen soll. Das geht einfach nicht. Auf keiner Strecke!* Ich kann vielleicht noch anbieten, den Kunden zum Hauptbahnhof zu bringen, aber wenn der Bus vom Ostbahnhof startet... Momentan fährt ja auch die S-Bahn nicht.
Habe ich mich schon durch das Melden für diesen Auftrag verpflichtet, wenn der Kunde einsteigt und mir das Fahrziel mitteilt oder wenn ich den Taxameter einschalte? Kann ich im gegebenen Fall solch einen Auftrag ablehnen?
Und bin ich als Taxifahrer u.U. dafür haftbar?
*( Jetzt habe doch eine Umfahrung gefunden. Diese würde aus einer 2,5 km Tour eine fast 15 km Tour machen. Vielleicht ist es das, was mein Chef meint?)
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Sonntag, 20. September 2009
Marathon
Seit 3 1/2 Jahren arbeite ich nun bei meiner jetzigen Taxibude. Und jedes Jahr Ende September gibt es folgenden Dialog zwischen meinem Chef und mir:
"Ey, Chef, nimm mich am Sonntag bitte aus der Liste."
"Okay, ist klar. Warum?"
"Da ist wieder Marathon."
"Aber das ist doch gut zum Taxifahren."
"Na, da kann man doch nicht fahren."
"Viele Fahrer freuen sich auf den Marathon, da muss man so weite Umwege fahren."
"Kann ich mir nicht vorstellen."
"Da muss man halt alles über den Stadtring oder den Tiergartentunnel machen."
"Aber bis man dann in einer der Straßen ist, die man befahren kann, steht man doch elendig lange im Stau."
"Ich sag ja nur, viele freuen sich darauf."
"Für mich ist das nichts."
"Ey, Chef, nimm mich am Sonntag bitte aus der Liste."
"Okay, ist klar. Warum?"
"Da ist wieder Marathon."
"Aber das ist doch gut zum Taxifahren."
"Na, da kann man doch nicht fahren."
"Viele Fahrer freuen sich auf den Marathon, da muss man so weite Umwege fahren."
"Kann ich mir nicht vorstellen."
"Da muss man halt alles über den Stadtring oder den Tiergartentunnel machen."
"Aber bis man dann in einer der Straßen ist, die man befahren kann, steht man doch elendig lange im Stau."
"Ich sag ja nur, viele freuen sich darauf."
"Für mich ist das nichts."
Um das mal zu verdeutlichen, hier der Streckenverlauf des Berliner Marathons:
Scan vom Flyer, der an jeden Haushalt entlang der Strecke verteilt wurde.
Man sieht ganz deutlich: Einmal mittendrin - es gibt keinen Ausweg.
Die Sonntagsliste an der Ablöse war voll.
Was mich wirklich interessieren würde: Ist ein Marathon tatsächlich beliebt bei den Taxifahrern? Ich weiß, hier im Blog kommen in erster Linie Nachtfahrer vorbei. Aber vielleicht lesen doch auch ein paar andere mit (in anderen Städten gibt es ja auch Marathons)?
Gestern zum Feierabend kriegte ich dann noch einen Eindruck, wie man sich da anscheißen schmieren kann. Samstags sind ja schon die Skater dran. Meine Ablöse ist östlich des Kottbusser Damms, mein Wohnort westlich davon. Der Zeitplan lautete: Kottbusser Damm 16:37 - 17:25 Uhr. Ein Überqueren ist nicht möglich.
So hatte ich mir vorgenommen, rechtzeitig Feierabend zu machen, um es noch vor den Skatern nach Hause zu schaffen. Leider ist mir ein Winker dazwischen gekommen, der um ca. 15:30 Uhr noch nach Moabit wollte, was 'ne Menge Zeit gekostet hat. Zwar hat diese Tour eine schöne runde Umsatzsumme voll gemacht, aber auch meinen Zeitplan vermasselt.
So kam ich ungefähr fünf Minuten zu spät und musste als vierter am Maybachufer eine Stunde lang den Skatern zuschauen, ca. 500 Meter von meinem Feierabend-Kaffee entfernt. Parkplatz war nicht, es ging weder vor noch zurück.
P.S.
Einen Artikel zum Thema Taxi und Marathon gibt es hier.
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Mittwoch, 16. September 2009
Soweit wird es nicht kommen
Es sind nur noch 11 Tage bis zur Bundestagswahl. Und immer noch ist es nicht eindeutig geklärt, wo meine Kreuzchen landen werden. Eine Entscheidungshilfe in Sachen Piraten Partei waren gestern die Kommentatoren bei Spreeblick. Es schrieb der Autor Frédéric Valin:
"Es reicht nicht, ein paar Punkte unter ein Programm zu schreiben, das sich ausschließlich mit Online-Bürgerrechten befasst, und schon ist man eine Partei. Das grundsätzliche Problem der Piraten ist, dass sie in weiten Teilen den Eindruck vermitteln, sie wollten keine Politik machen."
Und forderte eine Werte-Debatte bei den Piraten ein.
mehr...
Und was dann von Piraten und deren Anhängern in den Kommentaren kam, war teilweise beschämend. Also die sind jetzt bei mir weg vom Fenster. Und natürlich macht es die Sache auch nicht einfacher, wieder einen ausschließen zu können.
"Es reicht nicht, ein paar Punkte unter ein Programm zu schreiben, das sich ausschließlich mit Online-Bürgerrechten befasst, und schon ist man eine Partei. Das grundsätzliche Problem der Piraten ist, dass sie in weiten Teilen den Eindruck vermitteln, sie wollten keine Politik machen."
Und forderte eine Werte-Debatte bei den Piraten ein.
mehr...
Und was dann von Piraten und deren Anhängern in den Kommentaren kam, war teilweise beschämend. Also die sind jetzt bei mir weg vom Fenster. Und natürlich macht es die Sache auch nicht einfacher, wieder einen ausschließen zu können.
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Wahl09
Sonntag, 13. September 2009
Adlon-Gäste
Das Wochenende war durchwachsen bis durchschnittlich gut. Die Partygäste am frühen Morgen haben ziemlich geschwächelt, was aber durch relativ guten Touristenandrang wett gemacht wurde.
Zusätzlich habe ich am Samstag Morgen verschlafen, was sich auch nicht besonders positiv auf den Umsatz ausgewirkt hat. Aber von zwei Fahrten möchte ich jetzt trotzdem berichten.
Das Hotel Adlon muss man, glaube ich, nicht mehr besonders beschreiben. Wahrscheinlich das renommierteste Hotel Berlins. Und das will was heißen, bei der hohen Anzahl von 5 Sterne Hotels, die die Stadt inzwischen zu bieten hat.
Ich stehe also am Sonntag Morgen vor dem Adlon. Der Umsatz war noch nicht gut, und ich habe gerade darüber fantasiert, wie schick es wäre, wenn ich jetzt einen Fahrgast zum Flughafen Schönefeld bekommen würde. Das habe ich dann aber gleich wieder verworfen:
Im Adlon wohnen und von Schönefeld fliegen?
Schönefeld ist der Berliner Billigfliegerhafen.
Der Doorman brachte einen Fahrgast mit Koffer zu mir ans Auto. Beim Verladen seines etwas schäbig aussehenden Gepäcks ist dann auch gleich der Griff auseinandergefallen. Ich war also auf Hauptbahnhof, der gleich um die Ecke liegt, eingestellt. Nein - meine Träumereien von SXF gingen in Erfüllung. Wohnt im Adlon und fliegt mit "Easy-Jet".
Mittags hat es mich dann wieder an's Adlon verschlagen. Diesmal kamen zwei jungsche Typen, die, wären sie aus dem Berghain gekommen, passend gekleidet gewesen wären. Bei ihnen hatte sich nicht mal der Doorman die Mühe gemacht, ihr Gepäck an's Auto zu bringen. Und wieder gings nach SXF! Diese beiden waren aus München und wollten mit dem Billigableger der Lufthansa "Germanwings" nach Hause.
Ich musterte noch mal ihr, na ja, etwas verloddertes Out-Fit.
Meine Vermutung ging irgendwie jetzt so in die Richtung, Tontechniker oder so.
Zuerst dachte ich, die verarschen mich, aber dann unterhielten sie sich untereinander über Details der Party und die Ausstattung der Zimmer. Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, aber wahrscheinlich waren die echt. Und ganz nette Kerls.
Ich glaube, ich muss mal mit meiner Sparkasse reden.
[Eine Fahrt Adlon nach SXF bringt so ungefähr 33 - 35 Euro.]
Zusätzlich habe ich am Samstag Morgen verschlafen, was sich auch nicht besonders positiv auf den Umsatz ausgewirkt hat. Aber von zwei Fahrten möchte ich jetzt trotzdem berichten.
Das Hotel Adlon muss man, glaube ich, nicht mehr besonders beschreiben. Wahrscheinlich das renommierteste Hotel Berlins. Und das will was heißen, bei der hohen Anzahl von 5 Sterne Hotels, die die Stadt inzwischen zu bieten hat.
Ich stehe also am Sonntag Morgen vor dem Adlon. Der Umsatz war noch nicht gut, und ich habe gerade darüber fantasiert, wie schick es wäre, wenn ich jetzt einen Fahrgast zum Flughafen Schönefeld bekommen würde. Das habe ich dann aber gleich wieder verworfen:
Im Adlon wohnen und von Schönefeld fliegen?
Schönefeld ist der Berliner Billigfliegerhafen.
Der Doorman brachte einen Fahrgast mit Koffer zu mir ans Auto. Beim Verladen seines etwas schäbig aussehenden Gepäcks ist dann auch gleich der Griff auseinandergefallen. Ich war also auf Hauptbahnhof, der gleich um die Ecke liegt, eingestellt. Nein - meine Träumereien von SXF gingen in Erfüllung. Wohnt im Adlon und fliegt mit "Easy-Jet".
Mittags hat es mich dann wieder an's Adlon verschlagen. Diesmal kamen zwei jungsche Typen, die, wären sie aus dem Berghain gekommen, passend gekleidet gewesen wären. Bei ihnen hatte sich nicht mal der Doorman die Mühe gemacht, ihr Gepäck an's Auto zu bringen. Und wieder gings nach SXF! Diese beiden waren aus München und wollten mit dem Billigableger der Lufthansa "Germanwings" nach Hause.
"Schickes Hotel, dieses Adlon"
"Aber dieses Felix ist ja ein versnobter Laden"
Ich musterte noch mal ihr, na ja, etwas verloddertes Out-Fit.
"Äh, ja. Waren Sie beruflich oder urlaubsmäßig in Berlin?"
"Von beidem etwas. Auch beruflich."
Meine Vermutung ging irgendwie jetzt so in die Richtung, Tontechniker oder so.
"Was machen Sie denn so beruflich?"
"Aktien, Wertpapiere. Unsere Bank hat uns für eine Nacht eingeladen. Ins Adlon und große Party im Felix."
"Ihre Bank? Meine Bank hat mich noch nirgendwohin eingeladen."
"Unsere macht das jedes Jahr. Die 50 umsatzstärksten Kunden kriegen ein Wochenende in Berlin."
Zuerst dachte ich, die verarschen mich, aber dann unterhielten sie sich untereinander über Details der Party und die Ausstattung der Zimmer. Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, aber wahrscheinlich waren die echt. Und ganz nette Kerls.
Ich glaube, ich muss mal mit meiner Sparkasse reden.
[Eine Fahrt Adlon nach SXF bringt so ungefähr 33 - 35 Euro.]
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Donnerstag, 10. September 2009
Alte Geschichten (2)
"Folgen Sie unauffällig diesem Wagen."
Diesen Satz sagt meistens der Detektiv, der einen Verdächtigen verfolgt. Oder der eifersüchtige Ehemann, der seine Gattin überwacht. Oder wenn Harry schon wieder den Wagen nicht vorgefahren hatte.
Ich weiß gar nicht, wie viele Filme ich schon gesehen habe, in denen mit diesem Satz auf den Lippen ein Mensch in ein Taxi einsteigt.
(Leider fällt mir gerade kein einziger Titel dazu ein. Weiß jemand einen konkreten Film?)
Mir ist es (leider?) noch nie passiert.
Aber so ähnlich.
Ich stand am Schlesischen Tor als Erster. Zügig überquert ein Paar die Kreuzung und steuert auf mein Auto zu. Beide mit ziemlich gehetztem Gesichtsausdruck und er auch noch genervt.
"Folgen Sie der U-Bahn!"Hä?
"Einfach hier an der U-Bahn entlang"Okay.
Der Herr in sehr gereiztem Tonfall:
"Meine Begleiterin hat in der letzten U-Bahn unseren Rucksack liegen lassen und wir müssen jetzt versuchen, diese U-Bahn einzuholen. Da sind ganz wichtige Dokumente drin."
Da die U1 auf diesem Streckenabschnitt überirdisch fährt, immer an der Straße entlang, hatte ich tatsächlich die Hoffnung, dass das klappen könnte. Leider sind die Bahnhöfe selbst von der Straße aus nicht einsehbar und so wurde es eine ziemliche Blindfahrt. Und am Gleisdreick verschwindet sie unter der Erde. So bin ich im Endeffekt bis Endstation Uhlandstr. gefahren, da sie von der BVG die telefonische Auskunft erhielten, dass dort die Züge gleich wieder kehrtmachen.
Ich hoffe, dass sie dort den richtigen Zug erwischt haben und der Rucksack noch an seinem Platz war.
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Mittwoch, 9. September 2009
Alte Geschichten (1)
Beim Taxifahren erlebt man ja immer wieder verrückte Geschichten. Früher habe ich diese Geschichten nur zu Hause oder im Freundeskreis erzählt und jedesmal Lacher oder Entsetzen oder ungläubiges Erstaunen oder was immer auch geerntet.
Nachdem das mit den Blogs immer mehr aufkam und ich selber zum eifrigen Blogleser wurde, überlegte ich mir irgendwann, selber mit meinen Geschichten an die "Öffentlichkeit" zu gehen. Auch so ab und zu Frust abzulassen könnte ja nicht schaden. Zuerst hatte ich mich ja ziemlich geziert (schon wieder den Umgang mit neuer Software lernen, wie ist das mit der Haftung für evt. bescheuerte Kommentare usw.) na ja, den Rest kann man ja hier lesen.
Und so ab und zu fallen mir wieder Geschichten von "früher" ein, derenwegen ich überhaupt auf den Gedanken gekommen bin zu bloggen. Und die möchte ich nun nach und nach hier noch loswerden.
Heute die Geschichte der Düsseldorfer Schicki-Micki-Cabriofahrer.
An einem Sonntag im Sommer letzten Jahres. Auf der Warschauer Brücke drei Winker: Zwei jüngere Damen und ein etwa gleichaltriger Herr. Alle drei mit coooolen Sonnenbrillen und ziemlich blond.
Gibt es in Berlin tatsächlich einige, alle an der Spree gelegen, ein bisschen Sand verstreut, ein paar Liegestühle hingestellt, eine Bar mit Getränken, Musik, fertig.
Ich schlug das Badeschiff (der einzige "Strand", wo man tatsächlich auch schwimmen kann) vor, gerade mal eine Kurzstrecke weit entfernt. Sie waren einverstanden. Wohl auch, weil sie eh' keinen anderen Plan hatten.
Größere Kartenansicht
Ob ich jetzt den Autoabfacklern Provision geben muss?
Nachdem das mit den Blogs immer mehr aufkam und ich selber zum eifrigen Blogleser wurde, überlegte ich mir irgendwann, selber mit meinen Geschichten an die "Öffentlichkeit" zu gehen. Auch so ab und zu Frust abzulassen könnte ja nicht schaden. Zuerst hatte ich mich ja ziemlich geziert (schon wieder den Umgang mit neuer Software lernen, wie ist das mit der Haftung für evt. bescheuerte Kommentare usw.) na ja, den Rest kann man ja hier lesen.
Und so ab und zu fallen mir wieder Geschichten von "früher" ein, derenwegen ich überhaupt auf den Gedanken gekommen bin zu bloggen. Und die möchte ich nun nach und nach hier noch loswerden.
Heute die Geschichte der Düsseldorfer Schicki-Micki-Cabriofahrer.
An einem Sonntag im Sommer letzten Jahres. Auf der Warschauer Brücke drei Winker: Zwei jüngere Damen und ein etwa gleichaltriger Herr. Alle drei mit coooolen Sonnenbrillen und ziemlich blond.
"Wir würden gerne schwimmen gehen, an einen Strand, soll es doch in Berlin so viele geben."
Gibt es in Berlin tatsächlich einige, alle an der Spree gelegen, ein bisschen Sand verstreut, ein paar Liegestühle hingestellt, eine Bar mit Getränken, Musik, fertig.
Ich schlug das Badeschiff (der einzige "Strand", wo man tatsächlich auch schwimmen kann) vor, gerade mal eine Kurzstrecke weit entfernt. Sie waren einverstanden. Wohl auch, weil sie eh' keinen anderen Plan hatten.
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"Wissen Sie, wir sind eigentlich aus Düsseldorf mit dem eigenen Auto hierher gefahren. Aber das ist ein Cabrio. Und gestern hat einer hier in Kreuzberg zu uns gesagt: 'Na, der würde ja auch gut brennen.' Jetzt trauen wir uns nicht mehr mit dem Auto auf die Straße. Wir lassen es in der Tiefgarage des Hotels."
Ob ich jetzt den Autoabfacklern Provision geben muss?
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Sonntag, 6. September 2009
Beinahe
Ich stand an der roten Ampel, bereit zum Rechtsabbiegen. Neben mir auf dem Radweg zwei Radfahrer. Okay, Ampel wird grün. Der erste Radfahrer fährt los. Wo bleibt der zweite? Im Außenspiegel war er nicht zu sehen. Also Kopf drehen und langsam nach vorne gerollt. Noch mehr den Hals verdreht. Da steht der Vollpfosten mitten auf dem Radweg so halb auf der Kreuzung und studiert den Stadtplan, völlig merkbefreit und ungerührt vom Auto- und Fußgängerverkehr. In mich hineinfluchend und immer noch nach hinten schauend, ob er vielleicht jetzt doch noch ... habe ich dann beschleunigt und beinahe einen Rollstuhlfahrer, der mit seiner Begleitperson völlig legal den Fußgängerüberweg üerquerte, über den Haufen gefahren.
Soweit sind wir also schon, wegen dieser unberechenbaren, sich um nichts anderes als sich selbst kümmernden Radfahrer fährt man beinahe Rollstuhlfahrer, Fußgänger oder vielleicht auch Kinder über den Haufen. Ich bin mir sicher, der Radfahrer war sich keiner Schuld bewusst. Und mir steckt der Schreck noch immer in den Knochen. Es war wirklich knapp.
[Ich bin selbst häufig mit dem Fahrrad unterwegs]
Soweit sind wir also schon, wegen dieser unberechenbaren, sich um nichts anderes als sich selbst kümmernden Radfahrer fährt man beinahe Rollstuhlfahrer, Fußgänger oder vielleicht auch Kinder über den Haufen. Ich bin mir sicher, der Radfahrer war sich keiner Schuld bewusst. Und mir steckt der Schreck noch immer in den Knochen. Es war wirklich knapp.
[Ich bin selbst häufig mit dem Fahrrad unterwegs]
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