Montag, 3. März 2014

Eine ganze Truppe von Taxikollegen stand gelangweilt vor dem Hotel. Es war früh am Morgen und Berlin schlief noch. Wir kannten uns alle und haben getratscht, wie man das halt so tut, wenn einem langweilig ist.

Da näherte sich eine Dame mit großem Koffer und steuerte die Halte an. Ich war vorne und sah schon von weitem einen "Tegel" Aufkleber an ihrem Koffer. Okay, nicht schlecht. Ich lud ihren Koffer ein und fragte wie immer:

"Was kann ich für Sie tun?"

Aber nichts mit Airport, please. Umständlich kramte sie in ihrer Handtasche, fand aber nicht, wonach sie suchte.

Mit grausamem amerikanischen Slang versuchte sie eine Adresse auszusprechen, was sich ungefähr so anhörte:

"Hämburg University  ***knödel***...house. Tegelstraße 13"

Das Geknödele vor House interpretierte ich als guest, aber wir sind hier nicht in Hämburg, sondern in Berlin. Oder sollte jetzt doch eine Hamburger Uni...? Tegelstraße kenne ich nicht, höchstens die Tegeler Straße und die Kollegen hatten noch größere Fragezeichen in den Gesichtern als ich und wendeten sich ab. Soll er doch selber klar kommen. So sind sie halt, die lieben Kollegen.

Okay, was mache ich jetzt mit der völlig orts- und anscheinend auch weltfremden Person?
Ich habe ihr dann auf dem Navi die Straßennamen gezeigt, die irgendwie mit Tegel oder ähnlichem zu tun haben. Kein Treffer dabei. Puuhh. Was nun?

Das Smartphone musste ran. Bei Google dann nach ihrer Vorgabe Buchstabe für Buchstabe eingegeben und so einfach kann die Welt sein.
Aus Hämburg wurde Humboldt, aus Tegelstraße Ziegelstraße. 1,2 Kilometer entfernt.

Als ich wieder zur Halte zurückkam, meinte einer der Kollegen (ohne Englischkenntnisse und Smartphone)  kopfschüttelnd, bei ihm müsse der Fahrgast immer eine vollständige Adresse angeben, sonst würde er erst gar nicht losfahren:

"Klaus, Du bist einfach zu gut für diese Welt."

Ich habe es schon immer geahnt.

Aber schon erstaunlich, dass sie es bis auf 1 Kilometer an ihr Ziel geschafft hatte.

Kommentare:

  1. ...das amüsiert mich an diesem trüben Tag....
    Vielleicht ist Sie von Tegel gelaufen???....
    ....und,.... als sie dich sah, (groß und stark) wurde sie schwach....

    ....dann, hast du die Dame soooo durcheinander gebracht, dass sie die Adresse falsch aussprach... ;-) ;-) ...

    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

    Scheeenen Tach noch!

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    1. ... und nicht mal die rumstehenden Kollegen konnten sie abschrecken. Und das will in diesem Fall was heißen. ;-)

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