Freitag, 4. Februar 2011

Berlin, quo vadis?

Jetzt mal ganz weg aus der Taxi-Ecke. Aber wir bleiben in Berlin. Es sind mehr als nur Tendenzen, die zur Zeit in Berlin erkennbar sind. Es wird versucht, aus der Stadt mit der ich mich identifiziere eine andere zu machen. Und eigentlich wollte ich zur Räumung der Liebig 14 gar nichts schreiben, weil mir dazu jegliche Hintergrundinformationen fehlen. Nur das, was halt sowieso in der Presse nachzulesen ist. Und natürlich ging es bei der Räumung um die Durchsetzung des Rechtanspruchs  des Eigentümers.
Aber es geht ja um viel mehr. Und sogar die Tagesthemen haben dem Thema einen Beitrag gewidmet:

(Hut ab, liebe Tagesthemen)

Gefunden habe ich das (mal wieder) beim gentrification-blog des Soziologen Andrej Holm.
Der fasst auch in seinem aktuellen Artikel die Pressestimmen zusammen. Lesenswert.

Berlin, quo vadis?

Nachtrag:
Ganz besonders hervorheben möchte ich aber diesen Artikel der Berliner Zeitung.
Nachtrag2:
Auch das Zitat aus einem anderen Berliner Zeitung Artikel möchte ich noch anbringen:
Man muss diese "linken Hausprojekte" mit teils zweifelhaftem Charakter nicht mögen, um zu wissen, dass die Berliner Innenstadt allmählich zu einer gleichförmigen Zone der Besserverdiener wird.

Kommentare:

  1. Es wird nicht versucht, der Prozess ist längst in vollem Gange. Und während sich medial alle auf Liebig 14 stürzen, gehen andere Entwicklungen mit sehr viel größerer Auswirkung im Medienrauschen unter.

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  2. @B-like-Berlin
    Ich versuchte ja auch, die Liebig 14 in's große Ganze zu bringen.

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  3. Gentrifizierung ist Scheiße - ohne Frage. Und jeder halbwegs sozial denkende Mensch lehnt das auch ab.
    Aber das Geheule um die Liebig-14-Räumung geht mir völlig auf die Nerven. Was haben DIE bitte schön mit alternativen Wohnen zu tun? Einer Freundin haben sie ihren Passat als "Bonzenauto" besprüht, eine Bekannte hatte gegenüber ein kleines Café, bei der ihr 2x die Scheiben eingeworfen wurden - weil sie ja eine Kapitalistin sei. Seitdem ist sie Hartz-IV-Empfängerin. Super revolutionär und alternativ!
    Die Räumungen der Yorck 59 und Liebig 14 finde ich völlig in Ordnung, weil es keine Leute trifft, denen es um das Gemeinwohl geht. Es ging ausschließlich um den eigenen Vorteil, eine kostenlose Wohnmöglichkeit zu haben. Und wen man aus der Nachbarschaft nicht mag, der wird terrorisiert. Das ist nicht zu akzeptieren und wenn so einige Medien auf das soziale Gesülze von denen reinfallen, sind sie blind.

    Ich finde selbstverwaltete WGs und Kommunen als alternative Lebensform sehr unterstützenswert. Aber nur, wenn sie die Ansprüche, die sie an andere stellen, auch selber verwirklichen.

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  4. @Aro
    Du zählst jetzt aber nicht mich zu den "Heulern"? Ich habe klar gesagt, dass ich zur Liebig 14 keine Meinung habe. Ich betrachte aber die Räumung derselben mit diesem Aufwand als verhältnislos. Und es passt ziemlich gut zum Trend. Nämlich Berlin schick zu machen. Denn genau das wird da vor Ort jetzt passieren. Das Gejammere meines Bürgermeisters halte ich aber auch für Wahlgeschleime.
    Und jetzt noch mal für alle:
    Ich halte die Räumung der L14 durchaus für legitim. Und die anschließende Randale für völlig daneben.
    Wenn man aber den Gesamtzusammenhang betrachtet und noch andere Faktoren wie "Mediaspree", "Marthashof" und viele andere Projekte die momentan am laufen sind mit einbezieht, ist das eine städtebauliche Entwicklung, die ich nicht gutheißen kann.

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  5. @Aro:
    Über die Zustände dort weiß ich zu wenig dass ich mir eine Meinung erlauben möchte. Ich befürchte nur, dass die Aufregung darüber genau den falschen Interessen nützt und von den wirklichen Problemen ablenkt.

    "Bemerkenswert" finde ich den Polizeiaufwand. Für die entstandenen Kosten hätte man das Haus wahrscheinlich kaufen können.
    Es würde mich nur interessieren, ob man mit vergleichbarem Einsatz an die Aufklärung der Vorfälle beim Liegenschaftsfond geht.

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  6. @Aro:
    Sehr guter Beitrag, stimme ich mit 100% überein. Danke.

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  7. @Klaus
    Ich meinte eher Leute wie manche Grüne und Linke und auch einige Medien. Denn sie stellen es hin, als wäre die Liebigstraße die Alternative zu den Luxustownhouses. Das ist aber nicht so. Es geht um leben und leben lassen und nicht darum, anderen die eigenen Bedingungen aufzuzwingen. Das betrifft beide Seiten, also auch diejenigen, die ganze Stadtteile zu Schickivierteln umwandeln wollen.
    Militante ändern daran aber nichts, sie diskreditieren den Widerstand dagegn höchstens.

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