Donnerstag, 24. April 2014

Schade eigentlich

Es hätte genial werden können. Aber leider...

"Eine" wollte ich noch an diesem etwas zäh dahinfließenden Ostersonntag. Welch angenehme Überraschung: Die "Eine noch" sollte zum Flughafen gehen. Zu dem in Schönefeld!

Auf dem Rückweg zur Ablöse wählte ich den Weg über Treptow. Man weiß ja nie. Vielleicht...
Cool, auf Höhe des Treptower Parks reckten sich zwei Hände. Ich war gespannt, wo es hingehen sollte.

"Kennen Sie die Admiralbrücke in Kreuzberg?"

Ein kleines Lächeln huschte vermutlich über mein Gesicht. Ja, kenne ich. Ich wohne nämlich dort. Kurze Diskussion über die vermeintlich kürzeste Route, da hatte ich aber ganz klar einen Heimvorteil.

Unter Taxikollegen nennt man so erwas einen Heimatschuss. Eine, wie ich finde, extrem dumme Bezeichnung. Es geht hier nicht um Leben oder Tod.  Eine Verharmlosung aller Kriege dieser Welt.

Sei's drum. Dort angekommen, ein Megaparkplatz fast direkt vor meiner Wohnung. Da kann einem die Fantasie schon mal durchgehen. Eigentlich könnte ich einparken, abkassieren und Feierabend machen gleichzeitig. Aber ich musste ja das Auto noch an der Ablöse abstellen. Schade eigentlich.

Also zurückgefahren und das Taxi abgestellt. Der schöne Parkplatz vor meiner Haustür war natürlich anschließend weg.

Und nun zum eigentlichen "aber leider". Am nächsten Morgen musste ich feststellen, der Nachtfahrer war gar nicht gefahren. Das Taxi stand am Ablöseplatz, wie ich es am Vortag abgestellt hatte. Grrrr.

Kommentare:

  1. Man kann nicht alles haben. Entspann dich, Klaus!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Na, ein Grrrr wird ja noch erlaubt sein. ;-)

      Löschen
  2. Cool wäre es ja gewesen, wenn Du eingeparkt hättetst, den Fahrgast abkassiert, ausgestiegen und weggegangen wärst :-)

    Aber: Wieso ist Heimatschuss eine Verharmlosung von Kriegen?
    Ich finde, was Du da schreibst ist eine Verharmlosung von Verharmlosungen ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Aber ich bitte Dich. Der Ursprung des Wortes Heimatschuss stammt aus den Weltkriegen und bezeichnet eine (oft mit der eigenen Waffe selbst zugefügte) schwere Verletzung eines Soldaten, um nicht mehr frontfähig zu sein. Schau bei Wiki nach.
      Und jetzt erklär mir bitte, was eine letzte Fahrt zu Schichtende in die Nähe des Ablöseplatzes mit einem Selbstverstümmelungs-Schuss aus der eigenen Waffe zu tun hat.

      Löschen
    2. Den Hintergrund des "Heimatschusses" kannte ich nicht, aber danke für deine Sprachsensibilität. Mich haben da vor allem einige Aphorismen des von mir sehr geschätzten kürzlich verstorbenen Karlheinz Deschner empfindlicher gemacht.
      Z. B.: Der Antipode dessen, der keinen Schuss Pulver taugt, ist in Deutschland der Mordskerl.
      Oder: Wenn etwas zum Schiessen ist, amüsiert sich der Deutsche besonders.

      Löschen
    3. Was Sprache betrifft, bin ich vermutlich weniger sensibel, als viele andere Menschen.
      Ich werde auch immer noch zurechtgewiesen, wenn ich von Zigeunern rede, obwohl es nicht rassistisch gemeint ist. Und Freunde, die Zigeuner sind, sich auch selber so bezeichnen.
      Wichtig ist meiner Meinung nach nicht das Wort, sondern das Denken, das dahintersteckt. Und da verbinde ich z.B. bei Heimatschuss im Zusammenhang mit dem Taxi keinen militaristisches Denken.

      Löschen
    4. Das Problem ist nur, dass das dahinterstehende Denken oft nicht so leicht erkennbar ist. In der Konsequenz führt eine übersteigerte "Sensiblität" (um bei diesem Wort zu bleiben) dann oft zur unsäglichen PC.
      In meiner Kinderzeit war "Neger" auch noch ein geläufiger Begriff, gerade in einer Gegend mit vielen US-Soldaten. Später sprachen wir dann meist von "Schwarzen", was dann manchmal allerdings noch konkretisiert werden musste mit "also ein echter Schwarzer" - wohne schliesslich in Bayern ;-)

      Löschen
    5. Ein schwarzer Freund hat sich früher Crossie genannt (von Schoko Crossie), um sich über die p.c.-Leute lustig zu machen. Und er wurde von denen tatsächlich als Rassist bezeichnet.
      Klar haste recht, dass man vielleicht nicht weiß, wie es gemeint ist. Aber WENN man es weiß und dem anderen trotzdem seine Sprache verbieten will, nehme ich das nicht mehr ernst.
      Und dass es in Bayernso viele Schwarze gibt, ist wirklich nicht schön :-)

      Löschen
    6. @Aro
      Ich finde es wichtig, wer was zu WEM sagt. Ich z.B. weiß aus "gut unterrichteten" Kreisen, dass Schwule (was ja früher auch mal ein Schimpfwort war) sich untereinander gerne auch mal als Tunten und Schwuchteln bezeichnen.
      Ich selbst würde solche Begriffe aber nie in Gegenwart von homophoben Menschen benutzen.
      Nur in Gegenwart von Menschen, die wissen, wie ich es meine. Eher als Zeichen der Solidarität.

      Löschen
    7. Trotzdem wird es oft übertrieben. Dass Neger/Nigger ein Schimpfwort ist, ist klar. Bei Zigeuner ist es eben nicht so klar. Und was die Schwulen betrifft, haben sie einfach das Wort übernommen und damit "entwaffnet" :-D

      Löschen
    8. Entwaffnet gefällt mir. Aber bei Heimatschuss bleibe ich dabei.

      Löschen