Montag, 15. Juli 2013

Ein leidiges Thema

Das Fahrziel Flughafen Schönefeld lässt das Berliner Taxifahrerherz immer etwas höher schlagen. So auch das Meine, als eine Russin mit sehr guten Deutschkenntnissen vom Potsdamer Platz von mir dorthin gefahren werden wollte. Und es sogar etwas eilig hatte. Ich wählte also nicht die kürzeste, sondern die schnellste Strecke über die die Autobahn. Die ist zwar etwas teurer als die Route quer durch Kreuzberg und Neukölln, aber wehe, wenn sie dadurch ihren Flug verpasst.
Am Flughafen angekommen, stand der Taxameter auf 32 Euroirgendwas. Sie schaute irritiert auf den Fahrpreis, schaute auf die vier 10-Euroscheine in ihrer Hand, wieder zurück zum Taxameter und zum Schluss entschied sie sich für ein "Stimmt so." Sie hätte die Euronen extra zur Seite gelegt und sich dabei an dem Fahrpreis orientiert, den sie bei der Hinfahrt bezahlt hatte.

(Hintergrund dieser Preisdifferenz ist dieser unsägliche Taxistreit am Flughafen Schönefeld zwischen den Taxiverbänden Berlins und denen aus dem Landkreis Dahme-Spreewald, auf dessen Gemarkung der Flughafen nun mal liegt. Deren Tarif liegt deutlich über dem  Berlins. Und da sich inzischen in der Hoffnung auf baldige Öffnung des Flughafens BER in LDS jede Menge neue Taxibetriebe gegründet haben, haben sie kurzerhand den Berlinern verboten dort an der Halte anzustehen.)

Liebe Kollegen aus dem Nachbarkreis: 40 Euro bis zum Potsdamer Platz sind aber auch für euren Tarif unverhältnismäßig.

So hatte ich trotz oder gerade wegen des hohen Trinkgeldes kein gutes Gefühl dabei.

Auch habe ich schon im Gespräch mit den Kollegen den Eindruck, dass sich die Berliner nun weitere Wege suchen, um auch nur annähernd an die LDS-Fahrpreise ranzukommen.

 Liebe Berliner Kollegen: Das nennt man Betrug.

Das muss sich bis zur tatsächlichen (falls die jemals kommen sollte) Eröffnung des BER ändern. Sonst droht uns ALLEN ein Desaster.

Kommentare:

  1. Ohne Kontrollen werden auch die Betrügereien nicht aufhören. Die ehrlichen Fahrer dürfen dann noch erklären, wieso sie weniger auf der Uhr stehen haben.

    Ich war übrigens am Wochenende mit einer israelischen Familie unterwegs, die haben von Schönefeld nach Moabit 65 EUR gezahlt! Auch wenn man den Zuschlag für die 5. + 6. Person abzieht, ist das noch zu viel. Leider haben sie sich keine Quittung geben lassen.

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    1. Rechtfertigen, ja. Aber nicht bei Kunden, sondern bei Kollegen. Im oben erwähnten Gespräch mit ein paar Berliner Kollegen bekam ich zu hören:
      "Du machst ja die Preise kaputt mit deinen kurzen Routen."

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