Dienstag, 22. Mai 2012

Rund um den Schlachthof

Da war noch dieses Ehepaar, das von mir in eine mir unbekannte Straße gefahren werden wollte. Dass man diese Straße als Taxifahrer nicht kennt, waren sie aber schon gewöhnt und hatten gleich einen Stadtplanauszug mit dabei. Es war eine dieser neuen Straßen rund um den alten Schlachthof zwischen Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Lichtenberg, in denen in den letzten Jahren rund um die Eldenaer und Storkower Straße neue Townhouses entstanden sind.
Hier auf Google Maps.

Hässliche Gegend, wenn ihr mich fragt, aber für viele junge Familien so eine Andeutung vom eigenen Häuschen. Na ja, wer's mag.

Meine Kundschaft wollte das Töchterchen besuchen, das am selben Tag Geburtstag hatte. Sie kämen aus einer Kleinstadt in Westdeutschland, wären aber immer wieder gerne in Berlin. So weit so normal.
Töchterchen hätte ja früher in der Nähe des alten Flughafens Tempelhof gewohnt, aber das wäre ja zum Schluss dort nicht mehr auszuhalten gewesen, als das dann dort mit den ISLAMISTEN losgegangen sei. Nur noch EIN DÖNERSTAND AM ANDEREN.
Da stellten sich bei mir ein paar Nackenhaare auf.
Ich fragte nach:

"Meinen Sie diese Menschen in Dönerbuden, die dann von deutschen Rechtsradikalen ermordet werden?"

Kurzes Schweigen. Dann:

"Ja ich weiß ja auch nicht. Bei uns in der Kleinstadt sind alle Ausländer gut integriert. Da hat niemand was gegen Ausländer."


Es leben diese einfachen Weltbilder. Es will mir nicht in den Kopf, wie ausgerechnet die Menschen, die am wenigsten mit Integrationsproblemen konfrontiert sind, dermaßen mit Vorurteilen belastet sind.

Mir mutete dieses Viertel rund um den Schlachthof ziemlich unwirklich an. Das hat doch was von Besserverdienenden-Ghetto-Charakter.  So ganz kann ich nicht nachvollziehen, wie man dort freiwillig hinziehen kann. Auch nicht, wenn ich es mir leisten könnte.
Vielleicht mache ich demnächst einen Fotoausflug in diese Gegend. 

Weitere Links zum Schlachthof:

Kommentare:

  1. Ich hab ja ewig mein Auto dort abgeholt und die Entwicklung in den letzten Jahren in dem Viertel ganz gut mitverfolgen können. Ich stimme Dir zu: Es ist ein selten hässliches Stück Berlin!
    Was ich besonders schlimm finde: Über die Optik der Häuser kann man ja meinetwegen noch streiten, aber dass die abgesehen von den Hinterhöfen kaum irgendwo eine Freifläche lassen, macht die Gegend unglaublich eintönig. Ein bisschen mehr Platz zwischen den Gebäuden wäre echt eine gute Idee gewesen.
    Auf der anderen Seitehat man so ja nun ein schönes Fotomotiv: Die langweilige Häuserreihe und davor das Straßenschild "Neue Welt" ;)

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    1. Na komm, der Blankensteinpark ist doch ein selten gelungenes Beispiel von Stadtentwicklung, wie sie sein sollte. ;-)

      Schöne neue Welt. ;-)

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  2. Wobei man dazusagen muss, dass gerade die Leute die so ein wenig, Ich wills mal "weltfremd" sind und in Ihrer schönen ruhigen Einfamilienhaussiedlung wohnen das nicht anders kennen. Für die ist Integration, dass sie "beim Türken" Ihre Tomaten kaufen oder "beim Italiener" eine Pizza essen. Solchen Leuten fällt es schwer über den Tellerrand zu gucken. Diese Leute bekommen eben nur das schlechte aus den Medien mit. Das gepaart mit, Ich will mal sagen, fehlender Sozialbildung, lässt solche Aussagen entstehen.

    Dumm gesagt, das is wie wenn Ich mein Auto in die Werkstatt bringe und der sagt mir ich brauch ne neue Kupplung. Zwangsläufig muss Ich dem das glauben weil Ich a) selber kleine Ahnung davon hab und b) es mich meine Zeit kostet eine zweite Meinung einzuholen. Wozu auch, wenn Ich doch eine vorgefertigt und mundgerecht von z.B. der Bildzeitung oder RTL vorgesetzt bekomme. Das wird noch lange dauern bis wir da mal n Stückerl weiter kommen. Leider...

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  3. Ja, die Boulevard Medien haben einen großen Anteil an diesem geistigen Desaster.

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