Mittwoch, 5. Februar 2014

Große Versuchung

Zuerst möchte ich kurz die Aufmerksamkeit auf diesen Artikel von Peter Neumann in der Berliner Zeitung (Nein, die hat mit der Springer-BZ nichts zu tun.) lenken:

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/vip--taxis-in-berlin-saubere-taxis---fuer-besondere-kunden,10809148,26088378.html

Was will mir „VIP Quality Taxi Service“ damit sagen?


Dass man ein VIP sein muss, um in einem sauberen Taxi transportiert zu werden?

Dass kurze Fahrten auch Mist machen? Und dass es Mist ist, solche abzulehnen?

Dass man als Taxifahrer einen extra Kurs besuchen muss, um zu wissen, wann man die Klappe zu halten hat und wann der Kunde das Bedürfnis hat zu quatschen?

Dass man sich nicht eines Fahrstils bedient, bei dem der Fahrgast sich in jeder Kurve eine Beule am Kopf holt und bei jeder roten Ampel mal kräftig abnicken muss?

Leute, das gehört in die Grundausbildung und nicht in ein Premiumangebot!

Das sieht auch der Autor Peter Neumann in seinem Kommentar so:

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/premium-taxis--kommentar-selbstverstaendlichkeiten-als-premium-angebot,10809148,26088782.html

Ich stimme ihm in diesen Punkten völlig zu.

Aber trotzdem kann ich das Angebot von Peter Neumann, am Freitag mit ihm eine Stunde lang (mit Uhr, versteht sich) durch Berlin zu fahren, leider nicht annehmen.

Genau dieser Peter Neumann hatte mich nämlich am Dienstag angeschrieben und mir angeboten, ihn eine Stunde lang durch Berlin zu fahren, um etwas mehr über mich und die Branche zu erfahren, (nennt man, glaube ich, Interview) um anschließend in der Rubrik "Meine Woche" der Berliner Zeitung (leider nicht verlinkbar) darüber schreiben zu können. Peter Neumann ist bei der Berliner zuständig für die Rubrik Verkehr.

Sorry, Herr Neumann. Ich war in großer Versuchung, aber das ist mir einfach ZUVIEL Öffentlichkeit.

Aber danke für die Anfrage. Das zeigt mir nämlich, dass dieses Blog auch wahrgenommen wird.

Kommentare:

  1. "Leute, das gehört in die Grundausbildung und nicht in ein Premiumangebot!! !!!

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    1. Und über eine erweiterte Form der Grundausbildung, darüber sollte man mal reden.

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    2. Da gebe ich dir recht.
      Generell bin ich der Auffassung, die Zugangs Bedingungen für den Erwerb eines P-Schein zu verschärfen.
      Es sollte im Vorfeld schon die Spreu vom Weizen getrennt werden. Das ist in anderen Branchen ganz normal.
      Dann müssten wir uns jetzt nicht mit solchen Problemen rumschlagen.
      Es gab mal eine Zeit da stand in der Taxiordnung sinngemäß, es dürfen nur saubere Taxen bereit gestellt werden. Die Bekleidung, leider sehr vieler Taxifahrer in Berlin, ist leider stark Verbesserung bedürftig. Ich persönlich Fahre grundsätzlich mit Jackett und gebügeltem Oberhemd zu jeder Jahreszeit, es gibt heutzutage Klimaanlagen im Fahrzeug.
      Dafür bekomme ich von vielen Fahrgästen eine positive Reaktion.
      Des weiteren werde auch bei einigen 5 Sterne Hotels extra aus dem Halteplatz bevorzugt heraus gewinkt weil der Doorman gewiss ist, er erlebt keine bösen Überraschungen.
      Über Fremdsprache kann man diskutieren, aber Amtssprache ist deutsch, welche zumindest gut beherrscht werden sollte. Wer noch mehr kann, auch gut. Wer nicht mal selbst einen Straßennamen ins Navi eigen kann hat in diesem Gewerbe nichts verloren.
      Wenn ich in Paris London usw. in ein Taxi steige spricht da auch keiner deutsch. Mit etwas englisch in London oder französisch in Paris muss ich mich dann schon befassen als Gast im Land.

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    3. Grundsätzlich gebe ich dir Recht.
      Bei der Kleidung allerdings bevorzuge ich die zweckmäßige Variante. An Regentageh kann es schon mal vorkommen, dass ich mit einem Kapuzenshirt unterwegs bin. Und so ein Ding um den Hals, das einem die Luft zum Atmen nimmt und dadurch die Gehirnzellen veröden, kommt für mich nicht in Frage.
      Und zu den Sprachen:
      Etwas Englisch können ist schon von Vorteil und erleichtert auch die Arbeit. Pflicht? Nö. Ich habe mich in Sizilien etwas geärgert, dass kein Schwein diese Sprache spricht. Aber viel Geld mit Tourismus machen.
      Mein nächstes Urlaubsziel ist Finnland und so habe ich mir diese Sprache kurz angesehen. Auwei, auwei. Ich gehe aber davon aus, dass dort so gut wie jeder Englisch spricht.

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    4. Und noch was:
      Viele Dinge die hier angesprochen werden sind so selbstvertändlich, dass sie schon in die Kategorie gute Kinderstube gehören.

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  2. ...so ein Ding um den Hals, das einem die Luft zum Atmen nimmt und dadurch die Gehirnzellen veröden, kommt für mich nicht in Frage.

    Nee, eine Krawatte trage ich auch nicht, schon aus Sicherheitsgründen (kann man schön dran ziehen)

    Kinderstube, wer hat die denn noch?
    Natürlich geht es hier um Selbstverständlichkeiten.

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  3. Hallo,
    der Block hat sich etabliert...
    Glückwunsch, Klaus!!

    Nun, zu meiner Sicht der Dinge:

    Ja, das Angebot der Premiumkurse ist in der Tat beschämend.
    Ich stimme voll zu, dass der Inhalt des Grundkurses, eigentlich selbstverständlich für jeden Taxifahrer/in, gelten sollte.

    Aus der leider negativen Entwicklung des Taxigewerbes entstehen diese Art von Kursen und die Konkurrenz (my driver von drivenow und Sixt)!
    Als ehemalige Ausbilderin zum P- Schein im Taxigewerbe, weiß ich nur zu gut, wer alles Interesse hat den P- Schein zu erwerben.
    Mir blieb nichts anderes übrig, eine strenge Vorauswahl zu treffen, damit ich genau die P- Schein- Anwärter ausbilde, die den Beruf Taxifahrer, als Dienstleistung begreifen.
    Der letzte Teil meiner Schulung war die Erklärung des PbFg's.

    Nach erfolgreicher Prüfung fand außerdem noch eine Einweisung zur Bedienung der Taxe, Taxameter, Alarm, ect. statt.

    Was ich damit sagen möchte:
    Taxibetriebe, die heute schulen möchten, sollten sich qualifizieren und ein dementsprechendes Qualisiegel mit Tüv- Zertifikat erhalten. Die Schulung sollte auf dieses Zertifikat jährlich geprüft werden.
    So werden nach und nach mehr umsichtige Taxifahrer ausgebildet, die auch, um ihre Dienstleistung dementsprechend auszuführen, ihre Chef's dazu bekommen werden, die Taxen in einem ordentlichen technischen, nicht verbeulten Zustand zu erhalten und nicht zuletzt, die Wagen innerhalb der Abschreibung auszutauschen!
    Ich weiß, dies ist ein langer Prozess und wir werden den wahrscheinlich nicht erleben, aber es ist für mich die einzige Chance, den Beruf als Taxifahrer zu erhalten!

    Also, die Qualität beginnt in der Schulung!

    Allen, wünsche ich eine angenehme Schicht!

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    1. ....einige Fehler sind mir bei meinem Kommentar unterlaufen...
      unter anderem soll es nicht Grundkurs, sondern Premiumkurs heißen...

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    2. Im Nachhinein habe ich mir auch gewünscht, dass meine Ausbildung nicht nur aus Straßennamen büffeln bestanden hätte (jetzt nichts gegen meinen Ausbilder), aber so ein paar grundsätzliche Informationen über das Taxifahren als solches wäre schon hilfreich gewesen.
      Letztendlich ist die Kundschaft ja nicht als irgendeine Masse zu betrachten, die einem das Geld einbringt. Grundsätzlich muss bei der Ausbildung schon Wert darauf gelegt werden, dass wir Dienstleister sind und was das bedeutet.
      Die Idee mit der Zertifizierung finde ich übrigens klasse.

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  4. Zuviel Öffentlichkeit - gibt es das? ;)

    VIP-Kurse/Klasse ist schon etwas arg. Hier gibt es auch so eine Art "Plus-Taxe" zu bestellen: netter, deutsch sprechender Fahrer etc. Gehört meiner Meinung nach zum Standard.

    Und korrekt, da sollten die Ausbilder drauf achten und ggf. aussortieren. Wenn ein Schüler eben nicht _alles_ beherrscht, muss er eben nochmal dran. Da sollte die Ausbildung nicht nru aufs Lernen der Straßennamen, sondern aufs Drumherum, dem Kundenservice, ausgerichtet werden. Denn es ist eine Dienstleistung und sollte auch so vom Fahrer begriffen werden. Und ja, vernünftig entlohnt werden.

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    1. "Zuviel Öffentlichkeit - gibt es das?" ;)

      Jepp, mein Ego braucht so etwas nicht. ;-)

      Ansonsten stimme ich dir völlig zu. Die Schulungen und die Prüfungen müssen um den Faktor Dienstleistung erweitert werden.

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